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Veröffentlicht am 05.06.2018

Gute Geschichte für zwischendurch

Eine wie Alaska
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Ich muss ehrlich sagen, dass mich das Cover eher abgeschreckt als motiviert hat, das Buch in die Hand zu nehmen. Es ist eines der am schlecht aussehendsten Buchcover, dass ich bisher gesehen habe.


Der ...

Ich muss ehrlich sagen, dass mich das Cover eher abgeschreckt als motiviert hat, das Buch in die Hand zu nehmen. Es ist eines der am schlecht aussehendsten Buchcover, dass ich bisher gesehen habe.


Der Inhalt dagegen gar nicht. Es geht um Miles Halter, der sehr zurückhaltend ist und kaum Freunde hat. Er wechselt die Schule und kommt auf ein Internet, in dem er einige neue Leute kennenlernt, mit denen er sich schnell anfreundet. 

Der Leser begleitet die Jugendlichen bei all ihren Unternehmungen, Streichen usw. 

Das geht ungefähr bis zur Hälfte des Buches so. Miles verliebt sich in Alaska, das verrückte, aufgeweckte Mädchen. 

Bis dahin war es für mich recht langweilig. Es war ganz okay zu lesen, was die Jugendlichen alles auf dem Internat machen, aber mehr auch nicht. Alaska war mir irgendwie auch nicht wirklich sympathisch. 


Die Kapitel tragen immer Überschriften wie "84 tage davor", sodass man weiß, dass in 84 Tagen etwas passieren wird. Was passieren wird, konnte ich mir schon nach den ersten Seiten denken und das hat sich auch bewahrheitet. Auch das Rätsel, vor dem Miles und seine Freunde nach diesem entscheidenden Tag stehen, habe ich für mich schnell lösen können. Daher hatte das Buch so gut wie gar keine Spannung für mich. 


Doch darum ging es auch nicht nur. Es ging viel um Gefühle, die besonders durch den Ich-Erzähler gut rüber gebracht wurden, besonders im 2. Teil des Buches. Das hat mir gut gefallen. Auch der Schluss gefiel mir gut. Außerdem habe ich an manchen Stellen im Buch auch schmunzeln müssen. 


Rundum eine gute Geschichte für zwischendurch, aber dadurch, dass es so vorhersehbar ist, leider mehr nicht. 

Veröffentlicht am 10.12.2018

Eine tolle Inspiration!

Für immer zuckerfrei
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In "Für immer zuckerfrei" erzählt Anastasia Zampounidis, wie sich einfach erraten lässt, von ihrem Weg hin zu einem Leben komplett ohne Zucker. 
Sie erklärt auf interessante und spannende (und vor allem ...

In "Für immer zuckerfrei" erzählt Anastasia Zampounidis, wie sich einfach erraten lässt, von ihrem Weg hin zu einem Leben komplett ohne Zucker. 
Sie erklärt auf interessante und spannende (und vor allem nicht zu wissenschaftliche!) Art und Weise, woher der Zucker eigentlich kommt und was das weiße Gift mit unserem Körper anstellt. 

Ich habe in letzter Zeit an mir festgestellt, wie oft ich das Verlangen nach etwas Süßem habe und es nicht weggeht, bis ich etwas gegessen habe. Das hat mich aufgeregt, ich hatte das Gefühl, gar nicht mehr wirklich selbst darüber entscheiden zu können - wie bei einer Sucht. Bei meiner Recherche bin ich auf dieses Buch gestoßen. Ich bin fasziniert und zugleich erschrocken darüber, welche Mengen an Zucker jeder täglich unbewusst zu sich nimmt. 

Besonders hilfreich finde ich den Anhang, in den die Autorin ganz viele Rezepte und Tipps geschrieben hat, damit es auch wirklich jeder selbst probieren kann. 
Ich weiß jetzt, worauf ich beim Einkaufen achten werde und bin gespannt, wie gut ich in meinem Selbstversuch, den ich bald starten werden, wohl durchhalten werde. 

Ich gebe dem Buch 5 Sterne, weil der Schreibstil so angenehm ist und das Thema sehr überzeugend rübergebracht wurde. 

Veröffentlicht am 14.10.2018

Die verfluchten Zweiten?

Heute schon für morgen träumen
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In "Heute schon für morgen träumen" geht es um die Hauptfigur Emilia, die ein stinknormales Leben führt. Sie hält sich immer in ihrem gewohnten Umfeld auf und hat auch kein Interesse, daran etwas zu ändern. ...

In "Heute schon für morgen träumen" geht es um die Hauptfigur Emilia, die ein stinknormales Leben führt. Sie hält sich immer in ihrem gewohnten Umfeld auf und hat auch kein Interesse, daran etwas zu ändern. Bringen würde das sowieso nichts, da sie - so wird es behauptet, mit einem Familienfluch belastet ist, der besagt, dass keine Frau, die in dieser Familie als Zweites geboren wird, jemals Glück in der Liebe haben wird.
Wie es das Schicksal so will, lädt ihre lang nicht mehr gesehene, verrückte Großtante Poppy sie auf eine Italienreise ein, auf die sie sich schließlich, gemeinsam mit ihrer Cousine Lucy, einlässt. Auf ihrer Reise dürfen wir Leser die drei Zweitgeborenen begleiten.

Es wird schnell klar, was Poppys Absichten bei der Reise waren:
1. Emilia und Lucy dazu bringen, sich selbst zu finden und kennenzulernen.
2. Ihre große Liebe, die sie einst in Italien verloren hat, wiederzufinden.

Die drei Charaktere könnten nicht unterschiedlicher sein. Emilia ist die Ruhige, Lucy die Flippige, Lüsterne und Poppy die Verrückte, Kunterbunte.
Emilia und Lucy haben eine große Wandlung durchgemacht, was sie ihrer Großtante zu verdanken haben. Poppy ist eine Wahnsinnsfrau, die ich sehr beneide. Sie hat so viel Power und Lebensfreude, trotz allem, was sie in ihrem Leben durchgemacht hat. Sie strotzt nur so von Energie und Weisheit - von ihr könnte jeder von uns noch einiges lernen.

Die Handlung hat mich sehr berührt und oft zum Nachdenken angeregt. Ich habe das Gefühl bekommen, ich sollte mir auch mal wieder mehr Gedanken über meine eigenen Träume und Wünsche machen und an deren Umsetzung arbeiten.
Trotzdem waren viele Handlungen vorhersehbar, was ich schade fand. An einigen Stellen, die erst spannend aufgezogen wurden, hätte ich mir auch eine spannendere Auflösung gewünscht. Stichwort Narbe und Stichwort Darias Verhalten. Das fand ich teilweise nicht so toll gelöst.
Mir gefiel auch das mit dem Fluch nicht so richtig. Das ganze Buch hatte nichts mit Zauberei oder Ähnlichem zu tun, da passte dieser Fluch irgendwie nicht so rein. Da hätte man sich vielleicht auch etwas anderes ausdenken können, was nichts mit Magie zu tun hat.

Der Schreibstil war gut lesbar und flüssig. Dennoch war es für mich leider kein Pageturner. Es fiel mir nicht schwer, das Buch auch mal weg zu legen.

Insgesamt ein schönes Buch, das ich gern weiter empfehle. Ich habe viele Weisheiten daraus mitnehmen können, die mich bestimmt noch in so einigen Situationen begleiten werden.

Veröffentlicht am 13.10.2018

Ein Kampf für die Gerechtigkeit

Als das Leben unsere Träume fand
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Es ist 1913 - wir lernen die Jugendlichen Raechel, Rosetta und Rocco kennen.
Die drei kennen sich nicht, führen aber alle ein Leben, das sie sich so nicht länger vorstellen können. Sie fliehen aus diesem ...

Es ist 1913 - wir lernen die Jugendlichen Raechel, Rosetta und Rocco kennen.
Die drei kennen sich nicht, führen aber alle ein Leben, das sie sich so nicht länger vorstellen können. Sie fliehen aus diesem Leben mit der Hoffnung, sich in Buenos Aires in Argentinien ein neues, besseres aufbauen zu können.

Auf dieser Reise und bei der Ankunft geht schon so einiges schief, was den dreien den Weg versperrt. Eines verbindet sie alle: der Wunsch, der Antrieb nach Gerechtigkeit. Das ist das große Ziel, das in dem Roman verfolgt wird.

Jeder Charakter hat seine eigenen Kapitel, in denen es nur um ihn und seine Geschichte geht. Ich war immer gespannt, wie es mit der nächsten Person weiter geht und fand, dass ich dadurch noch mehr an das Buch gefesselt war. Dann habe ich eben manchmal noch zwei weitere Kapitel gelesen, um dann noch herauszufinden, wie es mit einem Charakter weiter geht.
Trotzdem war mir keiner der Charaktere wichtiger als die anderen. Ich hab für alle drei eine starke Sympathie empfunden. Alle Figuren waren sehr gut ausgearbeitet und wirkten sehr menschlich. Das ist dem Schriftsteller sehr gut gelungen.

Der Schreibstil insgesamt las sich sehr flüssig und deutlich. Ich hatte keine Probleme - bis auf die italienischen und spanischen Phrasen - den Inhalt zu verstehen, wodurch es ein schnelles Lesen war.
Der Ausdruck war sehr direkt, was besonders bei brutalen Passagen - die auf jeden Fall nicht zu selten vorkamen! - auffiel.

Die Brutalität und Grausamkeit kam wirklich nicht zu kurz. An einer Stelle des Buches musste ich zwei Seiten überblättern, weil ich einfach nicht weiter lesen konnte ohne vor Ekel Hass auf die Person im Buch durchzudrehen. Manche Szenen hätten meiner Meinung nach nicht so deutlich sein müssen.

Es gab viel Spannung im Buch, jedoch gab es keinen roten Faden, den man aus anderen Romanen kennt. Es gab nicht ein großes Ziel, um das es das ganze Buch lang ging. Es waren eher viele kleine, die alle auf Gerechtigkeit und eine bessere Gesellschaft abzielten.

Es ist ein ziemlich langes Buch (ca. 800 Seiten), jedoch war es für mich keine Seite zu viel - wenn man von der Gewalt absieht.
Außerdem war es für mich ein Pageturner, ich habe es für meine Verhältnisse schnell weg gelesen. Wenn ich immer wieder zu einem Buch greife und es nicht mehr weg legen kann und möchte, ist das für mich ein Zeichen, dass das Buch sehr gut ist.

4,5 Sterne dafür, dass es mich nicht zu 100 Prozent überzeugt hat. Die Gewalt war vielleicht für das Verständnis nötig. Wenn ich aber Seiten überblättern muss, kann ich dem ganzen einfach keine 5 Sterne geben. Außerdem hätte ich mir eine etwas klarere Linie gewünscht, die sich durch das Buch zieht. So waren es mehr einzelne Geschichten. Mir hat das gewisse Extra noch gefehlt.
Trotzdem ein gutes Buch mit vielen Emotionen und einer tollen Atmosphäre. Ich würde immer wieder ein Buch von Di Fulvio lesen.

Veröffentlicht am 02.09.2018

Aufzählung ohne Höhepunkte

Der Circle
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"Das muss ich unbedingt auch mal lesen" dachte ich mir monatelang, nachdem "Der Circle" von aller Welt so gehypt wurde.
Vor drei Monaten (ja, drei) habe ich es dann endlich mal in Angriff genommen und ...

"Das muss ich unbedingt auch mal lesen" dachte ich mir monatelang, nachdem "Der Circle" von aller Welt so gehypt wurde.
Vor drei Monaten (ja, drei) habe ich es dann endlich mal in Angriff genommen und das Buch begonnen zu lesen.

Die ersten 100 Seiten gefielen mir ganz gut. Mir gefiel die Idee, einen Ausblick in die Zukunft zu gehen, die womöglich auf uns zukommt. Dabei lernt der Leser zusammen mit der Hauptfigur Mae das Unternehmen "The Circle" kennen. Es werden viele Erfindungen und Projekte vorgestellt, die der Circle entwickelt hat. Klingt erstmal sehr spannend, doch mehr passiert leider in dem Buch auch nicht.
Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, der Autor würde denken, ich hätte noch nicht verstanden, wie viele Ideen der Circle wirklich hat. Das hat mich sehr stark gelangweilt, wodurch ich eben auch besagte drei Monate für das Buch gebraucht habe. Oftmals wollte ich es einfach nur noch in die Ecke werfen und nicht mehr weiter lesen. Ich konnte mir einfach nicht erklären, wieso das Buch so gute Bewertungen bekommen hat und habe deshalb auf ein überragendes Ende gehofft, was jedoch auch ausblieb.

"Der Circle" hatte absolut keine Höhepunkte, die Charaktere waren durch ihre Aufgesetztheit und Naivität unsympathisch und platt und auch der Schreibstil hat nicht viel rausgeholt.

Die Idee hat wirklich Potenzial, welches meiner Meinung nach leider in keinem Fall ausgeschöpft wurde.
Bei den Erfindungen war der Autor wirklich kreativ, was mir wiederum gefallen hat. Jedoch waren es einfach wie gesagt viel zu viele Aneinanderreihungen.
Die Handlung an sich ist schlüssig und lässt keine Fragen ungeklärt. Trotzdem fehlt es dem Roman an jeglicher Spannung, was es für mich einfach langweilig und eintönig gemacht hat.

Daher ist mir das Buch höchstens zwei Sterne wert.