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Veröffentlicht am 18.09.2021

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Julie Buxbaum hat es mit diesem Buch geschafft, mich vollkommen in ihren Bann zu ziehen. Ich bin allgemein ein Fan von Geschichten, in denen eine der Hauptfiguren eine Art von Autismus hat, da ich es immer ...

Julie Buxbaum hat es mit diesem Buch geschafft, mich vollkommen in ihren Bann zu ziehen. Ich bin allgemein ein Fan von Geschichten, in denen eine der Hauptfiguren eine Art von Autismus hat, da ich es immer unglaublich faszinierend finde, wie deren Denk- und Verhaltensweisen beschrieben werden. Dadurch ergeben sich für mich immer vollkommen neue Perspektiven, die vermutlich auch die eigene Toleranz im Umgang mit anderen Menschen steigert.

In diesem Buch ist es David, der in seinem schulischen Umfeld als Sonderling gilt und allgemein gemieden wird. Er hat Probleme mit allgemeinem Smalltalk und damit, Ehrlichkeit zu erkennen. Sonderlich empathisch ist er auch nicht und sitzt lieber allein in der Kantine, als irgendwelche Fake-Freundschaften zu schließen. Der typische Außenseiter also. Bis sich eines Tages Kit an seinen Tisch setzt. Sie hat vor kurzem ihren Vater durch einen Autounfall verloren und hält es zwischen ihren Freunden, die wollen, dass sie so wie vorher ist, nicht mehr aus.

Kit und David sind zwei ganz besondere Charaktere, die mir sofort ans Herz gewachsen sind. Kits neuerliches Unverständnis ihren Mitschülern gegenüber und ihr Drang, sich zu distanzieren, waren absolut verständlich erläutert, sodass ihre komplizierte Gefühlslage wirklich gelungen transportiert wurde und mir als Leser verständlich war. Auch in Davids komplizierten Kopf werfen wir durch die wechselnde Leseperspektive zahlreiche Blicke, was ich angesichts seiner bereits erwähnten Andersartigkeit nötig ist, um sein Verhalten zu verstehen.

Die beiden führen uns perfekt durch ihre komplizierten Lebenssituationen und nehmen uns mit auf ihren Weg zum Erwachsenwerden. Beide entwickeln sich zwischen den Klappen dieses Buches weiter und auch ein bisschen Liebe darf natürlich nicht fehlen...

Ein absolut gelungenes Young Adult Buch mit einprägsamen Charakteren, die mein Herz im Sturm erobert haben!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.09.2021

Happy End für Alle

Inselsommerstürme
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Mit Inselsommerstürme entführt die Autorin Gabriella Engelmann den Leser auf die Nordseeinsel Sylt und sorgt für eine letzte Begegnung mit allen wichtigen Charakteren aus ihren vorhergegangenen Sylt-Romanen.

Dabei ...

Mit Inselsommerstürme entführt die Autorin Gabriella Engelmann den Leser auf die Nordseeinsel Sylt und sorgt für eine letzte Begegnung mit allen wichtigen Charakteren aus ihren vorhergegangenen Sylt-Romanen.

Dabei wird Autorin und Buchhandlungsbesitzerin Bea in den Vordergrund gerückt, da sie in einer Schreibkrise steckt und für neue Motivation sorgen möchte. Natürlich spielen ihre Freunde und auch die Familie in dieser Kurzgeschichte eine wichtige Rolle, sodass man die volle Palette an Namen und Geschichten bekommt. Mir, als Leserin, die die vorherigen Bücher nicht kannte, wurde es an mancher Stelle tatsächlich etwas viel mit den verschiedenen Charakteren, aber da es sich bei dem Büchlein weniger um eine eigenständige Geschichte, als vielmehr um ein reihenabschließendes Prequel handelt, lag es wohl eher an meinem fehlenden Vorwissen.

Für Fans der Autorin und Kenner der gesamten Buchreihe bietet dieses Buch sicherlich einen harmonischen letzten Einblick in das Leben liebgewonnener Charaktere, sowie eine gewisse Spannung, wie es womöglich mit der Sylter Clique weitergeht. Für mich fehlte es trotz der Kürze der Geschichte an mancher Stelle an Spannung beziehungsweise einer wirklichen Handlung. Wie gesagt, eine eigenständige Geschichte sucht man hier eher vergeblich. Deswegen würde ich das Buch wohl doch eher Leuten empfehlen, die bereits Bücher von der Autorin gelesen haben. So bekommt man einen netten Read für zwischendurch geboten, der für alle Charaktere das perfekte Happy End bietet.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.09.2021

Peters dunkle Seiten

Die Chroniken von Peter Pan - Albtraum im Nimmerland
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Christina Henry entführt uns in ihrem neuen Roman ins Nimmerland, einer idyllisch wirkenden Insel, die lediglich von Peter Pan, seinen Spielgefährten und dem ein oder anderen Piraten bevölkert wird. Und ...

Christina Henry entführt uns in ihrem neuen Roman ins Nimmerland, einer idyllisch wirkenden Insel, die lediglich von Peter Pan, seinen Spielgefährten und dem ein oder anderen Piraten bevölkert wird. Und vieläugigen Monstern. Und Riesenkrokodilen. Und weiteren wilden Tieren. Das kleine Fleckchen Erde ist also gar nicht so idyllisch, wie man auf den ersten Blick denken könnte und die ewig jungen Jungen müssen den ein oder anderen Kampf austragen, um auf der Insel zu überleben.

Jamie ist der erste Junge gewesen, den Peter je ins Nimmerland geholt hat. Er hat schon viele andere kommen und gehen gesehen und unzählige Kämpfe ausgetragen. Er als Charakter war eigentlich wirklich gut gewählt, da er die perfekte Verbindung zwischen Peter und den anderen Jungen dargestellt hat. Denn wie ihr vielleicht wisst, ist in dieser Version der Geschichte Peter Pan der Bösewicht. Gefühlskalt, ohne Reue und teilweise auch ohne Verstand sind nur einige Attribute, die auf ihn zutreffen. Jamie hingegen vollzieht im Laufe des Buches, parallel zu seinen wachsenden Zweifeln Peter gegenüber, einen recht spannenden Wandel und füllt damit einen Großteil der Geschichte.

Denn trotz der wunderbaren Grundlage, die die Story rund um Peter Pan bietet und den interessanten Elementen, die der Gutenachtgeschichte einen düsteren Touch verleihen, hat es die Autorin in meinen Augen nicht geschafft, ein unterhaltsames Buch zusammenzuschreiben. Ich hatte während des Lesens große Probleme am Ball zu bleiben und das gute Stück nicht einfach in die Ecke zu legen und mich interessanteren Büchern zu widmen. Letztendlich habe ich eine längere Pause eingelegt, weil mich die Geschichte nicht fesseln konnte.

Den Grund dafür sehe ich nicht im Schreibstil oder dergleichen, denn der war perfekt für dieses Buch geeignet. Vielmehr waren es wirklich die Handlung (oder deren fehlen) und der grausame Ansatz des Buches, die nicht überzeugen konnten.

Mehr als drei viertel der Geschichte geht es einfach nur um das Leben auf der Insel und wie Peter das Leben der Jungs kontrolliert. Natürlich erlebt man durch Jamies Perspektive nebenbei, wie er sich gedanklich abschottet und die Zweifel zu wachsen beginnen, aber das hat für mich nicht ausgereicht, um das Buch zu füllen. Einzelne Höhepunkte der Handlung boten zumindest zu Beginn die kleinen düsteren Zwischenfälle, die die Autorin wohl ausmachen. Leider haben sich die damit verbundenen Todesfälle sehr schnell als Storyelement abgenutzt und wirkten für mich irgendwann nur noch wie ein verzweifelter Versuch, irgendetwas passieren zu lassen. Die Dramatik und die Emotionen sind aus meiner Sicht verloren gegangen.

Zum Ende hin entwickelte sich dank eines neuen Charakters die ein oder andere spannende Szene, die leider relativ schnell abgewickelt wurde. Der Charakter hätte gerne früher auf die Bildfläche treten können, sodass die damit verbundenen Veränderungen und Entwicklungen mehr Raum bekommen hätten. So wirkte es eher wie ein verzweifeltes Aufbäumen am Schluss, um einen besseren Gesamteindruck zu hinterlassen.

Endresultat: Aus meiner Sicht leider ein Flop.

Schade, denn eigentlich war ich wirklich gespannt auf die Geschichte rund um Peter Pans dunkle Seiten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.08.2021

Magisches Abenteuer

Die Stadt ohne Wind
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Die Stadt ohne Wind. Hyperborea. Die Bastion in den Bergen. Das Juwel dieser Welt. Die Heimat von Lastyanax, seit neuestem Minister, und die Zuflucht von Arka, der Dreizehnjährigen, die allein die eisigen ...

Die Stadt ohne Wind. Hyperborea. Die Bastion in den Bergen. Das Juwel dieser Welt. Die Heimat von Lastyanax, seit neuestem Minister, und die Zuflucht von Arka, der Dreizehnjährigen, die allein die eisigen Gebirgszüge überquert hat und nun mit Lastyanax als Mentor klarkommen muss.

Wenn man in dieses Buch eintaucht, wird man zunächst eiskalt in eine High Fantasy Welt geschmissen, von der man wenig Ahnung hat. Der beste Weg gegen die Ahnungslosigkeit ist, einfach weiterlesen. Zusammen mit Arka und Lastyanax lernt man nach und nach die schwierige Welt kennen, in der Hyperborea existiert. Dabei hat man verschiedene Blickwinkel, da beide selbst völlig gegensätzliche Perspektiven haben. Arka ist als halbe Amazone eine starke Persönlichkeit, sehr energiegeladen und dickköpfig, während Lastyanax als junger, gebildeter Politiker ihr Gegenteil darstellt. Zusammen sind die beiden ein tolles Duo, auch wenn es einige Zeit braucht, bis sie selbst das herausfinden.

Arka und Lastyanax ermitteln gemeinsam in der Mordserie, die unter den Ministern Hyperboreas um sich greift und blicken dabei immer tiefer in das machthungrige System der Stadt. Es war wirklich eine spannende Angelegenheit mit ihnen die Schattenseiten der Kuppelmetropole zu entdecken und mit ein wenig Überlegen gesellschaftliche Probleme unserer eigenen Welt wiederzufinden. Die Autorin hat auf ganz dezente Weise Thematiken wie Drogenmissbrauch, Frauenfeindlichkeit oder auch den elitären Zugang zu Bildung in Szene gesetzt und ihnen mit Symbolfiguren einen wichtigen Platz in der Geschichte gegeben.

Auch seine Schattenseiten hat für mich der Schreibstil, der einerseits gut durch das Buch geführt hat, andererseits aber für meinen Geschmack stellenweise etwas zu ausschweifend daher kam. Dadurch gab es immer wieder Passagen im Buch, die ich lediglich überflogen habe, da die Beschreibungen einfach zu ausufernd waren. Die Beschreibungen waren aber wiederum teilweise notwendig, um eine so umfassende magische Welt, wie die, in der Hyperborea liegt, angemessen darstellen zu können. Ein zweischneidiges Schwert also.

Trotz der Längen stellt das Buch einen gelungenen Auftakt für eine Reihe dar. Aufgrund des recht offenen Endes und des Untertitels gehe ich von weiteren Teilen aus. Wenn man möchte, kann man die Geschichte aber auch nach diesem Buch beenden, da es einen runden Abschluss gab, das bleibt jedem selbst überlassen. Die Reise von Arka geht weiter.

  • Cover
  • Erzählstil
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.08.2021

The End

Play & Pretend
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Play & Pretend ist der dritte und leider auch schon letzte Teil der Soho-Love Trilogie und als großer Fan der Vorgängerbände waren meine Erwartungen an die Geschichte nicht gerade winzig.

Und ich kann ...

