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Veröffentlicht am 21.03.2026

Ein Krimi, der das Leid der Menschen nach der Flut bestens darstellt

Eine Nacht im Juli
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Jana Vogt ist Tatortfotografin. Sie lebt im Ahrtal, in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Als die Flut über das Tal hinwegrollte, war sie nicht zuhause. Zum Glück. Ihre Wohnung direkt unterm Dach war zwar nicht betroffen, ...

Jana Vogt ist Tatortfotografin. Sie lebt im Ahrtal, in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Als die Flut über das Tal hinwegrollte, war sie nicht zuhause. Zum Glück. Ihre Wohnung direkt unterm Dach war zwar nicht betroffen, aber die anderen Etagen wurden von den Wassermassen geflutet. Am Tag nach der Flutwelle wollte sie in ihre Wohnung. Das war nicht möglich. Daher nahm sie sehr gerne ein Angebot ihres freundlichen Nachbarn an. Sie zog in ein Dorf im Höhengebiet der Eifel. In ein Ferienhaus. Wie es der Zufall will, wird sie hier direkt mit einem Mordfall konfrontiert. Und nicht nur das. Es gibt weitere Todesfälle, von denen einige bereits Jahre zurückliegen.

Der Kriminalroman „Eine Nacht in Juli“ setzt sich eindringlich mit der Tragödie in 2021 auseinander. Die Autorin lebte damals im Ahrtal und beschreibt absolut authentisch, wie es den Bewohnern nach der Flut ging. Beim Lesen war ich sofort mittendrin und immer wieder kamen mir die Tränen. Aber auch die Ermittlungen fesselten mich. So viele falsche Spuren und etliche Verdächtige machen das Buch zu einem kurzweiligen und spannenden Krimi. Wenn, ja wenn es nicht immer wieder Hinweise auf das Leid der Menschen im Tal geben würde.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Die Ungerechtigkeiten der "Herrenmenschen" sehr gut dargestellt

Nelka
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Nelka lernt viel von ihrem Vater. Bis er von den Aggressoren erschossen wird. Ohne Grund. Alle im Ort haben Angst vor den Deutschen. Die benehmen sich nämlich als seien sie die Herren der Welt. Auch Nelka ...

Nelka lernt viel von ihrem Vater. Bis er von den Aggressoren erschossen wird. Ohne Grund. Alle im Ort haben Angst vor den Deutschen. Die benehmen sich nämlich als seien sie die Herren der Welt. Auch Nelka wird verschleppt. In den hohen Norden des Deutschen Reiches. Als Zwangsarbeiterin. Auf einen Bauernhof mit vielen weiteren Menschen, die der Willkür fremder Machthaber ausgesetzt sind. Sie erlebt Grausamkeiten, die sie nie vergessen wird. Muss aber schnell feststellen, wie sie ihren Körper einsetzen kann, um Vorteile für sich und ihre Mitgefangenen zu erreichen.

Nelka merkt recht schnell, dass sie dem Gutsverwalter gefällt. Das liegt nicht alleine an ihrem Äußeren. Auch von ihrem Wissen um Apfelbäume will er profitieren. Sie führt ihn ein in die Kunst des Veredelns und erklärt ihm, wie er eine Obstplantage aufbauen sollte. Während ihrer Zeit auf dem Gutshof lernt sie auch Iwan kennen. Wenn er nicht wäre, hätte sie die Qualen und Ungerechtigkeiten wohl nie überlebt.

Immer wieder begegnen mir Bücher, die sich mit den Ungerechtigkeiten des Zweiten Weltkriegs beschäftigen. Auch dieser Roman lässt mich an der Menschheit zweifelnd zurück. Was versprachen sich die Herrscher damals, als sie Menschen aus dem Osten Europas als Zwangsarbeiter rekrutierten? Nicht nur junge Frauen wie #Nelka wurden aus ihrer Familie gerissen. Ohne Begründung verschleppt. Wie vogelfrei behandelt. Und dann gibt es wieder Menschen, die keinen Skrupel haben, wenn sie rechtsextreme Parteien wählen? Dieses Vergessen ist beängstigend und leider gibt es bisher keine wirksamen Maßnahmen, die dem entgegenstehen.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Auch dieser Roman der Autorin konnte mich restlos überzeugen

Stunden wie Tage
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Martha muss sich etwas einfallen lassen. So geht es nicht weiter. Ihr Vater ist alt und krank. Er ist nicht mehr in der Lage, das Auskommen der Familie zu sichern. Jetzt liegt es an ihr, sich eine Arbeitsstelle ...

Martha muss sich etwas einfallen lassen. So geht es nicht weiter. Ihr Vater ist alt und krank. Er ist nicht mehr in der Lage, das Auskommen der Familie zu sichern. Jetzt liegt es an ihr, sich eine Arbeitsstelle zu suchen. Zaghaft und keineswegs von sich überzeugt, sitzt sie dann vor den Brüdern Berkowitz. Die suchen eine Hausbesorgerin für ihr Schöneberger Mietshaus. So viele Bewerberinnen gibt es für die Stelle. Vornehme Damen, die verächtlich auf Martha blicken, lassen sie an ihrem Vorhaben zweifeln. Sie würde gerne flüchten aber dann wird sie ins Büro gebeten. Und ja, sie bekommt die Stelle.

