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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.02.2026

Literarischer Pageturner für jedermann

Gelbe Monster
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Auch wenn mich das Cover und Clara Leinemanns Stil sofort begeistert haben, hätte ich nicht erwartet, dass sich »Gelbe Monster« zu meinem bisherigen Jahreshighlight mausern würde.

Das Buch ist ein echter ...

Auch wenn mich das Cover und Clara Leinemanns Stil sofort begeistert haben, hätte ich nicht erwartet, dass sich »Gelbe Monster« zu meinem bisherigen Jahreshighlight mausern würde.

Das Buch ist ein echter Pageturner und ich konnte es von Anfang an schwer, aber etwa ab der Hälfte auch beim besten Willen gar nicht mehr aus der Hand legen. Bei einem Buch, das ich im Genre Literatur verorten würde, ist mir das bisher noch nie passiert.

Die Thematik »Gewalt durch Frauen« war für mich ein neues Leseerlebnis und wird hier vielschichtig und differenziert aufgearbeitet. Die Einblicke in Antiaggressionstrainings fand ich sehr spannend. Dabei schafft Clara Leinemann den Spagat, zu informieren und aufzuklären, ohne je belehrend zu wirken oder Längen einzubauen, die das Tempo herausnehmen. Stattdessen bleibt der Ton immer etwas frech, egal wie tragisch oder ernst die Thematik wird.

Am meisten hat es mich aber begeistert, hautnah mitzuerleben, wie die Protagonistin tickt und wie sie sich schrittweise selbst auf die Schliche kommt. Überhaupt ist Charlie eine großartige Figur, authentisch und glaubhaft und so voller Fehler und guter Vorsätze, dass es unmöglich wird, sie vorschnell in eine Schublade zu stecken.

»Gelbe Monster« ist meiner Meinung nach eines der wenigen Bücher, die jedem Leser viel zu bieten haben. Ich hoffe es bekommt die Aufmerksamkeit, die es verdient!

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Das perfekte Geschenk zur Taufe

Love and be loved
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Mein erster Gedanke, als ich das Buch in Händen hielt, war: »Ist das schön groß!« Ähnliche Geschenkbücher mit guten Wünschen haben oft nur die halbe Größe - wenn überhaupt. Das hat den Vorteil, dass Text ...

Mein erster Gedanke, als ich das Buch in Händen hielt, war: »Ist das schön groß!« Ähnliche Geschenkbücher mit guten Wünschen haben oft nur die halbe Größe - wenn überhaupt. Das hat den Vorteil, dass Text und Illustrationen hier richtig viel Platz haben, um wirken zu können. Für mich die größte Stärke des Buches!

Die Gedanken an sich sind schön, aber jetzt nicht weltbewegend neu und auch die Abbildungen sind wirklich hübsch und berührend, aber für meinen Geschmack eben auch nicht die ganz großer Kunst...

Ein Punkt den ich noch positiv finde, ist die Hintergrundgeschichte, also dass es sich um ein Gedicht handelt, das die Autorin ursprünglich für ihre Töchter (die mit zweitem Namen »Love« bzw. »Beloved« heißen) geschrieben hat. Das ist ein netter Rahmen für all die guten Wünsche, legt aber auch die Vermutung nahe, dass durch die Übersetzung etwas von der poetischen Schönheit des Ausgangstextes verloren gegangen ist.

Ich könnte mir das Buch besonders gut als Geschenk zur Taufe vorstellen, da es zu vielen, wenn nicht zu allen erwähnten Gedanken, passende Bibelverse gibt, die auf den Seiten noch mit eingefügt werden könnten. Kleiner Tipp: ChatGPT findet die schnell, auch wenn man selbst jetzt nicht gerade bibelfest ist...

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Still und poetisch - mir persönlich zu viel von beidem

Halber Stein
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»Halber Stein« ist ein stiller, atmosphärisch dichter Roman, der weniger von Handlung als von Erinnerung, Wahrnehmung und innerer Bewegung lebt.

Siebenbürgen wird zum kulturellen Resonanzraum, in dem ...

»Halber Stein« ist ein stiller, atmosphärisch dichter Roman, der weniger von Handlung als von Erinnerung, Wahrnehmung und innerer Bewegung lebt.

