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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.11.2019

Gelungenes Debüt, macht Lust auf mehr

Fleischmaler
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Paul, 43 Jahre alt und arbeitslos, lebt getrennt von Frau und Tochter. Schreibt einen Roman und schickt den an sämtliche namhafte Verlagshäuser.
Hauptkommissar Jürgen Grossmann, wird zu einer Leiche gerufen, ...

Paul, 43 Jahre alt und arbeitslos, lebt getrennt von Frau und Tochter. Schreibt einen Roman und schickt den an sämtliche namhafte Verlagshäuser.
Hauptkommissar Jürgen Grossmann, wird zu einer Leiche gerufen, die im Auto verbrannte. Schnell stellt sich heraus, dass sie getötet wurde und der Mörder mit einem Flammenwerfer arbeitete. Am Tatort taucht sofort ein Journalist auf, der eine sensationelle Story vermutet. Er fotografiert sofort und wird von den Ermittlern vom Tatort verscheucht.

Weitere Akteure sind Kiki, eine taube junge Frau, die ihre Freundin und Mitbewohnerin vermisst. Sie findet bei der Polizei kein Gehör und sucht daher auf eigene Faust und mit der Hilfe von Paul nach der Freundin. Dann spielt auch noch ein Amerikaner namens Adam Peppercorn. Er ist Kunstkenner und sieht sich als Vermittler zwischen Anbietern und Suchenden. Nein, das sind noch nicht alle Mitwirkenden in diesem Umfangreichen Krimi, aber sie zählen zu den Hauptpersonen. Es ist eine Mischung aus spannendem Kriminalroman und Historie. Die Leiche im Auto ist nicht die einzige Tote des Buches und die Ermittler haben es nicht leicht, den richtigen Weg einzuschlagen.

Mir gefiel das Buch, da es viele historische Fakten enthält. Es wird von Adolf Ziegler, dem Nazimaler und auch von Hitlers Nichte, Fräulein Geli Raubal berichtet. Das fand ich wirklich interessant. Das gilt auch für die Recherchen des Autors, welche die Hilfsmittel für hörbehinderte Menschen betreffen. In dem Bereich tat sich in den vergangenen Jahren viel und Jo Machedanz verarbeitete die Errungenschaften ebenfalls in dem Krimi. Also, ein gelungenes Debüt, welches Hoffnung auf weitere Folgen macht.

Veröffentlicht am 24.11.2019

Rasant und wirklich scharlachrot

Scharlachrote Zeiten
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Cameo ist Spezialist im IT-Bereich und arbeitet bei einer Firma namens Pazuzu. Ihm wurde ein Chip implantiert und das bedeutet, dass er keinen Schritt unbeobachtet machen kann. Er bekommt Einblicke in ...

Cameo ist Spezialist im IT-Bereich und arbeitet bei einer Firma namens Pazuzu. Ihm wurde ein Chip implantiert und das bedeutet, dass er keinen Schritt unbeobachtet machen kann. Er bekommt Einblicke in die Machenschaften der Firma und das erschreckt ihn. Ihm ist klar, dass er sein Leben verwirkt, wenn er sich gegen die Chefs stellt. Kann aber deren Grausamkeiten nicht mit seinem Gewissen vereinbaren. Er versucht also, Beweise zu kopieren und diese einem Journalisten zuzuspielen. Warum er nicht zur Polizei geht? Ganz einfach. Viele Beamte sind gekauft und drücken beide Augen zu, wenn es um die Verfolgung von Straftaten bei Pazuzu geht. Dabei ist lediglich bekannt, dass Drogenhandel und Prostitution die Haupteinnahmequellen der Firma sind. Was wirklich geplant und teilweise schon durchgeführt wird, ist so grausam, dass es jede Vorstellungskraft übersteigt. Es wurden übrigens auch Politiker der Landesregierung von Niedersachsen bestochen.

