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Veröffentlicht am 04.11.2025

Perfekt für die NA-Zielgruppe

Cozy baking time
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Nachdem ich Anfang des Jahres ziemlich faul geworden bin, viel zu backen, ist nun passend zur gemütlichen Jahreszeit die Lust richtig zurück. Da kam ein Backbuch mit dem Titel „Cozy Baking Time“ doch genau ...

Nachdem ich Anfang des Jahres ziemlich faul geworden bin, viel zu backen, ist nun passend zur gemütlichen Jahreszeit die Lust richtig zurück. Da kam ein Backbuch mit dem Titel „Cozy Baking Time“ doch genau richtig. Mich hat zusätzlich gereizt, dass die Ausgabe bei netgalley damit beworben wurde, ideal für New Adult-Bücher zu sein. Der Autorin Theresa Haubs bin ich online noch nicht begegnet, aber so war es erst recht reizvoll, da mal näher einzutauchen.

Zunächst ist sicherlich auffällig, dass Haubs eine durchgängig direkte Ansprache wählt. Nicht nur im Vorwort wendet sie sich direkt an uns, sondern auch die Tricks und Tipps und dann später die Rezepte klingen, als würde mir meine beste Freundin etwas einflüstern. Das hat für mich noch einmal die Zielgruppe unterstrichen. Es geht um junge Frau, vielleicht sogar in der Tendenz eher Anfängerinnen beim Backen, und dementsprechend ist der Umgangston. Auch wenn ich vielleicht schon ein Stückchen älter bin, aber ich habe das nicht als respektlos empfunden. Ich kann mir aber vorstellen, dass Ältere da lieber die Finger von lassen, wenn ich mir die Generation meiner Eltern zum Thema Duzen vorstelle. Haubs will es persönlich und das kommt auch rüber. So wird sie ihre Fans via Social Media ansprechen und das übernimmt sie in ihr erstes Backbuch.

Verweise auf New Adult finden sich eigentlich nicht. Das ist auch an anderen Stellen als netgalley so nicht beworben worden, aber vielleicht als Idee für die Zukunft, wäre es sicherlich eine Idee, bekannte New Adult-Bücher einzubinden und mögliche passende Rezepte zu entwickeln oder zuzuordnen. Vielleicht sind ja sogar Kooperationen möglich, wer weiß da schon. Da New Adult, Young Adult etc. die Bücherbranche entscheidend mit am Leben erhalten, kann ich mir da schon eine gute Fusion vorstellen. Auch farblich ist viel von gewissen Zielgruppenverlagen wiederzuerkennen. Es gibt viel Pastell und das hat mich auf jeden Fall überzeugt. Die Bilder zu den jeweiligen Rezepten haben auch etwas Heimeliges. Insgesamt finde ich aber, dass es wenig Bilder gibt. Da ich inzwischen ein bisschen was nachgebacken habe, habe ich bei komplizierten Zwischenschritten gedacht, dass ein passendes Bild vielleicht nicht schlecht gewesen wäre. Das zeigt zwar keine Bewegungen, deutet sie aber immerhin an. Ansonsten wäre eine andere Idee, vielleicht Videos zur Verfügung zu stellen, auf die mit QR-Codes zugegriffen werden kann.

Kommen wir jetzt aber zu den Rezepten selbst. Da ich sehr viele Standardrezepte entdeckt habe, hat das für mich den Eindruck verstärkt, dass es sich auch mehr an Anfängerinnen richtet. Vieles habe ich schon in meinem Repertoire. Dennoch muss ich sagen, dass auch bei dem Kirschkuchen mit Mandeln oder bei dem Mohnkuchen Ideen dabei waren, die dem Rezept noch einmal eine frische Note gegeben haben. Hier ein Gewürz, hier eine Marmelade. Da merkt man doch, dass jede Familie eigene Ideen als Tradition weiterträgt. Gerade bei dem Mohnkuchen hat man die Marmelade deutlich herausgeschmeckt und das hat mir gut gefallen. Zwetschgenkuchen kenne ich überwiegend nur mit Hefe oder Rührteig, das hat sich mit dem Mürbeteig auch als Entdeckung erwiesen. Für mich völlig neu waren die Crookies, die sind als Trend wohl an mir vorbeigegangen, aber nun definitiv bei mir auf dem Radar. Es war zwar ein Rezept, bei dem ich mir gerne eine bessere Anleitung erhofft hätte, aber nachdem der Dreh einmal raus war, war das Ergebnis echt lecker. Auch die Scones habe ich ausprobiert, weil das letzte Mal schon echt lange her war, aber das war fix gemacht und war auch in seiner Einfachheit lecker.

