Kein Buch für Zwischendurch
MischkaSo viele Jahre musste "Mischka" in der Verbannung leben. Und trotzdem brachte sie nach ihrer Freilassung so viele Menschen zusammen. Die Autorin Barbara Honigmann sagt, dass sie unter anderem durch den ...
So viele Jahre musste "Mischka" in der Verbannung leben. Und trotzdem brachte sie nach ihrer Freilassung so viele Menschen zusammen. Die Autorin Barbara Honigmann sagt, dass sie unter anderem durch den Krieg in der Ukraine erkannte, dass die Vergangenheit eine neue Aktualität erhielt. Sie dachte zurück an die Zeit in Moskau als dort der Zusammenbruch des riesigen Sowjetreichs spürbar war. Sie erinnert an ihre Freunde, die sich gegen das Regime wehrten und sogar den Verlust ihrer Freiheit in Kauf nahmen.
Es waren Freunde ihrer Eltern, die Frau Honigmann in diesem Buch porträtiert. Obwohl sie sowohl Verluste als auch Verfolgung erduldeten, ihren Humor behielten sie. Nein, nicht alle. Und das macht dieses Buch so einzigartig. Es berichtet auch von Menschen, die mit den geerbten Traumata nicht leben konnten. Auf welche Weise leiden Kriegskinder und -enkel bis heute unter den Verletzungen ihrer Vorfahren? Es ist unglaublich und doch so realistisch, wenn man das Buch aufmerksam liest.
Nein, es ist keine Lektüre für Zwischendurch. Dieses Werk verdient Aufmerksamkeit. Vielleicht muss es auch ein zweites oder drittes Mal gelesen werden, um seinen Wert zu erkennen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für alle, die auch vor tiefgreifender Lektüre nicht haltmachen.