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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2025

alt und kein bisschen müde

Ihr habt es gut, ihr habt ja mich
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So kennt man Renate Bergmann, die alle ihre vier Ehemänner schon unter die Erde gebracht hat und nun ihr Seniorenleben u.a. damit verbringt u.a. ihrem Neffen Steffen zur Seite zu stehen. Denn der arme ...

So kennt man Renate Bergmann, die alle ihre vier Ehemänner schon unter die Erde gebracht hat und nun ihr Seniorenleben u.a. damit verbringt u.a. ihrem Neffen Steffen zur Seite zu stehen. Denn der arme Junge wird nun zum Strohwitwer auf Zeit, weil seine Frau Ariane zu den Eltern fahren muss, weil sich ihre Mutter verletzt hat. Ganz klar, dass hier Renate aushelfen "muss" - ob Steffen Hilfe braucht oder nicht und schon packt sie ihre Sachen und macht sich auf den Weg zu ihm. Tja, und dann kommt ihr der Bürgermeister in Steffens Dorf noch "dumm daher" - und schwupps gibt es einen Haupt- und einen Zweit-Wohnsitz und Renates Bild findet sich nun auf den Wahlplakaten wieder.
Auch der vorliegende Band ist wieder gespickt mit humorvollen Einlagen und Aussprüchen von Renate Bergmann. Da bleibt phasenweise kein Auge trocken - mit ihrer Berliner Schnauze schafft sie sich in die Herzen der Leser zu spielen. Es ist einfach immer wieder spannend, weil ich mir als Leser die Frage stelle "was heckt sie denn als nächstes aus?". Der Autor schreibt die Geschichte in schöner Kapitellänge mit einer bunten Mischung aus Erzählung, Einwürfen von Renate und Co und eingestreuten Dialektausdrücken. Abgerundet wird das Buch von einem farbenfrohen Buchcover, das die Online-Omi "mittendrin" zeigt - im Wahlkampf auf Stimmenfang. Mit 82 muss man ja auch noch Ziele haben!

Fazit: humorvolle Fortsetzung der Reihe

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Veröffentlicht am 03.08.2025

mörderischer und kulinarischer Leseausflug nach Frankreich

Gefährliche Aussicht
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Julie Dubois entführt den Leser ins Perigord. Gefährliche Aussicht ist ein weiterer Band der Reihe um Ermittlerin Marie Mercier. Dieses Mal hat sie es mit einem besonders tragischen Todesfall zu tun: eine ...

Julie Dubois entführt den Leser ins Perigord. Gefährliche Aussicht ist ein weiterer Band der Reihe um Ermittlerin Marie Mercier. Dieses Mal hat sie es mit einem besonders tragischen Todesfall zu tun: eine hochschwangere Frau stürzt vom Dachboden in den Tod. Unfall, da das Anwesen gerade renoviert wird oder Mord?
Zur Einstimmung auf den Ort des Geschehens "prangt" auf dem Buchcover das Bild eines alten, herrschaftlichen Anwesens, das im inneren Teil des Buchcovers nochmal in einer wunderschönen Größe abgedruckt ist - umrahmt wird das Haus von viel Grün, vielen Blumen und einen wunderschön blauen Himmel - eine Idylle in der man nichts Schreckliches vermutet.
Die Geschichte überzeugt wieder mit viel "Frankreichfeeling", detaillierten aber nicht überladen wirkenden Beschreibungen der Szenen und der Gefühle sowie Gedanken der jeweiligen Personen. Parallel zu den Unfallermittlungen, die sich relativ schnell in Mordermittlungen wandeln erzählt die Autorin die "private" Geschichte von Marie und ihren Lieben und auch hier ist Spannung sowie Überraschung geboten. Diese Verknüpfung von Krimi und "drumherum", die nicht konstruiert sondern einfach stimmig wirken, machen die Krimis von Julie Dubois zu einem echten Highlight. Auch der Genuss in Form von kulinarischen Ausführungen kommt nicht zu kurz - zum Glück nimmt man beim Lesen dieser Köstlichkeiten nicht zu.
Der Mordfall nimmt Marie und ihren Kollegen Richard ziemlich in Beschlag und so "hangeln" sie sich von Überraschung und Erkenntnis letztlich zur Aufklärung. Hier hat die Autorin für den Leser bis zum Schluss wieder alles offen gelassen und geschickt diverse mögliche Verdächtige präsentiert und genau das gefällt mir an den Krimis so gut: diese Mischung aus Cosy Crime und Spannung bis zum Ende - perfekt gemischt.

