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Veröffentlicht am 12.10.2025

Für jeden was dabei

Emmi backt einfach (Emmi kocht einfach – das 1. Backbuch)
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Christiane Emma Prolic wird vielen wahrscheinlich durch ihren Blog, oder ihren Instagram Account bekannt sein, wo sie als Emmi bereits seit Jahren ihre leckeren Rezepte mit ihrer Community teilt. Nach ...

Christiane Emma Prolic wird vielen wahrscheinlich durch ihren Blog, oder ihren Instagram Account bekannt sein, wo sie als Emmi bereits seit Jahren ihre leckeren Rezepte mit ihrer Community teilt. Nach mehreren Kochbüchern, stellt sie hier nun ihr erstes Backbuch vor und teilt darin die Favoriten ihres Blogs und natürlich auch leckere Klassiker aus dem Fundus ihrer eigenen Familie und das "einfach" im Titel ist dabei durchaus wörtlich zu nehmen.

Das Buch startet natürlich mit einem kurzen Vorwort der Autorin und gibt dann einen kurzen Abriss der Backbasics, so haben es auch Anfänger leicht, sich in die Thematik einzulesen. Es werden die verschiedensten Backformen erklärt, die richtige Vorbereitung erläutert, wichtige Zutaten besprochen und die verschiedenen Teigarten gezeigt, alles begleitet natürlich von ansprechenden Fotos. Im Anschluss geht es direkt lo mit Rührteig, es gibt Blechkuchen, Kuchen mit Obst und Gemüse (wobei hier das Obst eindeutig überwiegt), Käsekuchen, Kleinigkeiten wie Muffins, Winterliches und natürlich auch Brot und Brötchen. Insgesamt enthält das Buch 75 Rezepte mit Gelinggarantie, alltagstauglich, aber auch für den großen Auftritt.

Jedes Rezept wird ausführlich erklärt, enthält eine Zutatenliste, Hinweise zur Zubereitung und oft noch eine Erläuterung zur Aufbewahrung und zum Abwandeln. Abgerundet wird das Ganze dann mit einer wunderschönen Fotografie des fertigen Gebäcks. Was mich sehr gefreut hat, das Buch enthält viele altbekannte, aber deshalb nicht zwangsläufig altbackene Klassiker. Es gibt den klassischen Marmorkuchen ebenso wie einfache Muffins, leckeren Cheescake, oder die gerade unheimlich angesagten Zimtschnecken. Die Zusammenstellung ist absolut alltags - und familienfreundlich, schnelle und einfache Rezepte, die ohne viel Schnickschnack und exotische Zutaten schnell auf den Tisch gebracht sind. Natürlich ist eine dreistöckige Torte mit fünf verschiedenen Füllungen etwas Tolles, aber wann hat man da schonemal die Zeit und Muße für.

Mir hat das Buch, auch wenn ich schon viele Jahre selbst backe, sehr gefallen und ich konnte einige Inspirationen herausgreifen, so habe ich zwar selbst ein erprobtes Rezept für einen Käsekuchen ohne Boden, aber Emmis Variante klingt auch sehr interessant und wird auf jeden Fall ausprobiert, ihr Hefeteigrezept für die Zimtschnecken hat mir sehr gefallen, ist es mit mir und Hefeteig doch bisweilen etwas schwierig. Zudem finde ich, dass sich das Buch super als Geschenk für Backneulinge eignet, die bekommen hier direkt einen guten Grundstock an Rezepten und Hintergrundwissen geliefert, um sich diesem leckeren Hobby zu nähern.

Ein winzig kleiner Kritikpunkt meinerseits, die Fotos auf denen Emmi zu sehen ist sehen leider sehr gestellt aus, das ist etwas schade.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Auf eigene Faust

Über die Toten nur Gutes
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Mads ist Trauerredner aus Leidenschaft, auch wenn sein Vater ja der Meinung ist, Mads könnte mit seiner sonoren Stimme durchaus Karriere beim Radio machen. Als ein Freund aus Kindertagen stirbt, möchte ...

