Profilbild von jeanne_darc

jeanne_darc

aktives Lesejury-Mitglied
offline

jeanne_darc ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit jeanne_darc über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.07.2021

Lebenswege

Wir für uns
0

Josie, Anfang 40, ist von Bengt schwanger, mit dem sie seit 9 Jahren zusammen ist. Doch Bengt ist verheiratet und hat bereits eine Familie. Für ihn kommt es nicht infrage, dass Josie das Kind bekommt und ...

Josie, Anfang 40, ist von Bengt schwanger, mit dem sie seit 9 Jahren zusammen ist. Doch Bengt ist verheiratet und hat bereits eine Familie. Für ihn kommt es nicht infrage, dass Josie das Kind bekommt und drängt auf einen Abbruch der Schwangerschaft. Jetzt steht sie vor einer entscheidenden Lebensfrage, möchte sie weiter immer nur dienstags auf Bengt warten und die Zweisamkeit genießen oder soll sie ohne Mann ein Kind großziehen und dann ist da auch noch die schwierige Beziehung zu ihrer Mutter. Durch Zufall trifft sie auf Kathi, deren Mann Werner nach fast 50 Jahren Ehe plötzlich verstorben ist. Als auch noch kurze Zeit später ihr Sohn Max sich von seiner Frau trennt, kann Kathi den wahren Grund nur sehr schwer akzeptieren. Das Verhältnis zu ihrem Sohn wird dadurch stark belastet. In dieser Zeit entwickelt sich zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Frauen, vom Alter her wie auch charakterlich, langsam eine Freundschaft.

Josie mit ihrer manchmal sehr naiven Art und immer auf der Suche nach den richtigen Worten, die ihr dann doch so missverständlich über die Lippen kommen, habe ich gleich sehr ins Herz geschlossen. Bei Kathi habe ich mich da etwas schwerer getan. Ihre doch sehr spröde und ruppige Art, hat sie nicht immer sympathisch dastehen lassen. Doch auf ihre ganz eigene Art hat sie Zugang zu Josie gefunden. In dieser Geschichte wurde nicht nur die Frauenfreundschaft in den Vordergrund gestellt, sondern auch mit welchen Ängsten und Risiken Spätgebärende zu kämpfen haben. Schön eingeflochten in die Handlung wurde die Bekanntschaft zu Melanie mit ihrer Tochter Nela, die Trisomie 21 hat.

Die Autorin beschreibt Familiengeschichten mit ihren Problemen, Missverständnissen, Schweigen und fehlender Akzeptanz, wie sie überall vorkommen können.

Durch den fließenden und lebendigen Schreibstil, die gut herausgearbeiteten Charaktere ließ sich das Buch wunderbar lesen und ich habe es sehr genossen. Es hat in einigen Punkten auch zum Nachdenken angeregt.

Das Cover ist sehr schön gestaltet, so dass es mir persönlich auf einem Büchertisch sofort ins Auge gefallen wäre. Hier kann ich eine klare Leseempfehlung aussprechen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.07.2021

Gedanken, die von Herzen kommen

Leuchtturm voller Gedanken
0

Das Geschenkbuch Leuchtturm voller Gedanken ist ein ganz liebevoll gestaltetes Werk mit tiefgründigen Gedanken und einer Geschichte über die Kraft der Liebe, die zu Herzen geht.

Das Buch lässt Raum für ...

Das Geschenkbuch Leuchtturm voller Gedanken ist ein ganz liebevoll gestaltetes Werk mit tiefgründigen Gedanken und einer Geschichte über die Kraft der Liebe, die zu Herzen geht.

Das Buch lässt Raum für gute Wünsche und eigene Gedanken an den zu Beschenkenden. Zudem gibt es noch DIY-Anregungen, einen kleinen Exkurs ins Plattdeutsche oder sogar ein veganes Rezept für Pancakes.

Als Goodie gibt es noch zwei Audiobooks zum Herunterladen. Mich hat das Buch verzaubert und zum Nachdenken angeregt.

