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Veröffentlicht am 09.02.2026

Eine starke Frau entkommt dem Tod durch die Gaskammer

Unter einem fremden Stern
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Schon der erste Blick auf das Cover ließ mich innehalten. Zu sehen ist eine junge Frau, die traurig zur Seite blickt. "Unter einem fremden Stern" ist ein autobiographischer Roman von der Autorin Lotte ...

Schon der erste Blick auf das Cover ließ mich innehalten. Zu sehen ist eine junge Frau, die traurig zur Seite blickt. "Unter einem fremden Stern" ist ein autobiographischer Roman von der Autorin Lotte Paepcke. Sie berichtet von ihrer Hochzeit mit ihrer großen Liebe Ernst. Er war Arier und sie Jüdin. Die Nationalsozialisten nannten es „Mischehe“. Zunächst wurde Lotte geschützt. Sie durfte mit ihrem Ehemann in Leipzig wohnen und selbst der gemeinsame Sohn Peter lebte bei ihnen. Doch bald fingen die Schikanen an und Lotte wurde als Jüdin erkannt und gedemütigt.

Lotte war eine intelligente Frau und stammte aus einem wohlhabendem Haus. Und trotzdem fiel es ihr leicht, sich unterzuordnen. Niemals auffallen und keineswegs die Stimme erheben, das konnte sie. Aber ihre Bemühungen verschonten sie nicht. Sie musste immer wieder vor den Handlangern der Nationalsozialisten fliehen. Nicht nur ihre Freundin kam im KZ ums Leben. Auch ihre Eltern und ihre stolze Großmutter wurden im Viehwaggon nach Auschwitz transportiert.

Das Buch hat mich berührt und auch die Kommentare von Tochter und Enkelin. Es brauchte einige Seiten, bis ich mich an den Stil gewöhnte. Heute wird völlig anders geschrieben und ich frage mich warum. Immer wieder musste ich das Lesen unterbrechen, da ich die Grausamkeit der Menschen damals nicht ertrug. Wie gut, dass die Autorin überlebte und nach dem Krieg ein fast normales Leben führen konnte. Sie lernte zum Glück Menschen kennen, die nicht den Nationalsozialisten hörig waren. Nein, sie halfen den Verfolgten und sorgten dafür, dass sie weiter leben konnten.

Auch wenn es viel mehr zu berichten gäbe. Ich möchte keineswegs dazu beitragen, dass dieses wertvolle Buch nicht gekauft wird. Es gibt leider immer weniger Zeitzeugen und nur ihre Aufzeichnungen tragen dazu dabei, dass die Taten der Nationalsozialisten nicht in Vergessenheit geraten.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Ein außergewöhnliches Buch, das nicht leicht zu lesen war

Tage des Lichts
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Ivy wäre viel lieber eine Blume oder ein Baum. Also ein Lebewesen, das wächst und vergeht. Einfach so. Ohne diese schier unmöglichen Erwartungen von Familie und Freunden. Sie fühlte sich in die Enge getrieben, ...

Ivy wäre viel lieber eine Blume oder ein Baum. Also ein Lebewesen, das wächst und vergeht. Einfach so. Ohne diese schier unmöglichen Erwartungen von Familie und Freunden. Sie fühlte sich in die Enge getrieben, wenn sie daran dachte. Dabei hatte sie viele Pläne für ihre berufliche Zukunft. Mal war es das professionelle Tanzen oder die Malerei. Sie träumte von einzigartigen Gemälden, die in Galerien und Museen ausgestellt würden. Dann wollte sie Bücher schreiben. Selbstverständlich Bestseller, was sonst? Und dann schlug das Schicksal zu. Am Ostersonntag, als sich die Familie traf und gemeinsam feierte. Sie war Zeugin eines Unglücks, das ihr Leben in völlig andere Bahnen lenkte. Alle Pläne verwarf sie und wollte nur noch eins. Heiraten und versorgt sein. Für alle Zeit.

"Tage des Lichts" besteht exakt aus sechs Kapiteln. Das sind diese sechs Tage im Leben Ivys, die auch im Klappentext erwähnt werden. Von der unbeschwerten Tochter führt ein Weg zur verheirateten Frau. Ihr Verlangen nach Nähe und Befriedigung steht dabei an erster Stelle. Es folgen Mutterschaft und Krieg. Angst vor den Bomben der Deutschen. Die beiden Töchter nehmen Ivy in Anspruch und auch ihr Ehemann fordert seine Rechte. Als Frances, die Freundin ihres Bruders Joseph plötzlich ihren Besuch ansagt, wird dieses eintönige Leben Ivys in seinen Grundfesten erschüttert.

Beim Lesen des Buches störte mich, dass es keinen roten Faden gab. Also keine klare Aneinanderreihung der Ereignisse. Die Erzählung kam mir zuweilen ein wenig oberflächlich vor. Und dennoch gebe ich eine Leseempfehlung, da die Lebensumstände der Menschen, die hier dargelegt wurden, mit Sicherheit genauestens recherchiert und wiedergegeben sind.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Spannend bis zum Schluss

Abgrund
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Er ist betrunken und kann seine Umgebung nicht mehr so richtig wahrnehmen. Was will dieser Mensch von ihm? Er liegt auf der Rückbank des Autos von diesem Typen. Ihm ist schlecht. Dann hält das Fahrzeug ...