Es gibt noch einige Rezepte, die ich noch nicht probiert und damit noch auf meiner Liste habe, aber der bisherige Eindruck sagt, dass die Rezepte eine Gelinggarantie haben. Wo mir die Beschreibungen nicht ausreichten, habe ich auf Erfahrung zurückgegriffen. Dementsprechend sehe ich zwar Schwächen, die man bei weiteren Backbüchern angehen könnte, aber es war eine süße Idee für diese Sammlung.

Fazit: „Cozy Baking Time“ ist für die intendierte Zielgruppe (Jugendliche, junge Frauen) sehr gut gelungen. Die Ansprache ist sehr vertraut, die Wortspiele sind witzig und frech. Die Rezepte sind sehr Standard, aber mit neueren Ideen. Die Beschreibungen sind nicht immer ausreichend und dann auch zu wenig Bilder, insgesamt aber empfehlenswert, gerade wenn man zur Zielgruppe gehört.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Gewaltig und einschüchternd

Alchemised
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Forever, das Imprint, das begleite ich im Grunde von Anfang an und in der Zeit ist es ordentlich gewachsen. Haben anfangs vor allem deutsche Autoren dort eine Chance für ihre Liebesgeschichten bekommen, ...

Forever, das Imprint, das begleite ich im Grunde von Anfang an und in der Zeit ist es ordentlich gewachsen. Haben anfangs vor allem deutsche Autoren dort eine Chance für ihre Liebesgeschichten bekommen, wurden auch immer mehr gefeierte internationale Reihen eingekauft und dennoch stand Forever für mich immer hinter anderen Verlagen, wie Lyx beispielsweise, zurück. Als nun „Alchemised“ als Buch des Jahres angekündigt wurde, da war ich extrem skeptisch. Das deutet schon an, dass ein Hype erzeugt werden soll und wir kennen es alle, Hype-Bücher sind immer mit Vorsicht zu nehmen. Nach und nach sickerten dann mehr Infos für mich durch. Offenbar hat Autorin SenLinYu zunächst eine Harry Potter-Fanfiction geschrieben, die dann nochmal umgeschrieben und zu einer eigenständigen Fantasy-Geschichte umgewandelt wurde. Auch die Seitenzahl hat mich etwas geschockt. Ich habe echt schon ewig nicht mehr über 1000 Seiten gelesen, das waren tatsächlich die alten Harry Potter-Zeiten beziehungsweise Diana Gabaldon-typisch.

Letztlich habe ich mich für das Hörbuch entschieden, was ich im Nachhinein als halb richtig einschätzen würde. Vanida Karuns Stimme mochte ich, aber ich muss schon sagen, dass 40 Stunden damit im Ohr irgendwann zäh werden. Normalerweise haben die Hörbücher so 11 Stunden im Durchschnitt, teilweise haben wir mehrere Stimmen in einem, dementsprechend bin ich da schneller neueren Input gewöhnt. Auch wenn ich die 40 Stunden nicht an einem Stück, sondern über eine Woche gehört habe, aber manches Mal hätte ich mir gerne die Buchausgabe herbeigewünscht. Ein weiterer Punkt ist sicherlich, dass im Buch ein Glossar angegeben ist. Das fällt im Hörbuch leider völlig weg, dementsprechend musste ich mir online die Infos zusammensuchen, denn ohne Glossar geht es leider wirklich nicht. Ob nun das Hörbuch Einfluss auf meine abschließende Bewertung hat, das finde ich schwierig einzuschätzen, aber ich denke doch, dass vor allem der Inhalt den Eindruck verfestigt hat.