Mads ist Trauerredner aus Leidenschaft, auch wenn sein Vater ja der Meinung ist, Mads könnte mit seiner sonoren Stimme durchaus Karriere beim Radio machen. Als ein Freund aus Kindertagen stirbt, möchte Mads die Rede für dessen Beerdigung schreiben, stellt jedoch fest, dass er recht wenig zum Leben des einstigen Freundes weiß. Er stellt ein paar Recherchen an, in deren Verlauf seine eigenen Kindheitserinnerungen wieder zu Tage treten und er merkt, dass der Freund anscheinend vor seinem Tod in ziemlichen Schwierigkeiten gesteckt hat.

Ich liebe ja Krimis und Krimis mit besonderen und gern auch mal schrägen Ermittlern ganz besonders. Von der Idee, dass ein Trauerredner zum Ermittler wird war ich direkt angetan, auch weil der Klappentext eine humorvolle Story erwarten ließ. Humorvoll wurde es dann auch direkt zu Beginn, hier würde ich spoilern, wenn ich mehr verraten würde, nur so viel, man lernt Mads Vater Friedtjof und direkt alle weiteren wichtigen Personen kennen. Naja, fast alle.

Die Figuren in Andreas Izquierdoˋs Buch sind schon alle etwas speziell, fast schon ein bisschen überzeichnet. Allen voran natürlich Mads Vater, Kommissarin Mills, die unscheinbare neue Bekanntschaft von Mads Freund Fiete, der schweigsame Herr Barnardy und natürlich in erster Linie der skrupellose Verbrecherboss Stoike. An sich würde ich auch das ziemlich mögen, allerdings beginnt es hier so ein bisschen zu haken, denn die leicht schräge Story passt hier im Detail nicht wirklich zueinander. Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich hier eine fiktive Geschichte lese, aber ein ganz klein wenig näher an der Realität hätte Mads Ermittlungsarbeit dann doch sein dürfen.

Das Buch liest sich leicht weg, der Schreibstil des Autors ist hier sehr angenehm. Seine Figuren sind menschlich in ihren Stärken und Schwächen, gerade bei Mads Vater Friedtjof wird das deutlich. Der alte Herr, mit seiner Besessenheit vom Bingospiel macht im Buch dann auch die größte Entwicklung durch, wurde mir zwischenzeitlich richtig unsympathisch, bringt aber dadurch Tiefe und Emotionalität in die Story. Bösewicht Stoike wird ebenso ins Klischee gepresst, wie sein muskelbepackter Handlanger, oder auch Kommissarin Mills. Das ist fast etwas schade, passt aber letztlich ins Gesamtbild und lässt den Humor der Story funktionieren.

Ich habe das Buch mit etwas gemischten Gefühlen beendet und länger über meine Sternevergabe gegrübelt, denn teilweise war mir das Ganze doch sehr an den Haaren herbeigezogen. Da ich aber schräge Kriminalfälle ala Weimarer Tatort, oder der Eberhofer-Reihe sehr mag, war ich dann doch geneigt hier nicht all zu streng zu sein. Mir gefällt der Humor und die Figuren reißen einiges raus, auch wenn die Mischung insgesamt etwas unrund ist.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Interessanter Gedanke

Die Toten von nebenan
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Frau Löffler ist mit ihrem Fahrrad unterwegs und entgeht nur knapp einem Zusammenstoß mit einem LKW. Noch etwas durcheinander kommt sie Zuhause an und wundert sich, als sie dort von ihrer Großmutter begrüßt ...

Frau Löffler ist mit ihrem Fahrrad unterwegs und entgeht nur knapp einem Zusammenstoß mit einem LKW. Noch etwas durcheinander kommt sie Zuhause an und wundert sich, als sie dort von ihrer Großmutter begrüßt wird, die eigentlich schon lange tot ist. Der Leser ahnt es, schneller als Frau Löffler selber, der Beinahezusammenstoß war gar keiner und Frau Löffler nun ebenfalls verstorben.

