Geschichtlich wertvoll
Der Schrein der KönigeDas Cover zeigt den Dreikönigsschein des Kölner Doms, wie ihn jeder Besucher kennen mag.
Ich denke aber, dass die wenigsten Besucher oder auch Kölner – wie ich – die Geschichte über die Herstellung des ...
Das Cover zeigt den Dreikönigsschein des Kölner Doms, wie ihn jeder Besucher kennen mag.
Ich denke aber, dass die wenigsten Besucher oder auch Kölner – wie ich – die Geschichte über die Herstellung des Schreins kennen.
Wir lesen hier eine Geschichte über Kriege, Eroberungen, Raubzüge, Krankheiten, Verrat aber auch Familiengeheimnisse.
Ich konnte bei diesem zeitgeschichtlichen Roman sehr viel lernen und hatte große Freude beim Lesen.
Zu Beginn war es sehr hilfreich ein sehr umfangreiches Personenregister vorzufinden. Später braucht man es dann eher nicht mehr, wenn man einmal gut in der Geschichte gelandet ist.
Der Schreibstil ist angenehm, wenn die Personen es in einigen Teilen dagegen nicht sind.
Nicolaus von Verdun ist ein toller, wenn auch zu Beginn nicht sehr gottesfürchtiger Mensch. Seine Tocher Anna ist eine großartige junge Frau, die sich liebevoll um ihren kleinen Bruder Bastien kümmert und anders als ihr älterer Bruder Louis zu ihrem Vater steht und diesen nach Kräften unterstützt. Überhaupt ist Louis eher der Typ Mensch, den man heute als Angehörigen der Generation Z betiteln würde.
Interessant ist auch zu lesen, wie beschwerlich die Reisen im zwölften Jahrhundert waren.
Die Ankunft der Familie Verdun in Köln war sicherlich ein Schock. So viele Menschen, so viel Elend und nicht zu wissen wohin man soll und ob der Auftrag überhaupt an Nicolaus vergeben werden wird.
Nachdem der Leser den langen Weg der Fertigstellung des Dreikönigenschreins mit all seinen Verzögerungen und Problemen begleitet hat bleibt auch Zeit um die Familie Verdun in die Zukunft zu begleiten. Man bekommt Einblicke der Leprakranken auf Melaten, der wichtigen Aufgaben auch rund um den Schrein und erlebt am Ende den Abriss des alten Doms für den Bau des 1248 begonnenen Neubaus von Meister Gerhardt mit.
Ein rundum gelungener Roman mit vielen Ein- und Ausblicken.
Wer weiß, vielleicht lesen wir ja bald an dieser Stelle etwas über den Neubau des Doms und den Problemen, die es dabei gab. Ich wäre gerne dabei, auch wenn mir diese Geschichte weitaus geläufiger ist als die des Dreikönigenschreins.