Unterhaltsamer Roman um die Erschaffung des Dreikönigenschreins
Der Schrein der KönigeDies ist mein erster Roman der Bestseller-Autorin Sabine Weiß und mein erster Eindruck war gleich positiv, als ich das kunstvolle Buchcover mit dem goldenen Dreikönigenschrein sah. Es ist ein absoluter ...
Dies ist mein erster Roman der Bestseller-Autorin Sabine Weiß und mein erster Eindruck war gleich positiv, als ich das kunstvolle Buchcover mit dem goldenen Dreikönigenschrein sah. Es ist ein absoluter Hingucker und passt wunderbar zum Thema.
Im Prolog wird die Eroberung Mailand und der Raub der Dreikönigsreliquien beschrieben und bildet den Auftakt der Geschichte um den berühmten Goldschmied und Witwer Nicolaus von Verdun, der für den Erzbischof Philipp von Heinsberg einen neuen prächtigeren Dreikönigenschrein herstellen soll.
Die Autorin Sabine Weiß verwebt dabei meisterhaft gut recherchierte historische Fakten mit fesselnder Fiktion. Sie beschreibt die einzelnen Szenen so bildhaft, dass ich mir alles sehr gut vorstellen konnte: das historische Köln des 12. Jahrhunderts, dem damals schon vorherrschenden Kölner Klüngel, die Goldschmiedearbeiten, aber auch die Denkweise der Menschen der damaligen Zeit mit ihren Ängsten, Glauben sowie Aberglauben sind in diesem Roman hervorragend dargelegt worden.
Ich konnte mir sehr schnell eine persönliche Meinung zu den einzelnen Protagonisten bilden. So waren mir Nicolaus von Verdun und seine Tochter Anne sowie der Magister Jilles von Anfang an sehr sympathisch und blieben es auch; andere Protagonisten dagegen waren mir von Anfang an sehr unsympathisch wie Charles, Nicolaus von Verduns fiktiver Bruder und auch hier habe ich meine Meinung bis zum Ende des Romans nicht geändert. Bei Nicolaus pubertierenden Sohn Louis, dessen Persönlichkeit sich im Laufe der Erzählung weiterentwickelte, änderte sich dann auch meine Sympathie zu ihm.
Dank des flüssigen und packenden Schreibstils konnte ich das Buch – solange es um die Erschaffung des Dreikönigenschreins und die Hauptprotagonisten Nicolaus von Verdun sowie dessen Familie ging - kaum aus der Hand legen, da ich immer nur noch weiterlesen wollte.
Später, als die Zeitsprünge jedoch größer wurden und es auf einmal nicht mehr hauptsächlich um Nicolaus von Verdun und den Dreikönigenschrein ging, so gibt es eine kurze Episode mit den Kinderkreuzzügen, flachte die Geschichte ab. Leider hat mich das Ende des Romans noch mit ein paar Fragen zurückgelassen.
Die Personen sind zahlreich, trotzdem verliert man dank eines umfangreichen Personenverzeichnis nicht den Überblick. Hierbei werden die historischen Persönlichkeiten von den fiktiven Personen durch ein Sternchen hervorgehoben. Begeistert hat mich auch ein umfangreiches Glossar mit den Erläuterungen, historische Anmerkungen und Literaturvorschläge zum Weiterlesen am Ende des Buches. Mit Bedauern stellte ich fest, dass es in der Innenseite des Buches keinen historischen Stadtplan von Köln gibt. Da ich diesen jedoch im Internet gefunden habe, ging dies bei meiner Bewertung nicht negativ ein.
Struktur:
Die Kapiteln haben aufgrund der deutlichen optischen Unterteilung eine angenehme Leselänge. Ich finde die Überschriften mit dem auf dem Dreikönigenschrein geschmückten Propheten und Aposteln sehr originell sowie die Untertitel mit Information über den Handlungsort und den Zeitraum sehr hilfreich.
Fazit:
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und vergebe aufgrund der kleineren Schwächen 4 von 5 Sterne.