Der Thriller ist sehr blutig und die Szenen sind ausführlich beschrieben. Also, wer zart besaitet ist oder gar von seinen Eindrücken beim Lesen eines blutigen Thrillers Alpträume bekommt, sollte Abstand davon nehmen. Allen Anderen versichere ich, dass sie bestens unterhalten werden. Cameo gerät nämlich zwischen die Fronten zweier Mafiaclans und die Handlung ist an Rasanz kaum zu überbieten. Die Sprache ist ansprechend und das Lesen hat mir wirklich Freude bereitet. Daher gebe ich fünf Sterne und eine ausdrückliche Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 24.11.2019

Auch Polizisten haben Vorurteile

MARGA
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Robert Preiß pflegt seit 20 Jahren den Garten des Ehepaares Wendt. Er ist Anwalt und legt wert auf ein sauberes Grundstück. Laub mag er überhaupt nicht. Hin und wieder hilft Robert der Nachbarin, die Witwe ...

Robert Preiß pflegt seit 20 Jahren den Garten des Ehepaares Wendt. Er ist Anwalt und legt wert auf ein sauberes Grundstück. Laub mag er überhaupt nicht. Hin und wieder hilft Robert der Nachbarin, die Witwe ist und alleine lebt. Robert ist Spieler und diese Tatsache wird ihm im Verlauf der Geschichte zum Verhängnis.

Als Robert Preiß mal wieder bei der Nachbarin aushilft, hat sein Einsatz nicht vorhersehbare Schwierigkeiten zur Folge. An dem Tag wird die Dame nämlich erdrosselt. Schnell schießt sich das Ermittlerduo auf Robert ein. Schließlich ist er ja Spieler und auch Polizisten sind nicht frei von Vorurteilen. Die Tote war eine wohlhabende Frau und hatte auch Bargeld im Haus. Es dauert bis kurz vor dem Ende des Buches, dass der Täter überführt wird.

Das Buch ist ein Debüt und so bewerte ich es auch. Marga, so hieß auch die Tote, wurde in einer schlichten und teilweise auch vulgären Sprache geschrieben. Die Kraftausdrücke waren meiner Meinung nach überflüssig. Fehler in Rechtschreibung und Grammatik minderten zudem meinen Lesefluss. Trotzdem fühlte ich mich angenehm unterhalten und denke, dass das nächste Werk des Autors besser wird. Die Idee fand ich gut, die Umsetzung leider nicht.

Veröffentlicht am 23.11.2019

Wieviel Kummer verträgt ein Mensch?

Frida Kahlo und die Farben des Lebens
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Frida Kahlo war eine Künstlerin, die mir durch ihre für mich eigenartigen Gemälde auffiel. Bis ich das Buch Frida Kahlo und die Farben des Lebens las. Jetzt betrachte ich ihre Werke mit „anderen Augen“, ...

Frida Kahlo war eine Künstlerin, die mir durch ihre für mich eigenartigen Gemälde auffiel. Bis ich das Buch Frida Kahlo und die Farben des Lebens las. Jetzt betrachte ich ihre Werke mit „anderen Augen“, weil ich die Geschichte dahinter sehe. Die Autorin Caroline Bernard berichtet in ihrem Roman von vielen Stücken und deren Entstehungsgeschichte. Was empfand Frau Kahlo beim Führen des Pinsels, welches Ereignis inspirierte sie dazu und war sie glücklich oder tieftraurig?

In dem Roman Frida Kahlo und die Farben des Lebens wird ein Teil des Lebens dieser Ausnahmekünstlerin beleuchtet. Sie war Mexikanerin und erkrankte bereits mit 6 Jahren an Kinderlähmung. Danach war es „nur“ ein leichtes Humpeln, welches an die schwere Krankheit erinnerte. Kein Wunder, dass sie einen überdurchschnittlichen Bewegungsdrang hatte. Bis, ja bis sie so schwer verunglückte, dass sie erst nach etlichen Operationen und unmenschlichen Schmerzen, sich langsam wieder ins Leben zurück kämpfte. Während der Zeit im Gipsbett bekommt sie eine Blume geschenkt und malt diese auf einen ihrer Gipsverbände. Sofort merkt sie, dass sie so konzentriert ist, dass sie ihre Schmerzen vergessen kann. Als ihr Vater das sieht, kauft er ihr Ölfarben, Papier und eine Staffelei, die sie im Liegen nutzen kann.

