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Veröffentlicht am 25.07.2025

Ein Buch mit verblüffendem Ende

Das Nest
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Sadie, so heißt die kleine Nichte von Fran. Sie ist eine gute Freundin von Bruno, dem Sohn Frans. Beide gehen in eine Klasse und finden die neue Lehrerin nett. Es dauert aber nicht lange, bis Sadie nicht ...

Sadie, so heißt die kleine Nichte von Fran. Sie ist eine gute Freundin von Bruno, dem Sohn Frans. Beide gehen in eine Klasse und finden die neue Lehrerin nett. Es dauert aber nicht lange, bis Sadie nicht mehr von dieser Frau unterrichtet werden möchte. Das sagt sie recht klar und deutlich. Wenige Tage später wird die Lehrerin tot aufgefunden. Brunos Vater und Ted, ein Roma, finden ihre Leiche. Die Suche nach dem oder der Mörder/in beginnt.

Ein wenig zäh kam mir der Roman "Das Nest" am Anfang vor. Es dauerte recht lange, bis er Fahrt aufnahm. Zwei Personen sind es, welche die Kapitel des Buches schreiben. Das ist die Betreiberin eines Mobilheimparks namens Fran und ein Roma namens Ted. Beide berichten in der Ich-Form und haben zunächst nichts miteinander zu tun. Nur dass die beiden Kinder sich gerne bei Ted aufhalten, sagt einiges über ihn aus.

Was für mich zunächst nicht schlüssig war, wurde erst am Schluss des Romans geklärt. Das Ende war nämlich absolut nicht vorhersehbar und verblüffte mich. Nein, damit rechnete ich so gar nicht. Ich gebe sehr gerne gute vier Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 24.07.2025

Kann Liebe wirklich blind machen?

Schattengrünes Tal
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Als Daniela zum ersten Mal das Hotel „Zum alten Forsthaus“ betritt, fühlt Lisa sich sofort zu ihr hingezogen. Sie wirkt so schutzbedürftig und weckt direkt ihr Helfersyndrom. Mit der Zeit stellte sich ...

Als Daniela zum ersten Mal das Hotel „Zum alten Forsthaus“ betritt, fühlt Lisa sich sofort zu ihr hingezogen. Sie wirkt so schutzbedürftig und weckt direkt ihr Helfersyndrom. Mit der Zeit stellte sich allerdings heraus, dass Daniela gar nicht so hilfsbedürftig war. Ganz im Gegenteil und die Frage bleibt, ob Lisa das früh genug merkt oder sie auf den Scherbenhaufen ihres Lebens blicken muss.

Viele Perspektivwechsel machen das Verfolgen der Geschichte nicht einfach. Der Vortrag von Henrike Tönnes erleichtert es aber sehr. Der Spannungsbogen bleibt dauerhaft straff. Bis zum Ende war ich gefangen. Aber wirklich nur bis kurz vor dem Schluss. Der gefiel mir nicht wirklich. Ich hätte mehr erwartet. Außerordentlich gut fand ich den Schreibstil und die psychologischen Aspekte der Geschichte.

„Schattengrünes Tal“ ist das erste Buch, das ich von der Autorin las/hörte. Es wird gewiss nicht das letzte sein und hoffentlich gibt es dann auch wieder ein Hörbuch, das von Henrike Tönnes gelesen wird.

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Ein wertvolles Buch über die Gräueltaten der Gestapo

Die Einstein-Vendetta
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Nachdem Männer der Gestapo an seine Tür klopften, war es für ihn und seine Lieben mit der Ruhe vorbei. Gemeinsam mit seiner Frau und den beiden Töchtern entschied sich Robert Einstein, dass er das Zuhause ...

Nachdem Männer der Gestapo an seine Tür klopften, war es für ihn und seine Lieben mit der Ruhe vorbei. Gemeinsam mit seiner Frau und den beiden Töchtern entschied sich Robert Einstein, dass er das Zuhause verlässt und sich im Wald versteckt. Er ist der Cousin des berühmten Wissenschaftlers und hätte nie gedacht, dass er ins Fadenkreuz der Nationalsozialisten gelangen könnte. Albert, sein Vetter, lebt unbehelligt in Amerika. Er ist beizeiten geflohen.

