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Veröffentlicht am 05.09.2025

Hier wird Lesen zum Geschenk

Das Lied des Vogelhändlers
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Wäre das Fach „Geschichte“ in meiner Schulzeit nur annähernd so spannend gewesen wie dieses Buch und damit die Reise vor mehr als 800 Jahren in die Zeit des dritten Kreuzzuges, dann hätte es mit Sicherheit ...

Wäre das Fach „Geschichte“ in meiner Schulzeit nur annähernd so spannend gewesen wie dieses Buch und damit die Reise vor mehr als 800 Jahren in die Zeit des dritten Kreuzzuges, dann hätte es mit Sicherheit zu meinen Lieblingsfächern gezählt. Überhaupt ist es immer wieder abenteuerlich und fesselnd, mit einem Buch von Ralf H. Dorweiler in die Vergangenheit zu reisen.
Das Personenverzeichnis am Anfang hilft mir beim Einordnen der Schauplätze und beim Unterscheiden zwischen historischen Persönlichkeiten und fiktiven Figuren.
Interessant und liebenswert ist die Erklärung, wie es zu der Idee eines Buches aus der Zeit der Vogelfänger und Vogelhändler gekommen ist. Das und auch den Faden, der sich durch die Geschichte zieht, beschreibt Dorweiler eindrucksvoll im Nachwort.
Neben der eigentlichen Geschichte, die mir ein Lesewochenende voller Spannung geschenkt hat mit Emotionen, die zwischen Wut, Trauer, Angst, Freude, Verachtung und jeder Menge Überraschungen wechselten, hat mich noch etwas begeistert:
Jeweils ein Vogel ist nicht nur Namensgeber eines jeden Kapitels, sondern der hat in vielen Fällen hier auch einen speziellen Auftritt. Damit wird eine schöne Verbindung zum Buchtitel hergestellt. Außerdem findet man Daten zu Zeit und Ort und dann ist jedem Kapitel noch ein besonderes Zitat zugeordnet.
An all diesen Dingen und an seinen gründlichen Recherchen erkenne ich die Freude des Autors an seiner Arbeit und an seinen Figuren. So gefällt es nicht nur Dorweiler selbst, dass es hier zum Beispiel mit dem Vogelhändler Wigbert eine Verbindung gibt zu Seyfried, einem Protagonisten aus einem seiner früheren Romane.
Ich wünsche mir, dass noch viele Leserinnen und Leser Ralf H. Dorweiler und seine Bücher für sich entdecken. Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Historisch
Veröffentlicht am 05.09.2025

Der Welterfinder

In meiner Welt
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„In meiner Welt“ ist eine warmherzige Geschichte von Sabine Bohlmann. Zum Leben gehören auch Verluste. Das erzählt sie mit großer Empathie und regt damit zum Nachdenken an.

Mein Wunsch, das Buch zu lesen, ...

„In meiner Welt“ ist eine warmherzige Geschichte von Sabine Bohlmann. Zum Leben gehören auch Verluste. Das erzählt sie mit großer Empathie und regt damit zum Nachdenken an.

Mein Wunsch, das Buch zu lesen, war da, als ich das Cover gesehen habe: ein Großvater und sein Enkel, Hand in Hand, ein gemeinsamer Schatten. Mich berührt dieses Bild, es zeigt das innige Verhältnis der beiden.

Genauso berührend wie das Cover ist die Geschichte in diesem Bilderbuch. Der kleine Bruno hat ganz viele Fragen. Gern wäre er Welterfinder, dann wäre in seiner Welt alles anders. Mit seinem Opa bespricht er die Fragen und gemeinsam überlegen sie, ob die Welt wirklich besser wäre, wenn zum Beispiel niemand mehr sterben müsste. Der Großvater nimmt die Ideen seines Enkels ernst und die Gespräche finden auf Augenhöhe statt.

Simona Ceccarelli überträgt die kurzen Texte von Sabine Bohlmann passgenau in ihre Illustrationen. Durch das Zusammenwirken von Wort und Bild ist ein ganz wunderbares Buch entstanden, für das ich von Herzen gerne eine Leseempfehlung gebe.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Kein leichtes Unterfangen

Versprich mir, dass du tanzt
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„Ein Jahr ist vergangen, seit Lily sich von ihrem geliebten Adam verabschieden musste.“ Als ich diesen Satz in der Buchbeschreibung gelesen hatte, habe ich nicht damit gerechnet, Adam noch persönlich ...

„Ein Jahr ist vergangen, seit Lily sich von ihrem geliebten Adam verabschieden musste.“ Als ich diesen Satz in der Buchbeschreibung gelesen hatte, habe ich nicht damit gerechnet, Adam noch persönlich kennenzulernen. Doch der Prolog führt direkt in das Hospiz, in dem Adam die letzte Zeit seines Lebens verbringt.
Ich kenne die Autorin Dani Atkins aus anderen Büchern und freue mich, dass sie auch hier wieder mit ihrem emotionsgeladenen Schreibstil überzeugt. Sie schreibt sehr realistisch und ich kann bestätigen, dass ein Hospiz eine würdevolle Art zum Sterben bietet. Es ist wirklich genauso schön, wie Atkins es beschreibt. Ich genieße diese letzten Tage, die Lily mit Adam verbringt.
Dreh- und Angelpunkt der Geschichte wird ein letztes Versprechen sein, das Lily Adam gegeben hat: Sie soll Josh suchen, um sich mit ihm auszusprechen, um dann Adam und ihm zu vergeben.
Dani Atkins versteht es, viele Fragen entstehen und dadurch das Kopfkino arbeiten zu lassen. Josh, der in der Kindheit in einer Pflegefamilie in Lilys Nachbarschaft aufgewachsen ist, macht das Kennenlernen mit Lily nicht leicht. Aber Lily bleibt positiv und optimistisch und bald verbindet die beiden eine besondere Freundschaft. Es ist kaum zu glauben, dass sie sich nach einem Streit am Abend vor Lilys Hochzeit mit Adam nie wieder begegnen wollten.
Liebe, Herzschmerz, Streit, Missverständnisse, Verständnisschwierigkeiten und immer wieder Fragen über Fragen, das sind Dinge, die diese Geschichte tiefgründig machen und nicht nur eine einfache Liebesgeschichte erzählen.
Mich hat das Buch gefesselt, weil ich die Hauptprotagonisten Adam, Lily und auch Josh in ihrem Verhalten und ihrem Tun verstehen konnte und zu mögen gelernt habe. Gern empfehle ich das Buch für Lesestunden mit Emotionen.