Er ist betrunken und kann seine Umgebung nicht mehr so richtig wahrnehmen. Was will dieser Mensch von ihm? Er liegt auf der Rückbank des Autos von diesem Typen. Ihm ist schlecht. Dann hält das Fahrzeug und er wird nach draußen gezogen. Die frische Luft tut gut. Den Schmerz in seiner Brust nimmt er zunächst nicht wahr und auch der Sturz in den Tod ist für ihn nicht real. Huldar und Team werden an den Tatort gerufen und sind sich sofort sicher, dass es sich hier um einen komplizierten Fall handelt.

Nachdem der Tote, ein reicher Investor, identifiziert wurde, wollen die Beamten seine Wohnung aufsuchen. Sie hoffen, dass sie hier eine Spur finden, die zum Mörder führt. Was sie entdecken, das ist ein völlig verstörter kleiner Junge. 4 Jahre alt. Was haben diese beiden Fakten gemeinsam? Zunächst einmal gar nichts. Aber Huldar wäre nicht Huldar, wenn ihm sein Bauchgefühl sofort etwas Anderes sagt.

Das Buch gefiel mir sehr gut. Spannend vom Anfang bis zum Schluss und keinerlei Längen. So liebe ich Thriller. Huldar glänzt mal wieder mit seinem Spürsinn und die Chefin mit ihrem kleinkarierten Denken. Einfach nur perfekt.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Das Buch verwirrte mich

Die Elefanten
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Anna ist Single. Sie lebt in einer exquisiten Villa neben ihren Eltern. Obwohl sie schon 35 Jahre alt ist, gehört das gemeinsame Frühstück zur Normalität. Alexander, ihr Vater ist ein berühmter Schriftsteller ...

Anna ist Single. Sie lebt in einer exquisiten Villa neben ihren Eltern. Obwohl sie schon 35 Jahre alt ist, gehört das gemeinsame Frühstück zur Normalität. Alexander, ihr Vater ist ein berühmter Schriftsteller und die Mutter Sofija seine „Sekretärin“. Ein junger Mann namens Pinsel ist der Hausdiener des Ehepaars. Pawel, mehr oder weniger erfolgreich als Comedian, verliebt sich in Anna. Beide haben eine wunderbare Zeit miteinander und genießen sie. Und dann gibt es noch diese Elefanten. Sie kommen ohne Anmeldung und es gibt in der Stadt keinen Haushalt, der von ihnen verschont bleibt. Erstaunlich, dass sich kaum jemand an ihnen stört.

"Die Elefanten" lassen mich im wahrsten Sinne des Wortes ratlos zurück. Was beabsichtigte der Autor mit diesem Buch? Ganz ehrlich? Ich habe keine Ahnung. Und trotzdem las ich den Roman. Weil ich Sasha Filipenko sehr schätze und bisher alle Bücher von ihm verschlang. Filipenko hebt sich von den sonst üblichen 08/15 Autoren ab. Dieses Werk beginnt mit einem Kreuzworträtsel. Es folgen Kommentare zum Buch, die wohl in einem Forum veröffentlicht wurden. Dann gibt es Kapitel über alle Protagonisten und die Elefanten in der Stadt stehen immer an erster Stelle.

Ich denke, dass ich das Buch noch ein zweites Mal lesen werde. Vielleicht sehe ich dann klarer. Was sich wie immer bei Herrn Filipenko wohltuend abhebt, das ist sein Sprachstil und der subtile Humor. Aus dem Grund m u s s es auch für dieses Werk eine sehr gute Bewertung geben. Nein, für „hervorragend“ hat es nicht gereicht.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Über dominante Großeltern und rebellische Enkelinnen

Morgensonnenglück
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Holly und Ivy sind Zwillinge und bei den Großeltern aufgewachsen. Zur Mutter haben sie kaum Kontakt und jetzt sollen sich alle bei den Großeltern treffen? Heile Welt spielen, oder was sonst? Von dieser ...

Holly und Ivy sind Zwillinge und bei den Großeltern aufgewachsen. Zur Mutter haben sie kaum Kontakt und jetzt sollen sich alle bei den Großeltern treffen? Heile Welt spielen, oder was sonst? Von dieser Vorstellung ist Holly keineswegs begeistert. Warum soll sie ausgerechnet jetzt ihre leibliche Mutter wiedersehen? Zumal die dann auch ihre jüngere Tochter mitbringt. Also die „kleine Schwester“?

„Morgensonnenglück“ ist tatsächlich ein Wohlfühlroman. Alle Beteiligten zeichnen sich durch ein gesundes Selbstbewusstsein aus. Das mag wohl auch daran liegen, dass sie sich seit etlichen Jahren gegen die Pläne ihrer Großeltern durchsetzen mussten. Die Zukunftsvisionen des Großvaters stoßen zunächst auf Widerstand. Jedoch müssen alle Beteiligten erkennen, dass er ihre geheimen Wünsche sehr wohl kennt. Das heißt, dass er sie mit einem sagenhaften Angebot in ihren Heimatort locken möchte.

Auch wenn ich schon recht früh erkannte, wie sich die Geschichte entwickelte. Das Buch las ich gerne. Es geht um Verletzungen, die nicht erforderlich waren und nur durch Ehrlichkeit aufgearbeitet werden können. Dass eine alte Liebe dann neu entflammte, war sehr schnell klar. Da nicht alle Fragen restlos geklärt wurden denke ich, dass es eine Fortsetzung des Romans gibt?

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