Autorin Olivia Monti startet mit dieser fast schon augenzwinkernden Sequenz in ein sehr interessantes Gedankenspiel. Was wäre, wenn neben unserer realen Welt eine existierte, in der die Verstorbenen in ihrer gewohnten und liebgewordenen Umgebung verweilen. Wenn unterschwellig hinter unserer Realität noch eine andere läge, eine in der Oma auf ihrem geliebten Ohrensessel sitzt, oder Opa weiterhin täglich seine Rosen beschneidet. Eine Realität, in der man mit schmerzlich vermissten Familienmitgliedern wiedervereint ist und man, frei von jeglichen körperlichen Gebrechen, sein Alter frei wählen kann. Eine Realität, in der man parallel und unbemerkt neben den Lebenden verweilt und darauf wartet auf eine höhere Ebene aufzusteigen. Ein interessanter Gedanke zum Leben nach dem Tod, aber auch ein bisschen ein gruseliger, wenn man bedenkt, wie viele Menschen schon vor mir in meinem Haus gelebt haben.

Der Roman beschreibt auf den ersten Blick eine Idylle, die man sich vielleich selbst gut für sein Ableben vorstellen kann, allerdings wird schnell klar, dass der Frieden hier trügerisch ist. Neben den "angestammten" Bewohnern ist ein charismatischer Fremder in die Nachbarschaft eingezogen, der eine neue Perspektive in den beschaulichen Alltag bringt und Missstände aufdeckt für die eindeutig die Lebenden verantwortlich sind. Ab diesem Punkt hat man als Leser eigentlich recht schnell den Eindruck, die Autorin beschreibt hier stellvertretend die aktuelle politische Situation im Land. Jeder findet für sich mehr und mehr Parallelen zu realen Personen des öffentlichen Lebens und zu beunruhigenden Geschehnissen im Land. Herr Tober, wie der Fremde heißt, wird so zum Synonym für die Einflüsterer einer bestimmten Partei, die die allgemeine Stimmung ausnutzen und auch direkt ein passendes Feindbild parat haben.

Herr Tober ist eine interessante Figur und durchaus auch polarisierende Figur. Mich hat er sehr an Leland Gaunt erinnert, der Figur aus Stephen Kings "In einer kleinen Stadt". Eine Figur, die anziehend auf ihren Gegenüber wirkt, die es versteht zu manipulieren, Wünsche zu erfüllen, Begehrlichkeiten, Neid und Missgunst zu wecken, aber auch Ängste zu schüren. Eine Figur, die offensichtlich das Schlechteste im Menschen zum Vorschein bringen kann, aber letztlich nur für den eigenen Vorteil arbeitet. Der Ein, oder Andere würde diese Figur vielleicht mit dem Teufel gleichsetzen, dem Bösen, falls man an soetwas glaubt. Ich würde jetzt nicht ganz so weit gehen, denn würde man alles Schlechte auf der Welt in die Verantwortung einer höheren Macht geben, würde man es sich zu einfach machen. Um Böses zu tun, braucht die Menschheit keinen Teufel, das schafft sie schon ganz gut aus sich allein heraus.

Puh, nun bin ich aber ziemlich ins philosophieren gekommen und natürlich ist das ganz allein meine persönliche Sicht auf das Buch. Jeder ist hier eingeladen sich selbst seine Gedanken zu machen. Abseits von meinen Gedanken erzählt Olivia Monti einfach auch eine herzliche, ironische Geschichte, in der sie den Mikrokosmos Nachbarschaft augenzwinkernd auf die Spitze treibt. Sicher wird jeder Leser sich, oder Andere in einer der Figuren wiedererkennen. Ich hatte auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen, auch wenn sich die Geschichte im Mittelteil ein klein wenig gezogen hat. Nur mit dem überraschenden Ende hadere ich etwas, das hätte ich so nicht unbedingt gebraucht.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Wir sind nicht allein

Die Grenze der Dunkelheit
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Ein kleines Kurierschiff ist unterwegs zu einem havarierten Schiff, der Koukishin, die vor Jahrzehnten auf ihrem Jungfernflug verschwand und seitdem unauffindbar war. An Bord damals Ishmael Molina, ehrgeiziger ...

Ein kleines Kurierschiff ist unterwegs zu einem havarierten Schiff, der Koukishin, die vor Jahrzehnten auf ihrem Jungfernflug verschwand und seitdem unauffindbar war. An Bord damals Ishmael Molina, ehrgeiziger Wissenschaftler und Schöpfer des exprimentellen Antriebs, der auf dem Flug getestet werden sollte. Nun ist seine Enkelin Erin unterwegs um auf dem wiederaufgetauchten Schiff nach Antworten zu suchen und Antworten wird sie bekommen, aber nicht die, auf die sie gehofft hatte.

Mit "Die Grenze der Dunkelheit" legt Autor Michael Hirtzy so ein bisschen den Grundstein für seine später folgende "Vorteks" Reihe, den auch hier geht es um experimentelle Antriebe, das Reisen eben über die bekannte Grenze des Universums hinaus und um das, was uns hinter dieser Grenze erwartet. In diesem Fall das pure Grauen. Der Autor erzählt spannend eine recht klassische Sci-Fi Story, beginnend mit dem überraschenden Fund des verschwundenen Schiffes und dem anschließenden Versuch der Bergung. Schnell spitzen sich die Ereignisse zu, dem Leser ist die Gefährlichkeit der Mission früher klar als den Beteiligten und während diese sich auf Spurensuche begeben erhält man durch Rückblenden Einblicke in die Ereignisse, die zum Verschwinden des Schiffs führten.

Das Buch ist definitiv nichts für schwache Nerven, oder Genreneulinge, denn einige Beschreibungen sind schon etwas heftiger. Sci-Fi Fans werden schnell Ähnlichkeiten zu Filmen wie Event Horizon, oder The Thing feststellen. Der Autor macht hier keinen Hehl aus seinen persönlichen Vorlieben und hat das ein, oder andere Element in seine Geschichte übernommen. Generell finde ich das auch gar nicht schlimm, solange es nicht abgeschrieben aussieht, oder zu plakativ ist. Da diese Art Geschichten genau das ist, was ich persönlich auch sehr gern mag, hat es für mich gut gepasst.

Mit Erin, ihrer Frau Jantila und der Technikerin Anjing hat der Autor wieder starke Frauenfiguren geschaffen, die in schier ausweglosen Situationen ums Überleben kämpfen müssen. Manchmal wirken sie etwas zu stereotyp und manchmal sind mir die Dialoge ein wenig hölzern, aber im Grunde passt das ganz gut zur Story an sich. Technische Details werden nicht zu detailiert geschildert, es bleibt viel Platz für mein ganz persönliches Kopfkino. Die Mischung aus klassischem Weltraumabenteuer und Horrorelementen ist gut gelungen und sorgt für die nötige Spannung

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Epische Reise

Der Aufstieg Thions
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Der Krieger Thion ist mit seinen Mannen unterwegs, um eine wichtige Botschaft zu überbringen. Männer und Pferde sind am Ende ihrer Kräfte und auch das Wetter macht der Truppe arg zu schaffen. Unter großen ...

Der Krieger Thion ist mit seinen Mannen unterwegs, um eine wichtige Botschaft zu überbringen. Männer und Pferde sind am Ende ihrer Kräfte und auch das Wetter macht der Truppe arg zu schaffen. Unter großen Mühen erreichen sie die Küste, nur um hier zu erfahren, dass der Kapitän des letzten Schiffes nicht gewillt ist die gefährliche Überfahrt anzutreten. Thion lässt sich allerdings nicht von seiner Aufgabe abbringen, das Schiff sticht am nächsten Tag, gegen jeden Widerstand in See und es kommt zu einer schicksalhaften Begegnung, einer Begegnung, die Thions Leben für immer verändern wird.