Robert war guten Mutes, als er die Villa in der Nähe von Florenz verlässt. Nun ja, guten Mutes ist wohl übertrieben. Aber er ist überzeugt davon, das Richtige zu tun. Er möchte seine Familie schützen und ist sich sicher, dass nur nach ihm gesucht wird. Welch ein folgenschwerer Irrtum.

Es gibt so viele Gräueltaten, die von Männern der Gestapo durchgeführt wurden. Leider sind sie nur sehr selten aufgedeckt oder gar gesühnt worden. Das Buch "Die Einstein-Vendetta" ist also außerordentlich wichtig. Nicht nur wegen des Verbrechens. Auch die Suche nach den Tätern und der Umgang mit dem Wunsch, die Ungerechtigkeit aufzuklären belegt, welche Macht Hitler selbst in Italien hatte. Das war sogar nach dem Krieg der Fall.
Es ist so wichtig, dass es Menschen gibt, die akribisch recherchieren und ihre Nachforschungen niederschreiben. Nur so ist vorstellbar, dass zumindest ein kleiner Teil der Unmenschlichkeit ans Licht der Öffentlichkeit gelangt.

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Der Mix aus Fakten und Fiktion ist geglückt

Der Barmann des Ritz
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Frank Meier gehörte zu den besten Barkeepern seiner Zeit. In Paris mixte er seine exquisiten Cocktails für die Größen der Nationalsozialisten. Nachdem Hitler in Frankreich einfiel und dieses Land sehr ...

Frank Meier gehörte zu den besten Barkeepern seiner Zeit. In Paris mixte er seine exquisiten Cocktails für die Größen der Nationalsozialisten. Nachdem Hitler in Frankreich einfiel und dieses Land sehr schnell einnahm, passten sich viele Franzosen den Ansichten ihrer Besatzer an. Auch hier wurden Juden gedemütigt, verfolgt und in Konzentrationslager verbracht. Was dort mit den Menschen geschah ist bis heute unvorstellbar.

Dass der "Barmann des Ritz" ständig mit der Angst leben musste, als Jude erkannt zu werden, das wussten nur wenige Menschen. Und trotzdem versuchte er immer wieder, seinen Leidensgenossen zu helfen. Warum? Weil er sehr gut wusste, wie sie sich fühlten und dass sie auf die Hilfe anderer angewiesen waren. Er hörte viel, wenn sich die Anhänger des „Führers“ unterhielten. Die Angst vor Entdeckung war aber immer dabei und sehr oft entkam er ihr um Haaresbreite.

Das Buch ist der erste Roman des Autors. Es beschreibt das Leben von Frank Meier, dem Barmann des Ritz, der hier tatsächlich seinen Dienst tat. Es ist eine Mischung aus Fiktion und Fakten. Mitreißend erzählt und niemals idealisiert. Fünf Sterne sind eigentlich zu wenig für dieses mitreißende Werk.

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Perfekt vorgetragen und spannend bis zum Schluss

Der Totengräber und die Pratermorde (Die Totengräber-Serie 4)
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Er ist der Totengräber des Zentralfriedhofs in Wien. Seine Gedanken drehen sich immer wieder um sein Ziehkind Anna und zuweilen vergreift er sich vor lauter Sorge im Ton. Dabei macht sie doch (fast) nichts ...

Er ist der Totengräber des Zentralfriedhofs in Wien. Seine Gedanken drehen sich immer wieder um sein Ziehkind Anna und zuweilen vergreift er sich vor lauter Sorge im Ton. Dabei macht sie doch (fast) nichts verkehrt. Nun ja, sie kommt zuweilen später nach Hause und trifft sich mit einem jungen Mann. Dass dieser kein Verbrecher ist und seiner Kleinen niemals ein Leid antun würde, das versteht der Totengräber leider nicht. Und dann gibt es da auch noch diese jungen Frauen. Wurden sie getötet, weil sie niemand vermisst? Inspektor Leopold von Herzfeldt weiß absolut nicht, wo er bei seinen Ermittlungen ansetzen soll.

Nicht nur die Story um den Totengräber gefiel mir außerordentlich gut. Auch der Vortrag von Hans Jürgen Stockerl konnte mich restlos überzeugen. Er konnte jeder Figur eine eigene Stimme zuweisen. Die Lösung des Falls hat mich dann doch überrascht. Nein, es lag nicht an der Person des Mörders. Aber hören Sie selbst und lassen Sie sich einen guten Roman in einzigartiger Weise vorlesen.

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