Fazit: ein stimmiges "Rund-um-Paket" aus Spannung, Kulinarik und "literarischem Sightseeing", was schon gespannt auf die nächste Folge hoffen lässt

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Veröffentlicht am 30.07.2025

niveauvoller Cosy-Crime mit Provencefeeling

Provenzalisches Licht
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Pierre Durand hat alle Hände voll zu tun - Grund ist die Modenschau des Designer Cyril Fontanel, die vor Ort stattfinden soll und nun durch die im Vorfeld plötzlich aufgetauchten Morddrohungen auf der ...

Pierre Durand hat alle Hände voll zu tun - Grund ist die Modenschau des Designer Cyril Fontanel, die vor Ort stattfinden soll und nun durch die im Vorfeld plötzlich aufgetauchten Morddrohungen auf der Kippe steht. Auch die Dorfbewohner haben sich in zwei Lager geteilt: die einen finden es gut, dass ein weiteres Event geboten ist, die anderen sind aufgebracht, weil ein "Mehr" an Touristen auch Probleme (wie z.B. Zerstörung durch Einzelne, Mülltourismus und weitere Beeinträchtigungen des Alltags) mit sich bringen. Zusammen mit Pierre darf der Leser eintauchen in die Geschichte und Hintergründe in die Welt der Mode und erfährt allerlei interessantes. Dabei kommt das für Sophie Bonnet so typische "Frankreichfeeling" nicht zu kurz - durch tolle Szenenbeschreibungen, kulinarische Akzente und die eingeworfenen französischen Wörter. Die Autorin brilliert mit einer hohen Wissens- und Detailtiefe der Modewelt und versteht es exzellent eben nicht nur "Cosy-Crime-Feeling" zu verbreiten sondern auch gesellschaftliche Themen gekonnt zu platzieren (wie z.B. Umweltthemen, "Überflutung" des Dörfchens mit Touristen). Aber auch das Private von Pierre und seiner Charlotte kommt nicht zu kurz und rundet diese Geschichte wunderschön ab. Das "i-Tüpfelchen" sind die Rezepte hinten im Buch sowie das fast schon charakteristisch für die Reihe wieder toll gestaltete Buchcover, das beim Blick darauf die perfekte Einstimmung auf die Geschichte ist.

Fazit: auch Fall Nr. 11 war wieder absolut lesenswert und legt damit die Messlatte für den nächsten Band wieder sehr hoch

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Veröffentlicht am 30.07.2025

mörderische Idylle

Was früher blüht, ist länger tot
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Beschaulich geht es zu in Humbleham, wären da nicht die Todesfälle, die die Teilnahme am Wettbewerb für den schönsten Ort überschatten. Am Tag des Jurybesuchs überschlagen sich die Ereignisse: der örtliche ...

Beschaulich geht es zu in Humbleham, wären da nicht die Todesfälle, die die Teilnahme am Wettbewerb für den schönsten Ort überschatten. Am Tag des Jurybesuchs überschlagen sich die Ereignisse: der örtliche Pubbesitzer wird tot aufgefunden und dann wird auch noch ein Jurymitglied quasi mitten auf der Straße erschossen. Was ist denn nur los in dem sonst so ruhigen Örtchen, in dem Dorfpolizistin Helen Franklin ihren Dienst versieht, nachdem sie sich auf eigenen Wunsch hin - wegen der Erkrankung ihrer Mutter - in die Heimat versetzen hat lassen? Und damit die Herausforderungen für Helen nicht abreißen, tritt auch noch Scotland Yard in Persona ihres Exfreundes Ben auf den Plan. Schaffen die beiden es ihre Vergangenheit ruhen zu lassen und gemeinsam die Ermittlungen erfolgreich vorantreiben zu können?