Nach ihrer Genesung trifft sie den berühmtesten Maler Mexikos: Diego Rivera. Er bewundert ihre Gemälde und versichert ihr, dass diese von großem Talent zeugen. Sie entschließt sich, sich ganz der Malerei zu widmen. Am 21.08.1929 heiraten Frida und Diego. Die Ehe ist geprägt von Höhen und Tiefen. Viel Leid erfährt Frida auf ihrem Lebensweg und muss dauerhaft unter ihren zuweilen unerträglichen Schmerzen leiden. Ihre Ehe ist auch von Kummer geprägt. Aber sie ist stark und meistert Rückschläge ohne zu brechen.

Mir gefiel das Buch nicht nur, weil ich die Malerei von Frau Kahlo nun verstand. Auch die Situation der Mexikaner wurden mir nahe gebracht und wie es sich zur damaligen Zeit in den Großstädten der USA lebte, weiß ich jetzt. Das Buch ist in lebendiger und bildlicher Sprache geschrieben. Schon beim Lesen konnte ich mir die Gemälde der Frau Kahlo gut vorstellen. Daher gebe ich fünf Sterne und eine ausdrückliche Empfehlung. 

Veröffentlicht am 21.11.2019

Die spannende Verfolgung eines Psychopathen

Schonungslos offen
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Schonungslos offen ist ein Kriminalroman, der sich nach und nach und raffiniert zu einem spannungsgeladenen Thriller entwickelt. Alexandra Rau und Isidor Rogg sind die Hauptpersonen. Sie sind Kommissarin ...

Schonungslos offen ist ein Kriminalroman, der sich nach und nach und raffiniert zu einem spannungsgeladenen Thriller entwickelt. Alexandra Rau und Isidor Rogg sind die Hauptpersonen. Sie sind Kommissarin und Assistent. Beide verbindet ihren Respekt füreinander sowie die Freude am Beruf. In dem Buch müssen sie einen Mörder überführen, der brutal und ohne Skrupel seinen Opfern nachstellt und sie tötet.

Das perfide an den Opfern ist, dass der Mörder den Ermittlern stets eine Nachricht am Fundort hinterlässt. Es handelt sich dabei um ein Rätsel. Falls Alexandra und Isidor und ihr Team dieses vor dem nächsten Mord erraten, soll das künftige Opfer angeblich gerettet werden können. Allerdings gibt der Verbrecher nur äußerst vage Hinweise und es gibt einige Tote zu beklagen. Ein Muster lässt sich dabei nicht erkennen.

In dem Buch werden die Ermittlungen beschrieben. Dazu gehören auch die Lösungsansätze zu den Rätseln und die Suche nach Verdächtigen. Immer mal wieder geht es aber auch zurück in die Vergangenheit. Ein Mann beschreibt sein Leben bei dem Großvater und der Leser merkt rasch, dass er der Gesuchte ist. Da Alexandra und eine Kollegin ihm zu nahe kommen, geraten sie in Gefahr. Werden sie gerettet? Und wer ist der ominöse Mensch, der mit Rätseln die Ermittler zum Narren hält?

Ein spannendes Buch, das auch durch die bildhafte Sprache punktet. Es lässt sich gut lesen und ist sachlich sowie nachvollziehbar aufgebaut. Ein weiterer Pluspunkt ist die Aufmachung. Das schwarze Buch ist umhüllt mit einem passend gestalteten Cover. Selbst das Lesebändchen fehlt nicht. Ich empfehle das Buch daher ohne Wenn und Aber.