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Veröffentlicht am 07.06.2020

Cyber Trips hat mich sprachlos zurückgelassen

Cyber Trips
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Vorab ein großes Dankeschön an die Lesejury und den Bastei Lübbe Verlag! Die gemeinsame Leserunde war eine sehr schöne Erfahrung :)

"Cyber Trips" setzt da an, wo "Neon Birds" geendet hat und gerade durch ...

Vorab ein großes Dankeschön an die Lesejury und den Bastei Lübbe Verlag! Die gemeinsame Leserunde war eine sehr schöne Erfahrung :)

"Cyber Trips" setzt da an, wo "Neon Birds" geendet hat und gerade durch diesen nahtlosen Übergang habe ich mich wieder sehr schnell in die Welt und die Geschichte einfinden können. Noch dazu gibt es vor dem ersten Kapitel eine Zusammenfassung des Vorgängerbandes, die sehr hilfreich ist und leicht in Vergessenheit geratene Details in Erinnerung ruft - inklusive Illustrationen der Charaktere!

Die Geschehnisse werden weiterhin von Andra, Okijen, Luke und Flover erzählt. Die vier Hauptcharaktere haben ihre Ecken und Kanten, an denen zumindest ich mich manchmal gestoßen habe, was sie jedoch auch sehr liebenswert macht. Ich habe sie alle irgendwie ins Herz geschlossen, aber Luke bleibt weiterhin mein Favorit. Ich meine... er hat ein Huhn! Wie kann man ihn nicht lieben? Zudem ist auch Andra stark in meiner Achtung gestiegen, da sie bereits eine tolle Charakterentwicklung hinter sich hat. Und ich shippe sie und Okijen eventuell ein wenig.

Anders als zuvor kommt nun aber auch eine fünfte Perspektive dazu. Diese verrate ich euch zwar nicht (ich möchte euch ja schließlich die Überraschung nicht vorweg nehmen), aber auch diese hat mir sehr gefallen, da ich zuvor wenig Bindung zu der Person aufbauen konnte und sie nun besser verstehe.

Und wenn ich ganz ehrlich bin, fand ich sogar KAMIs Kapitel toll. Die Künstliche Intelligenz hat es mir total angetan - ich war von Anfang an fasziniert und gleichermaßen abgeschreckt von diesen Denk- und Verhaltensmustern, was sich nun auch im Folgeband weiter fortsetzt.


"Seit ich denken kann, kenne ich das Schicksal der Menschen. Roh und ungeschönt nehme ich es wahr, mit meinem ganzen Sein, meinem ganzen Denken, meiner vollständigen Existenz: Sie leben farblose Leben, die farblos enden. Als wäre sie blind, nicht nur dem Leid hrer Welt gegenüber, sonder auch ihren eigenen. Was gibt ihnen Kraft zu kämpfen?"

~ Zitat, S. 238


Zwar bin ich schnell ins Geschehen eingetaucht, habe dann jedoch festgestellt, dass es nach dem fulminanten Ende des ersten Bandes deutlich ruhiger weitergeht. Ich habe schon befürchtet, dass ich durch "Neon Birds" zu hohe Erwartungen hatte, aber nach etwa einhundert Seiten hat sich dieser Knoten gelöst.

Eine von Marie Grasshoffs großen Begabungen ist eindeutig ihr Schreibstil. Das Buch war nämlich nicht nur super spannend nach dem gelösten Knoten, sondern enthielt gleichzeitig so viele Wendungen, mit denen ich nie gerechnet hätte, sodass ich nahezu durchgehend mit offenem Mund da saß. Ich habe vor allem die Kampfszenen geliebt, denn sie waren a) sehr gut vorstellbar und b) echt episch.

Und wenn wir schon von Maries Begabungen sprechen, dürfen wir das Worldbuilding nicht außen vor lassen! Ich bin noch immer enorm begeistert davon, wie viel Recherche die Autorin betrieben hat und wie logisch und perfekt alles zusammenpasst. Für jedes Phänomen oder jede Entwicklung gibt es eine nachvollziehbare Erklärung bzw. eine (natur)wissenschaftliche Begründung. Viele davon stimmen sogar mit meinen Interessen überein, wie zum Beispiel die Tatsache, dass es für Pflanzen im Privathaushalt jährliche Entlohnung gibt und demzufolge selbst (oder vor allem) die Großstädte grün und bepflanzt sind.

Zum Schluss noch eine Bemerkung zur Gestaltung: der Wahnsinn! Abgesehen von der Tatsache, dass das Cover super mit dem von "Neon Birds" harmoniert, bin ich auch von der Innengestaltung enorm begeistert. Immer wieder schmücken einzelne Illustrationen die Seiten, dazu kommen die Akten aus dem Archiv der militärischen Aufzeichnungen, die einem vorzügliches Hintergrundwissen bescheren.

Zusammengefasst kann ich also sagen, dass "Cyber Trips" mir nach anfänglicher Skepsis doch unglaublich gut gefallen und mich besonders durch die Spannung und unvorhersehbaren Wendungen überzeugt hat. Es lohnt sich definitiv, weiter zu lesen. Ich bin nun sehr gespannt auf "Beta Hearts" und zähle die Tage schon hinunter.

  • Cover
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Thema