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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.03.2026

Geschichtlich wertvoll

Der Schrein der Könige
10

Das Cover zeigt den Dreikönigsschein des Kölner Doms, wie ihn jeder Besucher kennen mag.
Ich denke aber, dass die wenigsten Besucher oder auch Kölner – wie ich – die Geschichte über die Herstellung des ...

Das Cover zeigt den Dreikönigsschein des Kölner Doms, wie ihn jeder Besucher kennen mag.
Ich denke aber, dass die wenigsten Besucher oder auch Kölner – wie ich – die Geschichte über die Herstellung des Schreins kennen.
Wir lesen hier eine Geschichte über Kriege, Eroberungen, Raubzüge, Krankheiten, Verrat aber auch Familiengeheimnisse.
Ich konnte bei diesem zeitgeschichtlichen Roman sehr viel lernen und hatte große Freude beim Lesen.
Zu Beginn war es sehr hilfreich ein sehr umfangreiches Personenregister vorzufinden. Später braucht man es dann eher nicht mehr, wenn man einmal gut in der Geschichte gelandet ist.
Der Schreibstil ist angenehm, wenn die Personen es in einigen Teilen dagegen nicht sind.
Nicolaus von Verdun ist ein toller, wenn auch zu Beginn nicht sehr gottesfürchtiger Mensch. Seine Tocher Anna ist eine großartige junge Frau, die sich liebevoll um ihren kleinen Bruder Bastien kümmert und anders als ihr älterer Bruder Louis zu ihrem Vater steht und diesen nach Kräften unterstützt. Überhaupt ist Louis eher der Typ Mensch, den man heute als Angehörigen der Generation Z betiteln würde.
Interessant ist auch zu lesen, wie beschwerlich die Reisen im zwölften Jahrhundert waren.
Die Ankunft der Familie Verdun in Köln war sicherlich ein Schock. So viele Menschen, so viel Elend und nicht zu wissen wohin man soll und ob der Auftrag überhaupt an Nicolaus vergeben werden wird.
Nachdem der Leser den langen Weg der Fertigstellung des Dreikönigenschreins mit all seinen Verzögerungen und Problemen begleitet hat bleibt auch Zeit um die Familie Verdun in die Zukunft zu begleiten. Man bekommt Einblicke der Leprakranken auf Melaten, der wichtigen Aufgaben auch rund um den Schrein und erlebt am Ende den Abriss des alten Doms für den Bau des 1248 begonnenen Neubaus von Meister Gerhardt mit.
Ein rundum gelungener Roman mit vielen Ein- und Ausblicken.
Wer weiß, vielleicht lesen wir ja bald an dieser Stelle etwas über den Neubau des Doms und den Problemen, die es dabei gab. Ich wäre gerne dabei, auch wenn mir diese Geschichte weitaus geläufiger ist als die des Dreikönigenschreins.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 08.03.2026

Multikulturell

Solothurn ruft nach Vergeltung
0

Zunächst einmal passt das Cover gut in die Reihe der vorhergehenden Bände, man hat einen gewissen Wiedererkennungswert.

Auch spielen immer wieder die gleichen Personen eine große Rolle, auch wenn man ...

Zunächst einmal passt das Cover gut in die Reihe der vorhergehenden Bände, man hat einen gewissen Wiedererkennungswert.

Auch spielen immer wieder die gleichen Personen eine große Rolle, auch wenn man später einsteigt erfährt man in welchen Verhältnissen sie zueinander stehen. Man muss also nicht zwingend die Vorgängerbände gelesen haben, um dem roten Faden folgen zu können.

In dieser Folge nun geht es um Ehrenmorde und wir reisen von der Schweiz in den Kosovo.

Wir beginnen mit einem Mord, dem unweigerlich ein weiterer folgt. Bis fast zum Schluss ist unklar, welchen politischen oder auch kulturellen Verwicklungen die Morde unterliegen. Dabei bleibt die Spannung eines klassischen Kriminalromans leider auf der Strecke. Es liest sich fast eher wie ein Drehbuch zu einem Dokumentarfilm, welcher auch der Auslöser für die ganze Story an sich zu sein scheint.

Inwiefern die Hintergründe recherchiert und realistisch sind kann ich persönlich nicht beurteilen, finde die Schlüsse die gezogen werden aber logisch.

Am Ende bleibt der Leser etwas in der Luft hängend zurück, da es einen kleinen Cliffhanger gibt. Das mag ich persönlich auch nicht so gerne.

Der Schreibstil dagegen ist wirklich gut und insgesamt möchte man schon wissen, wie die Auflösung ausschaut. Die Besonderheiten eines Regionalkrimis sind aufgrund der besonderen schweizerischen Ausdrucksweisen auf jeden Fall gegeben.

Veröffentlicht am 03.03.2026

Fehleinschätzung

Professor Jordan und das Rauschen des Waldes im Spätwinter
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Das Cover sowie die Inhaltsangabe verraten schon, dass wir es im Laufe der Geschichte mit Chinesen zu tun bekommen. Aber was dann kam, hatte ich nicht erwartet.

Es beginnt als so toller Krimi, mit einem ...

Das Cover sowie die Inhaltsangabe verraten schon, dass wir es im Laufe der Geschichte mit Chinesen zu tun bekommen. Aber was dann kam, hatte ich nicht erwartet.

Es beginnt als so toller Krimi, mit einem - wenn auch seltsamen - so doch interessanten Professor Jordan, der bei der Lösung eines Mordfalles helfen soll. Die Ermittler gehen ihrer Arbeit nach und sind auch wirklich soweit sympathisch.

Der Krimi wandelt sich dann aber leider viel zu schnell in einen ständig - wenn auch unfreiwillig - drogenberauschten Jordan. Man weiß nicht mehr, was nun Einbildung oder Tatsache ist. Dann gibt es regelmässige Intermezzos am Ende der Kapitel, die lange Zeit komplett sinnlos und unverständlich sind.

Ich musste mich durch dieses Buch sehr durchquälen, es war einfach wirr, wenn auch grundsätzlich mit gutem Schreibstil versehen.

Veröffentlicht am 25.02.2026

Unter der Oberfläche

Giftiger Grund
0

Das Cover springt sofort ins Auge. Nicht nur die auffällige Farbe, auch die ansonsten schlicht gehaltene Zeichnung passt zum Inhalt des Kriminalromans.
Die Geschichte wird aus drei verschiedenen Perspektiven ...

Das Cover springt sofort ins Auge. Nicht nur die auffällige Farbe, auch die ansonsten schlicht gehaltene Zeichnung passt zum Inhalt des Kriminalromans.
Die Geschichte wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt. Da ist Charu, eine Fotografin und Bloggerin. Dann ist da Joran, gerade aus dem Gefängnis für einen Raubüberfall mit schwerer Körperverletzung nach 7 Jahren Haft entlassen. Und als dritte Hauptakteurin gibt es Edda, das Mädchen das zu Hause misshandelt wird und nächtliche Fluchtaktionen begeht.
Die drei treffen aufeinander, es gibt Missverständnisse, Morde und unterschwellige Anschuldigungen aus allen Richtungen, auch im privaten Umfeld der Dreien.
So richtig Spannung kommt nie auf, man fühlt sich immer mehr als geheimnisvoller Beobachter. Als wenn wir mit den dreien im Wald wären und aus einer versteckten Perspektive beobachten.
Insgesamt gut lesbar, allerdings fast eher als Roman denn als Krimi.

Veröffentlicht am 21.02.2026

Eine Tragödie

Der unsichtbare Elefant
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Thomas stürzt sich 50 Meter in die Tiefe, und das am Arbeitsplatz. In der Kanzlei wird Simon mit der Aufarbeitung beauftragt, Maria ist Zeugin und Viktor vom Kriseninterventionsteam ist erster Ansprechpartner ...

Thomas stürzt sich 50 Meter in die Tiefe, und das am Arbeitsplatz. In der Kanzlei wird Simon mit der Aufarbeitung beauftragt, Maria ist Zeugin und Viktor vom Kriseninterventionsteam ist erster Ansprechpartner für Maria und Thomas' Eltern.

Soweit die Hauptakteure dieser Geschichte.

Der Prolog hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Leider konnte der Rest des Buches dem Prolog absolut nicht standhalten.

Eine mehr oder weniger Aneinanderreihung von Gesprächen, Überlegungen, versuchter Aufklärung ohne letztendlich zu einem Ergebnis über die Motive von Thomas zu erlangen.

Ich hatte immer gehofft, dass das Ruder noch herumgerissen wird, aber die Story tröpfelt so dahin.

Das Cover finde ich sehr sprechend und wirklich gelungen. Der Rest des Buches - naja, man muss die Art mögen. Der Schreibstil ist gut lesbar und die Charaktere gut beschrieben. Der Ausflug in die NS-Zeit hätte es für mich jetzt nicht gebraucht, soll aber wohl erklären warum auch heutige Generationen über Gene noch in Angst leben.