Nüchtern erzählt, aber mit besonderem Charme
Das Haus mit den sieben GärtenIn „Das Haus mit den sieben Gärten“ erzählt Elsemarie Maletzke von Fleur, die eine Stelle als Gärtnerin in Frau Sylvests Villa annimmt. Sie weiß um Fleurs Vergangenheit, die auch einen Gefängnisaufenthalt ...
In „Das Haus mit den sieben Gärten“ erzählt Elsemarie Maletzke von Fleur, die eine Stelle als Gärtnerin in Frau Sylvests Villa annimmt. Sie weiß um Fleurs Vergangenheit, die auch einen Gefängnisaufenthalt einschließt, und gibt ihr dennoch eine Chance. In dem Haus begegnet Fleur unter anderem George Fox Evans, einem Schriftsteller, sowie weiteren Personen, die auf unterschiedliche Weise mit der Villa verbunden sind. Während sie sich in ihrem neuen Umfeld einrichtet, wird sie zugleich von ihrer Vergangenheit eingeholt.
Der Roman lebt von seinen Figuren und der besonderen Atmosphäre rund um das Haus. Erzählt wird aus wechselnden Perspektiven, die den Figuren nahekommen und Einblick in ihre Gedanken geben. Der Erzählstil bleibt dabei insgesamt eher nüchtern und zurückhaltend. Auffällig ist, dass der Ton vor allem bei Fleur und Fox Evans oft fast emotionslos und lakonisch wirkt. Gerade die Figur der Hausherrin, obwohl sie als zentrale Figur den Rahmen der Handlung bildet, bleibt dabei auffallend distanziert.
Frau Sylvest wirkt großzügig und gutgläubig, beinahe wie eine Mäzenin, die den anderen Raum gibt, sich zu entfalten.
In dieser zurückhaltenden Erzählweise liegt einerseits der Reiz des Buches, sie erschwert aber auch den Zugang. Trotzdem hat mich der Roman insgesamt sehr gut unterhalten. Die ungewöhnlichen Figuren und die besondere Stimmung machen seinen Charme aus, auch wenn er sich nicht sofort erschließt.