Ohne das Vorabwissen, dass es ursprünglich eine Geschichte von Hermine und Draco war, wäre ich da sicherlich nicht drauf gekommen. Mit dem Wissen habe ich aber doch immer mehr Parallelen erkannt. Es hat schon etwas Charme, sich vorzustellen, wenn sich sowas wirklich entwickelt hätte, aber ich habe mich an Hermine und Draco auch nicht zu sehr aufgehangen, denn Helena und Kaine waren für mich sehr eigenständige Figuren. Vor allem bei ihm finde ich auch, dass man Draco schnell vergisst, ich habe ihn charakterlich ganz anders empfunden. Ohne das Glossar war es schon schwierig, in die Geschichte hineinzufinden. Deswegen habe ich irgendwann einen Cut gemacht und mir online alles zusammengesucht, das hat sehr geholfen. Es hilft natürlich auch, ein wenig Wissen aus der Harry Potter-Welt mitzubringen, denn auch wenn es die Autorin nochmal deutlich komplexer ausgearbeitet hat, aber Grundideen sind dennoch wiederzuerkennen. Auch wenn ich „The Handmaid’s Tale“ selbst noch nicht gelesen habe, so kenne ich grob, worum es geht. Davon ist auch sehr viel in der Geschichte wiederzufinden. Der erste Teil ist schon relativ zäh aufgrund der Gefangenen-Situation, weil die Einflüsse sehr begrenzt sind und Helena auf nur wenige Figuren trifft. Das Tempo hilft umgekehrt, sich immer besser einzudenken.

Dennoch habe ich mir mal mehr Tempo gewünscht. Das wird mit Teil 2 erfüllt, weil da erstmal alles auf den Kopf gestellt wird. Hier war für mich Hogwarts omnipräsent, wir haben viele neue Charaktere kennengelernt, aber auch da setze sich irgendwie eine gewisse Zähigkeit durch. Gerade wenn ich weiß, wie viele Stunden ich vor mir habe, da brauche ich neuen Input und dadurch, dass die Geschichte sehr an Helena und dann auch an Kaine klebt, fehlte das einfach. Das Sichtfeld war mir oftmals zu eng, weil es da so viel zu entdecken gab, was ich gerne dann wirklich erkundet hätte, aber immer ging es wieder zur Ausgangssituation zurück. Eigentlich hat die Geschichte mich an diesem Punkt verloren und das ist auch mein Kritikpunkt. Auch wenn diese Liebesgeschichte sehr intensiv ausgearbeitet ist und ich sowas eigentlich immer gut finde, aber für die Seitenzahl war es zu viel, um mich durchgängig zu erhalten.

Zum Glück gab es dann auch einen Teil, der am meisten von Action lebte. Da passierte dann echt viel und dafür war ich sehr dankbar, weil sonst hätte ich vermutlich pausiert. So habe ich es aber durchgezogen. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich mich drauf eingelassen habe. Es war mit der ganzen Vorgeschichte etwas Spezielles. Aber es ist kein Muss-Buch, auch weil ich beispielsweise eine Adaption nicht unbedingt sehen müsste.

Fazit: „Alchemised“ ist in aller Munde und wie üblich für ein Hype-Buch gibt es zwei große Lager. Ich gehöre zu den Skeptikern. Mit Hörbuch war es ohne Glossar sicherlich noch komplexer, aber auch ohne äußere Faktoren liegt mein Kritikpunkt an der fehlenden Menge an Action für die Seitenzahl. Die Autorin hat aber etwas geschaffen, was andere ihr erstmal nachmachen müssen, das ist auch klar. Sie hat sich etwas ausgedacht und es mit ihren Figuren richtig durchlebt. Ich habe auch mitgelitten, aber nicht so, wie ich es mir ursprünglich erhofft hatte.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Seelenheilen in den Schären

A Dancer's Kiss (Broken Artists, Band 2)
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Rebekka Weiler habe ich mit der „Broken Artists“-Reihe für mich entdeckt, deswegen war klar, dass ich bei „A Dancer’s Kiss“ natürlich gerne wieder dabei war. Die gemeinsame Geschichte von Mats und Nele ...

