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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.05.2026

Es matcht!

Klugscheißerchen und Vehlerteufelchen
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Das Klugscheißerchen hat seinen Gegenspieler gefunden! Familie Theufel bekommt Zuwachs in Form eines kleinen Fehler- äh, Vehlerteufelchens, das aus einer Schublade der Schule entwischt ist.

In gewohnt ...

Das Klugscheißerchen hat seinen Gegenspieler gefunden! Familie Theufel bekommt Zuwachs in Form eines kleinen Fehler- äh, Vehlerteufelchens, das aus einer Schublade der Schule entwischt ist.

In gewohnt witziger Schreibweise erzählt Marc-Uwe Kling vom neuesten Abenteuer, das die Geschwister Theo und Tina mit ihrer Familie erleben. Allerdings muss man diesmal bei einigen Wörtern ganz schön grübeln, um sie zu entziffern! Die Wortspielereien machen beim Selbstlesen schon eine Menge Spaß und Sorgen sicher auch beim Vorlesen für einige Lacher.

Die Illustrationen von Astrid Henn sind wie gewohnt witzig und sehr ansprechend und ergänzen den Text an passenden Stellen. Vor allem den schelmischen Gesichtsausdruck des Vehlerteufelchens hat sie perfekt getroffen. Auch der neue Hund Klaus-Kathrin ist eins meiner Highlights.

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Perspektivwechsel

Katzenpfade
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Warum bestimmt eigentlich immer der Mensch, wo es hingeht? Normalerweise geht man ja mit dem Hund spazieren, aber die Hauptperson dieser Geschichte unternimmt Ausflüge mit ihrer Katze. Doch irgendwann ...

Warum bestimmt eigentlich immer der Mensch, wo es hingeht? Normalerweise geht man ja mit dem Hund spazieren, aber die Hauptperson dieser Geschichte unternimmt Ausflüge mit ihrer Katze. Doch irgendwann möchte diese auch einmal entscheiden, wo es lang geht.

Mit seinen 64 Seiten ist "Katzenpfade" ein dickeres Bilderbuch, allerdings steht nicht auf jeder Seite Text und wenn, dann ist er kurz gehalten. Ich würde daher sagen, dass sich das Buch eher zum gemeinsamen Anschauen als zum Vorlesen eignet. Ich finde die Altersempfehlung ab 5 Jahren daher sehr passend, jüngere Kinder könnten mit dem Buch meines Erachtens nicht so viel anfangen.

Die Illustrationen, die zum großen Teil (wenn nicht komplett) aus Aquarellen bestehen, sind sehr hübsch und laden zum Betrachten ein. Zum Schluss gibt es eine Doppelseite zum Aufklappen, die noch einmal besonders schön ist.

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Ziemlich wirr

Darkly
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Ich bin ja seit Night Film großer Fan von Marisha Pessl und habe ebenfalls in diesem Buch damals das mixed-media-Format lieben gelernt. Ich habe mich demnach sehr auf diese Neuerscheinung hier gefreut, ...

Ich bin ja seit Night Film großer Fan von Marisha Pessl und habe ebenfalls in diesem Buch damals das mixed-media-Format lieben gelernt. Ich habe mich demnach sehr auf diese Neuerscheinung hier gefreut, muss aber sagen, dass mich Darkly nicht vollends abholen konnte.

Zum Teil könnte das daran liegen, dass ich nicht die Zielgruppe des Romans bin - die Altersempfehlung ist immerhin ab 12 Jahren. Ich wüsste andererseits aber auch nicht, welchem Jugendlichen ich das Buch empfehlen würde, da es schon sehr düster und relativ erwachsen geschrieben ist.

Mein größtes Problem beim Lesen war aber die verwirrende Handlung. Ich spiele wirklich viele Brettspiele, auch komplizierte, Stunden andauernde, aber hier ist es mir schwer gefallen, dem Spiel, seinen Regeln und generell allem, was abgeht, zu folgen.
Dies hat schließlich leider auch dazu geführt, dass ich mich ziemlich zum Weiterlesen zwingen musste.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Optik macht inhaltliche Schwächen wett

Der Sommer, der uns blieb
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Dieses Buch besticht in erster Linie durch seine Optik - ich habe wirklich selten ein so schön aufgemachtes Buch lesen dürfen. Cover, Schutzumschlag, Farbschnitt und die Kapitelanfänge sind aufeinander ...

Dieses Buch besticht in erster Linie durch seine Optik - ich habe wirklich selten ein so schön aufgemachtes Buch lesen dürfen. Cover, Schutzumschlag, Farbschnitt und die Kapitelanfänge sind aufeinander abgestimmt gestaltet und versetzen einen beim Lesen in nostalgische Sommerstimmung. Das Highlight ist dabei eine halbtransparente illustrierte Seite mitten im Buch, die die drei Hauptcharaktere in ihrer Kindheit am See zeigt und die einfach unfassbar schön ist.
Den Verlag sollte man auf jeden Fall im Auge behalten!

Die schöne Aufmachung macht für mich zum Teil die sprachlichen Schwächen wett, die das Buch definitiv hat. Der Schreibstil wirkt sehr unausgegoren, vor allem die vielen kurzen Sätze bringen den Lesefluss ganz schön ins Stocken. Die Autorin erklärt Szenen über, anstatt sie einfach wirken zu lassen (Stichwort show don't tell). Außerdem sind manche gewählte Metaphern wirklich seltsam. Ich saß einige Male da und habe gerätselt, was genau damit gesagt werden soll..

Inhaltlich beschreibt Greta Herrlicher eine interessante Dreiecksgeschichte dreier Jugendfreunde, bleibt dabei jedoch sehr oberflächlich. Besonders die Dialoge sind sehr gestelzt und lebensfern, sodass man nicht das Gefühl hat, hier realen Personen zuzuschauen. Die Charaktere bleiben so auf Distanz und bis zum Schluss fühlt man sich ihnen kaum verbunden.
Die Geschichte selbst ist dabei durchaus interessant und hätte Potential für mehr gehabt.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Schroff und einnehmend

Moosland
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Im Jahr 1949 startet die isländische Bauernpartei einen Aufruf, da auf den abgelegenen Höfen junge Frauen fehlen. Die Protagonistin Elsa ist eine von über 300 Frauen, die sich für ein Jahr verpflichten.

Ich ...

Im Jahr 1949 startet die isländische Bauernpartei einen Aufruf, da auf den abgelegenen Höfen junge Frauen fehlen. Die Protagonistin Elsa ist eine von über 300 Frauen, die sich für ein Jahr verpflichten.

Ich hatte vorher noch nie etwas von dieser Initiative gehört und finde, es ist eine fantastische Prämisse für einen Roman. Elsa kommt ohne Sprachkenntnisse und mit wenig landeskundlichem Wissen nach Island - sie ist so wie eine Maske, durch die die Leser das Land, die Leute und deren Sprache und Lebensgewohnheiten kennenlernen.
Dabei ist sie aber keine leere Leinwand, sondern bringt ihre eigenen Erfahrungen und Traumata mit. Man merkt, dass der zweite Weltkrieg sowohl bei den Isländern als auch bei Elsa und ihren Freundinnen noch nachhallt und Vorurteile, seelische Wunden und Verluste sind allgegenwärtig.

Katrin Zipses Schreibstil ist dabei unaufgeregt und klar und passt zur rauen isländischen Landschaft und teils schroffen Art der Bewohner. In dieser unbeschönigenden Art liegt aber eine ganz eigene Emotionalität, die einen nach und nach einnimmt.

Mir hat besonders das Nachwort gefallen, hier werden zusätzliche Fakten genannt, die die Geschichte weiter einordnen.

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