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Veröffentlicht am 07.01.2026

Ein ganz wundervolles Buch

Wohin ihre Flügel sie tragen
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Linda ist traurig. So gerne hätte sie noch ein Baby. Leider haben die Bemühungen bisher keinen Erfolg. Ihr Mann Bruce tröstet sie und er hat eine Idee. In Vietnam warten Waisenkinder auf Ehepaare, die ...

Linda ist traurig. So gerne hätte sie noch ein Baby. Leider haben die Bemühungen bisher keinen Erfolg. Ihr Mann Bruce tröstet sie und er hat eine Idee. In Vietnam warten Waisenkinder auf Ehepaare, die sie nach Amerika einladen. Die Verantwortlichen erhoffen sich eine bessere Zukunft für die Kleinen. Auch Linda und Bruce bemühen sie um eine Adoption. Sie würden gerne einem kleinen Jungen ein sicheres Zuhause bieten. Es kommt aber alles ganz anders und die klein Minh wird ihr Töchterchen Nr. 2.

Die ältere Tochter Sophie freut sich sehr auf ihre kleine Schwester. Nur Bruces Mutter ist skeptisch, ja sogar sehr abweisend. Liegt es an dem Schicksalsschlag, der ihr den Sohn wegnahm? Linda und Bruce geben sich sehr viel Mühe mit dem Mädchen. Doch sie fühlt sich in der christlichen Schule gar nicht wohl. Sie gehört auch noch nach Jahren nicht richtig dazu. Alle ihre Bedenken und Wünsche werden von den Eltern mitgetragen. Das macht ihr Leben sehr viel leichter.

"Wohin ihre Flügel sie tragen" ist ein ganz wunderbares Buch. Der feine Schreibstil und der subtile Humor fesselten mich. Die Kapitel wechseln immer zwischen den Jahreszahlen und besonderen Ereignissen in der Familie. Erzählt wird in der Ich-Form und immer wieder von anderen Familienmitgliedern. Spannend für mich war, dass ich von der Organisation „Operation Babylift“ hörte. Die kannte ich bisher noch nicht. Nicht nur die umfangreiche Recherchearbeit der Autorin macht das Buch zu einem außergewöhnlichen Highlight in dem noch jungen Lesejahr. Hundertprozentige Empfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Das Buch beantwortet nicht alle Fragen

Spielverderberin
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Wie aus dem Nichts ploppte die Nachricht auf. In einer neuen WhattsApp Gruppe. Romy hat sie erstellt. Nach vier Jahren Funkstille. Sie würde sich gerne mit uns treffen. Am Baggersee. Nein, sie müssen nicht ...

Wie aus dem Nichts ploppte die Nachricht auf. In einer neuen WhattsApp Gruppe. Romy hat sie erstellt. Nach vier Jahren Funkstille. Sie würde sich gerne mit uns treffen. Am Baggersee. Nein, sie müssen nicht lange überlegen. Lotte und Sophie fahren gemeinsam zum Treffpunkt. Das Wiedersehen gestaltet sich allerdings schwierig und was damals geschah kann nicht von einem Augenblick zum anderen vergessen sein.

Sie waren Freundinnen. Damals, als sie in Süthland zur Schule gingen. Zunächst waren es Lotte und Sophie, die gemeinsam durch dick und dünn gingen. Als dann Romy auf der Bildfläche erschien, änderte sich alles. Plötzlich gab es nur noch Romy und Sophie. Lotte hatte in dieser Gemeinschaft keinen Platz mehr. Die Frage, ob sie eifersüchtig war, erübrigt sich.

"Spielverderberin" konnte mich nicht mitnehmen. Keine Frage, die Autorin schreibt abwechslungsreich und lebendig. Beim Lesen fehlte mir aber der klare Zusammenhang. Die Autorin wechselt hier zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Dabei war mir nicht immer klar, wo die Kapitel angesiedelt waren. Auch die Auflösung der Ereignisse in der Vergangenheit konnte ich nicht wirklich nachvollziehen.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Ein Krimi, der zum Nachdenken anregt

Ein stilles Mädchen
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Der Vater ist verzweifelt. Seine kleine Tochter ist spurlos verschwunden. Und die kleine Kandis sitzt in einer Hütte bei einem Mann, der ihr bisher nur Angst einjagte. Sie spürt, dass er böse ist. Aber ...

