Dieses Buch gehört zur deutschen Erinnerungskultur
Hitlers GefolgsmannRobert Ley war ein glühender Verehrer Hitlers. Nach der Kapitulation und dem Sieg der Alliierten wurde er verhaftet und als Kriegsverbrecher angeklagt. Dem Prozess in Nürnberg entging er mit seinem Suizid. ...
Robert Ley war ein glühender Verehrer Hitlers. Nach der Kapitulation und dem Sieg der Alliierten wurde er verhaftet und als Kriegsverbrecher angeklagt. Dem Prozess in Nürnberg entging er mit seinem Suizid. Sein Enkel hat mit "Hitlers Gefolgsmann" ein Buch geschrieben, das nicht nur den Werdegang des Herrn Ley thematisiert. Es zeigt auch das Schweigen in der Familie, die es nicht wahrhaben möchte, dass der Vater ein Nationalsozialist und glühender Anhänger Hitlers war.
Bis zu seinem Selbstmord hatte Herr Ley so gar kein Unrechtsbewusstsein. Zwischendurch behauptete er gar, dass er den Juden half und ihnen niemals etwas Böses antun wollte. Der Autor des Buches, Axel Spilcker belegt, dass das Gegenteil der Fall ist. Ley galt etliche Jahre als Hitlers Vertrauter und war häufig auf dem Obersalzberg zu Gast. Der Bau der Ordensburg Vogelsang in der Eifel war seine Idee und der Enkel besuchte den Prachtbau vor einigen Jahren. Bei der Führung kam auch die Sprache auf seinen Großvater. Was Herr Spilcker dazu schrieb, werde ich hier nicht wiederholen. Es zeigt aber, dass noch sehr viel Aufklärungsarbeit notwendig ist. Zumal dort viele Schüler zu Gast sind und die sollten doch nur Tatsachen zu hören bekommen.
Axel Spilcker belegt, dass sein Buch einzig auf Tatsachen beruht. Das sind Tagebücher, Briefe und Erzählungen von Familienmitgliedern. Die Originalfotografien gehören auch zu den Fakten. Ich kann nur jedem raten, dieses wertvolle Werk zu lesen. Es ist ein wichtiger Stein im Bild der „Erinnerungskultur“. Wer, wenn nicht wir, müssen am „Nie wieder“ festhalten. Sprüche wie: „Denkmal der Schande und dämliche Vergangenheitsbewältigung“ dürfen sich nicht in den Köpfen unserer Kinder und Kindeskinder festsetzen.