Profilbild von merlin78

merlin78

Lesejury Star
online

merlin78 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit merlin78 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.09.2018

Ein absolut fantastischer Roman

Wolfsthron
1 0

Schriftsteller Leo Carew wurde 1991 geboren und studierte in Cambridge. Neben Expeditionen zählt das Schreiben zu seiner großen Leidenschaft. Mit „Wolfsthron“ hat er sein Debüt veröffentlicht.

Dieses ...

Schriftsteller Leo Carew wurde 1991 geboren und studierte in Cambridge. Neben Expeditionen zählt das Schreiben zu seiner großen Leidenschaft. Mit „Wolfsthron“ hat er sein Debüt veröffentlicht.

Dieses Buch erzählt die Geschichte des jungen Roper, der mit gerade einmal 19 Jahren den Schwarzen Thron des Nordens besteigen muss. Nachdem sein Vater während einer Schlacht gegen die Südlinge zum Opfer gefallen ist, wird nun von ihm erwartet, das Reich zu führen. Doch das gestaltet sich als sehr schwierig, denn Roper wird schnell zu einer Schachfigur in einem Spiel um Macht und Prestige. Sein Widersacher setzt alles daran, Roper zu erniedrigen und schreckt auch vor Mord nicht zurück. Aber Roper kann Unterstützer gewinnen, die ihm loyal zur Seite stehen. Nur so wagt er den Schritt zu seinem ersten Kampf gegen die Südlinge.

Leo Carew beschreibt die Erlebnisse sehr bildlich und voller Gefühl. Hautnah kann der Leser an den Geschehnissen teilnehmen und sich auf die Handlung einlassen. Diese wird aus Sicht von beiden Streitmächten dargelegt. Zum einen gibt es Ropers Seite, die den Norden stärkt und von ihrem hiesigen Leben berichtet. Doch dann gibt es auch Bellamus, der sich als Emporkömmling dazu auserwählt fühlt, einen Kampf mit dem Norden zu bestreiten. Dieser Mann ist so undurchsichtig und mysteriös, dass es schon wieder faszinierend wirkt, seinem Handeln beizuwohnen.

In jedem Fall ist die Kulisse groß und mächtig gestaltet worden. Die Kämpfe werden brutal ausgefochten, Zeit für Trauer und Angst bleibt kaum. Recht schnell muss sich Roper an seine Rolle gewöhnen und sich gegen seine Feinde zur Wehr setzen. Das macht er geschickt, mit viel Raffinesse. Es bereitet Freude, das mitzuerleben und sich auf das Spiel der verschiedenen Lords einzulassen.

Da der Autor hier eine ganz neue Welt erschaffen hat, bleibt ihm auch viel Raum, diesen zu entwickeln und durch viele verschiedene Protagonisten zu entfalten. Deshalb ist es auch problemlos möglich, weitere Bände zu kreieren, die an dieses Werk anschließen und so den Leser weiterhin in ihren Bann ziehen.

Ein absolut fantastischer Roman,
der mich perfekt überrascht hat!

Mein persönliches Fazit:
Mit diesem Buch hat mich der Verlag vollkommen überrascht. Bis ich das Werk in meinem Briefkasten liegen hatte, kannte ich weder Titel noch Autor. Doch nun bin ich super glücklich, dass ich das erste Abenteuer des jungen Roper miterleben durfte.
Der Schreibstil des Schriftstellers ist herrlich leicht und hat mich schnell mitgerissen. Er hat er ideal verstanden, die dramatische Seite einzufangen und mit passenden fantasievollen Aspekten zu kombinieren. Hier geht das Gesamtwerk einfach auf, denn durch die lebendigen Worte, passende Charaktere und eine spannende Handlung fällt es schwer, das Buch auch nur für kurze Zeit aus der Hand zu legen.
Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung. Alle Freunde von „Game of Thrones“ & Co sollten hier unbedingt zugreifen, denn diese Reihe wird mit Sicherheit noch viel Potenzial entwickeln.

