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Veröffentlicht am 25.03.2019

Mitreißend wie ein Strudel

Niemalswelt
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Das Jugendbuch "Niemalswelt" von Marisha Pessl ist als Hardcover im Carlsen Verlag erschienen.

Ich empfinde das Cover auf dem Schutzumschlag als sehr geheimnisvoll. Blüten in verschiedenen Rot-Pink-Orangetönen ...

Das Jugendbuch "Niemalswelt" von Marisha Pessl ist als Hardcover im Carlsen Verlag erschienen.

Ich empfinde das Cover auf dem Schutzumschlag als sehr geheimnisvoll. Blüten in verschiedenen Rot-Pink-Orangetönen heben sich von einerm pechschwarzen Hintergrund ab, darüber der durchscheinende, verwischte Titel und über allem Wassertropfen. Mich spricht das Cover sehr an!

Bee trifft ein Jahr nach dem mysteriösen Tod ihres Freundes Jim den Rest der damaligen Clique wieder. Gemeinsam wollen sie ein Wochenende verbringen. Während der Rückkehr von einem Konzert haben die fünf einen Verkehrsunfall und geraten dadurch in eine Zeitschleife, in der sie dieselben 11 Stunden immer wieder erleben, bis sie sich geeinigt haben, wer von ihnen überleben darf. Bald stellt sich heraus, dass der Schlüssel zu dieser Entscheidung mit Jims Tod zu tun hat und so beginnen die Nachforschungen, bei denen jeder etwas vor den anderen zu verbergen hat.

Niemalswelt ist ein absoluter Pageturner! Schon lange hat mich kein Buch mehr so sehr gefesselt! Angefangen von Erzählstil über die vielfältigen Charaktere, bis hin zu dem unfassbar kreativen Plot passt hier einfach alles! Die Entwicklung der Charaktere in diesem Ausnahmezustand mitzuerleben, war sehr faszinierend. Ich muss sagen, anfangs mochte ich kaum einen der Protagonisten und am Ende habe ich mich ihnen unheimlich nah gefühlt und wollte sie nicht gehen lassen.

Aber es ist nicht nur eine spannende Story, bei der ein Rätsel zu lösen ist. Die Autorin lässt uns auch über Dinge wie Freundschaft, Liebe, Loyalität, Zeit und den Tod nachdenken. Gespickt ist der Text mit einigen Passagen und Sätzen, die mich innehalten, erneut lesen und überdenken ließen.

Niemalswelt transportiert eine Atmosphäre, die mich wie ein Strudel mitgerissen hat und auch das Ende konnte mich komplett überzeugen. Es war sehr berührend und auch tiefgründig und hat mich fast sprachlos zurückgelassen.

Absolute Leseempfehlung für ein hochspannendes Jugendbuch!

Veröffentlicht am 07.03.2019

Düster und grausam, aber genial!

1793
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"1793" ist ein historischer Roman von Niklas Natt och Dag, der am 01.03.2018 im Piper Verlag erschienen ist und im Jahr 2018 mit dem Schwedischen Krimipreis ausgezeichnet wurde.

Auf dem Cover sieht man ...

"1793" ist ein historischer Roman von Niklas Natt och Dag, der am 01.03.2018 im Piper Verlag erschienen ist und im Jahr 2018 mit dem Schwedischen Krimipreis ausgezeichnet wurde.

Auf dem Cover sieht man den Titel, also die Jahreszahl in goldenen Ziffern auf schwarzem Grund, was sehr edel wirkt. Durch das Bild des historisch Stockholm auf den Ziffern, zieht es den Blick des Betrachters auf sich. Als Farbtupfer lassen sich Blutstropfen erkennen, die erahnen lassen, dass hier nicht unbedingt eine schöne Geschichte erzählt wird.

