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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.01.2020

Spannendes und grandios gelesenes Hörbuch

Der dunkle Bote
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Bei "Der dunkle Bote" handelt es sich um den dritten Teil der Krimireihe mit Komissar August Emmerich. Die ersten beiden Teile, "Der zweite Reiter" und "Die rote Frau" kenne ich (noch) nicht, das hat ...

Bei "Der dunkle Bote" handelt es sich um den dritten Teil der Krimireihe mit Komissar August Emmerich. Die ersten beiden Teile, "Der zweite Reiter" und "Die rote Frau" kenne ich (noch) nicht, das hat aber mein Vergnügen nicht geschmälert.
Die Geschichte spielt 1920 in Wien. Die Nachkriegszeit ist bestimmt von Elend, Hunger und Verbrechen und nun ist auch noch ein Serientäter unterwegs.
Doch Komissar Emmerich muss nicht nur die Morde aufklären, auch sein Privatleben nimmt ihn in Anspruch. Seine große Liebe und ihre Kinder wurden von ihrem totgeglaubten Ehemann entführt. Der ist nicht nur brutal, sondern hat auch große Ambitionen und schart Unterstützer um sich, um mit einem Putsch die konservative Regierung zu stürzen.
Wenn ich das Buch gelesen hätte, hätte ich zwischen 4 und 5 Sternen geschwankt. Der Kriminalfall ist für sich genommen etwas flach. Als Hörbuch gibt es aber ganz klar 5 Sterne. Dieser Krimi ist wie eine kleine Zeitreise und Cornelius Obonya spricht die Figuren grandios. Keine Frage, dass ich auch die Vorgänger bald hören werde.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.01.2020

Ein wichtiges Bilderbuch zum Thema Klimaschutz

Greta und die Großen
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Das Buch "Greta und die Großen", erzählt eine kurze, eindringliche Geschichte, in der es der kleinen Greta gelingt, ihren Wald vor der Zerstörung zu bewahren. Mit vielen Unterstützern und friedlichem Protest, ...

Das Buch "Greta und die Großen", erzählt eine kurze, eindringliche Geschichte, in der es der kleinen Greta gelingt, ihren Wald vor der Zerstörung zu bewahren. Mit vielen Unterstützern und friedlichem Protest, schafft sie es, die Großen zum Umdenken zu bewegen.
Mir und meinen Töchtern (4+7 Jahre alt) hat die Geschichte mit ihrem positiven Ende sehr gut gefallen und ich finde es ist ein toller Anlass um mit seinen Kindern über Klimaschutz ins Gespräch zu kommen. Man muss zumindest an ein theoretisches Happy End glauben, wenn man für etwas kämpft. Dass es in der Realität nicht so einfach ist wie im Buch, Politik und Wirtschaft zum umdenken zu bewegen, kann man mit Kindern gut nach dem lesen thematisieren.
Auf der letzten Seite werden mit dem Zitat von Greta Thunberg "Man ist nie zu klein dafür, einen Unterschied zu machen" kindgerechte Tipps gegeben, was jeder tun kann um zu helfen.
Es gibt nur eine Erde. In diesem Sinne: Lesen, darüber reden und etwas verändern. Jeder kleine Schritt zählt!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.01.2020

Lustiges Gruselabenteuer mit tollen Illustrationen

Vincent flattert ins Abenteuer
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Die Halbgeisterfledermaus Vincent lebt auf einem Dachboden zusammen mit Poltergeist Polly. Das Leben könnte so schön sein, wäre da nicht die fiese Katze, die immer wieder Vincents Pläne vereitelt. Um es ...

Die Halbgeisterfledermaus Vincent lebt auf einem Dachboden zusammen mit Poltergeist Polly. Das Leben könnte so schön sein, wäre da nicht die fiese Katze, die immer wieder Vincents Pläne vereitelt. Um es nicht mehr alleine mit ihr aufnehmen zu müssen, macht sich Vincent auf die Suche nach einem Freund. Kandidaten gibt es viele, aber den richtigen zu finden ist gar nicht so einfach.
Fans der Scary Harry Reihe von Sonja Kaiblinger dürfte die kleine Fledermaus kein Unbekannter sein. Nun bekommt sie ihr eigenes Buch. "Vincent flattert ins Abenteuer" ist Teil der neuen Löwe WOW Reihe. Der Verlag beschreibt die Reihe als frech, bissig und radikal anders.
Ich habe das Buch zusammen mit meinen Töchtern ( 4+7) Jahre gelesen und wir hatten viel Spaß. Die Text-Bild-Gestaltung hat uns sehr gut gefallen. Jede Doppelseite zeigt ein großformatiges Bild im Hintergrund auf dem dann kurze erzählende Textpassagen und die Gespräche der Protagonisten abgebildet sind, so ein bisschen wie eine Mischung aus Comic und Bilderbuch. Die kurzen Textabschnitte sind für Leseanfänger sehr motivierend und die witzigen Illustrationen haben uns alle begeistert. Wir haben viel geschmunzelt und gelacht und die Kindern hoffen jetzt schon auf einen zweiten Band, in dem es Vincent hoffentlich gelingt durch die Klappe in die Geisterwelt zu reisen.
Von uns eine eindeutige Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 03.01.2020

Ruhig und dennoch spannend

Violet
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Violet ist 38 Jahre alt und lebte bis vor kurzem noch bei ihrer Mutter. Ihr Verlobter war einer der vielen Männer, die aus dem ersten Weltkrieg nicht nach Hause zurück gekehrt sind. Auch ihr Vater ist ...

