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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.06.2018

Klein aber fein

Carl Tohrberg
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Ein schmales Büchlein mit drei Geschichten. Natürlich wieder drei wahre Geschichten.

Diese Rezension wird wohl etwas kürzer ausfallen, als meine sonstigen. Aber das liegt einfach daran, dass dieses Buch ...

Ein schmales Büchlein mit drei Geschichten. Natürlich wieder drei wahre Geschichten.

Diese Rezension wird wohl etwas kürzer ausfallen, als meine sonstigen. Aber das liegt einfach daran, dass dieses Buch „nur“ 62 Seiten umfasst. Nur in Anführungszeichen, weil es trotzdem großartig ist. Aber erstmal zum Cover:
Dieses finde ich hier dann doch mal zu schlicht. Ja, auch das kann vorkommen. Selten aber trotzdem. Vielleicht weil es einfach zu weiß ist. ;)
Alle drei Geschichten sind wiedermal wunderbar erzählt. Ferdinand von Schirach weiß wie er seine Leser fesseln muss, selbst bei so wenigen Seiten.
Der Bäcker ist schon direkt ein guter Einstieg. Ein ehemaliger Konditormeister, der anscheinend leichte Probleme mit seiner Wut hat.
Aber Schirach erzählt gewohnt berichtend und durch diese scheinbare Distanz zu der Geschichte, fühlt man sich mittendrin.
Seybold enthält keinen speziellen Mordfall und scheint erstmal etwas ruhiger, aber auch hier lauert die Spannung im Hintergrund.
Und dann Carl Tohrberg. Hier kann ich einfach nur wow sagen. Ich ziehe meinen Hut vor der Erzählkunst des Autors.

Mein Fazit: Trotz der Kürze ist dieses Buch sehr eindrucksvoll erzählt. Jede Geschichte ist einfach nur spannend und gut. Natürlich ist dieses schmale Büchlein schnell gelesen, aber für zwischendurch genau richtig. Obwohl man doch zum Nachdenken kommt. Einfach lesenswert! :)

Veröffentlicht am 28.06.2018

Ich bin schon längst Fan

Die Engelsmühle
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Hogart ist Privatdetektiv. Allerdings für Versicherungen. Aber als sein Bruder ihn anruft, weil sein damaliger Dozent sich nicht mehr meldet und wollte das er ein bestimmtes Video bekommt und Kurt ihm ...

Hogart ist Privatdetektiv. Allerdings für Versicherungen. Aber als sein Bruder ihn anruft, weil sein damaliger Dozent sich nicht mehr meldet und wollte das er ein bestimmtes Video bekommt und Kurt ihm auch noch erzählt dass er tot ist, schaut sich Hogart das mal an. Und als dann auch noch sein Bruder ins Visier der Ermittler rückt, geht es um mehr als nur Interesse.

Das Cover finde ich wirklich klasse. Durch das düstere drumherum und das hell erleuchtete Fenster in der Mitte wirkt alles so atmosphärisch.
Ich mag ja Andreas Grubers Romane generell gerne lesen. Sein Stil ist einfach fesselnd und interessant und dabei lässt er auch immer wieder witzige Stellen einfließen. Und auch in Die Engelsmühle wurde ich wieder nicht enttäuscht.
Genau die Elemente, die ich so an seinen Thrillern mag finden sich hier wieder.
Eine gut konstruierte Story, die die ganze Zeit die zentrale Frage behandelt: Was ist nun passiert? Man kann fast bis zum Ende nicht erahnen wie sich alles zusammensetzt. Und obwohl ich es sonst nicht immer so mag wenn Privatermittler bzw. –detekive der eigentlichen Polizei einen Schritt voraus sind, ist es hier einfach nur stimmig und passt sehr gut in die Geschichte.
Es ist nur logisch das Hogart ein bisschen mehr weiß als die ermittelnden Beamten.
Hogart ist übrigens ein toller Charakter. Wer die anderen Bücher von Gruber kennt, kennt vielleicht Sneijder. Aber Hogart ist so anders.
Er scheint zwar auch manchmal total muffelig, aber trotzdem lässt er immer wieder seine gefühlvolle, nette Seite durchblitzen. Eine gute Mischung.
Sehr gut hat mir der Einstieg gefallen, denn man erfährt vieles über die Legenden in und um Wien. Und so eine Vermischung finde ich immer spannend und interessant. Leider kommt das dann in der Hauptstory etwas zu kurz, denn diese entwickelt sich dann doch in eine andere Richtung als ich gedacht hätte.
Das Ende ist auch wirklich einfach nur klasse und lässt keine Fragen offen. Außerdem überrascht es unseren Ermittler vollkommen, das finde ich auch mal sehr interessant, denn meist wissen diese ja doch schon vorher immer was passiert ist. Okay, ich gebe es zu, so im letzten Drittel hatte ich schon eine leichte Vermutung, aber ich konnte mir nicht denken, wie der Autor sich das genau überlegt haben sollte. Deshalb konnte er mich dann doch mit seinem gut durchdachten Ende überraschen und vor allem überzeugen.

Mein Fazit: Die Engelsmühle ist wieder ein total gelungenes Buch von Andreas Gruber, das eine gut konstruierte Story hat, die keine Lücken aufweist. Obwohl ich mir vielleicht etwas mehr Einfluss der erwähnten Legenden gewünscht hätte, aber das ist jammern auf hohem Niveau. Deshalb kann ich nur sagen: Einen Roman von Andreas Gruber kann man einfach immer lesen! :)

Veröffentlicht am 25.06.2018

Tolle Reihe um Laurie Moran

Schlafe für immer
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Casey hat 15 Jahre wegen Totschlags an ihrem Verlobten Hunter im Gefängnis gesessen. Jetzt nach ihrer Entlassung möchte sie endlich herausfinden, wer ihn wirklich ermordet hat. Denn sie behauptet weiterhin, ...

Casey hat 15 Jahre wegen Totschlags an ihrem Verlobten Hunter im Gefängnis gesessen. Jetzt nach ihrer Entlassung möchte sie endlich herausfinden, wer ihn wirklich ermordet hat. Denn sie behauptet weiterhin, dass sie unter Drogen gesetzt wurde und unschuldig ist. Deshalb wendet sie sich an die Fernsehsendung Unter Verdacht von Laurie.

Das Cover gefällt mir schon sehr gut, es ist schlicht und sowas mag ich ja sowieso immer. Allerdings fühlt es sich schon sehr seltsam ab. Aber da ich ja den Schutzumschlag beim Lesen abnehme, war das kein Problem. ;)
Der Aufbau der Geschichte ist sehr interessant. Denn es ist alles schon geschehen, der Mord, die Strafe und so baut sich die Story von hinten auf.
Eigentlich weiß man ja schon was genau passiert ist, denn die Polizei hat das Verbrechen ja aufgeklärt, aber trotzdem versucht Laurie neues Licht in die Sache zu bringen.
Und genau das macht es auch so gut, denn die Geschichte wird viel aus Lauries Sicht erzählt. Sie ist die Produzentin der Fernsehsendung und versucht Casey zu helfen. Denn sie versucht offen für neue Wege zu sein, obwohl alles schon gelöst scheint.
Man bekommt einfach kaum Einblicke in die Geschehnisse von damals, sondern erlebt alles im Hier und Jetzt mit.
Und nach und nach ergibt sich so ein Bild, das sehr verwirrend ist.
Hunter gehörte zu einer sehr reichen und bekannten Familie und Laurie versucht hinter die Fassade von dieser zu Blicken. Und man fragt sich worum geht es wirklich? Intrigen, Prestige oder einfach nur Eifersucht? Warum musste Hunter sterben?
Casey wirkt dabei nicht immer wie das unschuldige Opfer der Justiz und so hangelt man sich von einem Verdächtigen zum nächsten.
Und obwohl der Thriller eher mit einem ruhigen Plot daherkommt, lässt er es dabei aber nicht an Spannung fehlen. Genau dieses Nicht-Wissen der damaligen Ereignisse fand ich so gut. Die Autorinnen haben es gut gemacht, dass man keine Rückblicke bekommt, sondern wirklich nur zusammen mit Laurie ermittelt.
Neben Lauries Recherchen für die Sendung allerdings, erfährt man auch einiges von ihrem Privatleben und genau das war leider der Knackpunkt. Das war mir manchmal etwas zu viel und Alex, ihr Freund und ehemaliger Moderator der Sendung, war mir etwas zu geheimnisvoll und schweigsam. Da hätte man ruhig nach dem Motto weniger ist mehr arbeiten können.
Doch irgendwann im Laufe des Buches habe ich mir dann doch schon gedacht, was wohl geschehen sein könnte, aber trotzdem wurde es nicht langweilig und ich habe mit Begeisterung das Ende gelesen.

Mein Fazit: Ein eher ruhiger Thriller, der aber durchaus spannend ist. Zwar war mir die Geschichte zwischen Laurie und Alex etwas zu viel, aber darüber konnte man gut hinweglesen. Und auch wenn ich schon relativ schnell wusste, was wohl genau passiert ist, kann ich das Buch weiterempfehlen. :)

Veröffentlicht am 10.06.2018

Überraschende Wendung

Young Elites (Band 2) - Das Bündnis der Rosen
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Nachdem Adelina Die Gemeinschaft der Dolch verlassen hat bzw. verlassen musste, sind sie und ihre Schwester Violetta auf der Suche nach anderen Begabten. Adelina möchte ihre eigene Gemeinschaft gründen ...

Nachdem Adelina Die Gemeinschaft der Dolch verlassen hat bzw. verlassen musste, sind sie und ihre Schwester Violetta auf der Suche nach anderen Begabten. Adelina möchte ihre eigene Gemeinschaft gründen und Rache an ihren Peinigern nehmen.

Das Cover ist nicht so meins, obwohl es natürlich einen starken Wiedererkennungswert besitzt, weil es sehr dem ersten Teil ähnelt.
Eigentlich mag ich Adelina schon, denn wenn man hinter ihre doch etwas kalte Fassade blickt fühlt sie sich eigentlich nur betrogen und handelt dementsprechend. Klar, bin ich in einigen Dingen überhaupt nicht ihrer Meinung, denn sie ist schon extrem und durch ihre besondere Macht fühlt sie sich stark und unbesiegbar, aber sie war im ersten Teil sehr unsicher deshalb und hat einfach nur nach jemandem gesucht, der so ist wie sie und sie aufnimmt. Und jetzt hat Die Gemeinschaft der Dolche sie verstoßen, verständlich das sie darüber nicht glücklich ist. Obwohl sie natürlich nicht ganz unschuldig daran ist. Aber genau diese Widersprüchlichkeit bekommt man sehr gut in den Abschnitten von Adelina vermittelt. Sie erzählt aus der Ich-Perspektive und so wird einem als Leser klar, dass sie einerseits weiß, dass sie nicht immer gut und richtig handelt, aber andererseits von ihrer „dunklen Seite“ dazu verleitet wird und diese Machtposition genießt.
Eine sehr gute Mischung und mal was anderes als immer nur die netten Helden, die auch fast immer nur richtig handeln.
Aber zusätzlich zu Adelina bekommt man auch wieder in diesem Teil der Reihe Einblicke in andere Sichtweisen und erfährt dadurch viel mehr über die anderen Charaktere und ihre Beweggründe. Und diese sind eigentlich bei allen irgendwie gleich, es geht sehr viel um Macht. Jeder möchte herrschen und das ohne viel an andere zu denken. Wenn man es recht bedenkt, gibt es keinen richtigen Sympathieträger in der Geschichte. Aber obwohl mich das häufig bei Geschichten stört, finde ich es hier gar nicht schlimm, denn es passt einfach alles. Anders würde die Geschichte nicht so viel Sinn ergeben.
Das Bündnis der Rosen baut sich gut auf und man kommt auch nach einer etwas längeren Pause vom ersten Teil gut in die Geschichte rein. Adelinas Entwicklung wird detailliert beschrieben und man erlebt hautnah, wie sie sich anscheinend immer mehr in ihrer Gabe verstrickt. Und so kommt der große Knall des Buches erst im letzten Drittel. Aber mir ist sowas schon öfters bei Trilogien aufgefallen. Häufig ist der erste Teil sehr rasant und spannend und im zweiten Teil baut sich alles etwas langsamer auf um dann an Fahrt für den dritten Teil zu gewinnen. Das klingt zwar nicht so berauschend, aber mir hat Das Bündnis der Rosen trotzdem sehr gut wieder gefallen, denn gerade Adelinas Weg mitzuerleben finde ich sehr interessant, weil sie sich eben nicht zur tollen, alles könnenden Heldin entwickelt.
Das Ende selber fand ich einfach nur toll und vorher gibt es obendrauf noch eine sehr interessante Wendung in der Geschichte, mit der ich so nicht gerechnet hatte und die mir großen Appetit auf den dritten Teil gemacht hat.

Mein Fazit: Obwohl es im ganzen Buch keinen richtigen Sympathieträger gibt, überzeugt mich die Geschichte trotzdem bis hierhin. Es ist einfach mal was anderes und nicht nach Schema F gestrickt und auch Adelina ist eine klasse Anti-Heldin, die mir gefällt, weil sie tief in ihrem inneren doch einfach nur geliebt werden möchte. Ich freue mich schon auf den dritten Teil. :)

Veröffentlicht am 02.06.2018

Ein Must-Read

Die Luna-Chroniken 2: Wie Blut so rot
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Scarlets Großmutter ist verschwunden. Ohne ihren ID-Chip und ihrem Portscreen. Doch die Polizei bricht die Suche nach ihr ab, aber Scarlet glaubt nicht daran, dass sie einfach so weggegangen ist, sie denkt, ...

Scarlets Großmutter ist verschwunden. Ohne ihren ID-Chip und ihrem Portscreen. Doch die Polizei bricht die Suche nach ihr ab, aber Scarlet glaubt nicht daran, dass sie einfach so weggegangen ist, sie denkt, dass ihre Großmutter entführt wurde. Doch von wem und warum?

Das Cover finde ich wirklich toll. Das dunkle rot passt so wunderbar zum Titel.
Grundsätzlich finde ich es immer toll wenn Märchenelemente nochmal neu verpackt in eine spannende Geschichte einfließen. Und genau das macht Marissa Meyer in ihrer Reihe. War es im ersten Teil Aschenputtel, ist es hier Rotkäppchen (vielleicht an manchen Stellen ein kleiner Einschlag von Die Schöne und das Biest). Und bis ins kleinste Detail ist alles sehr gut ausgearbeitet. Scarlet heißt ja nicht umsonst Scharlachrot. ;)
Gut hat mir auch hier gefallen, dass man zunächst einen völlig neuen Charakter kennenlernt, denn Scarlet und ihre Großmutter kamen im ersten Teil nicht vor. Und so hat man das Gefühl eine neue Geschichte zu lesen. Natürlich begegnet uns Cinder hier auch wieder, aber am Anfang geht es nicht primär um sie.
Ich habe mich so viel gefragt, wie alles zusammengehört und genau das hat alles so interessant gemacht. 
Zwischen dem ersten und dem zweiten Teil war bei mir eine kleine Pause, aber dadurch, dass wir erstmal Scarlets Welt kennenlernen, ist man schnell wieder in der Geschichte drin und braucht nicht nochmal zum ersten Teil zu greifen.
Die Charaktere finde ich durchweg toll. Alle sind bis ins kleinste durchdacht und das merkt man. Jeder macht auf seine Art eine Entwicklung durch und was am wichtigsten ist, ich konnte bei jedem die Handlungen und Gedanken nachvollziehen. Sie sind einfach wahnsinnig glaubhaft.
Obwohl natürlich die größte Entwicklung Cinder selber durchmacht, denn nachdem sie im ersten Teil erfahren hat das sie Prinzessin Selene ist muss sie erstmal mit dieser Verantwortung zurechtkommen und sich nun entscheiden, wie sie weiter vorgehen möchte.
Auch hier in diesem Buch kommen wieder zwischendurch viele witzige Stellen, die einen zum Schmunzeln bringen. Und auch diesen leichten Humor mag ich in Büchern immer sehr gerne.
Nachdem ich den ersten Teil gelesen hatte und diesen so toll fand (Wie Monde so silbern gehörte immerhin zu meinen Highlights vom letzten Jahr), hatte ich ein klein wenig Angst, dass die Autorin meine Erwartungen nicht halten kann. Denn es ist schwierig nach einem so perfekten Start in eine Reihe, diese Latte zu halten. Aber ich hätte mich keine Sorgen machen brauchen, denn Marissa Meyer setzt die Luna-Chroniken auch fantastisch fort und so habe ich eine weitere tolle Reihe für mich entdeckt, die ich jetzt schon liebe. :D
Das Ende ist auch wieder klasse, allerdings mit einem derben Cliffhanger versehen und so war ich dann doch etwas traurig, dass Teil drei nicht bei mir im Regal stehe und ich nicht sofort weiterlesen konnte.

Mein Fazit: Eine wirklich fantastische Reihe, die ich nur uneingeschränkt empfehlen kann. Die Charaktere sind allesamt überzeugend und auch die Vermischung von Science-Fiction Elementen mit einem Märchen ist super gelungen. Nachdem mich Wie Blut so rot auch voll und ganz überzeugen konnte, bin ich sicher, dass die anderen beiden Bände auch sehr gut sein werden.