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Veröffentlicht am 18.08.2024

Herzzerreißend realistisch

Alles, was ich geben kann – The Last Letter
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Die Queen of Fantasy Rebecca Yarros wurde bekannt durch vernichtende Drachen und ausladende Action. Doch bevor sie Basgiath schuf, schrieb Yarros bereits einige Liebesromane. Ob mich diese genauso begeistern ...

Die Queen of Fantasy Rebecca Yarros wurde bekannt durch vernichtende Drachen und ausladende Action. Doch bevor sie Basgiath schuf, schrieb Yarros bereits einige Liebesromane. Ob mich diese genauso begeistern würden, wie Fourth Wing, wollte ich mit "Alles, was ich geben kann" herausfinden und es konnte mich vollends begeistern.
Der Originaltitel "The Last Letter" lässt bereits vermuten, dass im Buch einige Briefe vorkommen. So war es zu Beginn eines jeden Kapitels und ich liebte diese intimen Einblicke in die Gedankenwelt der Protagonisten. Schon nach wenigen Seiten war klar, dass diese Lektüre keine leichte Kost werden würde. (TW:) Genauer gesagt geht es um Kinder mit Krebs, Kindstod und Soldatenleben. (TW Ende). Die Protagonistin Ella musste bereits viele Verluste erleben und dennoch wuppt sie den Stress eines eigenen Resorts. Mit der Diagnose ihres Kindes folgt das perfekte Chaos und die Stärke, die sie durch diese Ereignisse gewonnen hat, ist mit jeder Silbe zu spüren. Zum ersten Mal erfährt sie Unterstützung durch einen Mann: Beckett. Er ist ihr großer Halt, doch sein Geheimnis droht sie auseinander zu bringen. Gefühlvoll erzählt Yarros von der Belastung eines Soldaten, von der Verarbeitung des Todes. Mehr als ein Mal standen mir die Tränen in den Augen. Das Buch wirkt in allen Belangen gut recherchiert und schildert auch Details der Behandlung und das amerikanische Gesundheitssystem. Nach diesem einen Buch möchte ich mich bereits aus dem Fenster lehnen und behaupten: Yarros ist das weibliche Pendant zu Nicholas Sparks - und ich liebe alles daran.
Einen kleinen Haken gab es für mich persönlich jedoch: Das Buch war aus meiner Sicht schon gut 50 Seiten früher beendet. Mit Druck wurde noch eine alles verändernde Situation ins Buch gezwängt, welche nicht mehr handlungsrelevant war. Dennoch war dieses Ereignis gewohnt fesselnd und emotional, wie der Rest des Buches.
Ein Mann wie Beckett gehört wohl eher in Märchen. Dennoch bietet das Buch alles.

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Veröffentlicht am 16.08.2024

Zahlreiche Facetten

Wolke Sieben ganz nah
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Verschluckt ihr euch regelmäßig? Manchmal hinterfragt man doch sein Erwachsenendasein, wenn das eigene Mittagessen einen dahinrafft, oder es sich immerhin so anfühlt.
Für Delphi ist das Realität, denn ...

Verschluckt ihr euch regelmäßig? Manchmal hinterfragt man doch sein Erwachsenendasein, wenn das eigene Mittagessen einen dahinrafft, oder es sich immerhin so anfühlt.
Für Delphi ist das Realität, denn obwohl sie einen Klammergriff im Selbstversuch startet, erstickt sie jämmerlich an ihrem Mikrowellenburger. Billigzeugs aus dem Supermarkt, nicht einmal ein teurer, mit Liebe belegter Burger aus einem Sternerestaurant! Da kann man sich schonmal ärgern. Doch im Himmel - Pardon: Evermore - trifft sie nicht nur auf eine Quasselstrippe von Totenbegleiterin, sondern es funkt auch noch gewaltig zwischen einem frischen Toten und ihr. Ist es ihr Seelengefährte?
Delphie wird zurück auf die Erde geschickt. Innerhalb eines Zeitlimits soll sie ihren Seelengefährten wiederfinden. Das Problem: Sie kennen sich persönlich ja gar nicht und Delphie kennt nicht einmal seinen vollen Namen. Es beginnt ein Spießrutenlauf und ein Kampf mit der Zeit. Mit dabei ist Delphis unausstehlicher Nachbar, der doch offensichtlich Dreck am Stecken hat!
Und so beginnt eine tragische Komödie, die mich amüsiert hat, wie es nur wenige Autoren schaffen. Ich musste schmunzeln, lachen, fieberte mit und war positiv überrascht, wie tiefgründig dieses Meisterwerk zusätzlich ist. Denn wenn man dem Tod so nahe ist, sieht man sein Leben in einer ganz anderen Perspektive. Delphie erkennt, wie viel Zeit sie verplempert und dass ihre Zurückhaltung ihr auch keine Bonuspunkte gebracht hat. Die schwierige Beziehung zu ihrer Mutter wird thematisiert und das Loslassen von Menschen. Freundschaften und die allgemeine Liebe zu nahestehenden Menschen. Immer wieder bekommt der Leser die Möglichkeit sich selbst zu reflektieren und die Frage "Was wäre, wenn..." zu stellen. Mich begeisterte das Buch von Beginn an. Auf keiner Seite wurde es langweilig, es herrscht eine ausgewogene Verteilung von Ernsthaftigkeit und Humor und das Buch zeigt sich in den zahlreichsten Facetten. Eine ganz klare Leseempfehlung und eine neue Autorin auf meiner Favoritenliste.

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Veröffentlicht am 13.08.2024

Männliche Sicht auf die Generation "Millenials"

Geile Zeit
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In einer Zeit, in der sich niemand entscheiden kann, wann Generation X in Y und Z übergeht, kategorisierte mich Seydack gerade noch so in die Y - die Millenials - ein und tatsächlich fand ich mich - trotz ...

In einer Zeit, in der sich niemand entscheiden kann, wann Generation X in Y und Z übergeht, kategorisierte mich Seydack gerade noch so in die Y - die Millenials - ein und tatsächlich fand ich mich - trotz spätem 90er Jahrgang - noch sehr in diesem Buch wieder. Es war eine kurze Ode an die Generation der Systemkämpfer. Ein Mix aus Leichtigkeit und Frustration. Seydack rollt alles von Anfang an auf. Er erzählt über die leichten Kinder- und Jugendtage, die getrübt wurden von 9/11 und dem Erwachsen werden in einer Zeit, in der jede Jobsuche und die Selbstfindung ein einziger Kampf ist. Wir sind die vergessene Generation, die irgendwo zwischen Wiederaufbau und Weltumschwung steht.
Das Buch ist unterteilt in eine Autobiographie und einen Generationsüberblick, wobei sich beides für mich gleich angefühlt hat. Ich hatte erwartet, dass nach dem biografischen Teil ein kleines Resümee der Generation folgt, doch auch im zweiten Teil wirkte es primär wie ein Fortschreiben von Seydacks privatem Leben. Natürlich fand ich mich in ICQ-Gesprächen und überzogenen Streichen wieder, doch empfand ich das Buch gerade im ersten Teil als zu stark geschlechtergeprägt. Was mich als Generation vertreten soll, vertrat in vielen Aspekten primär die männliche Seite der Generation und vor allem nur die deutsche Weltsicht. Kritik am System oder eine Analyse über Deutschland hinaus sucht man vergeblich.
In der zweiten Hälfte folgten einige starke Statements, die mich mein Leben auf eine andere Art haben sehen lassen. Nie wäre mir in den Sinn gekommen, dass wir eine vergessene Übergangsgeneration sind, doch es stimmt. Und alles, was einem zum Nachdenken anregt, verdient Aufmerksamkeit. Somit kann ich das Buch als lustige, traurige und kurzweilige Anekdote ans Leben weiterempfehlen, die zwar mit Längen aufschlägt und vielleicht nicht immer so repräsentabel/reepräsentativ ist, wie erhofft, aber am Ende verdeutlicht, dass wir eine gemeinsam kämpfende Generation sind, gespickt mit Unmengen Individuen, die alle ihre eigene kleine Geschichte erzählen.