Veröffentlicht am 27.02.2017

Von diesem Werk bin ich enttäuscht!

Into the Playroom - Just on more try
1 0

Raid ist Polizist in San Francisco, als er zusammen mit seiner Partnerin Luna zu einem Tatort in dem SM-Club Playroom gerufen wird. Der Besitzer wurde ermordet und die beiden Cops müssen sich nun des Falles ...

Raid ist Polizist in San Francisco, als er zusammen mit seiner Partnerin Luna zu einem Tatort in dem SM-Club Playroom gerufen wird. Der Besitzer wurde ermordet und die beiden Cops müssen sich nun des Falles annehmen. Als Hauptverdächtiger steht schnell Tate Glover fest, der ein Motiv hat, den Besitzer und Manager der Rockband umzubringen. Allerdings ist Raid von Tate fasziniert und schon bald gehen die beiden eine Affäre ein, obwohl noch außer Frage steht, ob Tate nicht doch der Täter ist.

Kajsa Arnolds neustes Werk „Just one more try – Into the Playroom“ soll eine Mischung aus Gay-Romance, Krimi und SM-Erotik bieten, doch hat sie mit ihrer Erzählweise den Nerv der Leser gertroffen?

Raid ist der Hauptcharakter des Buches, denn der größte Teil der Geschichte wird aus seiner Sicht beschrieben. Nur ab und zu werden auch die Gedanken von anderen Protagonisten beleuchtet, die dann ebenfalls etwas Raum erhalten, sich zu präsentieren.
Raid ist homosexuell und lebt dieses auch offen aus. Seine Partnerin weiß darüber Bescheid. Er ist nett und freundlich, doch leider auch ein wenig naiv und blauäugig.
Luna ist Raids Kollegin, die von sich behauptet, ebenfalls homosexuell zu sein. Doch der Gerichtsmediziner Collin hat der jungen Frau den Kopf verdreht. Deshalb wechselt sich schnell mal wieder das Ufer und lebt ihre neuentdeckte Leidenschaft mit Collin im SM-Club aus.

Die Handlung ist recht schnell widergegeben. Wie bereits eingangs erwähnt, fühlt sich der Polizist zu dem Hauptverdächtigen hingezogen und beginnt eine Affäre mit diesem. Dass das nicht gut ausgehen kann, scheint allen Beteiligten schnell klar zu sein. Dennoch muss es bis auf die Spitze getrieben und durch sehr bildliche und erotische Szenen umschrieben werden.
Was allerdings bei der Erzählung vollkommen fehlt, sind die Gefühle. Alles bleibt recht emotionslos und es fällt sehr schwer, zu den Charakteren einen Bezug aufzubauen. Nicht nur, weil alles so lieblos und schnell abgewickelt wirkt, sondern auch weil es nicht leicht ist, sie sich vorzustellen. Ihre Entwicklungen sind einfach so übertrieben schnell, dass sie unglaubwürdig und wenig nachvollziehbar erscheinen.

Positiv ist anzumerken, dass sich das Buch sehr schnell lesen lässt, denn durch kurze Kapitel, einem recht einfachen und strukturierten Schreibstil und einer modernen Erzählweise lässt sich das Werk in einem Rutsch durchlesen.

Von diesem Werk bin ich enttäuscht!

Mein persönliches Fazit:
Jetzt bin ich richtig traurig, denn ich habe mich auf das Buch sehr gefreut, doch schon nach den ersten paar Kapiteln war ich versucht, das Werk abzubrechen. Die Charaktere haben mich nicht erreicht, die Emotionen sind nicht übergeschwappt und die Handlung wirkte aufgesetzt und unnatürlich. Auch die Clubszenen, die viel zu schnelle Lovestory und der Kriminalfall haben nicht ihr ganzes Potenzial ausgeschöpft. Hier hätte so viel mehr passieren können. Doch irgendwie blieb alles auf der Strecke. Schade, denn ich bin von der Autorin wesentlich besseres gewöhnt. Ich hoffe einfach, dass die nächsten Bücher mich wieder mehr bewegen können.

Veröffentlicht am 23.12.2016

Ein absolut gelungener Thriller!

Das Gesicht meines Mörders
1 0

Als Clara Winter die Augen aufschlägt, weiß sie nicht mehr wer sie ist. Sie kennt noch nicht einmal ihren Namen, erkennt ihren Mann nicht mehr und weiß nicht, was geschehen ist. Nach und nach erfährt sie, ...

Als Clara Winter die Augen aufschlägt, weiß sie nicht mehr wer sie ist. Sie kennt noch nicht einmal ihren Namen, erkennt ihren Mann nicht mehr und weiß nicht, was geschehen ist. Nach und nach erfährt sie, weshalb sie im Krankenhaus liegt und einige Zeit im Koma gelegen hat. Nur durch die Hilfe ihres Mannes Roland hat sie einen Einbruch überlebt, denn dieser fand sie bewusstlos im gemeinsamen Haus, welches bereits zu diesem Zeitpunkt in Flammen stand. Doch kann Clara nun langsam ihr Leben wieder in Angriff nehmen? Denn weitere unheimliche Geschehnisse passieren. Sie wird fast vor ein Auto gestoßen und später in einen Bach geschupst. Ist ihr Angreifer noch immer hinter ihr her? Wem kann sie vertrauen, wenn sie nicht weiß, wen sie kennt? Clara weiß, sie muss schnell ihre Erinnerungen zurückerlangen, sonst hat sie keine Chance…

Die ehemalige Ghostwriterin und Literaturstudentin Sophie Kendrick hat mit diesem Psychothriller einen spannenden und mitreißenden Roman kreiert.

Geschichten, in denen die Protagonistin ihr Gedächtnis verloren hat, gibt es schon zahlreiche. Und an dieser Stelle sollte sich der Betrachter des Buches die Frage stellen „Warum sollte ich dieses Buch lesen?“

Die Antwort ist ganz einfach – es ist aufregend, spannend und mitreißend.
Autorin Sophie Kendrick hat mit ihren Worten eine perfekte Kulisse erschaffen, die voller Überraschungen ist. Da der Leser die Welt aus Claras Sicht kennenlernt, weiß dieser zu Beginn des Werkes genauso wenig wie die Hauptperson dieser Geschichte. Es ist sehr interessant, gemeinsam mit Clara auf Spurensuche zu gehen und langsam zu erfahren, was tatsächlich geschehen ist.

Neben der smarten Clara gibt es noch ein paar weitere Charaktere, die sie auf ihrem Weg begleiten. Dabei fällt sofort ihr Mann Roland auf, der ihr nicht mehr von der Seite weichen möchte. Außerdem isoliert er Clara ein wenig, was den Leser zunächst stutzig macht. Dann taucht ein Polizist auf, der Clara vertraut erscheint, doch kann sie sich nicht an ihn erinnern. Alles wirkt unheimlich und undurchschaubar.

Der Erzählstil ist flüssig und die Erlebnisse sind authentisch beschrieben worden. Zwar fehlen ein wenig die großen Emotionen (Clara zeigt mir persönlich einfach viel zu wenig Gefühl), doch dafür ist die Dramatik und Spannung zu jeder Zeit verfügbar. Da der Leser gemeinsam mit Clara auf die Suche nach Antworten geht, muss dieser sich beherrschen und einfach auf die Erzählung einlassen.

Durch die moderne Sprache fällt es leicht, sich auf die Handlung einzulassen, die sich chronologisch und nachvollziehbar gestaltet. Der Verlauf ist gut durchdacht und bringt bis zum Ende des Buches sämtliche noch offenen Fragen zu einem vernünftigen Abschluss. Das bedeutet, dass der Leser zum Ende des Buches mit einem guten Gefühl im Bauch das Werk schließen kann und es in positiver Erinnerung behält.

