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Veröffentlicht am 01.07.2019

Pageturner

Liebes Kind
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Mit diesem Debüt hat Romy Hausmann einen wahnsinnig spannenden Thriller geschaffen. Dieser Thriller beginnt wie normalerweise die meisten Thriller enden. Ein entführtes Opfer taucht plötzlich schwer verletzt ...

Mit diesem Debüt hat Romy Hausmann einen wahnsinnig spannenden Thriller geschaffen. Dieser Thriller beginnt wie normalerweise die meisten Thriller enden. Ein entführtes Opfer taucht plötzlich schwer verletzt im Krankenhaus auf. Es wird vermutet , dass es die Studentin Lena Beck ist, die seit 12 Jahren verschwunden ist. 
Inhalt:
Eine Hütte im Wald, dort leben zwei Kinder, ein Mann und eine Frau und eine Katze. Klingt nach einem Liebesroman? Lasst euch nicht täuschen.
Vor 14 Jahren verschwand die Studentin, Lena, spurlos. Alle Ermittlungen verliefen ins Leere und blieben ergebnislos. 14 Jahre später wird eine Frau ins Krankenhaus eingeliefert mit einem kleinen Mädchen, die behauptet, dass es ihre Mutter sei. Ist diese Frau Lena? Ist das kleine Mädchen ihre Tochter? Und was ist mit dem Täter?
Meine Meinung:
Eine Entführung ist kein seltenes Thema für einen Thriller. Doch noch nie zuvor habe ich einen Thriller gelesen, der damit anfängt , dass man das entführte Opfer findet. Man begibt sich auf eine spannende Suche nach dem Täter und wird von der Autorin wirklich gut an der Nase herumgeführt. Ich hatte mehrere Theorien wer der Täter sein könnte und würde am Ende doch überrascht. So sollte es auch sein!
Da es aus mehreren Perspektiven geschrieben ist, bekommt man als Leser einen ziemlich guten Einblick ins Geschehen. So lernt man das verstörte kleine Mädchen, Hannah, kennen, die mit der großen Welt komplett überfordert ist und an strenge Regeln gewöhnt ist. Auch den Vater von Lena lernen wir näher kennen. Seine Verzweiflung kann man förmlich spüren.Er klammert sich an jedem kleinen Hinweis, in der Hoffnung, dass er endlich seine Tochter findet. Ich kann gut nachvollziehen, dass er wissen will, was mit seiner geliebten Tochter passiert ist.
Auch das Opfer lernen wir kennen und begleiten sie, wie sie versucht wieder Fuß zu fassen und mit welchen Ängsten sie zu kämpfen hat. Ihr fällt es wahnsinnig schwer, Hilfe anzunehmen jedoch auch. Wer will schon als Opfer abgestempelt werden und so behandelt werden.
Stückchenweise, wie ein Puzzle, erfährt der Leser was passiert ist und was in dieser Waldhütte vorgefallen ist.
Ich finde den Aufbau der Geschichte wirklich außergewöhnlich und sehr gut gelungen.
Eine Entführung ist etwas grausames, doch meistens hören wir nur, dass die Opfer gefunden wurden , wie es ihnen danach geht und womit sie zu kämpfen haben, wird meistens nicht thematisiert. Umso besser finde ich es , dass es hier thematisiert wird!
Ich habe diesen Thriller verschlungen. Es ist ein Thriller, der sich wahnsinnig schnell liest, da man ihn kaum aus der Hand legen kann.
Es ist auf jeden Fall nichts für schwache Nerven. Auch ich musste es erst mal sacken lassen.
Es ist ein äußerst gelungenes Debüt und ich freue mich jetzt schon auf weitere Bücher von Romy Hausmann.

Veröffentlicht am 01.07.2019

Malerisch

Das Licht der Toskana
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Bereits das Cover versprüht bereits Sommergefühle und Fernweh nach der Toskana. Der Klappentext hat mich sofort neugierig gemacht. Kit, die Ich-Erzählerin beobachtet wie drei Amerikanerinnen in ihr Nachbarhaus ...

Bereits das Cover versprüht bereits Sommergefühle und Fernweh nach der Toskana. Der Klappentext hat mich sofort neugierig gemacht. Kit, die Ich-Erzählerin beobachtet wie drei Amerikanerinnen in ihr Nachbarhaus in der Toskana einziehen. Alle Frauen sind äußerst interessant und haben viel Potenzial. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass man dieses Potenzial auch in der Geschichte spürt. Für mich hat sich der Roman leider etwas gezogen, das vor allem an dem Schreibstil lag, mit dem ich nicht wirklich warm wurde. Der Schreibstil war zu blumig und schweifte zu sehr aus für meinen Geschmack. Ich habe mich gefragt ob es eventuell an der Übersetzung liegt.
Ich habe immer drauf gewartet , dass mich dieser Roman packt und fesselt , aber das war leider nicht wirklich der Fall. Camille ist für mich die spannendste Frau von allen und ihre Entwicklung vor allem was die Kunst anbetrifft , ist am schönsten beschrieben. Mit den anderen aufrauen hätte ich so eher meine Probleme.
Alles in einem ist es ein netter Roman, vor allem wenn man Kunst interessiert ist und die Toskana liebt.

Veröffentlicht am 30.06.2019

Grandios

Maschinen wie ich
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Heutzutage werden Maschinen immer häufiger eingesetzt ob in der Industrie oder zuhause. Alexa wohnt bereits in sehr vielen Haushalten und dreht die Musik auf Befehl lauter oder leiser oder ähnliches. Doch ...

Heutzutage werden Maschinen immer häufiger eingesetzt ob in der Industrie oder zuhause. Alexa wohnt bereits in sehr vielen Haushalten und dreht die Musik auf Befehl lauter oder leiser oder ähnliches. Doch was passiert, wenn wir die Kontrolle verlieren? Können Maschinen fühlen? Können Maschinen uns beeinflussen oder gar manipulieren?
Der Bestsellerautor , Ian McEwan, widmet sich diesmal dem Thema künstliche Intelligenz und landet auch mit diesem Roman auf der Bestsellerliste.
Inhalt:
Dieser Roman spielt in 1982. Die Welt ist technisch bereits weit fortgeschritten.
Charlie und Miranda verlieben sich in einander. Zeitgleich wird Adam geliefert. Adam ist einer der ersten lebensechten Androiden. Ziemlich bald zweifelt Charlie bereits ob es die richtige Entscheidung war Adam zu kaufen. Wird Adam Macht gewinnen und in der Lage sein Charlie und seine Gefühle zu Miranda zu beeinflussen? Kann eine Maschine Gefühle aufbauen und wenn ja was passiert dann?
Meine Meinung:
Dieser Roman spielt nicht in der Zukunft, sondern als Großbritannien den Falklandkrieg gegen Argentinien führte in 1982. Hier verliert Großbritannien den Krieg und dadurch steckt Margaret Thatcher mehr oder weniger in der gleichen Situation wie Theresa May. Es ist äußerst interessant, doch die Politik bleibt im Hintergrund.
Künstliche Intelligenz ist ein sehr aktuelles Thema, das auch mich sehr interessiert. Darüberhinaus hat es Ian McEwan mal wieder geschafft mich mit seinem Schreibstil in den Bann zu ziehen. Ich weiß auch nicht wie er es macht, aber er soll nie damit aufhören. Seine Worte zergehen wie Schokolade auf der Zunge. Es macht einfach richtig Spaß es zu lesen.
Dazu muss ich erwähnen, dass ich bis jetzt Ian McEwans Romane immer auf Englisch gelesen habe und seinen Schreibstil liebe. Dies ist mein erster Roman von ihm, den ich auf Deutsch lese und ich muss sagen die Übersetzung von Bernhard Robben ist einfach grandios.
Solche Romane sind genau nach meinem Geschmack, nüchtern , schlicht , gut recherchiert, flüssig, spannend , sprachlich ein Schmaus und auch noch kurzweilig. Was will man mehr?!
Der Roman ist aus der Ich-Perspektive von Charlie geschrieben. Jedoch hat man als Leser trotzdem noch eine gewisse Distanz, da es nicht zu emotional ist.
"Anfang der Achtziger Jahre waren wir es seit langem gewohnt , mit Maschinen zu reden, in unseren Autos, daheim , bei Telefonaten mit einem Call-Center oder der Arztpraxis. Aber Adam hatte das Gewicht meines Hähnchens quer durch die Küche präzise geschätzt und sich für einen überflüssigen Rat entschuldigt....Er verschränkte die Finger und stützte das Kinn in die Hände. Und das war Adam ohne Persönlichkeit." (S.46)
Dieser Roman ist brandaktuell, scharfsinnig und einfach nur genial und landet somit auch auf meine Highlight Liste des Jahres.

Veröffentlicht am 25.06.2019

Trifft direkt ins Herz

Die Frau im Musée d'Orsay
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Warum flüchtet ein renommierter Professor um in einem Museum als Museumswärter zu arbeiten? Wovor flüchtet er? Wird die Kunst ihn heilen?

Inhalt:
Von heute auf morgen kündigt der renommierte Professor, ...

Warum flüchtet ein renommierter Professor um in einem Museum als Museumswärter zu arbeiten? Wovor flüchtet er? Wird die Kunst ihn heilen?

Inhalt:
Von heute auf morgen kündigt der renommierte Professor, Antoine Duris, seinen Job und seine Wohnung in Lyon und fährt mit einem Koffer nach Paris. Er flüchtet ins Musée d'Orsay und will dort als Museumswärter arbeiten. Er erhofft sich, dass die Gemälde seinen Schmerz lindern oder ihn zumindest etwas davon ablenken können.
Für die Personalchefin des Museums, Mathilde Mattel, ist Antoine ein großes Rätsel. Seine Traurigkeit und Einsamkeit fällt ihr sofort auf. Langsam, sehr langsam, nähern sich die beiden. Doch kann Antoine sich ihr öffnen und seine Geheimnisse ihr anvertrauen ?
Meine Meinung:
Ich habe bereits Bücher von David Foenkinos gelesen. Mal wieder hat mich der Schreibstil umgehauen. Es ist so wahnsinnig flüssig und lässt sich so schön lesen. Einerseits ist der Schreibstil ziemlich nüchtern und trotzdem mit genau der richtigen Dosis an Distanz. In diesem Fall finde ich es gut, dass der Leser sich wie ein Beobachter fühlt und eine gewisse Distanz zu den Protagonisten hat. Trotz der Distanz schafft der Autor eine gewisse Nähe und fesselt den Leser mit seiner Geschichte und seinem Stil. Meiner Meinung ist diese Distanz notwendig, denn so wird es nicht zu emotional. Ohne groß zu spoilern, in diesem Roman wird von Grausamkeiten berichtet. Diese sind erschreckend authentisch und klar dargestellt. Für manche könnte es als zu grausam erscheinen. Für meinen Geschmack war es aber genau richtig. Denn solche Themen müssen behandelt werden und sollten nicht tot geschwiegen werden. Denn sie sind leider keine Seltenheit. David Foenkinos behandelt dieses Thema mit viel Fingerspitzengefühl. Dieses Schicksal bringt mehrere Personen zusammen, die auf eigene Art und Weise leiden.
All diese Personen sind mit der Kunst tief verbunden und kämpfen für das Leben, weil die Hoffnung zu letzt stirbt. Kunst spielt in diesem Roman eine große Rolle. Einerseits dient es als Kontrast zu der Grausamkeit und andererseits ist es auch eine Art Therapie.

Veröffentlicht am 16.06.2019

Menstruation- kein Grund zur Scham

Rot ist doch schön
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Wann habt ihr das letzte Mal eine Unterhaltung über die Periode in Öffentlichkeit geführt? Eigentlich ist die Periode doch etwas ganz natürliches und trotzdem schämen sich noch so viele dafür.
Dieses Buch ...

Wann habt ihr das letzte Mal eine Unterhaltung über die Periode in Öffentlichkeit geführt? Eigentlich ist die Periode doch etwas ganz natürliches und trotzdem schämen sich noch so viele dafür.
Dieses Buch vermittelt uns mit tollen Zeichnungen, dass die Periode kein Grund ist um sich zu schämen!
Inhalt:
Dieses Buch ist ein buntes Sammelsurium aus Fakten, Geschichten und Gedanken rund um das Thema Menstruation.
Meine Meinung:
Ich wünschte dieses Buch gäbe es als ich jung war. Zwar war ich gut vorbereitet und aufgeklärt. Trotzdem hätte es mir das Gefühl gegeben besser informiert zu sein und vor allem vielleicht etwas die Scham genommen. Darüberhinaus ist es kein trockenes Sachbuch. Ganz im Gegenteil die Texte sind informativ und teilweise sogar lustig. Dazu gibt es immer noch anschauliche Bilder. Es ist wie eine Art Comic über Menstruation.
Zwar leben wir im digitalen Zeitalter, doch die Periode wird trotzdem oft noch als etwas ekliges angesehen und gehört zu den Tabuthemen.
Hier wird nicht nur anschaulich erklärt woher das Blut kommt und wieso. Es gibt einige "fun facts".

Am Ende gibt es Tipps was man während der Periode machen, damit es einem etwas besser geht. Zum Beispiel sollte man Bananen essen, die heben die Stimmung und sind etwas gesünder als Schokolade ?. Ein paar hilfreiche Yogaübungen werden auch vorgestellt.
Dieses Buch macht auf jeden Fall Mut dieses Tabuthema zu brechen!