Profilbild von mimitatis_buecherkiste

mimitatis_buecherkiste

Lesejury Star
offline

mimitatis_buecherkiste ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit mimitatis_buecherkiste über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.07.2026

Herrlich böse!

Ein guter Blick fürs Böse
0

Kalifornien im Jahr 1966, die drei Freundinnen Margo, Bev und Elsie könnten unterschiedlicher nicht sein und trotzdem haben sie eines gemeinsam: Ihre Männer wurden als Serienmörder überführt und sie haben ...

Kalifornien im Jahr 1966, die drei Freundinnen Margo, Bev und Elsie könnten unterschiedlicher nicht sein und trotzdem haben sie eines gemeinsam: Ihre Männer wurden als Serienmörder überführt und sie haben davon nichts gewusst. Als Jahre später erneut Frauen getötet werden, sind die drei Frauen fest entschlossen, den Täter zu finden, weil sie davon überzeugt sind, dass sie diesen nach ihrer persönlichen Erfahrung erkennen werden. Das Böse aber lässt sich nicht so leicht fangen.

»Ein Lehrer, ein Ingenieur und ein Politiker, Männer, die auf den ersten Blick völlig unterschiedlich sind, aber alle haben entsetzliche Verbrechen verübt und ihre Spuren geschickt verwischt.« (Seite 107)

Der Kriminalroman inklusive dem Feeling der 1966er Jahre reizte mich sehr und die Geschichte hat mich nicht enttäuscht. Ich hatte beim Lesen permanent die drei Frauen vor Augen, die Autorin hat die Vibes der damaligen Zeit perfekt rübergebracht und mir ein unvergessliches Leseerlebnis beschert. Die Benachteiligung des weiblichen Geschlechts, der Trotz, der daraus entstand, sowie der im Mittelpunkt stehende Kriminalfall wurden perfekt miteinander verbunden. Der feine Humor rundete das Ganze ab und unterhielt mich überaus gut. Gerne empfehle ich das Buch weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.07.2026

Tolle Stories

Du, hier
0

In diesem Buch sind insgesamt elf Kurzgeschichten über Frauen versammelt, sie handeln von Freundinnen, Feindinnen, Geliebten, Abgewiesenen und Verlorenen, es sind Mütter dabei, aber auch kinderlose Frauen, ...

In diesem Buch sind insgesamt elf Kurzgeschichten über Frauen versammelt, sie handeln von Freundinnen, Feindinnen, Geliebten, Abgewiesenen und Verlorenen, es sind Mütter dabei, aber auch kinderlose Frauen, ob nun gewollt oder ungewollt. Die Storys erzählen von Ängsten und Freuden, von Wünschen und Träumen, sie schildern Gefühle und verlorene Hoffnungen, zeigen auf, wie es ist, wenn Blasen zerplatzen, aber auch, wie man manchmal realisiert, wie wenig es braucht für das eigene Glück. Manche Geschichte ist abgeschlossen, eine andere wiederum endet förmlich mittendrin, wieder eine andere hat ein Ende, das einen Interpretationsspielraum zulässt, die Lesenden entscheiden, welchen Ausgang sie sich wünschen und auch dies ist passend. Es wird ernst und traurig, aber auch ein feiner Humor ist vorhanden, der sich manchmal erst ergibt auf den zweiten Blick. Eine tolle Sammlung, die ich gerne empfehlen möchte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.07.2026

Kommt langsam, dann aber gewaltig

Das kalte Moor
0

Vor dreißig Jahren verschwand die Frau von Wiking Stormberg spurlos im Moor, nur der gemeinsame Säugling wurde gefunden, dehydriert und von Mücken zerstochen. Nun ist Wiking Polizeichef, seine Kinder erwachsen, ...

Vor dreißig Jahren verschwand die Frau von Wiking Stormberg spurlos im Moor, nur der gemeinsame Säugling wurde gefunden, dehydriert und von Mücken zerstochen. Nun ist Wiking Polizeichef, seine Kinder erwachsen, als ein Brief eintrifft, der in der Handschrift seiner Frau verfasst und mit einem unverwechselbaren Zeichen unterschrieben ist. Der Inhalt eine Drohung, die Wiking nicht ernst nimmt, bis es fast zu spät ist.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um den zweiten Teil der Polarkreis-Trilogie von Liza Marklund, der ein Jahr nach den Ereignissen vom ersten Band spielt. Es ist nicht zwingend notwendig, die Reihenfolge einzuhalten, denn obwohl es ein Wiedersehen mit Land und Menschen gibt, sind die Geschichten in sich abgeschlossen. Ich empfehle den Auftakt der Trilogie dennoch, denn dieser war phänomenal gut!

Ich hatte mich wahnsinnig auf die Fortsetzung der Trilogie gefreut, bedauerlicherweise muss ich jedoch sagen, dass meiner Vorfreude eine große Enttäuschung folgte. Die Rückblende war Anfangs die spannendste Stelle im Buch, diese vier Seiten waren der Grund, dass ich drangeblieben bin, denn ich wartete lange vergeblich darauf, dass es endlich richtig losgeht. Dies passierte jedoch vorerst nicht, stattdessen verlor sich die Autorin in ausschweifenden Nebensächlichkeiten und erklärte mir die Welt. Nein, natürlich nicht die ganze Welt, aber die Themen, die sie sich ausgesucht hat, waren wahrlich unspektakulär, zumindest für mich, die ich fast versucht war, ganze Seiten vorzublättern. Nur die Furcht, etwas Wichtiges zu verpassen, hielt mich davon ab. Meine Freude war riesig, als es nach hundert Seiten endlich anders wurde. Ich behaupte, dass niemand auf meinem Sofa in diesem Moment glücklicher war als ich.