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Veröffentlicht am 13.08.2024

Bildhübscher Einstieg in Austens Welt

Stolz und Vorurteil - Die Graphic Novel nach Jane Austen
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Vorab muss ich mich wohl direkt outen: Ich habe bislang weder das Buch der weltweit bekannten Autorin gelesen, noch die Verfilmung gesehen.
Dementsprechend empfand ich es als super Idee, mir die Geschichte ...

Vorab muss ich mich wohl direkt outen: Ich habe bislang weder das Buch der weltweit bekannten Autorin gelesen, noch die Verfilmung gesehen.
Dementsprechend empfand ich es als super Idee, mir die Geschichte als Graphic Novel näher zu bringen und ich wurde nicht enttäuscht. An einem Abend las ich die Geschichte rund um Elizabeth und Mr. Darcy durch. Die Zeichnungen waren wunderschön gestaltet und mit Liebe wurden die wichtigsten Szenen ausgesucht.
Als Neuling hatte ich dennoch so meine Schwierigkeiten. Oftmals gab es Zeitsprünge und Cuts in den Szenen. Ich musste mich danach in einer neuen Situation wiederfinden, was kurze Zeit in Anspruch nahm. Zusätzlich glichen sich die Schwestern der Familie Bennet enorm, sodass ich manchmal nur am Text ausmachen konnte, wen ich nun vor mir hatte.
Dennoch konnte das Buch gut die Zustände der damaligen Zeit vermitteln. Es wurden die gesellschaftlichen Strukturen von damals thematisiert, sowohl die Liebe mit ihren Höhen und Tiefen und unerwarteten Wendungen. Für einen ersten Einstieg ist die Graphic Novel gelungen und verführt zu einem direkten Griff nach Jane Austens Werk.

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Veröffentlicht am 08.08.2024

Außergewöhnliche Fantasy in historischem Setting

Der Vertraute
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Gute Fantasy, gemischt mit akkurater Geschichte, hebt dieses Genre jedes Mal auf eine ganz neue Ebene.

Bardugo erzählt in einem ruhigen, aber doch unheilvollen Stil die Geschichte der jungen Luzia, die ...

Gute Fantasy, gemischt mit akkurater Geschichte, hebt dieses Genre jedes Mal auf eine ganz neue Ebene.

Bardugo erzählt in einem ruhigen, aber doch unheilvollen Stil die Geschichte der jungen Luzia, die aus ihren "milagritos" (kleine Wunder) "granmilagros" zaubert. Ihre Entwicklung im Buch ist einzigartig. Sie ist ein unscheinbares Küchenmädchen, welches immer gezeigt bekam, nichts wert zu sein. Sie musste ducken und dienen, doch auf einmal bekommt sie Macht. Dies weckt in ihr einen neuen Glauben an sich selbst, aber dennoch schleichen sich immer die alten Muster, die alten Denkweisen ein und ich mochte, dass dies so realistisch dargestellt wurde.
Trotz des ruhigen Erzählstils bietet die Geschichte jede Menge Höhen. Die Charaktere waren von vornerein alle richtig einzuschätzen und dennoch schwebt auf jeder Seite eine Düsternis mit, die einen alles erwarten lässt. Und so passieren Attentate, Morde und Hinterhalte. Es wird leicht politisch und hoch magisch.

Zwischendurch hatte das Buch seine Längen, ohne dass ich abbrechen wollte. Es passierte relativ wenig, sodass ich von Prüfung zu Prüfung hin fieberte. Bardugos Erzählstil bleibt dabei einzigartig. Dennoch hätten das Tournament und die Beziehung zwischen den Teilnehmern noch tiefer gehend thematisiert werden können.

Auf eine Liebesgeschichte wurde ebenfalls nicht verzichtet. Aus meiner Sicht nicht unbedingt nötig, doch Luzia schöpft ihre Kraft hieraus und sie hat ihren berechtigten Anteil an der Geschichte.

Es war mein erster Roman von der Autorin, aber definitiv nicht mein letzter. Eine Empfehlung für die Fantasyliebhaber*innen unter uns.

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