Zitat „Lebe jeden Tag so, als sei es der Letzte“.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.07.2021

Traum und Realität

Revolution der Träume
0

Mit Ende des ersten Weltkrieges und der Novemberrevolution beginnen in Berlin 1918 sich die Ereignisse zu überschlagen und mittendrin Artur. Das Volk stürmt das Berliner Schloss und Artur, der ein gutes ...

Mit Ende des ersten Weltkrieges und der Novemberrevolution beginnen in Berlin 1918 sich die Ereignisse zu überschlagen und mittendrin Artur. Das Volk stürmt das Berliner Schloss und Artur, der ein gutes Dutzend Männer überzeugt hat an ihm zu folgen, gelingt ein sensationeller Handstreich. Trotz seiner schweren Gesichtsverletzungen hat er an Charisma nicht verloren. Isi ist die absolute Revolutionärin und schließt sich den Spartakisten um Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht an, die für eine gerechtere Welt und gegen die Macht des Militärs kämpfen. Nicht selten begibt sie sich dabei in große Gefahr. Kurze Zeit nach Carls Ankunft in Berlin gerät er auch schon in einen Straßenkampf. Wie es der Zufall es so will, trifft er auf Isi. Carl, der stets im Hintergrund bleibt, macht seine Leidenschaft zum Beruf und bekommt eine Anstellung bei der UFA. Artur mit seinen Kontakten hat Isi und Carl schnell aufgespürt und gemeinsam erleben die drei Freunde die Zeit des Umbruchs, der Unsicherheit und des Aufbruchs. Artur steigt schnell zu einer Unterweltgröße auf und muss sich stets gegen seine Widersacher durchsetzen und auch seinem Erzfeind Falk Boysen ist er auf den Fersen. Für Carl und Isi hält das Leben auch noch unerwartete Wendungen bereit. Menschen kommen und gehen im Leben. Träume werden geträumt, Hoffnungen werden zerstört, die Freundschaft wird auf die Probe gestellt. Gewalt und Verrat sind an der Tagesordnung.

Revolution der Träume ist ein sehr gut recherchierter Historienroman. Die drei Protagonisten, so unterschiedlich sie auch sind, sind sympathisch und authentisch. Der Roman wird aus der Sicht von Carl erzählt. Durch die geschichtlichen und privaten Ereignisse von Artur, Isi und Carl bleibt der Spannungsbogen immer gleichbleibend hoch, so dass das Buch ein absoluter Pageturner ist. Für mich war es ein Abtauchen in die Geschichte voll Spannung und nicht zuletzt durch den Schreibstil hat man sich wie ein Teil der Geschichte gefühlt. Das Cover ist schön gestaltet passt perfekt zum Roman.

Für mich ein absolutes Lesehighlight.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.07.2021

Allerhöchste Zeit zum Handeln!

Mensch, Erde! Wir könnten es so schön haben
0

„Mensch, Erde! Wir könnten es so schön haben“ ist das neueste Buch von Doktor Eckart von Hirschhausen. Es ist ein sehr schön gestaltetes und farblich abgestimmtes Sachbuch, das auf anschauliche Weise die ...

„Mensch, Erde! Wir könnten es so schön haben“ ist das neueste Buch von Doktor Eckart von Hirschhausen. Es ist ein sehr schön gestaltetes und farblich abgestimmtes Sachbuch, das auf anschauliche Weise die Zusammenhänge dargestellt, was unsere eigene Gesundheit mit den globalen Krisen unserer Zeit, wie Artensterben, CO2-Ausstoß, Feinstaubbelastung, Plastikmüll etc. zu tun hat. Mit seiner humorvollen Art dürfen wir ihn auf seiner Reise durch das Buch mit seinen 12 Kapiteln und Unterkapiteln begleiten. Am Anfang eines jeden Kapitels wird der Leser durch Schlagworte informiert, um welchen Themenbereich es sich handelt. Zu den Themenbereichen gibt es Bilder, Daten, Fakten und Begegnungen mit Menschen, wie Jane Goodall oder Professor Hans-Christian Gunga.

