Profilbild von jeanne_darc

jeanne_darc

Lesejury Star
offline

jeanne_darc ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit jeanne_darc über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2026

Das Moor und seine Geheimnisse - Spannende düstere Atmosphäre garantiert

Moorland. Die Zwillinge
0

Das Cover und der Farbschnitt spiegeln die Atmosphäre, die den Leser hier erwartet, perfekt wider und es hat mich rein optisch schon gefesselt.

Die achtzehnjährigen Zwillinge Jana und Nike wollten für ...

Das Cover und der Farbschnitt spiegeln die Atmosphäre, die den Leser hier erwartet, perfekt wider und es hat mich rein optisch schon gefesselt.

Die achtzehnjährigen Zwillinge Jana und Nike wollten für ihren TikTok Kanal einen neuen Content aufnehmen und kommen von ihrem Ausflug ins Moor nicht zurück. Dichter Nebel und die unwegsame Landschaft machen dem eilig initiierten Suchtrupp der Dorfbewohner die Suche nach den Mädchen sehr schwer und bleibt erfolglos.

Malia, die als Kommissarin erst wieder nach 15 Jahren in die Gegend zurückkehrt, wird mit diesem Fall betraut und versucht sich den Geheimnissen und Lügen, die sich ihr offenbaren, entgegenzustellen.

Dem Autor ist es wieder einmal gelungen hier eine sehr spannende und atmosphärische Handlungsführung zu konstruieren. Man spürt regelrecht das eiskalte und nebelige Moor in der Nacht. Das unwegsame Gelände und die unheimlichen nächtlichen Schatten und Geräusche. Wer sich nicht auskennt, versinkt im nächsten Wasserloch.

Die Spannung steigt kontinuierlich, denn die Ermittlungen werden durch die vielen verdächtigen Personen nicht gerade einfacher. Als Leser kann man hier wieder wunderbar mit rätseln und tappt lange im Dunkeln. Durch die akribisch ausgearbeiteten Charaktere, das düstere Setting, die perfekt aufgebaute Handlung und den durchweg fesselnden Schreibstil wird dieser Thriller zu einem absoluten Pageturner. Ganz klare Leseempfehlung, nicht nur für Fans von Andreas Winkelmann!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.03.2026

Ein bewegender Abschied am Ende des Lebens

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
0

Bo ist 89 und lebt mit seinem Hund Sixten allein auf dem Hof seitdem seine Frau Fredrika vor einigen Jahren an Demenz erkrankte und ins Pflegeheim musste. Seine einzige Abwechslung in seinem sehr eingeschränkten ...

Bo ist 89 und lebt mit seinem Hund Sixten allein auf dem Hof seitdem seine Frau Fredrika vor einigen Jahren an Demenz erkrankte und ins Pflegeheim musste. Seine einzige Abwechslung in seinem sehr eingeschränkten Alltag sind die Besuche des Pflegedienstes, die Telefonate mit seinem langjährigen Freund Ture und die Besuche seiner Enkelin Ellinor, seinem Hummelchen. Sein Sohn Hans kommt nur vorbei, um die Vorräte aufzufüllen.

Rückblickend erinnert sich Bo immer wieder an sein vergangenes Leben.
Vergangenheit und Gegenwart hat die Autorin gut ineinander verwoben, so dass ich als Leser/in die biographischen Zusammenhänge nachvollziehen kann und es der Geschichte eine sehr authentische Tiefe verleiht.

Der Charakter von Bo wird mit seinen unausgesprochenen Emotionen, seinen Gedanken, seinen liebevollen Erinnerungen, nicht ausgesprochenen Worten, Ängsten, seiner inneren Wut und auch seiner Liebe und Zuneigung zu den ihm nahestehenden Menschen sehr empathisch geschildert.

Durch den sehr warmen und einfühlsamen Schreibstil bringt uns die Autorin den letzten Lebensabschnitt, der sich so oder vielleicht so ähnlich ereignen kann, in einer unnachahmlichen Weise sehr nahe. Berührend, ungeschönt und klar artikuliert. Was bleibt am Ende des Lebens? Welche Entscheidungen können wir noch selbst treffen? Was uns am Ende gut tut, ist doch die Zuneigung und die Liebe von vertrauten Menschen, die uns trägt, uns Kraft gibt und mit Zuversicht erfüllt.

Die Autorin hat uns hier auf wundervolle Weise an Bos letzten fünf Monaten teilhaben lassen. Ein Buch mit Nachhall.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.02.2026

Spannungsgeladen, komplex und dystopisch

Wellengrab (Ein Fabian-Risk-Krimi 7)
0

Stefan Ahnhems neuer Kriminalroman, eingebunden in ein gewohnt landestypisches Cover, steht nach wie vor für skandinavische Hochspannung.

Als Fabian Risk mit seiner Tochter Matilda einen entspannten Spätsommerabend ...

Stefan Ahnhems neuer Kriminalroman, eingebunden in ein gewohnt landestypisches Cover, steht nach wie vor für skandinavische Hochspannung.

Als Fabian Risk mit seiner Tochter Matilda einen entspannten Spätsommerabend auf seinem Segelboot verbringt, erlebt Schwedens Küste plötzlich einen Blackout. Während dieses Stromausfalls geschehen viele scheinbar unzusammenhängende Ereignisse. Vom Banküberfall bis zu Kindesentführungen, eine Leiche im Wald und Menschen die sich ausgesprochen ungewöhnlich verhalten. Um diesen rätselhaften und verworrenen Fällen auf die Spur zu kommen, arbeiten Fabian und seine Kollegen unter Hochdruck.

