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joker

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.02.2019

Großartige Sammlung zum Thema Einsamkeit

Strafe
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Eigentlich bin ich kein Freund solcher Kurzgeschichtensammlungen. Mit Ferdinand von Schirach wagte ich allerdings einen neuen Versuch, und siehe da: Es geht doch!

In zwölf Geschichten beschreibt Ferdinand ...

Eigentlich bin ich kein Freund solcher Kurzgeschichtensammlungen. Mit Ferdinand von Schirach wagte ich allerdings einen neuen Versuch, und siehe da: Es geht doch!

In zwölf Geschichten beschreibt Ferdinand von Schirach menschliche Abgründe, welche sich allesamt aus der Einsamkeit ergeben. Dabei wird nicht verurteilt, sondern nur nüchtern berichtet.

Von Schirach braucht nicht viele Worte, um seine Geschichte einen großen Raum einnehmen zu lassen. Ich fühlte mich sofort mitgenommen, was dieses Werk zu einem großartigen Leseerlebnis macht.

Veröffentlicht am 01.02.2019

Zum Nachdenken: Was würde ich tun...?

Hannes
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Uli und Hannes sind beste Freunde und unzertrennlich. Bis Hannes bei einem Motorradunfall verunglückt und ins Koma fällt. Hannes´ Familie und seine Freunde (insbesondere Uli) unterstützen Hannes, wo es ...

Uli und Hannes sind beste Freunde und unzertrennlich. Bis Hannes bei einem Motorradunfall verunglückt und ins Koma fällt. Hannes´ Familie und seine Freunde (insbesondere Uli) unterstützen Hannes, wo es geht. Doch schon bald greift die Verzweiflung um sich. Freundschaften und Familien zerbrechen an der Tragödie. Nur Uli hört nicht auf, daran zu glauben, dass doch noch alles gut wird...

Dieses Buch ist in Tagebucheinträgen von Uli gegliedert, in denen er seinem komatösen besten Freund, alles schildert, was dieser verpasst. In einfacher und authentischer Sprache holt die Autorin den Leser in diese von Trauer, Verzweiflung und Trotz geprägter Geschichte.

Das Beste an der Geschichte ist, dass die Autorin den Leser mit unangenehmen Fragen konfrontiert. Was würde ich in der Situation tun? Wann würde ich loslassen?

Ein Buch zum Nachdenken, wie schnell das Leben manchmal eine ungeahnte Richtung einschlägt und wie wir damit umgehen.

Veröffentlicht am 01.02.2019

Besser spät überzeugend als nie

Das Joshua-Profil
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Da ich schon die fiktive "Blutschule" gelesen hatte, fiel es mir leicht, mich in der Thematik zurechtzufinden. Allerdings glaube ich nicht, dass man den Roman unbedingt gelesen haben muss.

Der Ablauf ...

Da ich schon die fiktive "Blutschule" gelesen hatte, fiel es mir leicht, mich in der Thematik zurechtzufinden. Allerdings glaube ich nicht, dass man den Roman unbedingt gelesen haben muss.

Der Ablauf eines Fitzek-Romans läuft bei mir meist so ab, dass ich von Anfang an in der Geschichte bin, die Seiten durchpflüge bis zum Ende, vom Ende selbst dann allerdings etwas enttäuscht bin. Diesmal war es allerdings umgekehrt.

Von Beginn fiel es mir schwer, in diese Geschichte hineinzufinden, da sich der Autor kaum Zeit ließ, um die Geschichte zu erzählen. Ziemlich schnell fand ich mich in einer Verfolgungsjagd wieder, die mich irgendwie kalt ließ und wäre auf dem Umschlag nicht Sebastian Fitzek geschrieben, hätte ich wohl nicht weiter gemacht.

Allerdings gefiel mir der Roman zum Ende hin immer besser. Als die Verfolgungsjagd vorbei war, ging die Geschichte endlich etwas mehr auf die Figuren ein und holte somit das Versäumnis vom Beginn des Buches nach.

Am Ende setzt Fitzek nicht auf einen thrillertypischen Knalleffekt, sondern wählt einen Schluss, der auch zum Nachdenken anregt (Das Lesen des Nachwortes ist in diesem Buch sehr zu empfehlen.).

Lange habe ich als großer Fitzek-Fan mit diesem Roman gefremdelt. Am Ende hat er mich allerdings wieder gekriegt.

Veröffentlicht am 01.02.2019

Ein Buch weniger Worte

Am See
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Nüchtern, distanziert, emotionslos. Dieses Werk beschränkt sich in seinen Erzählungen wirklich auf das Wesentlichste.

Teilweise fand ich den Roman dennoch stark, da die Enge und Beklommenheit dieser ...

Nüchtern, distanziert, emotionslos. Dieses Werk beschränkt sich in seinen Erzählungen wirklich auf das Wesentlichste.

Teilweise fand ich den Roman dennoch stark, da die Enge und Beklommenheit dieser Geschichte sehr gut eingefangen wurde. An anderen Stellen war die Geschichte wiederum derart langatmig, dass es mir echt schwer fiel, weiterzulesen.

Am Ende bleibt mir dieses Buch nicht wirklich in positiver Erinnerung, da mir der Protagonist über das gesamte Buch sehr blass und schwer fassbar blieb, wodurch die Geschichte insgesamt ziemlich an mir vorbeigeplätschert ist.

Veröffentlicht am 01.02.2019

Eine hintergründige Familiengeschichte voller Schuld und Fassade

Eine bessere Zeit
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Jaume Cabré verpasst seinem Protagonisten viele Beinamen, wobei wohl keiner so passend ist wie "der Zauderer". Sein Leben wird stets davon bestimmt, was er gerne wäre bzw. einmal gewesen wäre.

Geboren ...

Jaume Cabré verpasst seinem Protagonisten viele Beinamen, wobei wohl keiner so passend ist wie "der Zauderer". Sein Leben wird stets davon bestimmt, was er gerne wäre bzw. einmal gewesen wäre.

Geboren in eine reiche Familie mit Textilfabrik verabscheut Miquel schon früh das Stellenwertdenken seiner Familie, kann sich jedoch nie wirklich davon lösen. Nur einmal hat er in früheren Jahren klar Stellung bezogen (in politischer Hinsicht), was ihn bis zum Mord geführt hat. Diese Schuld lässt ihn nicht mehr los und scheut seither das Risiko.

Cabré erzählt von einer Familie, die sich nur über ihren Namen definiert, einer Großfamilie in einem großen Haus. Doch irgendwie lebt jeder für sich alleine und hat seine eigene Geschichte.

Sobald man sich an die Geschichte und an die Erzählweise Cabrés gewohnt hat, ist die Geschichte richtig interessant, vor allem da man mit dem Antihelden mitfiebert und immer mehr hinter die Fassade der Großfamilie blicken kann.

Der Autor erzählt über mehrere Generationen, was häufig etwas verwirrend ist, da man als Leser leicht den Überblick verliert.

Ein unterhaltsames und vor allem ein intensives Leseerlebnis, da die Geschichte vom Leser zu jedem Zeitpunkt volle Aufmerksamkeit einfordert.