Schockierend fand ich, dass es im Jahr 2050 mehr Plastikmüll in den Weltmeeren gibt als Fische. Es ist allerhöchste Zeit auch in dieser Hinsicht umzudenken. Allen voran die Industrie und wir als Verbraucher mit unserem Konsumverhalten.

Ich habe nicht das Gefühl, dass Dr. Eckart von Hirschhausen mit dem erhobenen Zeigefinger uns belehren möchte, sondern der Leser soll zum Nachdenken und Agieren angeregt werden. Durch seine Selbstreflexionen vermittelt er dem Leser „Auch ich weiß nicht alles“, aber wir können es alle besser machen.

Das Buch konnte ich nicht in eins durchlesen, denn die Daten- und Faktenflut musste erstmal verarbeitet werden, wobei mir vieles schon geläufig war, da ich mich bereits seit Jahren mit der Thematik auseinandersetze. Ich kann dieses Buch absolut weiterempfehlen.

Wir könnten es so schön haben, wenn wir all das bündeln würden, was wir schon wissen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.07.2021

Was geschah wirklich in der Novembernacht 1994?

Unter dem Sturm
0

Im südschwedischen Marbäck brennt das Haus der Familie Markström. Die Ereignisse geschehen in einer kalten Novembernacht 1994. Im niedergebrannten Gebäude wird die Leiche der jungen Lovisa gefunden. Schnell ...

Im südschwedischen Marbäck brennt das Haus der Familie Markström. Die Ereignisse geschehen in einer kalten Novembernacht 1994. Im niedergebrannten Gebäude wird die Leiche der jungen Lovisa gefunden. Schnell wird ein Täter ausgemacht, Edvard Christensson, der Freund der toten jungen Frau. Edvard ist für seine unbeherrschte und gewalttätige Wesensart bekannt. Obwohl Edvard immer wieder seine Unschuld beteuert, wird er auf unbestimmte Zeit verurteilt. Nun kehrt im Dorf wieder Ruhe ein, doch nicht für seinen siebenjährigen Neffen Isak Nyquist. Die sonntäglichen Treffen zwischen ihm und Edvard waren etwas Besonderes und er fragt sich, ob er auch die Boshaftigkeit, wie alle Männer aus seiner Familie, in sich trägt.

Vidar, zu dem Zeitpunkt Polizei-Assistent und mit der Laufarbeit bei diesen Ermittlungen betraut, wird von dem Fall noch Jahrzehnte begleitet.

Als zehn Jahre später Isak wegen eines Diebstahldeliktes wieder auf Vidar trifft, kommen die Erinnerungen an die Ermittlungen zu dem Brand und dem Mord wieder hoch. Es regen sich in Vidar Zweifel an den Ermittlungen und er nimmt sich den Fall nochmals vor. Jahre später verschwindet Isak plötzlich und Vidar, bereits aus dem Polizeidienst ausgetreten, begibt sich auf die Suche nach dem jungen Mann und der Lösung, was in der Novembernacht 1994 wirklich geschah.

Schon das Cover vermittelt dem Leser eine düstere Grundstimmung, die sich leider durch den ganzen Roman hindurchzieht. Er setzt sich aus drei Zeitebenen zusammen, wobei in den einzelnen Kapiteln zwischen Perspektiven und Rückblenden hin und her gesprungen wird, was auch teilweise sehr langatmig und für den Leser anstrengend ist. Nach den anfänglichen Geschehnissen ließ sich eigentlich eine Spannungssteigerung vermuten, doch dies kam erst im letzten Viertel, als nun endlich der wahre Täter gefunden werden konnte. Von den Charakteren hat sich für mich keiner besonders herausgehoben. Alles in allem sehr speziell. Das Buch konnte meine Erwartungen nicht erfüllen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere