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Veröffentlicht am 25.12.2025

Spannend mit überraschendem Schluss

Tannengrab - Karla Sommerfeld ermittelt
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Mathilda ist so stolz auf ihren Fund. Dabei handelt es sich um eine Knochen, den sie in der Nähe ihres Kindergartens fand. Als Karla Sommerfeld diesen ach so spannenden Gegenstand betrachtet ahnt sie sehr ...

Mathilda ist so stolz auf ihren Fund. Dabei handelt es sich um eine Knochen, den sie in der Nähe ihres Kindergartens fand. Als Karla Sommerfeld diesen ach so spannenden Gegenstand betrachtet ahnt sie sehr schnell, dass es sich keineswegs um einen Wildschweinknochen handelt. Sie befürchtet, dass hier der Knochen eines Menschen gefunden wurde. Nachdem das Team der Kriminaltechnik aktiv wurde besteht kein Zweifel mehr. Hier wurde ein menschliches Skelett vergraben.

Es dauert eine Weile, bis „Tannengrab“ Fahrt aufnimmt. Aber nach etlichen Minuten des Zuhörens entwickelt sich ein Spannungsbogen, der straff bleibt. Einige Wendungen führen den Leser immer mal wieder zu falschen Spuren. Zumal die Dorfbewohner äußerst misstrauisch und kaum zur Zusammenarbeit mit der Polizei bereit sind. Ein unterhaltsames Buch, das ich auf jeden Fall für spannende Stunden empfehle. Zumal das Ende mich dann doch sehr überraschte.

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Veröffentlicht am 21.12.2025

Leider wurde Ignaz Semmelweis von vielen Kollegen verkannt

Der Retter der Mütter
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Stolz steht draußen und grübelt. Er wartet auf seinen Freund Semmelweis. Wann hat sich das Verhältnis zu seinem besten Freund so sehr verändert? Warum ist Naz so furchtbar wissbegierig und muss jede Frage ...

Stolz steht draußen und grübelt. Er wartet auf seinen Freund Semmelweis. Wann hat sich das Verhältnis zu seinem besten Freund so sehr verändert? Warum ist Naz so furchtbar wissbegierig und muss jede Frage beantwortet haben? Und noch schlimmer, warum ist er der Lieblingsschüler des Professors? Fragen über Fragen beschäftigen Stolz und er hat zu keiner eine Antwort parat.

So viele Frauen sterben am sogenannten Kindbettfieber und kein Arzt hat eine schlüssige Erklärung dafür. Auch Ignaz Semmelweis ist ratlos. Bis, ja bis er eine zündende Idee hat. Er ist überzeugt davon, dass einzig das ausgiebige Händewaschen mit Desinfektionsmitteln dazu führt, dass viele Frauen nach der Geburt überleben. Leider gibt es nur wenige Fachleute, die Semmelweis unterstützten.

Die Biographie des großen Semmelweis zeigt genau das, was bis heute Fakt ist. „Der Prophet im eigenen Lande gilt nicht.“ Neben kleinlichen Eifersüchteleien sind es die falschen Ratgeber, welche das Schicksal dieses großen Mannes verursachen. #DerRetterderMütter ist ein kurzer Abriss über Leben und Werk Semmelweis´. Nach seinem Tod wurden Denkmäler errichtet und seine Erkenntnis für die hohe Sterblichkeit von Wöchnerinnen gilt bis heute. Gäbe es sonst die strengen Hygienevorschriften?

Ignaz Semmelweis wurde zur Zeit seines Lebens verkannt. Sei es aus Eifersucht oder Desinteresse. Seine Erkenntnisse bekamen keine Beachtung. Seine Kollegen taten seine Erkenntnisse als spektakulären Unfug ab. Dass es nach seinem Tod Briefmarken mit seinem Konterfei gab. Was hatte er davon? Oder dieses monumentale Grabmal? Wem nutzt es? Leider ist es nicht nur Semmelweis, der niemals die Anerkennung erhielt, die er verdiente.

Das Buch konnte mich zwar nicht fesseln, es animierte mich allerdings dazu, dass ich mich im www über seine Forschungen informierte. Etliche Fakten gibt es über Semmelweis zu lesen und ich werde mit Sicherheit auch die weiterführende Literatur zu seinem Leben und Wirken studieren.

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Veröffentlicht am 20.12.2025

Die Frage nach der Schuld am Suizid gestaltet sich schwierig

Der unsichtbare Elefant
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Maria hat heute viel später Feierabend gemacht als üblich. Sie ist erschöpft und freut sich auf ihre Couch. Doch, was ist das? Wer steht dort oben und wankt hin und her? Oh nein, es ist Thomas ein sehr ...

Maria hat heute viel später Feierabend gemacht als üblich. Sie ist erschöpft und freut sich auf ihre Couch. Doch, was ist das? Wer steht dort oben und wankt hin und her? Oh nein, es ist Thomas ein sehr netter Kollege. Sie ruft ihm zu, dass er warten soll. Sie will ihm helfen. Er schaut sie an und sie liest Verzweiflung in seinen Augen. Und plötzlich gibt es einen Knall. Thomas liegt unten. Tot. Maria kann es nicht fassen. Auch als der Mann vom Kriseninterventionsdienst ihr Fragen stellt, kann sie diese nicht beantworten.