Rebekka Weiler habe ich mit der „Broken Artists“-Reihe für mich entdeckt, deswegen war klar, dass ich bei „A Dancer’s Kiss“ natürlich gerne wieder dabei war. Die gemeinsame Geschichte von Mats und Nele ist im ersten Band schon ordentlich angedeutet worden, sodass ich sehr gespannt war, was wir da alles erfahren und miterleben.

Dass Mats Nele in einer schicksalsträchtigen Nacht begegnet ist, das wussten wir bereits, dementsprechend war es von Weiler wichtig, dass sie genau diese Begegnung uns aus beiden Perspektiven erzählt. Es war eine höchst ungewöhnliche Entwicklung, die aber schon unheimlich viel über beide Figuren verraten hat, was ich als sehr positiv wahrgenommen habe. Mats ist echt eine ganz wunderbare Figur. Weil er von Anfang an Empathie bewiesen hat und sich eben nicht auf das fokussiert hat, was seltsam war, sondern auf das, was er intuitiv gefühlt hat. Bei Nele war wiederum offensichtlich, was ihr passiert sein muss und trotzdem wollte man natürlich wissen, wie alles zusammenhängt und wie sich der emotionale Kampf von ihr darstellt. Dieser Schwerpunkt des Buchs ist in dieser Art auch sehr ungewöhnlich, wie ich finde und spätestens mit dem Nachwort von Weiler ist auch klar, warum das Thema sich regelrecht aufgedrängt hat. Es trägt zur Authentizität bei und es hat schließlich eine Aufgabe, die der Autorin am Herzen liegt und das weiß ich sehr zu schätzen.

Ich möchte an dieser Stelle aber auch erstmal ein paar Kritikpunkte einwerfen. Auch Selina Mae hat zuletzt in einer Reihe ihre beiden Protagonisten aus allem rausgebrochen und in den Urlaub verfrachtet. Das schafft natürlich Intimität, das schafft ohne Ende gemeinsame Momente und hat definitiv etwas für sich. Bei einem Einzelband würde ich auch gar nichts sagen, denn dann kennt man das ‚mehr‘ dahinter nicht und ist zufrieden mit dem, was man angeboten bekommt. Aber hier haben wir durch das WG-Leben im ersten Band schon einen Eindruck bekommen, wie es funktioniert, wenn die ganzen Figuren aufeinandertreffen und was das auslöst. Das ist durch das Ferienhaus von Mats Familie natürlich völlig weggenommen. Yva ist zwar durch Gespräche dabei und auch Mats ist bemüht, den Kontakt zu Linus zu halten, sodass wir schon Andeutungen zu seinem Gemütszustand für Band 3 bekommen. Aber dieses Miteinander, was auch die Liebesgeschichte in Band 1 ausgemacht hat, fehlt hier deutlich. Bei Nele habe ich speziell auch darüber nachgedacht, dass gerade ihre familiären Verbindungen so lange etwas nur aus Erzählungen bleibt. Man erlebt da wenig. Hier sieht man also deutlich ein Für und Wider für die Urlaubsidee.

Denn natürlich war es positiv, dass wir nach dem Innenstadtleben in Stockholm nun eine andere Welt in den Schären bekommen. Wenn ich an Schweden denke und von einem möglichen Urlaub dort träume, da will ich auch diese Gegensätze kennenlernen. Es war auch eine wirklich unglaubliche Ruhe, die das Ferienhaus mitsamt Umgebung ausgestrahlt hat. Dazu fand ich es echt fürs Herz, wie viel aus Mats Kindheit wieder aufgelebt wurde. Wenn man die unbeschwerte Kindheit auch mal so sehr vermisst wie ich, da ist es schon wunderbar zu sehen, wie man sowas immer wieder rekreieren kann.

Die gemeinsame Zeit im Ferienhaus wird dann effektiv genutzt, um sich Neles Trauma zu widmen. Ich war in ihrer Haut noch nicht, deswegen kann ich nicht beurteilen, wie realistisch das in Hinblick auf Zwischenschritte und Tempo ist, aber es fühlte sich einfach sehr real an. Ich war gerne dabei, auch wenn es fast die falschen Begriffe dafür sind, weil es natürlich auch hart ist, aber das Miteinander von Mats und Nele macht es intensiv. Diese beiden Figuren sind sich einfach genau richtig begegnet und konnten sich so helfen. Zum Abschluss habe ich nochmal kleinere Kritikpunkte. Die Geschichte von Nele ist auf jeden Fall dominanter, aber Mats hatte eine Reise vor sich. Das war immer wieder zwischendurch zu erkennen, aber leider fiel das am Ende immer mehr raus. Genauso hat mir aber gefehlt, dass wir nach Neles Durchbruch nicht noch mehr Zwischenschritte bekommen haben. So gesehen hatte ich den Eindruck, dass die Geschichte nochmal 50 Seiten gut vertragen hätte. Auch wenn es einen dritten Band noch gibt, in dem Nele und Mats sicherlich nochmal einen Auftritt haben werden, aber es wird nicht mehr ihre Geschichte sein, dementsprechend bleiben die entstandenen Fragen wohl leider offen.

Fazit: „A Dancer’s Kiss“ hat für mich bewiesen, dass ich Rebekka Weiler weiterhin im Auge behalten werden. Sie hat sich nämlich erneut einem sehr sensiblen Thema gewidmet und es einnehmend und berührend verarbeitet. Die Charakterarbeit ist die große Stärke. Es war etwas schade, dass alles so isoliert von anderen Figuren stattfindet und es gab angedeutete Themenfelder, die dann fallen gelassen wurden, aber unterm Strich werde ich mir Band 3 keinesfalls entgehen lassen.

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Veröffentlicht am 22.10.2025

Persönlich und etwas überhastet

Falling Like Stars
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Der persönliche Schicksalsschlag von Emma Scott, der ist mir sehr ans Herz gegangen und wenn ich seitdem ein neues Buch von ihr lese, dann geht das irgendwie wo ganz anders hin. Denn schon vor dem Nachwort ...

Der persönliche Schicksalsschlag von Emma Scott, der ist mir sehr ans Herz gegangen und wenn ich seitdem ein neues Buch von ihr lese, dann geht das irgendwie wo ganz anders hin. Denn schon vor dem Nachwort war einfach zu spüren, wie viel Persönliches in „Falling Like Stars“ eingewoben waren. Ich bewundere sie einfach sehr für ihren Mut und ihre wiedergefundene Stärke und hoffe, dass sie uns als begeisterte Leser noch lange mit ihren Liebesgeschichten berührt.

Fantasy von Emma Scott, das war nicht so meins, aber mit „Falling Like Stars“ ist sie genau wieder da, wo ich sie lieben gelernt habe: eine Liebesgeschichte. Da es das erste Buch ist, das sie nach ihrem persönlichen Verlust geschrieben hat, kann ich auch verstehen, dass es ein Standalone ist, weil es inhaltlich ganz deutlich eine Aufgabe hatte. Das ist vor allem mit Hauptfigur Rowan verbunden, die ebenfalls einen schweren Verlust erlebt. Es ist gleich für den Einstieg in die Geschichte eine echte emotionale Hausnummer, die aber zeigt, so ist das Leben. Alles scheint gut oder zumindest zu bewältigen und dann schlägt das Schicksal zu. Danach haben wir einen Zeitsprung und wir erleben Rowan als junge Frau, die sich alles verbietet, was sie sich einst erträumt hat, weil sie Schuldgefühle der Überlebenden hat. Scott hat im Nachhinein zugegeben, dass in diesem Teil viel ihrer eigenen Gedankenwelt drinsteckt und das habe ich mir beim Lesen schon gedacht. Man merkt einfach, wenn sich etwas echt anfühlt, entweder weil man das Gefühl selbst kennt oder weil es so intensiv ist, dass es auf mich als Leserin selbst übergeht, dass es nicht aus der Luft gegriffen sein kann.

Ich fand angesichts von Rowans Lebensgeschichte gut, dass sie nicht als verletzliches Püppchen erzählt wurde, das im Leben angeleitet werden muss. Nein, sie hat sich tough und mit Durchhaltevermögen entwickelt. Sie hat aufgrund ihres Traumas eine verdrehte Gedankenwelt, aber sie ist absolut überlebensfähig. Genau deswegen hat für mich dann die Liebesgeschichte auch gut funktioniert. Natürlich ist Zach als Protagonist auch ein echtes Goldstück, aber trotz seines Berufs war es von Anfang eine Begegnung auf Augenhöhe. Er musste sie nicht retten und das habe ich erleichtert zur Kenntnis genommen. Das hätte man nämlich leicht anders erzählen können. Ich muss an dieser Stelle einwenden, dass ich nicht auf so eine emotionale Ebene gekommen bin, wie ich das bei Scott-Büchern schnell erreichen kann, aber das liegt einfach daran, dass ein sehr stetiges Erzähltempo da ist und manchmal wäre Luft holen besser gewesen. Es passiert zwar nicht alles innerhalb weniger Tage oder Wochen, nein, wir haben einen größeren Zeitrahmen, aber es fühlt sich anders an. Und wenn ich weiß, was Scott kann, dann weiß ich auch, dass sie diese Tiefe und das Luft holen kann. Der letzte Funke fehlte so unterm Strich.

Kommen wir aber zurück zum Pärchen. Rowans Weg, wie sie sich Hilfe sucht, auch hier ist mit viel Authentizität gearbeitet worden (auch hier Stichwort Nachwort). Genauso fand ich es aber bewegend, welchen Knackpunkt sich Scott für Zach ausgedacht hat. Er hat eine so tolle Familie, die es als Anker brauchte und deswegen musste etwas anders her. Das Thema ist allgemein so wichtig, aber es ist genauso wichtig, dass es auch Männer betrifft. Hier war dann clever, dass Zach berühmt ist, weil es dieses ‚wem glaubt man‘ auf die Spitze getrieben hat. Auch wenn es schwer zu lesen war, aber Hut ab für die Darstellung. Ich fand auch das ganze Filmbusiness sehr gut dargestellt. Alles rund um die Preisverleihungen war leicht übertrieben, aber alles andere hat die Welt überhaupt nicht rosarot gezeichnet, sondern sehr realitätsnah. Sowohl der Einfluss von Social Media, aber auch der Druck durch ein Team aus Agenten, Manager etc. Die Welt lässt sich gerne als wunderschön gestalten, aber so war es genau so, wie die ganzen Skandalen in der realen Welt es uns immer wieder beweisen.

Fazit: „Falling Like Stars“ ist eine sehr persönliche Geschichte von Emma Scott, weswegen vor allem die Entwicklungen der beiden Hauptfiguren individuell sehr berührend waren. Als Paar zusammen habe ich schon was ganz anderes der Autorin geboten bekommen. Da wäre Luft holen mal nötig gewesen, aber einzelne Momente waren dennoch sehr fürs Herz.

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Veröffentlicht am 20.10.2025

Zunehmend spannend, ansonsten schwächelnd

Falling in too deep
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„Falling in to deep“ hat mich angesichts der aufkommenden Herbststimmung gereizt. Auf der einen Seite kann ich da gut mehr gemütliche Bücher vertragen, auf der anderen Seite aber dann auch mehr Thrill. ...

„Falling in to deep“ hat mich angesichts der aufkommenden Herbststimmung gereizt. Auf der einen Seite kann ich da gut mehr gemütliche Bücher vertragen, auf der anderen Seite aber dann auch mehr Thrill. Dementsprechend schien Romantic Suspense die perfekte Mischung zu sein. Inmitten eines Campos mit einem Mysterium auch eine schöne Liebesgeschichte erzählt bekommen.

Gerne einführend möchte ich schon erwähnen, dass meine Erwartungen nicht erfüllt wurden. Das lag zunächst vor allem am Einstieg. Der war gleich doppelt schwierig. Zum einen mochte ich das Layout einfach nicht. Es war zu viel Text und auch wenn das beim Lesen unvermeidlich ist, Text zu haben, so erschlägt es mich optisch schnell, wenn es nicht genug Absatzschaltungen etc. gibt. So fühlt es sich dann rein vom Gucken her schon zäh an. Aber auch der Inhalt wollte nicht so recht in Gang kommen. Wir haben zwar die ersten Posts, die sich damit beschäftigen, wo unsere zentrale Protagonistin ist; die sollten also schon Lust auf mehr machen. Aber die Einführung in das Camp, Ivas naive Art, die sich sofort auf Ishaans Aussehen fixiert. Ich fand die Mischung hier nicht ideal. Gerade am Anfang hätte schon mehr in die Stimmung investiert werden müssen. Vielleicht war das durch Ivas Perspektive an der Stelle echt schwierig, weil sie offensichtlich rosarot unterwegs ist, aber vielleicht hätte es andere stilistische Momente gegeben.