Ein gelungener Thriller, der sich leicht und flott lesen lässt.

Mein persönliches Fazit:
Davon darf es gerne noch mehr geben, denn die Geschichte hat mich richtig mitgerissen. Wenn mir auch manchmal Claras Gefühle zu wenig Ausdruck fanden, so wurde diese Sequenzen meistens durch Spannung und Aufregung ersetzt. Außerdem ist der Plott richtig gut gelungen und sorgt für ordentlich Schwung und Dynamik. Also alles in allem ist es ein Werk, das mich überrascht und begeistert hat.

Veröffentlicht am 24.03.2019

Das Ende lässt mich unvollständig zurück…

Das Reich der sieben Höfe – Teil 4: Frost und Mondlicht
0 0

Endlich ist der Krieg gegen Hybern vorbei und ganz langsam kehrt der Frieden im Reich zurück. Doch zuvor müssen erst noch unzählige Blessuren versorgt und Gebäude neu errichtet werden. Auch am Hof der ...

Endlich ist der Krieg gegen Hybern vorbei und ganz langsam kehrt der Frieden im Reich zurück. Doch zuvor müssen erst noch unzählige Blessuren versorgt und Gebäude neu errichtet werden. Auch am Hof der Nacht ist noch nicht alles so wie früher. Jeder muss lernen, mit den Folgen des Kriegs klarzukommen.
Genau jetzt steht die Wintersonnenwende bevor und es ist der perfekte Moment, um den Schatten der Vergangenheit hinter sich zu lassen und mit seinen Freunden zu feiern. So machen es auch Feyre und Rhys, die sich auf die bevorstehende Zeit freuen und dabei sind, sich neu zu finden.

Mit dem Werk „Frost und Mondlicht“ beschreitet das Reich der Sieben Höfe inzwischen sein viertes Abenteuer, das praktisch nahtlos an den vorherigen Band ansetzt und so den Hörer und Leser von Beginn an direkt in die richtige Atmosphäre katapultiert.

Sarah J. Maas ist inzwischen der Inbegriff für ein richtig gutes Fantasy-Erlebnis und kann mit Stolz auf ihre beiden Romanreihen „Throne of Glass“ und „Das Reich der Sieben Höfe“ zurückblicken. Insbesondere ihre Fähigkeit, aus dieser unbekannten, neuen Welt etwas Lebendiges und Glaubwürdiges zu erschaffen, bietet ein wahres Leseerlebnis.
Der Audio-Verlag hat mit Hilfe der beiden bekannten und passenden Sprecher, Ann Vielhaben und Simon Jäger, erneut ein wunderbares Lauscherlebnis erzeugt, was durch eine ideale musikalische Untermalung hervorragend in Szene gesetzt wurde.

Natürlich ist es von Vorteil, wenn der Hörer des Werks zuvor die ersten drei Bände kennen würde. Nur so wird dieser sich ganz auf die Erzählung einlassen und die komplexen Zusammenhänge erfassen können. Wenn diese Vorkenntnisse allerdings nicht bekannt sein sollten, könnte es hier durchaus problematisch werden, einen guten Zugang zur Handlung zu finden.

Ganz im Mittelpunkt dieses vierten Teils steht wieder Feyre, die inzwischen eine herrliche Wandlung durchgemacht hat. War sie zu Beginn der Reihe noch jung, naiv und unerfahren, ist sie nun eine wahre High-Lady. Sie ist eine imposante Erscheinung, demütig, liebevoll und voller Gefühl. Eine Person, die von allen geachtet wird. Sie passt hervorragend zu dem düsteren und mächtig Rhysand, dem Lord des Hofs der Nacht.

Rhys ist ebenfalls verändert. Obwohl er nach wie vor von dunklen Momenten verfolgt wird, ist er inzwischen ein gefestigter und beständigerer Lord. Er ist emotionaler und liebt seine Feyre über alles. Wenn auch noch nicht alle Probleme beseitigt sind, so sieht er doch inzwischen positiver in die Zukunft.

Es gibt aber auch ein Wiedersehen mit allen anderen bekannten Charakteren.
Feyres Schwestern müssen nach wie vor lernen, mit der Wandlung zurecht zu kommen. Während Elain das recht gut verkraftet, ist Nesta in einen schwermütigen Kampf mit sich selbst verwickelt. Feyre versucht verzweifelt, an sie heranzukommen und sie auch ins Stadthaus einzuladen.
Um Tamlin steht es ebenfalls nicht so gut. Er hat Feyre verloren und lebt nun allein an seinem Hof. Gibt es für ihn noch glücklichere Zukunft.

Da die Handlung sich an die vorherigen Ereignisse anschließt, ist auch hier alles sehr ausgeklügelt und wunderbar durchdacht. Verschiedene Blickwinkel lassen den Hörer in diverse Passagen eintauchen und an vielen Erlebnissen teilhaben. Dabei fällt es leicht, sich ganz auf die Protagonisten einzulassen, die zwischenzeitlich zu festen Größen herangereift sind.

Das Ende lässt mich unvollständig zurück…

Mein persönliches Fazit:
Ich liebe diese Reihe und bin ein großer Fan von Sarah J. Maas. Sie hat mich bisher noch nie enttäuscht und so erging es mir hier genauso. Auch wenn ich dem Werk nicht die volle Punktzahl vergeben kann, so muss ich doch sagen, dass mich auch der vierte Band absolut begeistert und mitgerissen hat. Die Geschichte ist so bildlich, mitreißend und gefühlvoll, dass ich das Hörbuch in einem Rutsch gelauscht habe. Auch dieser Band hat mich durch die Höhen und Tiefen von Feyre und ihren Freunden geführt, dass ich unbedingt wissen musste, wie es weitergehen würde.

Deshalb bin ich auch ein wenig enttäuscht, denn ich fühle mich nun so unvollständig. Es gibt noch so viele offene Fragen, so dass ich eigentlich sofort weiterhören möchte. Wie geht es mit Tamlin weiter, was passiert mit Nesta, gibt es ein Happy End für Elain? Und auch die Handlungsstränge von Amren, Azriel, Cassian und Morrigan sind noch nicht zu Ende erzählt und lassen viel Raum für Spekulationen.

Das Werk „Frost und Mondlicht“ ist eine Novella zur Reihe, die eher wie ein kurzes Zwischenspiel wirkt. Es ist sehr gefühlvoll, erzählt von einer Menge intimer Momente und hinterlässt beim Hörer einen positiven Eindruck. Dennoch hätte ich mir nach so langer Wartezeit ein wenig mehr gewünscht. Vielleicht werden wir ja von der Autorin noch überrascht? Wer weiß? In jeden Fall kann ich für diesen Teil meine Empfehlung für alle Fans der Reihe aussprechen.

Veröffentlicht am 23.03.2019

Gutes Werk, mit Potenzial nach oben!

Someone New
0 0

Während einer Feier im elterlichen Haus lernt Micah den Kellner Julian kennen. Doch als sie sich etwas näherkommen, entdeckt ihre Mutter sie und schmeißt Julian achtkantig raus. Als Micah ein paar Wochen ...

Während einer Feier im elterlichen Haus lernt Micah den Kellner Julian kennen. Doch als sie sich etwas näherkommen, entdeckt ihre Mutter sie und schmeißt Julian achtkantig raus. Als Micah ein paar Wochen später in ihr neues Appartement zieht, kann sie es kaum glauben, denn ausgerechnet Julian ist ihr neuer Nachbar. Er zeigt sich ihr gegenüber unnahbar und kühl, doch Micah ist von ihm begeistert. Sie möchte mehr über ihn erfahren und hinter seine Fassade blicken. Schafft sie es, zu dem geheimnisvollen jungen Mann durchzukommen?

Nach den Werken „Berühre mich. Nicht“ und „Verliere mich. Nicht.“ Ist „Someone New“ das neuste Werk von Autorin Laura Kneidl.

In diesem Buch lernt der Leser die junge Micah kennen, die die Erlebnisse aus ihrer Perspektive präsentiert. Dabei verdeutlicht sie authentisch ihre Gedanken und Gefühle, die sie lebendig erzählt und glaubhaft rüberbringt.
Micah ist eine intelligente, junge Frau, die aus gehobenen Verhältnissen stammt. Ihre Eltern verwöhnen sie in jeder Hinsicht und sie konnte sich auch nie über ihre Lebensumstände beschweren. Erst als ihr Bruder sich als homosexuell outet, bringt das as Gesamtgefüge ins Wanken. Mit einem Mal steht sie allein da, ihr Bruder ist wie vom Erdboden verschwunden und sie muss sich darüber Gedanken machen, was sie tatsächlich vom Leben will.

Vielleicht ist es gerade die Einsamkeit durch den Fortgang des Bruders, was sie anfänglich zu Julian hinzieht. Sie will sich um ihn kümmern, ihm helfen und seine Geheimnisse erfahren. Dafür ist sie auch bereits, wichtige Dinge in ihrem Leben zu vergessen. Das Studium steht eher hinten an, Freundschaften und Gefühle stehen im Mittelpunkt ihres Wesens. Und natürlich ihr Bruder, den sie zeitaufwendig sucht und nicht aufgibt.

Die Handlung ist recht vielschichtig gestaltet worden. Hier geht es um viele Themen, die den Leser fesseln und begeistert. Doch am interessantes ist die Entwicklung der jungen Micah, die zu Beginn noch sehr naiv und unbedarft erscheint und mit zunehmender Seitenzahl immer realistischer und lebensnaher wird. Sie durchlebt eine richtige Veränderung, die sie von einem unschuldigen Mädchen zur jungen Frau heranreifen lässt. Glücklicherweise erhält sie dabei Unterstützung von guten Freunden, die der Geschichte zusätzlichen Unterhaltungswert vermitteln und das Ensemble an Protagonisten perfekt vervollständigen.

Laura Kneidl verfügt über eine herrliche Art und Weise ihre Protagonisten zu präsentieren und ins richtige Licht zu rücken. Sie schreibt lebendig und farbenfroh, lässt die Kulisse authentisch und bildlich erscheinen. Auch vor schwierigen Entwicklungen schreckt sie nicht zurück und lässt so alles mit einer Prise Ernsthaftigkeit erscheinen.

Gutes Werk, mit Potenzial nach oben!

Mein persönliches Fazit:
Die Geschichte selbst hat mich gut unterhalten. Besonders die junge Micah hat mich berührt und ihre Gedanken sind mir nah gegangen. Julian ist mir zudem sehr sympathisch gewesen und ich habe mit ihm mitgefühlt. Doch irgendwie hat mich die Erzählweise manchmal ermüdet, denn alles ist etwas zu langsam und zu naiv dargestellt. Auch die wichtigen Themen, die hier eindeutig im Fokus stehen, sind viel zu kurz angeschnitten und zu schnell abgehandelt worden. Trotzdem schafft es Laura Kneidl durch ihre Ideen dem Werk etwas Besonderes zu verleihen, was es absolut lesenswert und beachtenswert macht. Schon bei dem Cover möchte der Leser das Werk gerne zur Hand nehmen, weshalb ich dem Ganzen bestimmt nicht im Wege stehen möchte und trotz meiner kleinen Bedenken eine Empfehlung für diese herzliche und emotionale Geschichte aussprechen möchte.