Die Charaktere wurden in ihrer Individualität wieder sehr gut ausgearbeitet und dargestellt, mit Gedanken, Emotionen und eigener Vita. Jedem Ermittlungsteammitglied wurde eine signifikante Fähigkeit zugesprochen, die dem Team einen besonderen authentischen Touch verleiht. Aus der Komplexität des Falles heraus bilden hier viele weitere Akteure einen guten Background.

Der Autor versteht es wieder einmal eine unnachahmliche Spannung von Anfang an zu erzeugen, die sich im Laufe der Handlung immer weiter steigert. Das Gesamtkonstrukt der Geschichte ist fantastisch ausgearbeitet. Erst nach und nach erschließt sich dem Leser die ungeheure Tragweite dieser ganzen Thematik. Erschreckend dystopisch, doch absolut vorstellbar. Schlussendlich ist auch der flüssige Schreibstil dafür verantwortlich, der diesen Krimi wieder zu einem absoluten Pageturner werden lässt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.02.2026

Suizid oder tragisches Unglück?

Der unsichtbare Elefant
0

Das Cover kommt sehr schlicht daher, hat aber den Inhalt bereits gut beschrieben. Ein Mensch im freien Fall. Welcher unsichtbare Elefant hat ihn dazu getrieben?

Der Rechtsanwalt Thomas Siebenmorgen stürzt ...

Das Cover kommt sehr schlicht daher, hat aber den Inhalt bereits gut beschrieben. Ein Mensch im freien Fall. Welcher unsichtbare Elefant hat ihn dazu getrieben?

Der Rechtsanwalt Thomas Siebenmorgen stürzt aus dem achtzehnten Stock der Anwaltskanzlei seines Arbeitgebers in die Tiefe. Seine Kollegin Maria, die ihm entgegen geeilt ist, um zu helfen, kann nur noch den Sturz fassungslos beobachten. Sowohl Viktor vom Kriseninterventionsteam wie auch Maria und der junge Staranwalt Simon Nyakuri, der zur kanzleiinteren Ermittlung beauftragt ist, beginnen zu recherchieren. Was treibt Menschen dazu an, sich das Leben zu nehmen.

Dieser Roman spiegelt gut das Gefüge einer großen Anwaltskanzlei wieder, effizient, hierarchisch und teilweise auch skrupellos. Im Laufe der Recherche wurde hier gut herausgestellt, wie unsere generationsübergreifende Vergangenheit nachhaltig auf uns einwirkt und uns prägt. Man trägt sozusagen unbewusst die Last der Vorfahren mit sich herum.

Die Hauptcharaktere sind sehr authentisch ausgearbeitet und ihre Handlungen waren für mich gut nachvollziehbar. Durch den flüssigen Schreibstil konnte man die Situationen gut auf sich wirken lassen und durch die kurzen Kapitel ist man schnell in die Geschichte eingetaucht. Doch leider fand ich auch Passagen, wie z.B. das Klassentreffen zu ausufernd und überflüssig.

Das Genre kann ich jetzt tatsächlich nicht so richtig einordnen. Ist es nur ein Roman oder doch ein Krimi? Trotzdem hat mich die Lektüre im Großen und Ganzen gut unterhalten und mich zum Nachdenken angeregt, was man selbst für Lasten aus der Vergangenheit mit sich herumträgt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.11.2025

Aussergewöhnlich und nachhallend

Treppe aus Papier
0

Mit diesem Buch hat der Autor Henrik Szántó ein ganz außergewöhnliches Buch geschrieben. Das Cover dieser kleinen Lektüre ist in sehr einladenden warmen Farben gehalten. Der aufmerksame Betrachter sieht ...

Mit diesem Buch hat der Autor Henrik Szántó ein ganz außergewöhnliches Buch geschrieben. Das Cover dieser kleinen Lektüre ist in sehr einladenden warmen Farben gehalten. Der aufmerksame Betrachter sieht gleich die Vervielfachung eines einzelnen Raumes. Hier wird schon optisch verdeutlicht, dass diese Geschichte von einem Haus und ihren Bewohnern handelt, die dieses Gebäude in einem Zeitraum von fast 100 Jahren bewohnt haben. Erinnerungen, die in den alten Mauern, im Gebälk, in Ritzen und Dielen bewahrt geblieben sind. Aus dieser Perspektive entfaltet sich ein Spektrum der jüngeren Geschichte, also vom Nationalsozialismus, bis in die Gegenwart. Gelebte Leben, Verrat, Verzweiflung, Hoffnung, Leid und Liebe alles wird gleichzeitig zur eigentlichen Gegenwartshandlung erzählt. Wer das Buch ganz aufmerksam und bedächtig liest, kann sich der Aura dieses Buches nicht entziehen.

Hier trifft die 15-jährige Nele Bittner auf die 90-jährige Irma Thon. Nele ist keine besonders gute Schülerin und demnächst steht die Geschichtsklausur über das Dritte Reich und die Gründung der BRD an. So kommt sie mit Irma ins Gespräch, die die Zeit selbst miterlebt hat. Auch Nele macht sich ihre eigenen Gedanken darüber und fragt ihre Eltern danach, die nicht mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert werden wollen. Hier wird verdeutlicht, wie eng die Gegenwart mit der Vergangenheit verknüpft ist und man sich der Verantwortung und Aufarbeitung stellen sollte, ohne auf die Frage der Schuld oder Unschuld einzugehen.

All die gelebten Leben werden so unnachahmlich zusammengewobenen, dass man sich der Thematik und diesem Schreibstil eher dieser Sprachkunst nur schwer entziehen kann. Meine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere