Sport, Emotion und alte Wunden
Falling for No. 89Meine persönliche Meinung:
„Falling for No. 89“ ist der zweite Band der L.A. Vipers Trilogie, lässt sich aber auch unabhängig vom ersten Teil lesen. Wer Band 1 kennt, erhält allerdings tiefere Einblicke ...
Meine persönliche Meinung:
„Falling for No. 89“ ist der zweite Band der L.A. Vipers Trilogie, lässt sich aber auch unabhängig vom ersten Teil lesen. Wer Band 1 kennt, erhält allerdings tiefere Einblicke in die Nebencharaktere und ihre Beziehungen.
Der Roman beginnt mit Rückblicken in die Vergangenheit der beiden Protagonisten, Kayce James und Shaila Sterling. Besonders gelungen sind die Tagebucheinträge von Shaila, die einige Kapitel einleiten und eine authentische jugendliche Sprache widerspiegeln. Diese Einträge stammen aus ihrer Jugendzeit, was sprachlich glaubhaft umgesetzt wurde und einen emotionalen Zugang zu ihrer Figur ermöglicht.
Kayce James, ein gefeierter NFL-Star, tritt zunächst selbstsicher, humorvoll und unnahbar auf. Doch hinter der Fassade verbirgt sich tiefer seelischer Schmerz.
Shaila Sterling ist als Sportmedizinerin empathisch und liebevoll, wirkt aber innerlich sehr unsicher. Ihre Gedanken kreisen ständig um ihre Zweifel. Stellenweise wirkt sie, als sei sie emotional in ihrer Jugendzeit stehen geblieben.
Obwohl beide Charaktere viel Raum bekommen, blieb die emotionale Verbindung zu ihnen über weite Strecken eher oberflächlich. Erst gegen Ende des Buches gelang es, wirklich mit ihnen mitzufühlen.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig. Besonders positiv fällt auf, wie die Autorin Football-Elemente in die Handlung integriert: verständlich und ohne den Lesefluss zu stören. Ideal für Leser:innen ohne Vorkenntnisse.
Die Geschichte hat grundsätzlich viel Potenzial. Vor allem die Themen wie Leistungsdruck und mentale Belastung im Profisport wurden sensibel und realitätsnah behandelt. Diese Aspekte verleihen dem Buch Tiefe und bieten Denkanstöße, sowohl für die Charaktere als auch für die Leser:innen.
Weniger gelungen ist die häufige Wiederholung bestimmter Handlungselemente. Einige Szenen wirkten dadurch langgezogen oder breitgetreten. Auch der Spannungsaufbau rund um Kayces Geheimnis blieb eher schwach. Der erwartete „Funke“ sprang hierbei nicht über.
Positiv hervorzuheben ist jedoch die authentische Entwicklung der Liebesgeschichte. Das emotionale Tempo war stimmig und nachvollziehbar. Insbesondere nach der langen Zeit der Trennung der beiden Figuren.
Fazit:
"Falling for No. 89" ist eine solide Sportromance mit einem emotionalen Kern und einem wichtigen Thema: dem Umgang mit Druck im Profisport. Der angenehme Schreibstil und die authentischen Rückblicke machen das Buch lesenswert, auch wenn es in der Figurenzeichnung und beim Spannungsbogen Luft nach oben gibt.
Für Fans von ruhigen Liebesgeschichten mit sportlichem Setting definitiv einen Blick wert. Vor allem, wenn man bereit ist, kleinere Längen in Kauf zu nehmen.