Ein Italien-Krimi, der nicht so wirklich zündet
Commissario Gaetano und das letzte AbendmahlFabio Nola schickt Commissario Gaetano in "Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl" erneut auf Spurensuche.
Als Beppa Bellucci, die junge Kollegin des Commissario, an Karfreitag im Hafen statt des ...
Fabio Nola schickt Commissario Gaetano in "Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl" erneut auf Spurensuche.
Als Beppa Bellucci, die junge Kollegin des Commissario, an Karfreitag im Hafen statt des erwarteten Fangs eine Leiche entdeckt, beginnt ein Fall, der sich rasch als komplexer und trügerischer entpuppt, als zunächst gedacht.Mit der Osterruhe ist es für den Commissario schlagartig vorbei. Zwischen falschen Zeugenaussagen, rätselhaften Spuren, Algen und einem immer dichter werdenden Netz aus möglichen Motiven versucht Gaetano, Licht ins Algendickicht zu bringen.
Der Kriminalfall selbst ist von der Idee her clever konstruiert und besitzt durchaus Spannungspotenzial. Nola zeigt Gespür für das Genre, doch der erzählerische Rhythmus kann dieses Potenzial nicht durchgehend tragen. Vor allem im Mittelteil verliert der Roman deutlich an Tempo – die Handlung plätschert dahin, ohne dass die Spannung spürbar wächst. Erst gegen Ende zieht das Erzähltempo wieder leicht an, doch der Effekt bleibt begrenzt.
Erschwerend kommt hinzu, dass der Autor zu viele Handlungsstränge öffnet. Nach dem ersten Mord werden später weitere Todesfälle eingeführt – unter anderem mehrere Pizzabäcker – was zwar für Abwechslung sorgt, aber letztlich die Glaubwürdigkeit der Geschichte untergräbt. Die Vielzahl an Motiven und Nebenschauplätzen wirkt eher verwirrend als vertiefend.
Auch atmosphärisch kann der Roman nicht ganz überzeugen. Trotz italienischer Schauplätze und des kulinarischen Settings will das typische "Bella Italia"-Gefühl nicht recht aufkommen. Zu stereotype Figurenzeichnungen, vor allem in Bezug auf Frauen, und ein gemächlicher Erzählton nehmen der Geschichte die Lebendigkeit, die man sich von einem Italien-Krimi wünscht.
Insgesamt ist der zweite Band der Reihe solide, aber unausgewogen: interessant in der Idee, jedoch zu zäh im Mittelteil und zu hektisch im Finale. Wer ruhige Ermittlungen mag, wird hier fündig – für Fans spannungsgeladener Neapel-Krimis bleibt hingegen ein fader Nachgeschmack.