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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.01.2026

Super Dauercharaktere, aber durchwachsener Fall

Agatha Raisin und die tote Therapeutin
3

Zum Inhalt:
Agatha sieht sich dieses Mal selbst im Zentrum von Schnüffelaktivitäten und ist darüber gar nicht erfreut. So gar nicht, dass sie der verantwortlichen Person, einer selbsternannten Therapeutin, ...

Zum Inhalt:
Agatha sieht sich dieses Mal selbst im Zentrum von Schnüffelaktivitäten und ist darüber gar nicht erfreut. So gar nicht, dass sie der verantwortlichen Person, einer selbsternannten Therapeutin, die Pest an den Hals wünscht. Als diese stirbt, gerät Agatha unter Verdacht und beginnt zu ermitteln. Das führt zu weiteren Morden... vielen weiteren Morden.

Mein Eindruck:
Die Reihe lebt davon, dass die Autorin ein wunderbares Sammelsurium von Agatha unterstützenden Personen erdacht hat. Diese haben durch ihre einzigartigen Eigenschaften nicht nur einen Wiedererkennungswert, sondern sind zusätzlich ein Quell immerwährenden Schmunzelns.
Leider ist das bei diesem Fall absolut notwendig, denn kaum hat man sich auf eine Person eingelassen, die nur für dieses Buch kreiert wurde und schält diese sich ganz langsam vor dem geistigen Auge heraus, ist sie schon wieder Geschichte. Viel zu viele Leichen für ein Cosy Crime pflastern dieses Mal Agathas Weg durch die Cotswolds. In dem Bemühen, falsche Spuren zu legen, gibt es sehr viele offene Fragen zum Schluss. Dadurch ergibt sich der Eindruck, dass M C Beaton dieses Mal entweder nicht ganz bei der Sache war oder früheres Brainstorming in einen Sack geworfen und munter Lose gezogen hat. Und wie man es vom Lose ziehen kennt, sind immer einige Nieten dabei.
Nichtsdestotrotz bleibt Agatha amüsant, denn hier ist immer auch die Geschichte neben dem Kriminalfall ein großes Pfund.

Mein Fazit:
Agathas Kosmos Bundesliga, Fall Kreisklasse

Veröffentlicht am 25.01.2026

Zu altbacken

Eingeschneit mit einem Mörder
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Zum Inhalt:
Das Wetter sorgt dafür, dass eine durchaus gemischte Gruppe von Menschen in einem Gasthaus strandet. Als ein Diebstahl von kostbaren Juwelen und sogar ein Mord passieren, ist klar, dass ein ...

Zum Inhalt:
Das Wetter sorgt dafür, dass eine durchaus gemischte Gruppe von Menschen in einem Gasthaus strandet. Als ein Diebstahl von kostbaren Juwelen und sogar ein Mord passieren, ist klar, dass ein Mörder unter ihnen ist. Das Misstrauen und die Angst wachsen, auch weil nur ein Dorfpolizist vor Ort ist und die Verstärkung es nicht durch den Schnee schafft.

Mein Eindruck:
Zwar ist die Autorin ein Teil des "goldenen Zeitalters" der Kriminalliteratur und laut Begleittexten Inspiration von Agatha Christie gewesen, doch ihr Buch ist weit entfernt von der Güte der Letzteren. Es gibt Teilstücke, die einen gewissen Charme versprühen, wenn sich zum Beispiel die Upper Class blamiert oder Gigolos die Haare machen. Doch in der Hauptsache hat man das Gefühl, als ob die Herren die ganze Zeit auf der Jagd nach einem Phantom sind und niemals schlafen, da sie durch die Gänge hetzen und Türen schließen. Warum jedoch zum Beispiel eine Person, die ein wichtiger Zeuge ist, über ihre Entdeckung schweigt, erklärt die Autorin ebenso wenig schlüssig wie sie ihren Charakteren Farbe verleiht. Zum Schluss sind dann zwar die Wege wieder frei, die Polizei vor Ort und Mord und Diebstahl aufgeklärt, doch diese Aufklärung ist in Teilen für Leser der heutigen Zeit unbefriedigend.

Mein Fazit:
Gepflegte Langeweile

Veröffentlicht am 06.01.2026

Rache kalt genossen

Eine Studie in Scharlachrot
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Zum Inhalt:
Ein Mann wird tot in einem leerstehenden Haus aufgefunden. Sherlock Holmes hilft der Polizei, den Grund für die Tat zu finden und den Mörder zu fassen.

Mein Eindruck:
Sherlock Holmes ist ein ...

Zum Inhalt:
Ein Mann wird tot in einem leerstehenden Haus aufgefunden. Sherlock Holmes hilft der Polizei, den Grund für die Tat zu finden und den Mörder zu fassen.

