Wenn Angst die Kontrolle übernimmt
Five SurviveMeine persönliche Meinung:
Das Cover der neu erschienenen Schmuckausgabe hat mich sofort angesprochen und war letztlich auch der ausschlaggebende Grund, warum ich zu diesem Buch gegriffen habe.
Besonders ...
Meine persönliche Meinung:
Das Cover der neu erschienenen Schmuckausgabe hat mich sofort angesprochen und war letztlich auch der ausschlaggebende Grund, warum ich zu diesem Buch gegriffen habe.
Besonders gut gefallen hat mir direkt zu Beginn die Karte des Campers. Solche räumlichen Darstellungen empfinde ich als sehr hilfreich, da sie die Orientierung erleichtern und die Geschichte lebendiger machen.
Der Thriller wird in der dritten Person erzählt, eine Erzählweise, mit der ich persönlich eher Schwierigkeiten habe. Ich fühlte mich dadurch mehr wie eine Zuschauerin als wirklich mittendrin im Geschehen. Es hat tatsächlich lange gedauert, bis ich mich an diese Perspektive gewöhnt hatte und in der Geschichte ankommen konnte.
Die Hauptprotagonistin Red hat mich von Beginn an mit ihrer Vergesslichkeit und den ständigen Wiederholungen genervt. Ihre sprunghaften Gedankengänge wirkten auf mich anstrengend, auch wenn sie natürlich im Kontext ihrer Erlebnisse nachvollziehbar sind. Neben ihr spielen Maddy, Arthur, Simon, Reyna und Oliver eine Rolle. Interessanterweise mochte ich Arthur von Anfang an, auch wenn sich im Verlauf natürlich einiges verändert ist er dennoch mein liebster Charakter geblieben.
Die Handlung erstreckt sich über lediglich acht Stunden, was eigentlich ein enormes Spannungspotenzial bietet. Die einzelnen Szenen sind sehr detailliert ausgearbeitet, jede Handlung wird genau beschrieben. Allerdings empfand ich genau das stellenweise als Problem. Die Geschichte zieht sich enorm. In der ersten Hälfte passiert meiner Meinung nach fast nichts, wodurch sich Längen einschleichen. Die Geheimnisse werden dann wiederum sehr spät und dafür recht geballt enthüllt. Gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse regelrecht. Hier hätte ich mir eine gleichmäßigere Spannungsentwicklung gewünscht.
Besonders gelungen fand ich jedoch die Darstellung dessen, wozu Menschen fähig sind, wenn sie Angst haben und nur noch eines wollen: überleben. Diese psychologische Komponente wurde stark herausgearbeitet und hat dem Thriller Tiefe verliehen.
Fazit:
"Five Survive" von Holly Jackson lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Der Einstieg und der Spannungsaufbau waren für mich zu langatmig, doch das Ende konnte mit Intensität und überraschenden Wendungen punkten. Insgesamt ein Thriller mit starker Botschaft über Angst und Moral, auch wenn mich der Weg dorthin nicht durchgehend überzeugen konnte.
Vielen Dank an den ONE Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars über NetGalley."