Die Begegnung, von der hier die Rede ist kann der Leser bereits anhand des Covers des Buches erahnen, allerdings um ein vielfaches extremer, als es das Cover zeigt. Es handelt sich dabei um eine Schlüsselszene des Buches und letztlich der gesamten Saga, von der uns hier der erste Band vorliegt. Das Autoren-Duo aus Vater und Sohn hat hier eine epische Welt geschaffen, bevölkert mit mutigen Kämpfern, diversen Göttern, Hexen, Magieren, Bestien, Ungeheuern und mythischen Wesen aller Art, eine Welt im stetigen Kampf von Gut gegen Böse, in dem einfache Menschen zum Spielball höherer Mächte werden. Das Universum, das hier geschaffen wurde wird in Einschüben immer wieder kurz erklärt, ein wirklich intensives Eintauchen in diese komplexe Welt wird allerdings nur möglich, wenn man sich mit dem umfangreichen Zusatzmaterial auseinandersetzt, das die Autoren im sogenannten Codex zusammengestellt haben. Immer wieder wird im Text durch Fußnoten auf diesen hingewiesen. An sich finde ich diese Hintergrundinformationen durchaus gut, allerdings wirklich nur als Ergänzung, um nach der Lektüre noch etwas tiefer einzutauchen. Das ich wärend ich Thions Geschichte lese immer wieder hier nachschlagen muss, wie in einem Lexikon, um Informationen zu Personen zu erhalten, oder Geschehnisse besser zu verstehen, fand ich ehrlicherweise etwas mühselig. Ich habe höchsten Respekt vor der Arbeit, die hinter diesem Projekt steckt, hätte mir aber gewünscht, dass bestimmte Dinge direkt aus der Geschichte hervorgehen. Wenn zB Figuren, die recht kurz eingeführt wurden später überraschend auftauchen und übermenschliches leisten, dann möchte ich eigentlich schon wissen, warum sie dazu fähig sind.

Der Autor selbst hat in der Leserunde, an der ich teilnehmen durfte, erklärt, dass viele dieser Informationen in einer ersten Fassung direkt im Buch zu finden waren und aufgrund des immensen Umfangs des Buches dann entfernt und separat im Codex zusammengestellt wurden. Ich kann diesen Entscheidungen durchaus nachvollziehen, viele Leser scheuen 1000seitige Wälzer, allerdings ist für mich hier der Spagat zwischen, das muss zwingend drin bleiben um der Story Substanz und Tiefe zu geben und, das kann raus, nicht gut gelungen. Für mich persönlich gibt es bei den vorliegenden 500 Seiten einiges, dass ich nicht gebraucht hätte. Vieles davon ist dem sehr opulenten Schreibstil des Autoren geschuldet, der sehr auf das epische Erzählen abzielt, dabei, wie ich finde, oft abschweift und sich im Kleinteiligen und unglaublich vielen Wiederholungen verliert.

Der Schreibstil war es dann auch hauptsächlich, der mich zu Beginn lange mit dem Buch hadern ließ. Ich habe länger gebraucht um in die Geschichte reinzukommen und auch im weiteren Verlauf gab es immer wieder Abschnitte, in denen ich mit der Art des Erzählens nicht zurecht gekommen bin. Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich mehrfach kurz davor war das Buch abzubrechen, um kurz darauf plötzlich wieder total gefesselt von den Ereignissen zu sein. Dieses Auf und Ab des Buches, in Verbindung mit dem speziellen Wortbuilding und den zu detaillierten, fast sekundengenauen Situationsbeschreibungen habe ich als sehr anstrengend empfunden und das kenne ich in dieser Form auch nicht unbedingt aus anderen High Fantasy Romanen.

Die Geschichte und die Welt Thions ist unglaublich komplex und das Wort episch beschreibt es schon ganz gut. Leider hat mich die Story nur in Teilen begeistern können, vieles fand ich zu kurz erzählt, während anderes zu viel Raum bekommen hat. Wer sich im Fantasygenre auskennt wird natürlich Anklänge an andere große Werke erkennen, in wie weit dies vom Autor beabsichtigt ist, kann ich nicht sagen. Thion als Hauptfigur ist mir seltsam fremd geblieben und konnte nur wenig Emotionen bei mir wecken, wohingegen Nebenfiguren wie Fanyr mir in der Kürze ihres Erscheinens ans Herz gewachsen sind.

Mit "Der Aufstieg Thions" hat der Autor den Beginn einer Saga vorgelegt, die mit Sicherheit ihre Leserschaft finden wird. Ich muss leider sagen, dass ich hier nicht dazugehöre. Von mir bekommt das Buch in der vorliegenden Form 2,5 Sterne, die ich aufgrund der immensen Arbeit die sich der Autor gemacht hat, auf 3 Sterne aufgerundet habe. Vielleicht hätte mir das Buch in der Ursprungsfassung besser gefallen, aber das kann man nicht wissen.

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