Die gute Nachricht ist, dass ich mich zum einen an Isabell Linns Schreibstil gewöhnt habe. Alleine optisch vom Text erschlagen zu werden, störte mich nicht mehr so, und es kam auch zunehmend Spannung auf. Es ist keinesfalls mit einem klassischen Thriller zu vergleichen, aber es gab interessante Fragen, es gab auch zwischendurch immer wieder Enthüllungen, sodass ich immer lieber bei der Stange geblieben bin, um nun zu erfahren, wie es denn ausgeht. Das hat Linn also clever hinbekommen. Auf der inhaltlichen Ebene war es aber durchgängig schwierig. Ein Aspekt, der mir zu wenig war, war die Beleuchtung von Social Media. Das gesamte Camp in Portugal lebt von diesem Einfluss und es ist klar, dass die Autorin das genutzt hat, um einen kritischen Blick darauf zu werfen. Aber wie kritisch war es wirklich? Über die Charaktere, die alle eine große Follower-Schar haben, aber null so sind wie ihre realen Ichs, ja, das ja, aber Iva war lange so verliebt in alles, was damit verbunden ist, nur um am Ende dann 180° Wende zu machen. Ich hätte mir eine kritische Betrachtung intensiver gewünscht, vor allem auch nicht so einseitig, dass es entweder nur toll oder nur schlecht ist.

Iva leitet uns durch die Geschichte und sie ist damit die wichtige Figur. Es passiert gar nicht so selten, dass ich mich schon mal schwer tue mit diesen Rollen, aber ist ja auch klar, man ist so mit ihnen drin, dass man ihre Ecken und Kanten deutlicher sieht. Hier war für mich aber das Problem, dass Iva so dominiert war durch ihre Schwärmereien für Jungs. Erst Ishaan, dann Luan. Beide sind keine Green Flag-Bookboyfriends. Das ist gar kein Kritikpunkt, aber gerade wenn es viele graue Seiten gibt, dann brauche ich bei der Protagonistin auch einen reiferen Umgang damit. Ich fand sie wirklich unfassbar naiv und das hat dann dafür gesorgt, dass ich von den Liebesgeschichten großen Abstand genommen. Das war nicht meins, da kann ich dann nicht mitfiebern, egal, wie groß das Potenzial vielleicht gewesen wäre. Iva hatte auch sehr mutige Stellen, in denen sie wichtige Infos gesammelt hat, aber an anderen Stellen war sie sich null dessen bewusst, was die Konsequenzen sind. Das ist wohl real, aber ich wollte das hier so einfach nicht lesen.

Ansonsten war schon damit zu rechnen, dass in so einer Buchreihe viele suspekte Figuren dabei sein müssen, damit man sie alle mal verdächtigt. Da gab es dann schon einige Überraschungen, aber auch hier hat man einfach gemerkt, dass der Ausbau der Figuren irgendwann eingestellt wurde. Luan und Iva nehme ich mal aus, das war sehr intensiv, aber alle anderen, da hat sich Iva damit zufrieden gegeben, dass sie ihr Leben schon von Social Media kannte. Richtig geredet hat sie aber kaum mal mit wem. Dementsprechend war am Ende dann enorm viel auch übereilt. Die Zeit, die man am Anfang hätte rausnehmen können, hätte man hier investieren müssen. Ich bin mit der Auflösung zufrieden. Alle Fragen wurden beantwortet, aber es gab keinen idealen Weg dorthin.

Fazit: „Falling in too deep” von Isabell Linn hat mich leider nicht überzeugen können. Die ganze Idee war gut und hat mich hoffnungsvoll gemacht, aber unterm Strich war es in vielen Bereichen zu wenig. In der Figurengestaltung, wie war die Liebesgeschichte und wie baut man alles auf. Gut war die zunehmende Spannung, die lässt einen durchlesen.

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