Es kommt immer anders, als man denkt.
SaltoNachdem ich Kurt Prödels Debutroman „Klapper“ sehr gerne gelesen habe, auch wenn er mich mit der Wendung am Ende emotional sehr gefordert hat, war ich extrem neugierig auf „Salto“, den zweiten Coming-of-Age ...
Nachdem ich Kurt Prödels Debutroman „Klapper“ sehr gerne gelesen habe, auch wenn er mich mit der Wendung am Ende emotional sehr gefordert hat, war ich extrem neugierig auf „Salto“, den zweiten Coming-of-Age Roman aus seiner Feder.
Das Cover hat mich nicht unbedingt überzeugt, aber der Klappentext dafür umso mehr.
Wir begleiten Marko und Claire, für die nach dem Abitur der Ernst des Lebens beginnt. Die Zukunft ist geplant. Claire möchte zum Studium nach München und Marko, der trotz Bestnoten keinen Studienplatz für Medizin in Deutschland erhält, wählt als Alternative ein Studium in Budapest. Nach gemeinsamer Zukunft sieht das nicht mehr aus, allerdings hat das Leben sowieso ganz andere Pläne mit den beiden.
„Ich denke, dass manche Menschen wie Meteoriten sind. Sie streifen dich, und für einen Moment brennt alles, alles wird hell, alles wird warm. Und dann ziehen sie weiter.“ (Zitat S.148)
Kurt Prödel schreibt in einer klaren, eher einfachen Sprache, die gut zu seinen jungen Protagonisten passt. Es gibt viele Bezüge zu Internet und Social Media, die nicht nur am Rand vorkommen, sondern das Denken und Fühlen der Figuren prägen. Man spürt die Unsicherheiten der Heranwachsenden und kann sich gut in sie hineinfühlen. Besonders mit Marko konnte ich mitfühlen, der unter dem frühen Tod seiner Mutter leidet und sich irgendwann auch nicht mehr sicher ist, ob das Medizinstudium seine eigener Wunsch, oder der Wunsch seiner verstorbenen Mutter war. Zu dieser Frage gesellt sich dann noch eine Veränderung in Markos Leben, wodurch gezeigt wird, dass das Leben nicht planbar ist. Claire ist im Roman zwar eher Nebenfigur, aber auch ihr Schicksal hat mich beschäftigt und nachdenklich gestimmt.
„Salto“ hat mich gefesselt und mitfiebern lassen. Das Ende kam dann doch überraschend schnell und ist offen gestaltet, davon bin ich eigentlich kein Fan, aber hier konnte ich gut damit leben. Ein Coming-of-Age Roman der sich lohnt!