Martha nimmt ihre Tätigkeit sehr ernst. Die Brüder sind zufrieden mit ihr und einer der Brüder lässt sogar zu, dass seine kleine Tochter Liane ein häufiger Gast bei ihr ist. Leider wird das Leben in Berlin immer mehr von Gewalt und Ungerechtigkeit bestimmt. Seit Hitler die Macht an sich riss, sind seine Anhänger außer Rand und Band. Besonders Juden leben gefährlich und auch Homosexuelle müssen sich vor der Gestapo verstecken.

Nach ihrem ersten Roman Isidor freute ich mich sehr auf "Stunden wie Tage". Ich wurde nicht enttäuscht. Wieder einmal nahm mich die Autorin gefangen. Ihre Sprache ist einzigartig und niemals langweilig. Die kurz gehaltenen Kapitel handeln nicht nur vom Leben Marthas. Viel mehr beschreibt die Autorin äußerst überzeugend von Schicksalen rund um das Mietshaus. Aber auch ihre Eigentümer und deren Familie sind Thema.

Für mich kann es gar nicht genug Bücher geben, die sich mit dem Thema „Drittes Reich“ befassen. Wenn sie dann auch noch die Erlebnisse von Zeitzeugen wiedergeben, dann sind sie für mich perfekt.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Ein Buch, das berührt

Der Gesang der Berge
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Huong weiß nicht, wo ihre Eltern sind. Der Vater musste an die Front und die Mutter hielt es nicht mehr zuhause aus. Sie wollte ihn suchen. Von beiden fehlt jedes Lebenszeichen. Aber das Mädchen hat Glück. ...

Huong weiß nicht, wo ihre Eltern sind. Der Vater musste an die Front und die Mutter hielt es nicht mehr zuhause aus. Sie wollte ihn suchen. Von beiden fehlt jedes Lebenszeichen. Aber das Mädchen hat Glück. Sie lebt bei ihrer Großmutter Dieu Lan und die sorgt für sie. Immer wieder erzählt Dieu ihrer Enkelin von dem harten Leben während der Unruhen in Vietnam. Dass sie trotzdem ihren Lebensmut nicht verlor, ist überaus beachtenswert.

Das Buch lässt Großmutter und Enkelin zu Wort kommen. Die Seniorin berichtet von ihrem Leben ab dem Jahr 1930. Sie erlebte mit, wie die Japaner ihr Land besetzten und sah, wie ihr Vater von den Besatzern zunächst erniedrigt und dann ermordet wurde. Sie und ihr Bruder versteckten sich und konnten nur so ihrer Ermordung entkommen.

Die Enkelin kann nicht nachvollziehen, dass ihre Mutter sie verlassen hat. An jedem Tag wartet sie auf die Heimkehr ihrer Eltern. „Der Gesang der Berge“ ist ein historischer Roman, der mir das Leid der Vietnamesen drastisch vor Augen führte. Schon damals überfielen Amerikaner ein Land. Als sie merkten, dass sie nicht als Sieger hervorgehen konnten, ließen sie die Einwohner hilflos zurück. Das Leid der Einwohner wird von der Autorin realistisch dargestellt. Die Zeitsprünge sind aber nicht immer nachvollziehbar und verwirren ein wenig. Und dennoch, das Buch führte mir die Historie Vietnams vor Augen. Das Eindringen der USA kommentiere ich hier nicht. Jeder Leser des Buches wird sich seine eigene Meinung bilden können.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Humorvolle Beschreibung des Dorflebens

Mirabellentage
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Wie gut, dass Tote nicht mehr laufen müssen. Sonst hätte Anna ihrem Pfarrer Josef nicht seine Lackschuhe anziehen können. Als sie ihn wusch und mit seinem besten Anzug ankleidete. Er sollte doch stattlich ...

Wie gut, dass Tote nicht mehr laufen müssen. Sonst hätte Anna ihrem Pfarrer Josef nicht seine Lackschuhe anziehen können. Als sie ihn wusch und mit seinem besten Anzug ankleidete. Er sollte doch stattlich ausschauen, wenn er im Sarg liegt. Das mit den Schuhen ist eigentlich lustig. Die kaufte der sparsame Geistliche nämlich, weil sie im Angebot waren und er nicht an diesem Schnäppchen vorbeigehen konnte. Dass sie zwei Nummern zu klein sind? Nun ja, das merkte er erst, als er wieder zuhause war. Da war es zu spät. Gut, dass sie jetzt ihren Zweck erfüllen.

Mirabellentage ist eine Sammlung von kurzweiligen und humorvollen Geschichten aus dem Leben von waschechten Dorfbewohnern. Anna erzählt aus ihrem Leben und wie sie der gute Geist im Haus des Pfarrers Josef wurde. Immer für ihre Mitmenschen da, vergaß sie ihre eigenen Wünsche und Hoffnungen. Aber, vielleicht ändert sich das ja, wenn sie den letzten Wunsch Josefs erfüllt?

Nach dem ersten Roman der Autorin war ich gespannt auf ihr zweites Werk. Auch das gefiel mir sehr gut. Das Ende ist aber für meinen Geschmack nicht wirklich vollständig. Es bleiben doch einige Fragen zurück. Das schmälert aber nichts an meiner Empfehlung für dieses Buch. Ich habe wirklich immer wieder herzhaft gelacht und danke der Autorin für unbeschwerte Lesestunden.

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