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Veröffentlicht am 14.05.2020

Romantisch & kitschig im positiven Sinn

Das Licht von tausend Sternen
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„Das Licht von tausend Sternen“ von Leonie Lastella ist als Klappenbroschur im dtv Verlag erschienen. Das Cover besticht durch seine funkelnde Schrift in Gold und Silber und erinnert an ein funkelndes ...

„Das Licht von tausend Sternen“ von Leonie Lastella ist als Klappenbroschur im dtv Verlag erschienen. Das Cover besticht durch seine funkelnde Schrift in Gold und Silber und erinnert an ein funkelndes Lichtermeer am dunklen Nachthimmel.

<< Er sieht mich an und ein Funke Sorge bricht durch das Lächeln auf seinem Gesicht: „Ist alles klar bei dir? Du warst wie weggetreten.“
„Hab mich tot gestellt, weil ich dachte, du würdest dann vielleicht verschwinden“, erwidere ich mit einem Augenverdrehen, während sich gleichzeitig ein illoyales Lächeln über meine Lippen bricht.>>


Dieser Wortwechsel stammt aus der ersten Begegnung zwischen Harper und Ashton. Harper ist neu am College und begegnet Aston in der Bibliothek. Auf den ersten Blick ein gut aussehender Aufreißer-Typ, mit dem Harper mit Sicherheit nichts zu tun haben will. Sie hat sowieso keine Zeit für eine Beziehung, da sie sich nach den Vorlesungen um ihren autistischen Bruder Ben kümmert und der findet es überhaut nicht gut, wenn Dinge nicht wie gewohnt ablaufen. Doch Harper hat ihre Rechnung ohne Ashtons Hartnäckigkeit gemacht. Er ist nämlich sehr interessiert und gibt nicht auf, bis er die Chance hat Harper besser kennenzulernen. Aber haben sie überhaupteine Chance auf eine gemeinsame Zukunft? Auch Ashton hat sein Päckchen zu tragen…

Mir hat der Einstieg in die Handlung richtig gut gefallen, beide Charaktere werden ausführlich beschrieben und toll eingeführt und ihre jeweiligen Situationen beleuchtet. Positiv finde ich auch den Perspektivwechsel zwischen Harpers und Ashtons Sicht, so weiß man, dass beide wirklich Interesse aneinander haben. Es ist schon ganz schön romantisch und kitschig zwischen den beiden, aber es passt einfach so gut. Die Balance zwischen lustigen Szenen, emotionalen Momenten und ernsten Themen ist perfekt ausgewogen und ich bin nur so durch die Geschichte der beiden geflogen. Ashton fand ich sehr authentisch, er hat sich Harper gegenüber in den richtigen Momenten geöffnet, ihre Handlungsweise war mit zum Teil unverständlich, aber nur so konnte es dann zu den dramatischen Entwicklungen am Ende des Buches kommen. Diese waren mir persönlich allerdings einen Ticken "zu sehr drüber".

Da ein paar spezielle Szenen recht weit ausgeschrieben waren, hat mich die Altersangabe ab 14 Jahren ehrlich gesagt etwas überrascht. Bei "Was liest du?" wird es sogar unter Jugendbücher ab 11 geführt, was ich definitiv zu früh finde.

Insgesamt habe ich das Buch sehr geliebt und mich perfekt unterhalten gefühlt! Eine tolle und berührende Geschichte über Verpflichtungen, Schuldgefühle, Verlust, Freundschaft und die große Liebe!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.05.2020

Weinen und Lachen ganz dicht beieinander!

Marianengraben
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„Marianengraben“ ist eine wundervoll berührende Geschichte über Tod und Verlust, Trauer und Depression, aber vor allem über Loslassen, Hoffnung und Neubeginn.

Seit zwei Jahren steckt Paula in einer tiefen ...

„Marianengraben“ ist eine wundervoll berührende Geschichte über Tod und Verlust, Trauer und Depression, aber vor allem über Loslassen, Hoffnung und Neubeginn.

Seit zwei Jahren steckt Paula in einer tiefen Depression fest, diese scheint ihr so tief wie der Marianengraben. Denn zwei Jahre zuvor ist ihr kleiner Bruder Tim bei einem Unfall ums Leben gekommen. Als sie auf Anraten ihres Therapeuten das Grab ihres Bruders aufsucht begegnet ihr Helmut, ein merkwürdiger alter Herr, der aus sehr ungewöhnlichen Gründen mitten in der Nacht den Friedhof aufgesucht hat. Es ergibt sich, dass die beiden sich gemeinsam auf eine ereignisreiche Reise Richtung Süden begeben. Eine Reise, die Paula Stück für Stück ins Leben zurückbringt.

Wenn ich überlege, was mir an dem Buch besonders gut gefallen hat, dann fallen mir als erstes die Erinnerungen an die Gespräche zwischen Paula und Tim ein, die häufig mit einer typischen Kinderfrage begannen. „Wie sieht es denn aus, das Nichts? Woher kommt eigentlich der Regen? Gibt es eigentlich wirklich Außerirdische? Kann es in Flüssen Haie geben?“ Die Wortwechsel, die sich daraus entwickelten, zeigten so deutlich wie innig und liebevoll das Verhältnis der beiden Geschwister war und wie groß Paulas Verlust und Trauer ist. Daneben hat mich der Wechsel zwischen berührenden Momenten und ausgesprochen witzigen Situationen beeindruckt. Während ich noch mit Tränen in den Augen kämpfte, musst ich einen Augenblick später laut loslachen. Es freut mich, dass diese eigentlich ernste und traurige Geschichte trotzdem so viele humorvolle Momente hatte. Dazu trugen oftmals Hund Judy und Huhn Lutz bei. So viele tolle Lebewesen, die man im Verlauf der Geschichte einfach liebgewinnen musste.

Sehr schön gewählt fand ich auch die Meterangaben als Kapitelüberschriften, die Paulas langsames Auftauchen aus der Depression symbolisierten.

Es gab viele besondere Textstellen und eine, die mich zum Nachdenken angeregt hat, möchte ich hier noch zitieren.
>> Ich glaube nicht an ein Jenseits, was wiederum zu der unangenehmen Tatsache führt, dass ich panische und kaum auszuhaltende Angst vor dem Tod habe. Der Gedanke daran, dass du so einfach verlöscht und in die Dunkelheit abgetaucht bist, entsetzt mich bis heute. Wie soll ich nur dait umgehen, dass du einfach fort und nicht woanders bist?<<

Für mich war Jasmin Schreibers Debüt Marianengraben ein Highlight. Trotz der traurigen und berührenden Thematik hat mich dieses Buch mit einem Gefühl der Wärme und Geborgenheit zurückgelassen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.05.2020

Lesenswert!

Marta schläft
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"Marta schläft" ist nach "Liebes Kind" der zweite Thriller von Romy Hausmann, bei dem mich die Autorin erneut durch ihren besonderen Schreibstil , die facettenreichen Charaktere und den Aufbau des Buches ...

"Marta schläft" ist nach "Liebes Kind" der zweite Thriller von Romy Hausmann, bei dem mich die Autorin erneut durch ihren besonderen Schreibstil , die facettenreichen Charaktere und den Aufbau des Buches überzeugen konnte.

Die Geschichte beginnt mit verschiedenen Handlungssträngen. Zum einen lernen wir Nadja kennen, die eine Haftstrafe wegen eines Gewaltverbrechens verbüßt hat und nun in einer großen Berliner Anwaltskanzlei als Angestellte arbeitet. Eines morgens steht Laura, die Frau des Chefs in der Kanzlei und ist völlig aufgelöst … in ihrer Wohnung liegt ein größeres Problem. Da Gero van Hoven -Lauras Mann- nicht erreichbar ist, beschließt Nadja der ehemaligen Freundin zu helfen. In einem zweiten ca. 5 Jahre früher beginnenden Handlungsstrang hat die junge und etwas naive Nelly eine Affäre mit einem knapp zwanzig Jahre älteren Familienvater und träumt von einer gemeinsamen Zukunft mit ihm. Zwischen diesen Abschnitten finden sich Briefe einer unbekannten Person, in denen von einem erschütternden Familienleben berichtet wird.

>> Ich weiß nicht, wie man normal ist, aber dafür weiß ich eins: Ich weiß, wozu Menschen fähig sein können. Und ich habe Angst. Die Vergangenheit holt und zerfetzt mich. <<

Mich hat das Buch vom ersten Kapitel an in seinen Bann gezogen. Die Sprünge zwischen den Erzählebenen haben mich nicht verwirrt, im Gegenteil, ich fand es faszinierend, die Zusammenhänge nach und nach zu entdecken. Außerdem fand ich es sehr fesselnd, die unterschiedlichen Charaktere mit jedem Kapitel immer besser kennenzulernen, ihre Hintergründe und Beweggründe zu verstehen. Das tolle an den Personen dieses Romans ist in meinen Augen, dass sie sehr facettenreich, komplex und vielschichtig sind, nicht nur schwarz oder weiß, sondern in vielen Grautönen gezeichnet. Man rätselt, wer zu welchen Taten fähig ist, was ihr Antrieb ist und wo die Berührungspunkte der Erzählstränge liegen. Hinzu kommt ein lebendiger Schreibstil mit passenden Vergleichen und Metaphern, der mir an vielen Stellen ein echtes Kopfkino beschert hat.

Während mich dreiviertel des Buches absolut überzeugt haben, hat mich der Thriller zum Ende hin etwas verloren. Ich konnte die Wendungen, bedingt durch die Handlungsweise der Charaktere (die ich im Laufe des Buches eigentlich zu kennen glaubte), an einigen Stellen nicht wirklich nachvollziehen. Dadurch wurde für mich persönlich manches ein bisschen unglaubwürdig, am Ende liefen die Fäden aber zusammen, die Ereignisse wurden aufgeklärt und der Thriller zu einem weitestgehend überzeugendem Ende gebracht.

Insgesamt gibt es von mir eine Leseempfehlung für diesen clever konstruierten und komplex erzählten Thriller!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.04.2020

Evie & Leo ... oder Caleb?

Can you help me find you?
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"Can you help me find yoe?" von Amy Noelle Parks ist im März 2020 im Rowohlt Verlag erschienen.

Evie liebt die Mathematik und besucht gemeinsam mit ihrem besten Freund Caleb, den sie von Kindesbeinen ...

"Can you help me find yoe?" von Amy Noelle Parks ist im März 2020 im Rowohlt Verlag erschienen.

Evie liebt die Mathematik und besucht gemeinsam mit ihrem besten Freund Caleb, den sie von Kindesbeinen an kennt, ein spezielles Internat für Naturwissenschaften. Für Jungs hat sie sich bisher nie interessiert, doch da taucht ein Neuer an der Schule auf. Leo ist freundlich, offen und natürlich spitze in Mathematik. Nun muss Caleb zuschauen, wie Evies Interesse für das andere Geschlecht erwacht, dabei hatte er selbst gehofft mal Evies fester Freund zu sein...

Dieses Jugendbuch ist abwechselnd aus Sicht der beiden Hauptcharaktere – Evie und Caleb – geschrieben, was uns als Leser tief in ihre Gedanken und Gefühle eintauchen lässt. Die Kapitellänge ist optimal für ein Jugendbuch, der Schreibstil jugendlich, leicht und flüssig zu lesen. Witzige Dialoge und Gedankengänge runden das Ganze perfekt ab.

Die Charaktere sind tiefgehend und detailliert beschrieben und damit meine ich nicht nur die beiden Hauptprotagonisten. Toll fand ich auch, dass in der Dreierkonstellation Caleb, Evie & Leo beide Jungs sehr sympathisch rüberkommen. Oftmals wird ja einer etwas weniger sympathisch dargestellt, hier nicht!
Evie kämpft mit einigen Ängsten und ist deswegen in Therapie, besonders ihre Sozialphobie macht ihr zu schaffen, deshalb beschränkte sich ihr Freundeskreis auch bisher auf Caleb und Bex. Die Entwicklung, die sie während der Geschichte durchmacht ist enorm, aber in einen Augen auch sehr authentisch!
Caleb ist ihr Fels in der Brandung, der Junge, den sie seit frühester Kindheit kennt und der ihr immer eine Stütze ist. Faszinierend, wie er seine eigenen Interessen immer hinten anstellt, um für Evie da zu sein.
Aber auch Leo - nun Evies erster „Boyfriend“- ist ein netter Bursche, gut erzogen, freundlich, und ein Ass in Mathe und Informatik, kein Wunder, dass er Evies Aufmerksamkeit erregt.
Und schließlich Bex, die ein Stück weit mit ihren streng gläubigen Eltern zu kämpfen hat und sich zwischen den Plänen ihrer Eltern und den eigenen entscheiden muss.
Zwischen diesen Charakteren herrscht eine spannende Dynamik und es hat Spaß gemacht, sie durch die Geschichte zu begleiten.

Womit ich ein wenig Probleme hatte, waren die mathematischen und physikalischen Ausführungen … da bin ich leider ahnungslos. Ich weiß zwar noch, was eine Tangente ist, bei den restlichen detaillierteren Ausführungen habe ich dann aber abgeschaltet. Trotzdem habe ich dieses Buch mit seinen Protagonisten geliebt!
Über eine Sache bin ich beim Lesen immer etwas gestolpert, aber das ist vermutlich der Schwierigkeit des Übersetzens geschuldet ... um den Unterschied zwischen einem Freund und einem festen Freund deutlich zu machen, wird vom Boyfriend gesprochen... das würden wir in unserem Sprachgebrauch aber nicht unbedingt nutzen.

Ich finde im Übrigen den Originaltitel „The Quantum Weirdness of the Almost-Kiss“ noch passender zur Geschichte, als den Titel der deutschen Ausgabe, aber das ist Geschmacksache.

Fazit
„Can you help me find you?“ ist eine kluge, witzige und herzerwärmende Geschichte, die Mut macht den eigenen Weg zu gehen und an seinen Zielen festzuhalten. Von mir gibt`s eine große Leseempfehlung für dieses Jugendbuch.

  • Cover
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Veröffentlicht am 20.04.2020

Griechische Mythologie meets College!

Gods of Ivy Hall, Band 1: Cursed Kiss
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Gods of Ivy Hall - Cursed Kiss von Alan Falk ist im Ravensburger Verlag erschienen. Es ist der erste Band einer Dilogie und besticht durch sein wunderschönes Cover!

Einen Moment rasender Wut und Verzweiflung ...

Gods of Ivy Hall - Cursed Kiss von Alan Falk ist im Ravensburger Verlag erschienen. Es ist der erste Band einer Dilogie und besticht durch sein wunderschönes Cover!

Einen Moment rasender Wut und Verzweiflung und den unbändigen Wunsch, geliebte Menschen zu schützen hat Hades sich zunutze gemacht und mit Erin einen Pakt geschlossen. Seit gut zweieinhalb Jahren raubt Erin deshalb Männern in ihrer Funktion als Rachegöttin die Seele und übergibt diese an Hades, dabei hat sie allerdings ihre Prinzipien. Sie küsst nur diejenigen, die den Kuss in ihren Augen auch wirklich verdient haben, wobei das nach ihrer Erfahrung sowieso alle Männer sind ... doch dann trifft sie Arden und in ihr erwacht der Wunsch ihn zu küssen, ohne seine Seele zu stehlen.

Direkt zu Anfang ist man mitten im Geschehen und erlebt, wie Erin unter Zeitdruck ihr aktuelles Opfer sucht, um ihren Pakt termingerecht zu erfüllen. Dabei ist sie nicht auf sich allein gestellt, denn sie lebt mit einigen weiteren Rachegöttinnen und -göttern in einem Verbindungshaus auf dem Ivy Hall College. Mir hat der Bezug zur griechischen Mythologie als Grundidee sehr gut gefallen, auch wenn ich es teilweise etwas verwirrend fand, weil ich mich in der Thematik nicht wirklich auskenne. Erin selbst war mir nur bedingt sympathisch, gerade ihre Einstellung der Männerwelt gegenüber, erst mal alle Männer für schlecht zu halten, fand ich etwas übertrieben. Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass ihre Beziehung zu ihren Freunden etwas besser dargestellt wird. Denn ich habe diese tatsächlich nur als Mitbewohner empfunden, gegen Ende spricht Erin selbst von enger Freundschaft.
In Ardens Perspektive habe ich mich viel wohler gefühlt. Ich fand ihn zwar fast "to good to be true", trotzdem war er für mich die nachvollziehbarere Person.
Die Szenen mit Erin und Arden zu Beginn der Geschichte waren witzig und gerade die selbstironischen und sarkastischen Gedankengänge konnten mich bestens unterhalten! Allerdings begann mich Erins Gedankenkarussell irgendwann etwas zu nerven und der Mittelteil des Buches hätte etwas kürzer ausfallen dürfen. Das wurde aber durch den spektakulären Plot Twist und die Spannung zum Ende des Buches wieder kompensiert.

Fazit: Schöne Romantasy-Unterhaltung die einen Einblick in die griechische Mythologie gibt. Für die Längen im Mittelteil des Buches wird der Leser durch ein spektakuläres Finale entschädigt! Ich freue mich auf "Lost Love"!

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