Im Herbst 1793 findet der Häscher Jean Michael Cardell, herbeigerufen von zwei Kindern, in der Stadtkloake Stockholms eine Leiche, die bis zur Unkenntlichkeit entstellt wurde. Mit der Aufklärung dieses Verbrechens wird der an Tuberkulose erkrankte Jurist Cecil Winge beauftragt, ein gerechter, gradliniger Mann der stets der Vernunft folgt. Doch auch Michael Cardell lässt der Fall nicht los und so nehmen die beiden gemeinsam die Ermittlungen auf. Was sie dabei herausfinden, lässt den Leser in die Abgründe der menschlichen Seele schauen.

Ich habe gut 150 Seiten gebraucht, um mich in das Buch einzulesen. Das lag einerseits an den vielen schwedischen Namen und Begriffen, über die mein Augen immer wieder stolperten, aber auch am anspruchsvollen Schreibstil, an den ich mich erst einmal gewöhnen musste. Außerdem lese ich eher selten historische Romane und musste mich auch mit der altertümliche Sprache anfreunden.

Die Aufteilung in vier große Einheiten -Herbst 1793, Sommer 1793, Frühling 1793 und Winter 1793- fand ich ausgezeichnet gewählt, so erfährt der Leser nach und nach was in der Vergangenheit passiert ist und es klärt sich langsam auf, wie alles zusammnehängt. Die Länge der einzelnen Kapitel habe ich anfangs als zu lang empfunden, entweder ist sie im Laufe de Buches kürzer geworden oder ich habe mich daran gewöhnt

Ich habe das Buch über lange Strecken als düster, bedrückend, brutal und zum Teil sogar eckelerregend empfunden. Auf der anderen Seite sind die Beschreibungen so detailreich und genial, dass man als Leser das Gefühl hat, in diese Zeit katapultiert worden zu sein. Die Schilderungen haben mich abgestoßen und zugleich fasziniert. Dem Autor ist es außerdem gelungen jeden Protagonisten mit einem einzigartigen Charakter auszustatten.
Ich fand besonders Cecil Winge einfach genial. Sein damals scheinbar einzigartiges Festhalten an der Gerechtigkeit und der bedingungslosen Anhörung eines Täters vor der Verurteilung, die Liebe zu seiner Frau und sein Opfer für sie, außerdem die Selbstreflexion in den letzten Kapiteln. Sein Ehrgeiz, trotz seiner fortschreitenden Krankheit Gerechtigkeit für das Opfer zu erlangen, diese Konsequenz mit der er arbeitet. Das alles hat ihn für mich zu einer unvergesslichen Figur gemacht. Ihn erwähne ich besonders, aber auch alle anderen Charaktere sind sehr gut beschrieben und waren für mich gut vorstellbar.

Niklas Natt och Dag richtet seinen Fokus nicht nur auf die Klärung des Verbrechens sondern lässt in seinem Buch auch viel Raum für die Schilderungen der Lebensbedinungen von bitterer Not und sozialer Ungerechtigkeit über absolute Willkür bis hin zu gnadenloser Brutalität.

Die Auflösung des Falls hat mich schwer beeindruckt, nach und nach kamen die Motive ans Tageslicht und man erhielt Einblick in die Seele des Täters -fast, aber nur fast, hätte ich Mitleid empfunden. Ein grandioses Finale, das mich völlig überzeugt hat. Danke für dieses Meisterwerk!

Veröffentlicht am 07.03.2019

Gelungener Trilogie-Auftakt

Heartless, Band 1: Der Kuss der Diebin
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"Heartless - Der Kuss der Diebin" ist der Auftakt eine Fantay-Trilogie von Sara Wolf und spielt in einer kreativen und magischen Welt.

Das Cover ist ein richtiger Hingucker. Ein schwarzer, matter Hintergrund ...

"Heartless - Der Kuss der Diebin" ist der Auftakt eine Fantay-Trilogie von Sara Wolf und spielt in einer kreativen und magischen Welt.

Das Cover ist ein richtiger Hingucker. Ein schwarzer, matter Hintergrund darauf das Gesicht von Zera. Erst beim zweiten Hinschauen erkenn man, dass sie blond ist, was für mich eine ziemliche Überraschung war, denn in meiner Vorstellung wäre sie eine perfekte schwarzhaarige Heldin gewesen Darunter (Kristall-)Herz, krone, Federn und Schwert, alles perfekt auf die Geschichte abgestimmt.

Zera wünscht sich nichts sehnlicher, als ihr Herz zurückzubekommen. Dieses befindet sich in einem magischen Glas bei der Hexe Nightsinger, Zera ist somit als Herzlose an diese Hexe gebunden und muss ihr bedingungslos dienen. Nightsinger bietet an, Zera und zwei weiteren Herzlosen ihr Herz zurückzugeben, wenn sie das Herz des Prinzen stiehlt, um so einen erneuten Krieg zwischen Menschen und Hexen zu verhindern. Selbstverständlich ergreift Zera diese Gelegeneheit und mach sich auf, um Prinz Lucien das Herz zu stehlen.

Der Schreibstil ist einfach und gut zu lesen, so dass man schnell im Lesefluss ist und schnell vorankommt. Die Welt der Hexen wurde leider nur zu Beginn erwähnt und spielt dann eigentlich keine Rolle mehr, was ich sehr schade fand, denn hier hätte ich schon gerne mehr Informationen gehabt.

Zera ist eine ganz erfrischende Heldin mit einem losen Mundwerk und einer großen Portion Sarkasmus. Sie lässt sich nicht alles vorschreiben und versucht ihren Auftrag nach ihren Vorstellungen zu bewältigen, dabei geht sie natürlich auch Risiken ein. Neben Zera wirkt Prinz Lucien fast unscheinbar, nach anfänglichen Wortgefechten ist er nur noch der Jüngling, der Zera anschmachtet. Da hätte durchaus noch mehr Spannung zwischen den beiden sein dürfen. Es gibt aber eine Reihe weiterer sehr interessanter Charaktere, die das ganze aufwiegen.

Die Geschichte ist in weiten Teilen zwar vorhersehbar, trotzdem fand ich den Reihenauftakt sehr spannend, humorvoll, düster, tragisch und unterhaltsam. Es hat Spaß gemacht ein Teil von Zeras Welt zu sein. Nach dem fiesen Cliffhanger am Ende beginnt das Warten auf Band 2.

Veröffentlicht am 28.01.2019

Showdown für Marina und Phil

Jetzt gehörst du mir
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"Jetzt gehörst du mir" ist der achte und letzte Fall für Marina Esposito und Phil Brennan.

In Anlehnung an das Cover des siebten Buches, wurde auch diesmal das silberne Klebeband verwendet, diesmal ist ...

"Jetzt gehörst du mir" ist der achte und letzte Fall für Marina Esposito und Phil Brennan.

In Anlehnung an das Cover des siebten Buches, wurde auch diesmal das silberne Klebeband verwendet, diesmal ist damit eine verwelkte Rose auf dem Cover befestigt. Mir persönlich gefallen die Farbgebung und das Motiv des Covers sehr gut. Den englischen Titel "The lost Girl" finde ich persönlich für die Story passender als den deutschen Titel.

Inhalt: Drei Männerleichen werden gefunden. Alle aufgehängt, alle mit derTarotkarte "Der Gehängte", auf der mit schwarzem Edding Phil Brennans Name steht. Die Fundorte der Leichen legen den Schluss nahe, dass hinter den Morden die Stalkerin von Phil stecken muss. Um bei der Aufklärung des Falls zu helfen macht sich Phil auf den Weg zur zuständigen Polizeidienststelle ... kommt dort jedoch nie an.

Es war ein wirklich packendes, in den Bann ziehendes Finale, das mich von Beginn bis zum Ende des Buches in Atem gehalten hat. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und sehr bildhaft, so dass ich mir die zum Teil absolut grauenvollen Szenarien sehr gut vorstellen konnte. Das Buch wird ja aus der Sicht verschiedener Protagonisten erzählt und als Leser habe ich mich zum Teil richtig hilflos gefühlt, wenn der eine schon eine Information erhalten hatte, die dem anderen aber noch fehlte. Besonders spannend fand ich die Rücklblicke in die Vergangenheit der "Stalkerin", so erfuhr man nach und nach "die ganze Geschichte"

Obwohl für mich das Motiv der Frau, also warum Phil Brennan in ihren Fokus geraten ist, relativ leicht zu durchschauen war, hat mich das Buch bestens unterhalten. Ein hochspannender Thriller und ein geniales Finale! Leseempfehlung für alle Thrillerfans, allerdings macht es Sinn, die persönliche Geschichte von Marina und Phil zu kennen.

Veröffentlicht am 27.11.2018

Solider Thriller

Er will dein Herz
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"Er will dein Herz" von Tania Carver ist der siebte Fall für Profilerin Marina Esposito und ihren Mann DI Phil Brennan.

Das Cover, auf dem das Gesicht einer Frau mit ausdruckstarken Augen abgebildet ist, ...

"Er will dein Herz" von Tania Carver ist der siebte Fall für Profilerin Marina Esposito und ihren Mann DI Phil Brennan.

Das Cover, auf dem das Gesicht einer Frau mit ausdruckstarken Augen abgebildet ist, ruft bei mir Beklemmung und Neugier hervor, Das Klebeband über dem Mund, lässt mich nach Luft schnappen, eine Situation in der ich mich nicht befinden möchte!

Dies ist bereits das siebte Buch um Profilerin Marina Esposito und diesmal muss sie ein kleines Mädchen befragen, dessen Mutter auf der Flucht vor häuslicher Gewalt verschwunden ist. Eigentlich wollte sie mit ihrer Tochter in ein sicheres Frauenhaus fliehen, unterwegs wurde das Mädchen aus dem Wagen gestoßen und die Mutter verschwand. Kurze Zeit später wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Diesen Fall übernimmt das Team um Phil Brennan. Der steht allerdings zur Zeit ziemlich neben sich, da Marina ihn mitsamt der gemeinsamen Tochter verlassen hat.
Dann geschieht ein weiterer Mord, beide Tote haben eins gemeinsam, ihnen wurde das Herz entfernt. Ist hier ein Serienmörder am Werk?

Der Einstieg ins Buch war total spannend. Die Schilderung von Gemmas und Carlys häuslicher Situation hat mir den Hals zugeschnürt und ich hatte großes Mitleid und hätte mir so sehr gewünscht, dass für die beiden alles ein gutes Ende nimmt.
Aber ich wußte ja bereits, dass dem nicht so sein würde.
In die private Situation zwischen Brennan und Esposito musste ich mich erst mal einlesen, da ich nicht alle Vorgängerbände gelesen habe. Marinas Verhaltensweise war mir nicht wirklich plausibel, was aber auch einfach daran liegen kann, dass ich die Vorgeschichte hier nicht richtig kenne. Phil leidet auf jeden Fall ungemein unter der Trennung, was sich auch auf seine Arbeitsweise niederschlägt und er -in meinen Auge zu Recht- vom Dienst suspendiert wird.

Die Handlungsidee war sehr spannend, allerdings hatte ich den Plot recht früh durchschaut, was mir ein bißchen die Spannung nahm. Trotzdem war die Aufklärungsarbeit und die Interaktion der Protagonisten interessant zu lesen. Auch der Einblick in die Psyche des Täters war wirklich beängstigend.

Zitat:
"Wir alle glauben, wir würden andere Menschen kennen. Sie lieben. Aber wir irren uns. Keiner von uns kennt oder liebt irgendjemanden richtig"

Insgesamt hat mir das Buch unterhaltsame Lesestunden beschert. Für geübte Thrillerleser könnte der Plot etwas zu vorhersehbar sein.
Trotz kleiner Schwächen eine Leseempfehlung für Liebhaber des Spannungsgenres.