Die Autorin nimmt den Leser mit in ein fiktiv geschaffenes, liebevoll beschriebenes Örtchen mit zum Teil etwas schrulligen wirkenden, aber durchaus interessanten Personen. Zu Beginn der Geschichte brauchte ich ein paar wenige Kapitel um mich in die Geschichte einzufinden. Dies lag m.E. v.a. an der doch etwas größeren Zahl an Personen und ihren Beziehungen zueinander. Spannend fand ich die immer wieder eingebauten, unvorhersehbaren Wendungen, die sich geschickt wie Puzzleteile ineinanderfügten: nichts wirkte konstruiert, im Gegenteil: eine stimmige Story, die auch aktuelle Themenstellungen (wie z.B. gleichgeschlechtliche Liebe und deren oft fehlenden Akzeptanz) einbaut. Am Ende ist es die Sympathieträgerin Helen, die die ganzen Todesfälle (es bleibt nicht bei zwei - so viel sei verraten) letztlich - zum Teil auch mit Hilfe von Kommissar Zufall - aufklärt. Das Buchcover im schönen Grünton rundet zusammen mit dem kreativen Buchtitle das "Cosy-Crime-Feeling" sehr schön ab.

Fazit: für eine gedanklichen britischen Kurzurlaub: eine Tasse Tee und dieser Cosy-Crime-Fall

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Veröffentlicht am 30.07.2025

Wohlfühlkrimi in Bad Gastein

Sachertorte mit Schuss
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"Sachertorte mit Schuss" ist der dritte Band rund um Valerie und Nora, die beiden Hobbyermittlerinnen in Bad Gastein. Was für eine Aufregung - als wäre der stattfindende Tortenwettbewerb nicht schon genug, ...

"Sachertorte mit Schuss" ist der dritte Band rund um Valerie und Nora, die beiden Hobbyermittlerinnen in Bad Gastein. Was für eine Aufregung - als wäre der stattfindende Tortenwettbewerb nicht schon genug, der u.a. die Hotelküche in Valeries Grand Hotel in Beschlag nimmt - dann gibt es auch noch einen Toten - erschossen beim Genuss einer Sachertorte! Das ruft natürlich die beiden "Spürnasen" auf den Plan, zumal sie ja in unmittelbarer Nähe im Cafe saßen und plötzlich auch noch Valeries Schwager als Hauptverdächtiger gilt.
Doch dieses Mal begeben sich nicht nur die beiden Damen auf Verbrecherjagd, auch Valeries Mann Viktor und Noras Freund Anton sind mehr oder weniger aktiv mit von der Partie, während Viktor zunehmend auch eine gewisse Freude bei der Ermittlung entwickelt. V.a. wollen die beiden Männer durch ihre Unterstützung brenzlige Situationen, in die sich die beiden Frauen in den zwei vorhergehenden Fällen gebracht haben, vermeiden. Ob das mal gelingt?

Ich habe die beiden Vorgängerbände gelesen und fühlte mich nach wenigen Seiten wieder sofort zu Gast in Bad Gastein und mittendrin zwischen Familie Thaller, Nora samt Anhang und der beiden Ermittlern Erwin und Dorothea. Erstaunlich, dass das so gut gelingt, weil zwischen den Bänden ja doch eine gewisse Zeitspanne liegt, aber das spricht m.E. ja für den Erzählstil der Autorin. Den dritten Band kann man sicherlich auch lesen ohne die beiden Vorgängerbände gelesen zu haben, denn die Autorin "holt" den Leser mit kurzen Hinweisen zur Personenkonstellation etc. immer wieder ab. Meiner Meinung nach, hat man aber was verpasst, wenn man "Leichenschmauss mit Kaiserschmarrn" und "Mordsschnitzel" nicht gelesen hat.

Der Krimi punktet neben der eigentlichen Handlung v.a. durch die unzähligen, wunderschönen Szenenbeschreibungen von Bad Gastein und Umgebung. Die jeweiligen Orte werden für den Leser sehr detailreich beschrieben, so dass man das Gefühl hat vor Ort dabei zu sein - egal ob im Cafe, am Wasserfall oder bei den diversen Walkingtouren von Valerie und Nora. Dabei wird auch der ein oder andere geschichtliche Hintergrund z.B. zu Denkmälern etc. gegeben, quasi eine Touristenführung literarisch. Auch die Gefühlslagen der jeweiligen Personen werden sehr detailliert und realistisch beschrieben (z.B. konnte man die Bestürzung und die Angst nach der Verhaftung von Valeries Schwager als Leser spüren).
Abgerundet wird diese spannend und kurzweilig erzählte Geschichte von Tortenrezepten im Anhang - und natürlich darf die Sachertorte da nicht fehlen.

Fazit: ein stimmiges "Rund-Um-Paket" aus Spannung, Kulinarik und "literarischem Sightseeing", was schon gespannt auf die nächste Folge hoffen lässt

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