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Veröffentlicht am 30.08.2025

Lebenskluge Antworten auf viele Fragen

Hildegards Schatzkiste
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Hildegard von Bingen war eine Frau, die ihr Leben und Wirken Gott und den Menschen gewidmet hat. Obwohl sie bereits vor mehr als eintausend Jahren gelebt hat, wirken ihre Worte und ihr Wissen bis heute. ...

Hildegard von Bingen war eine Frau, die ihr Leben und Wirken Gott und den Menschen gewidmet hat. Obwohl sie bereits vor mehr als eintausend Jahren gelebt hat, wirken ihre Worte und ihr Wissen bis heute. Für mich ist sie eine faszinierende Persönlichkeit, der ich gern begegne, sei es in historischen Romanen wie beispielsweise in „Der Gesang der Bienen“ von Ralf H. Dorweiler, in biografischen Schriften oder einfach in ihren Sprüchen, die immer mal irgendwo zu lesen sind. Und ich freue mich, wenn ich wieder etwas über die Ordensfrau erfahren kann.
„Hildegards Schatzkiste“ ist mit Maria Regina Kaiser als Herausgeberin im Verlag Herder erschienen. Es verspricht in der Unterzeile „Kräuterwissen, Rezepte und Heilsames für die Seele“.
Liebevoll hat Maria Regina Kaiser nicht nur das Vorwort geschrieben, sondern sie führt empathisch durch das gesamte Buch. Dabei steht Hildegard von Bingen mit ihrem Wirken im Vordergrund. Es geht um Gott, Mensch und Welt, berichtet von Lebensführung und Wohlergehen ebenso wie von gesunder Ernährung. Ratschläge und Weisheiten sind zu finden – und tolle Rezepte für ein erfülltes Leben. Das Buch endet mit Liedern und Lobpreis und Gebeten.
Das kleine Büchlein im DIN A6-Format ist wirklich ein kleiner Schatz. Die hübschen Kräuter sind nicht nur auf dem Cover zu sehen, sondern tauchen überall in Form einer Blüte oder eines Blattes auf. Es passt in jede Handtasche und ich empfehle diesen besonderen Schatz, der auch als kleines Geschenk bestimmt Freude bereitet, gerne weiter.

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Veröffentlicht am 28.08.2025

Achtung! Schleudergefahr!

Himmelerdenblau
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Viele unbeantwortete Fragen, dazu mehrere Protagonisten, die in Sachen seelischer Belastungen ihre eigenen Baustellen haben: Nicht nur einmal glaube ich in einigen der Beteiligten einen potenziellen ...

Viele unbeantwortete Fragen, dazu mehrere Protagonisten, die in Sachen seelischer Belastungen ihre eigenen Baustellen haben: Nicht nur einmal glaube ich in einigen der Beteiligten einen potenziellen Mörder erkannt zu haben. Aber nicht mit Romy Hausmann – so einfach macht es die Autorin den Lesenden nicht!
Nur sehr undeutlich ist die Familie auf dem Cover zu erkennen – eine Familie, in der einmal alles heil war, jetzt aber – zwanzig Jahre nachdem die Tochter Julie plötzlich verschwunden war – nur noch als verschwommenes, verwaschenes Bild wahrnehmbar. Nie hat der Vater Theo aufgehört, nach Julie zu suchen. Ist sie wirklich entführt worden?
Als jetzt die True Crime-Podcasterin Liv bei ihm auftaucht und Theo anbietet, mit ihm gemeinsam endlich die Wahrheit über das Verschwinden seiner Tochter zu ergründen, ist er sofort dabei.
Romy Hausmann ist Meisterin darin, Einblicke in die tiefsten Tiefen der menschlichen Seele zu geben und bei mir damit immer wieder große Verwirrung zu stiften. Was allerdings für mich dieses Buch zu einer ganz besonderen Geschichte macht, ist die Art, wie Hausmann den Charakter des an Demenz erkrankten Theo zeichnet.
„Liv sieht zu ihm hinüber und lächelt milde. Er ist wieder ein Stück weit von ihr abgerückt. In eine Welt, die nur er versteht.“
Es erscheint mir total realistisch, wie Theo lebt, was er denkt und tut, sich erinnert, aber auch immer wieder an seine Grenzen stößt. Großartig, wie es Liv gelingt, mit Theo und der Krankheit Demenz umzugehen.
Das ist wieder mal ein Thriller, wie ich ihn mag: Erscheint in einem Moment etwas ganz klar und deutlich, so werde ich im nächsten Moment von einer Fliehkraft gepackt und weggeschleudert – und bin danach so klug wie zuvor und vor Überraschungen niemals sicher.
Eines aber ist sicher: meine unbedingte Leseempfehlung für „Himmelerdenblau“.

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