Siebenbürgen wird zum kulturellen Resonanzraum, in dem persönliche Biografien und historische Erfahrungen ineinandergreifen. Herkunft, Verlust und das Gefühl geteilter Zugehörigkeit ziehen sich als leises Grundmotiv durch den Text. Der halbe Stein am Fluss wird zum Symbol für Sines eigene, gefühlte Unvollständigkeit.

Die poetisch zurückhaltende Sprache macht Orte und Landschaften sinnlich erfahrbar, ohne sie zu erklären. So entsteht ein Roman der Zwischentöne - berührend, aber zuweilen auch schwer zu fassen.

Mir persönlich fiel es bei all der Stille schwer »am Ball zu bleiben« und ich hätte mir noch etwas mehr äußere Handlung gewünscht. Außerdem war mir Sine als Hauptfigur etwas zu »weise« in ihren Überlegungen, die mir zwar häufig gefielen, gleichzeitig aber nicht so recht zu dem Bild passen wollten, das ansonsten von der Protagonistin gezeichnet wurde.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Detektiv-Duo der Extraklasse

Einfach Sunny
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Sunny und Ben sind nicht gerade die klassischen Juniordetektive. Nicht nur, dass Sachen-Sucherin Sunny blind ist - das ist nun wirklich das geringste Hindernis bei ihren Ermittlungen - nein, das Besondere ...

Sunny und Ben sind nicht gerade die klassischen Juniordetektive. Nicht nur, dass Sachen-Sucherin Sunny blind ist - das ist nun wirklich das geringste Hindernis bei ihren Ermittlungen - nein, das Besondere an den beiden ist, dass sie zwischen Dackelgebell und mobbenden Fünftklässlern eine alte Freundschaft retten und eine neue beginnen. Wie ihnen das gelingt? Mit ganz viel Herz und Köpfchen!

Die authentischen und absolut sympathischen Protagonisten dieses Romans haben bei uns für viel Spaß und auch eine Prise Spannung gesorgt.

Was uns an der Geschichte am meisten begeistert hat, sind die glaubhaften Einblicke in das Leben eines Mädchens mit Sehbehinderung. Der Fokus liegt dabei weniger darauf, was Sunny nicht kann. Vielmehr lernt man einfach kennen, wie sie die Welt erlebt - mit allen ihr zur Verfügung stehenden Sinnen.

Dem gleichaltrigen Ben ist sie damit oft einen Schritt voraus. Trotzdem muss auch sie am Ende einsehen, dass jeder manchmal Hilfe braucht und dass es völlig in Ordnung ist, sie anzunehmen.

Das Buch hat unseren Horizont erweitert, uns hervoragend unterhalten und unser Herz berührt!

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Ein Buch, das mehrmals gelesen werden muss

Der unsichtbare Elefant
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Dieses Buch zeichnet sich durch einen sehr flüssigen Stil und kurze Kapitel aus, wodurch man geradezu durch die Seiten fliegen könnte.

Das Problem dabei: Es besteht die Gefahr, all die unzähligen kleinen ...

Dieses Buch zeichnet sich durch einen sehr flüssigen Stil und kurze Kapitel aus, wodurch man geradezu durch die Seiten fliegen könnte.

Das Problem dabei: Es besteht die Gefahr, all die unzähligen kleinen Andeutungen und Symbole zu übersehen, die der Autor kunstvoll mit eingebaut hat. Hier ist alles von Bedeutung - jeder Name, jedes Musikstück im Hintergrund, die Gegend, usw. Ich empfehle hierzu unbedingt die Leserunde auf Lovelybooks zu besuchen, an der auch der Autor selbst teilnimmt und einige Einblicke gewährt.

Die Geschichte um den Selbstmord(?) eines Anwalts regt sehr zum Nachdenken an und behandelt viele, psychologisch interessante Themen, wie zum Beispiel vererbte Traumata. Gelingt es, das »deutsche Rätsel« zu lösen und den »Elefanten« zu sehen?

Ein literarisches Highlight, bei dem nach aktuellem Stand noch mit zwei weiteren Bänden zu rechnen ist. Bis dahin werde ich Band 1 wohl ein weiteres Mal in Ruhe lesen und noch genauer hinsehen...

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