Der Vater ist verzweifelt. Seine kleine Tochter ist spurlos verschwunden. Und die kleine Kandis sitzt in einer Hütte bei einem Mann, der ihr bisher nur Angst einjagte. Sie spürt, dass er böse ist. Aber sie ist auch überzeugt davon, dass sie nur nett sein muss, um den Fängen dieses Menschen zu entkommen. Ihre Hoffnung ist zwar da, aber je länger sie mit ihm zusammen sein muss, desto unruhiger wird sie. Kein Wunder, ist sie doch erst sechs Jahre alt.
Ihr blaues Kleid wird bei der Vernehmung von Nachbarn und Bekannten des Vaters immer wieder erwähnt. Es ist doch wirklich nicht so schwer, sich an ein Kind mit einem Kleid in dieser markanten Farbe zu erinnern. Doch, es ist schwer. Das wird dem ermittelndem Kommissar schnell klar.
„Ein stilles Mädchen“ ist keineswegs ein alltäglicher Krimi. Die Autorin legt ihren Fokus nicht auf die Arbeit der Ermittler. Vielmehr zeigt sie auf, wie Traumata das Leben eines Menschen verändern. Dass die kleine Kandis immer mal wieder selbst zu Wort kommt, hat mir sehr gut gefallen.

Nein, es ist kein gewohnter Krimi. Dieses Buch lebt von den gehaltvollen Gedanken der Autorin. Der Vortrag von Frank Stieren ist perfekt und hat mir überaus spannende Stunden beschert. Klare Hörempfehlung gibt es von mir.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Spannend geschrieben und lebendig gelesen

Die Tote im Götakanal: Ein Kommissar-Beck-Roman
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Martin Beck fühlt sich in seinem Zuhause nicht mehr wohl. Ständig nörgelt seine Frau an ihm herum. Sie jammert, dass er zu wenig Zeit für die Familie hat. Gleichzeitig vermittelt sie ihm auch, dass sie ...

Martin Beck fühlt sich in seinem Zuhause nicht mehr wohl. Ständig nörgelt seine Frau an ihm herum. Sie jammert, dass er zu wenig Zeit für die Familie hat. Gleichzeitig vermittelt sie ihm auch, dass sie sich in seiner Gegenwart nicht wohl fühlt. Und dann wird auch noch eine unbekannte Tote gefunden. Geborgen aus dem Götakanal. Zunächst ist völlig unklar, wer sie ist. Aber Beck wäre nicht der allseits geschätzte Ermittler, wenn er nicht alles daransetzte, dieser Frau ein Gesicht zu geben.

Sehr gerne sah ich die Folgen der Serie mit Kommissar Beck. Umso mehr freute ich mich, als ich das Hörbuch "Die Tote im Götakanal - Ein Kommissar Beck Roman" entdeckte. Das Buch beginnt ruhig und es dauert eine Weile, bis der Spannungsbogen gestrafft ist. Das liegt wohl auch daran, dass es der erste Band mit Kommissar Beck ist. Das Team muss sich erst finden. Die Ermittlungen gestalten sich zunächst schwierig, es meldet sich niemand, der die Tote kennt. Aber das akribische Nachforschen der Fahnder wird mit der Zeit belohnt. Die Suche nach dem Täter beginnt.

Das Buch wird von Günther Harder gelesen. Auch er trägt maßgeblich dazu bei, dass es für mich ein perfekter Hörgenuss war. Meine Empfehlung gilt also uneingeschränkt.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Spannend bis zum Finale

Bluthunde
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So ein Pech. Nein, dieses Mal war es nicht der übliche Verfolger, der sie erwischte. Es war Kommissar Zufall und die Sass-Brüder konnten ihren Bruch nicht vollenden. Aber sie wären nicht so erfolgreich, ...

So ein Pech. Nein, dieses Mal war es nicht der übliche Verfolger, der sie erwischte. Es war Kommissar Zufall und die Sass-Brüder konnten ihren Bruch nicht vollenden. Aber sie wären nicht so erfolgreich, wenn sie sich von diesem Fehlschlag aufhalten ließen. Schon bald haben sie einen neuen Plan. Allerdings ist Kriminalsekretär Fabich ihnen dicht auf den Fersen.

Der fünfte Band dieser Reihe war für mich gleichzeitig der erste. Leider muss ich sagen, denn diese Mischung aus Krimi und Historie gefiel mir ausgesprochen gut. Der Autor beschreibt recht eindrucksvoll das Erstarken der NSDAP. Wie es schon Anfang 1920 mit den Schikanen der Andersdenkenden begann und noch kein Jude daran dachte, das Land zu verlassen. Viele von ihnen kämpften im ersten Weltkrieg für Deutschland. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass sie plötzlich so gehasst würden.

"Bluthunde" ist spannend und das gleichbleibend. Die lebhafte und zugleich anschauliche Sprache ließ Bilder im Kopf entstehen. Ja, ich war gefesselt und tauchte ab in die Weimarer Zeit. Eindeutige Leseempfehlung gibt es von mir.

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