Play & Pretend ist der dritte und leider auch schon letzte Teil der Soho-Love Trilogie und als großer Fan der Vorgängerbände waren meine Erwartungen an die Geschichte nicht gerade winzig.

Und ich kann ehrlich sagen, dass sie zu einhundert Prozent erfüllt wurden, denn Gott, ich liebe dieses Buch, wie ich schon die anderen Teile geliebt habe.

Brioney und Sebastian sind keine einfachen Charaktere, aber es sind auch nicht die einfachen Charaktere, die ganze Bücher füllen können und mich den Tränen nahe zurücklassen. Was mir besonders gut gefallen hat, war, dass weder SIE noch ER die Position des Retters einnehmen. Keiner der beiden steht als Held dar, der den anderen vor dem sicheren Verderben gerettet hat. Sie sind gleichwertige Charaktere dieser Geschichte, mit Ängsten, mit Krankheiten, mit Träumen, mit der Hoffnung auf Liebe und das war wunderschön so.

Ihre jeweiligen psychischen Krankheiten und der Umgang mit ihnen durch sich selbst und andere stellt einen wichtigen Teil der persönlichen Entwicklungen von Sebastian und Brioney dar, was durch die wechselnde Perspektive bei beiden wirklich gefühlvoll vermittelt wurde und mich tief beeindruckt hat. Da ich selbst keinerlei Vorwissen hatte, habe ich alle Informationen liebend gerne aufgesaugt und meinen Wissensschatz erweitert. Ich liebe es nämlich, wenn Bücher Themen aufgreifen, mit denen ich mich bisher nicht ausführlicher beschäftigt habe und mir so neue Perspektiven aufzeigen.

So ist es auch mit dem künstlerischen Aspekt gewesen, der die ganze Reihe durchzieht. In Band eins war es das Schreiben, im zweiten Teil die Malerei und hier das Schauspiel. Ich selbst würde mich als alles andere als kreativ bezeichnen und habe auch schon andere Bücher gelesen, wo es mich gestört hat, wenn die Hauptcharaktere zu künstlerisch waren. Aber hier hat die Autorin es geschafft, dass ich jedes kleinste Detail geliebt habe, einfach, weil es zu den Charakteren gehört hat, die sie erschaffen hat und es sie zu dem gemacht hat, der sie sind. Ihre Kunst war kein Anhängsel, um sie interessanter zu machen, SIE waren ihre Kunst und das war nahezu magisch zu lesen.

Brioney und Sebastian besuchen dieselbe renommierte Schauspielschule und spielen in ihrem nächsten Stück ein Liebespaar. Durch gemeinsame Proben und private Treffen kommen sich beide schnell näher, wobei in beiden Köpfen stets die Angst in der Vorherrschaft ist, da sie sich aufgrund ihrer Krankheiten nicht liebenswert fühlen. Kombiniert mit dem privaten Umfeld und der uns bereits bekannten WG hat dieser Roman keine einzige Seite, die mich nicht in ihren Bann gezogen hat.

Der Weg zum Happy End war für Brioney und Sebastian nicht leicht, aber bewegend zu verfolgen und gleichzeitig hoffnungsvoll für alle da draußen, die sich der Liebe nicht wert fühlen.

Brioney wirkte aufgrund ihrer Probleme bisher stets als Außenstehende in der WG-Konstellation und ich fand es schön zu verfolgen, wie sie auf dem Weg zu sich selbst und mehr Akzeptanz, die anderen stärker in ihr Leben gelassen hat und so wahre Freundschaft entstehen konnte.

Ich bin gleichzeitig glücklich und traurig, dass es jetzt vorbei ist mit der Trilogie. Glücklich, weil alle meine Lieblingscharaktere ihr Happy End bekommen haben; traurig, weil es nun vorbei ist. Der typische Bookhangover eben.

Soho-Love ist für mich DIE New Adult Reihe des Jahres und hat nun für immer einen kleinen Platz in meinem Herzen für sich beansprucht, da sie zu einer meiner Lieblingsreihen geworden ist. Ich kann euch die Bücher nur ans Herz legen und hoffen, dass ihr sie genauso lieben könnt, wie ich es getan habe.

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