Mein Eindruck:
Sherlock Holmes ist ein zeitübergreifendes Phänomen, wie sich auch in der oft wiederholten Fernsehserie zeigt, welche diese Figur perfekt in die heutige Zeit portiert hat. Die Neuauflage der Texte könnte somit ein Selbstläufer sein.
Glücklicherweise erspart sich der Verlag eine Neuinterpretation des Textes zugunsten heutiger Berufsempörter und so kann man eine Geschichte lesen, die zwar aus dem Englischen übersetzt, jedoch wunderbar als ein Spiegel ihrer Zeit zu sehen ist. Kurioserweise bemerkt man dadurch umso deutlicher, wie zeitlos die Sprache Conan Doyles ist und wie geschickt er damit seine Leser zu fesseln vermag. Denn teilweise muten Ausdrücke und Satzstellung etwas fremd an, - die Betonung liegt dabei aber auf "etwas".
Die Geschichte um den Rachefeldzug eines liebenden Mannes ist schlüssig aufgebaut; die Herleitungen des brillanten Hirns Sherlock Holmes' wirken auch heutzutage überraschend und folgerichtig. Die Illustrationen wirken zwar ein wenig altbacken, sind aber dadurch umso überzeugender und auch das Cover passt somit perfekt zum Text.

Mein Fazit:
Vielen Dank für einen unverfälschten Blick auf das London in spätviktorianischer Zeit

Veröffentlicht am 28.12.2025

Spannend und gekonnt

The Woman in Suite 11
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Zum Inhalt:
Laura hat zwar ihre Erlebnisse von vor zehn Jahren relativ gut verkraftet - ein Buch zur Aufarbeitung und einigen Psychopharmaka sei Dank - aber durch Corona, Kinder und Umzug nach New York ...


Zum Inhalt:
Laura hat zwar ihre Erlebnisse von vor zehn Jahren relativ gut verkraftet - ein Buch zur Aufarbeitung und einigen Psychopharmaka sei Dank - aber durch Corona, Kinder und Umzug nach New York den beruflichen Anschluss verpasst. Eine Einladung zur Eröffnung eines Luxushotels inklusive möglichen Kennenlernens eines mächtigen, aber für die Öffentlichkeit schwer greifbaren Geschäftsmannes scheint die Rettung zu sein. In der Schweiz angekommen genießt Laura die Umgebung und bekommt ein Kurzinterview, bei dem sie Leidmann als sehr unsympathisch empfindet. Das spätere Treffen mit einer Frau in Suite 11 verhilft diesem ersten Eindruck zu neuer Nahrung, - und bringt Laura bald in große Schwierigkeiten.

Mein Eindruck:
Man sollte unbedingt "The Woman in Cabin 10" gelesen haben, um dieses Buch richtig genießen zu können. Nicht nur bildet der Vorgänger die perfekte inhaltliche Ausgangslage, zusätzlich trifft man viele alte Bekannte wieder und alleine das ist ein großer Spaß. Denn auch wenn man älter wird, wird man nicht unbedingt weiser und Charakterschwächen weiten sich eher aus als sich zu bessern. Ruth Ware entwickelt ihre Geschichte gekonnt weiter, ihre Figuren handeln erwartungsgemäß und genau deshalb zweifelt man als Leser an Stellen, bei denen Laura dank ihres liebenswerten Wesens nur das Gute sieht. Trotzdem bietet die Geschichte einige Überraschungen und geschickte Aufklärungen. Das Ende gefällt und ist nicht unbedingt das Ende. Möglicherweise finden wir demnächst eine Geschichte um die Frau in Etage 12, - es wäre nicht das Schlechteste.

Mein Fazit:
Die perfekte Balance aus Spannung und Gefühl

Veröffentlicht am 22.12.2025

Liebe durch Zeit und Raum

Good Spirits
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Zum Inhalt:
Harriet denkt zuerst, einem Einbrecher gegenüberzustehen, doch dann erklärt Nolan ihr, dass er ein Geist der vergangenen Weihnacht wäre. Ganz abgesehen von der übersinnlichen Komponente kann ...


Zum Inhalt:
Harriet denkt zuerst, einem Einbrecher gegenüberzustehen, doch dann erklärt Nolan ihr, dass er ein Geist der vergangenen Weihnacht wäre. Ganz abgesehen von der übersinnlichen Komponente kann Harriet nicht glauben, dass sie diesen Fluch über sich ergehen lassen muss, - sieht sie ihre Person doch eher als freundlich und positiv. Und auch Nolan gerät irgendwann ins Zweifeln....

Mein Eindruck:
Bei "Good Spirits" handelt es sich um eine wunderbar leichte, romantische und bittersüße Geschichte, die bestens in die Weihnachtszeit passt. Man kann gar nicht umhin, mit den beiden Protagonisten zu bangen, denn wie sie aufeinander zugehen und bald nicht mehr voneinander lassen wollen, ist sehr lustig und herzerwärmend beschrieben. Die rein körperlichen Szenen braucht wahrscheinlich nicht jeder in der Ausführlichkeit, in der B.K. Borison diese schildert, aber welche Auswirkungen Nolans Magie in genau diesen Augenblicken hat, ist dann wieder überaus interessant und hinreißend - in jeder Hinsicht. Wie B.K. Borison ihre Geschichte dann zum (Happy?) End bringt, ist zusätzlich aller Ehren wert.

Mein Fazit:
Fröhliche Weihnachten - in jeder Hinsicht!