Violet ist 38 Jahre alt und lebte bis vor kurzem noch bei ihrer Mutter. Ihr Verlobter war einer der vielen Männer, die aus dem ersten Weltkrieg nicht nach Hause zurück gekehrt sind. Auch ihr Vater ist nicht mehr am Leben und so war es lange Zeit praktisch zu Hause zu wohnen. Doch Violet will noch einmal anfangen zu leben und nimmt eine Stelle als Schreibkraft im 12 Meilen entfernten Winchester an. Ihr Gehalt reicht nicht einmal für eine warme Mahlzeit jeden Tag. Und noch viel mehr als Essen, fehlt es ihr an Gesellschaft, Freundinnen und Lebensmut. In einer Gruppe von Stickerinnen knüpft sie neue Kontakte. Außerdem ist da noch Arthur, der Glöckner, der ungeahnte Gefühle in ihr weckt.

Der Roman ist ruhig und kommt ohne große Katastrophen aus. Trotzdem plätschert Violets Geschichte keinesfalls einfach nur so am Leser vorbei. Violets Leben ist nicht einfach und ich fand es sehr spannend über ihre kleinen und großen Schwierigkeiten und ihre glücklichen Momente zu lesen.

Tracy Chevaliers Stil gefällt mir außerordentlich gut. Sie schreibt sehr detailverliebt ohne mich dabei zu langweilen. Die Charaktere sind ausnahmslos vielschichtig und interessant. Selbst Violets immer nörgelnde, schlecht gelaunte Mutter oder ihre neugierige Vermieterin sind mir beim Lesen ans Herz gewachsen. Es gibt einige Passagen, in denen Stickechniken und verschiedene Formen des Glockenläutens recht ausführlich erklärt werden. Besonders beim Läuten ging es mir wie Violet: ich habs nicht ganz verstanden, fand es aber dennoch faszinierend.

Auch wenn es erst Januar ist, kann ich jetzt schon sagen, dass "Violet" eines meiner Lesehighlights des Jahres sein wird.

  • Cover
  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 22.12.2019

Enttäuschend

Diabolic – Fatales Vergehen
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Wir befinden uns mitten im Nirgendwo, in Prairie Creek, einer Kleinstadt in Wyoming. Drei Teenager-Mädchen schleichen sich heimlich aus ihren Elternhäusern um nachts im See zu baden. Dort werden sie von ...

Wir befinden uns mitten im Nirgendwo, in Prairie Creek, einer Kleinstadt in Wyoming. Drei Teenager-Mädchen schleichen sich heimlich aus ihren Elternhäusern um nachts im See zu baden. Dort werden sie von einem Vergewaltiger überrascht und kommen nur knapp davon. Sie versprechen einander, niemandem etwas über die Nacht zu erzählen.
15 Jahre später sind aus unterschiedlichen Gründen alle wieder in ihrem Heimatort vereint, eine Frauenleiche taucht auf und ein Mädchen verschwindet. Treibt der Täter von damals immer noch sein Unwesen?

Dass die Geschichte hinter diesem Buch nicht sonderlich innovativ ist, kann man schon dem Klappentext entnehmen. Aber ein Thriller muss nicht immer das Rad neu erfinden und so habe ich mich auf die versprochene "Spannung hoch drei" gefreut.
Leider wurde ich enttäuscht. Ständig wiederholen sich dieselben Floskeln. Und die, die sich nicht wiederholen, gingen mir trotzdem auf die Nerven. Der Täter hat wahlweise eine "harte Rute" ein "pulsende Erektion" oder "sein Schwanz zuckt vor Vorfreude". Generell fand ich die Wortwahl oft seltsam. "Außen vor halten" statt "außen vor lassen" und der ungebräuchliche Konjunktiv "habest" sind da nur zwei von vielen Beispielen, über die ich gestolpert bin.

Auch inhaltlich kann das Buch nicht punkten. Um das Ganze ein wenig aufzulockern, bekommt jede der drei Protagonistinnen noch einen Mann zur Seite gestellt. Anfangs kann sie ihn nicht leiden, letztendlich aber doch nicht widerstehen. "Das Verlangen floß wie warmer, zäher Honig durch ihre Adern" und wieder einmal wurde mein Verlangen übermächtig, das Buch in die Ecke zu pfeffern..
Außerdem gibt es für meinen Geschmack viel zu viele Nebenhandlungen und Charaktere. Am Ende bleibt ein wirres Durcheinander an Verdächtigen und der Täter, der schon seit mehr als 15 Jahren auf einer Liste der Polizei steht, wird dann plötzlich überführt. Ein kurzer Showdown und schon hat der Leser das fatale Elend hinter sich.

2 Sterne, weil ich es teilweise trotz allem spannend fand und bis zum Ende durchgehalten habe.

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