Maria ist felsenfest davon überzeugt, dass ihr Kollege nicht springen wollte. Leider wollte er sich nicht helfen lassen und das Unglück nahm seinen Lauf. Maria stammt aus Spanien und als sie ihre Stelle in der Redaktion antrat, war es Thomas, der ihr hilfreich zur Seite stand. Seine Ruhe und die stets gute Laune gaben ihr Kraft. Wie kann es sein, dass ein erfolgreicher und angesehener Journalist freiwillig in den Tod springt? Weder Chefs noch Kollegen können das nachvollziehen.

Der Anfang des Romans war vielversprechend. Ich freute mich auf ereignisreiche Lesestunden. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. Rasch stellte sich heraus, dass der Autor sehr viele Menschen zu Wort kommen ließ. Der Grund für dieses Unterfangen war für mich nicht schlüssig. Wer hatte Schuld daran, dass Thomas Siebenmorgen seinem Leben ein Ende setzte? Waren es seine Eltern, die ehemaligen Klassenkameraden oder gar die Kollegen von heute?

Der unsichtbare Elefant punktet durch die bildhafte Sprache. Für mich nicht gelungen sind die vielen Personen, die alle eine Meinung zum besten geben wollen bzw. müssen. Das Ende bleibt offen und brennende Fragen werden nicht beantwortet.

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Veröffentlicht am 20.12.2025

Spannend mit etlichen Wendungen

Eisnebel
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Connor und Theodora (Theo) haben sich verlobt. Einfach so, aus einer Laune heraus? Nein, sie lieben sich und möchten gemeinsam durchs Leben gehen. Beiden ist allerdings klar, dass die Familie Connors niemals ...

Connor und Theodora (Theo) haben sich verlobt. Einfach so, aus einer Laune heraus? Nein, sie lieben sich und möchten gemeinsam durchs Leben gehen. Beiden ist allerdings klar, dass die Familie Connors niemals damit einverstanden sein wird. Sie sind reich und bilden sich viel auf ihren Reichtum ein. Aber Connor möchte seine Braut endlich der Familie vorstellen und die beiden reisen gemeinsam nach Idlewood. So heißt das Domizil der Connors. Theodora fühlt sich überhaupt nicht wohl. Das liegt vor allen Dingen daran, dass sie Kurznachrichten erhält, die ihr sehr deutlich erklären, dass sie die Finger von Connor lassen soll.

Warum Theo diese mysteriösen Kurznachrichten bekommt und von wem sie gesendet werden, das bleibt sehr lange ein Geheimnis. Die Kälte, mit der sie von den Verwandten ihres Verlobten begrüßt wird, ist erschreckend. Liegt es nur daran, dass alle befürchten, sie wäre nur mit Connor zusammen, weil er reich ist? Oder hat das Missfallen einen ganz anderen Grund? Es gibt viele Wendungen und die Spannung ist gleichbleibend gut. Zwar bietet der mittlere Teil etliche Längen, aber das ist nicht überaus störend.

Eisnebel hörte ich mir sehr gerne an. Das lag nicht alleine an der spannenden Story. Auch die Sprecherin Heike Warmuth versteht ihr Handwerk bestens. Mein Fazit: Tadellose Unterhaltung mit nachvollziehbaren Wendungen. Also gibt es eine uneingeschränkte Hör- bzw. Leseempfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Unvorstellbares Leid durch Flucht und Vetreibung

Heimat aus Eis und Asche
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Das Buch beginnt mit der Charta der deutschen Heimatvertriebenen. Und was dann folgt ist eine Geschichte, die berührt. Lena von Schweig sitzt am Bett ihrer sterbenden Mutter. Die möchte ihr noch etwas ...

Das Buch beginnt mit der Charta der deutschen Heimatvertriebenen. Und was dann folgt ist eine Geschichte, die berührt. Lena von Schweig sitzt am Bett ihrer sterbenden Mutter. Die möchte ihr noch etwas sagen, aber ihr fehlt die Kraft. Auch wenn Lena ihrer Mutter nicht sehr nahe stand, sie trauert trotzdem. Bis, ja bis sie eine Adoptionsurkunde findet und aus allen Wolken fällt. Damit hat sie niemals gerechnet. Waren ihre Eltern deshalb so unnahbar? Wer sind denn nun ihre „richtigen“ Eltern? Lena fühlt sich, als stände ein riesiger Berg vor ihr, den sie erklimmen muss.

Der Roman wird in zwei Zeitsträngen erzählt. Einmal geht es um die Vergangenheit. Das Leben in Ostpreußen auf einem Hof. Die Furcht vor den Russen und dann die Flucht nach Deutschland. Der andere Erzählstrang spielt im Leben von Lena. Lena macht sich auf die Suche nach ihren Wurzeln. Dabei steht ihr der langjährige Anwalt der Familie zur Seite. Und nicht nur der. Noch lange nach dem Krieg gab es Einrichtungen, die sich um die Zusammenführung von Familien bemühten. Es ist also durchaus denkbar, dass noch nach 1993 die Suche nach Angehörigen erfolgreich war.

Die Bücher der Autorin gefallen mir immer wieder. Auch dieses entwickelte sich aus Tatsachen, die zu einem spannenden Roman verarbeitet wurden. Die Geschehnisse um Lena sind dabei für meinen Geschmack zu ausführlich geschrieben. Hier hätte ich mir mehr Fakten zur Flucht aus Ostpreußen gewünscht. Eine Leseempfehlung gebe ich aber sehr gerne.

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