Als die Story endlich zündete, tat sie dies auf ganzer Linie! Ab da konnte und wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und las es fast in einem Rutsch durch. Dabei waren die Rückblenden in die 1980er Jahre fast spannender als die Gegenwart, die jedoch schnell aufschloss und mich fesselte. Nie hätte ich eine solche Wendung erwartet, die folgte, und was danach kam, das entzückte mich. Und obwohl ich noch ein bisschen verstimmt war, hat der wahnsinnig tolle Abschluss mich endgültig überzeugt, keinen Abzug bei der Bewertung vorzunehmen. Im Gegenteil verdient dieser Teil durch das phantastische Ende die Gesamtbewertung Highlight! Nun erwarte ich ungeduldig, aber freudig das Finale, das nächstes Jahr erscheint.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.07.2026

Gegen das Vergessen

Stunden wie Tage
0

In Berlin der 1940er Jahre bewirbt sich Martha bei den Berkowitz-Brüdern um die Stelle als Hausbesorgerin. Die Brüder möchten das Haus in Schöneberg in guten Händen wissen und entscheiden sich für die ...

In Berlin der 1940er Jahre bewirbt sich Martha bei den Berkowitz-Brüdern um die Stelle als Hausbesorgerin. Die Brüder möchten das Haus in Schöneberg in guten Händen wissen und entscheiden sich für die junge Frau. Viele Jahrzehnte später ahnt niemand, dass die alte Frau, die durch Schönebergs Straßen läuft, Millionärin ist und Zeugin von unvorstellbaren Taten im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen die Nationalsozialisten.

»Mit den Jahren war auch das Unnormale, das Unvorstellbare zum Alltag geworden. Nie hätte Martha gedacht, dass es noch einmal einen Krieg geben würde.« (Seite 186)

Vor längerer Zeit las ich den ersten Roman der in Tel Aviv geborenen Autorin mit dem schönen Titel »Isidor« und war erfreut darüber, als ich hörte, dass sie ein neues Buch geschrieben hat. Auch das vorliegende Werk behandelt die Dunkelzeit Deutschlands, die Verfolgung bestimmter Menschen sowie den Widerstand gegen die Herrschaft der Nationalsozialisten und verbindet Tatsachen mit Fiktion. Martha ist eine eigenwillige Frau, nicht unbedingt eine Sympathieträgerin, allerdings jemand, der das Herz auf dem rechten Fleck hat. Ihre Geschichte und auch die der ihr näherstehenden Personen hat mich beeindruckt und berührt, insbesondere die zweite Hälfte des Buches hat mich wirklich sehr bewegt. Ein wunderbarer Roman, den ich gerne empfehlen möchte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.06.2026

Wunderbarer Roman

Der andere Arthur
0

Arthur Opp ist ein ehemaliger Literaturprofessor und wegen seiner Leibesfülle bereits seit vielen Jahren ans Haus gebunden. Nicht viele Kilometer von ihm entfernt lebt Kel, der Profisportler werden möchte, ...

Arthur Opp ist ein ehemaliger Literaturprofessor und wegen seiner Leibesfülle bereits seit vielen Jahren ans Haus gebunden. Nicht viele Kilometer von ihm entfernt lebt Kel, der Profisportler werden möchte, im Moment aber um seinen Schulabschluss kämpfen muss. So unterschiedlich diese beiden Menschen sind, so sehr verbunden sind sie miteinander, obwohl sie es noch nicht wissen.

»Ich bin einer der einsamsten Menschen der Welt.« (Seite 236)

Seit zwanzig Jahren hat Arthur Charlene nicht mehr gesehen, lange gab es kein Lebenszeichen von ihr, dann plötzlich schreibt sie ihm einen Brief und bittet um Hilfe für ihren Sohn. Arthur soll dem fast Achtzehnjährigen dabei helfen, aufs College zu kommen. Kel weiß nichts davon, zu beschäftigt ist er damit, seiner Mutter aus dem Weg zu gehen, die ihre Tage allein im Haus verbringt, einsam und alkoholisiert. Seine Sportkarriere steht im Vordergrund, Profi zu werden ist sein oberstes Ziel. Parallel hören wir beiden zu, erfahren Dinge, die sie bewegen, und wohnen einschneidenden Ereignissen in beider Leben bei.

»Ich war sechs Jahre alt. Damals waren mir ihr Bademantel und ihre hässliche, altmodische Frisur und ihre körperliche Nähe ganz egal. Sie sorgte dafür, dass uns beiden nichts passierte, das war das Einzige, was zählte. Mir war auch egal, dass sie keine Freunde hatte, das kam mir ganz normal vor. Sie war meine Mutter.« (Seite 243)

Der bereits 2012 erschienene zweite Roman von Liz Moore, eines von insgesamt fünf ihrer Werke, der hierzulande als drittes Buch der Autorin übersetzt wurde, ist ein wunderbares Buch über Freundschaft, Familie und das Leben selbst. Arthur Opp und Kel Keller erzählen ihre Geschichte ohne auf die Tränendrüse zu drücken und schaffen es dadurch umso mehr, dass ich gerührt und an vielen Stellen tatsächlich in Tränen ausgebrochen bin. Beide Figuren sind unterschiedlich und trotzdem in vielen Dingen absolut gleich. Ich habe gehofft, gelitten, geschmunzelt und geweint. Dieses Buch deckt viele verschiedene Bereiche ab, es schenkt ein unvergessliches Leseerlebnis, das mich tief berührt. Zusammengefasst ein Highlight, das für immer in meinem Herzen bleibt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere