Profilbild von sansol

sansol

Lesejury Star
offline

sansol ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit sansol über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2026

So könnte die nahe Zukunft aussehen

Ins fahle Herz des Sommers
0

Die Zukunft so nah - Andreas Eschbach schafft es in diesem kurzen Roman ein düsteres Szenario zu entwerfen welches durchaus plausibel erscheint.
Aufgrund einer rapide einsetzenden Klimaerwärmung sowie ...

Die Zukunft so nah - Andreas Eschbach schafft es in diesem kurzen Roman ein düsteres Szenario zu entwerfen welches durchaus plausibel erscheint.
Aufgrund einer rapide einsetzenden Klimaerwärmung sowie einer Pandemie sind die überlebenden Menschen gezwungen in die nördlichsten Zonen umzusiedeln. Nur noch vereinzelt schaffen es ein paar wenige in den aufgegebenen Städten Mitteleuropas auszuharren. Einer von ihnen ist Fausto, der im Schutz der kühleren Nächte Lebensmittel sucht. Dann taucht plötzlich Valerie auf, eine junge Frau ohne Erinnerung aber ungewöhnlichen Eigenschaften.
Die beklemmende Atmosphäre, den Überlebenskampf und die wenigen Menschen finde ich sehr gut beschrieben. Schade, dass gerade der Part um Valeries Vergangenheit nicht weiter ausgebaut wurde.
Mir gefallen die Bücher von Andreas Eschbach, auch dieses ist erschreckend realistisch, daher sehr beklemmend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.04.2026

Behindert ist nicht die kaputte Version von normal

Pina fällt aus
0

Dieses Buch ist bereits jetzt eines meiner Jahres-Highlights. Sehr berührend und feinfühlig wird das Leben von Pina und Leo geschildert.
Pina ist alleinerziehend und definiert ihr Leben so, dass es für ...

Dieses Buch ist bereits jetzt eines meiner Jahres-Highlights. Sehr berührend und feinfühlig wird das Leben von Pina und Leo geschildert.
Pina ist alleinerziehend und definiert ihr Leben so, dass es für ihren zwanzigjährigen Sohn Leo passt. Dieser ist Autist und benötigt feste Abläufe - kleinste Abweichungen führen zu großen Störungen. Gekonnt ignoriert sie ihre eigenen gesundheitlichen Probleme bis es zum Zusammenbruch kommt und sie längere Zeit im Koma liegt.
Niemand scheint für Leo verantwortlich, die restlichen drei Hausbewohner rutschen ungewollt in diese Aufgabe. Je länger diese Zeit dauert umso besser stellen sie sich aufeinander ein, lernen voneinander und von Leo und betrachten ihr eigenes Leben neu.
Wunderbar beobachtet und so voller Wärme für alle Protagonisten - da ist es nebensächlich dass manches eher wie ein Märchen klingt. Einfach drei schräge Vögel für Leo: Inge (86jährig und verlässt die Wohnung nicht mehr), Wojtek (isoliert lebend und unglücklich verliebt) sowie Zola (16, Schulabbrecherin ohne Halt).
Übrigens ist eine Schwebebahnfahrt durchaus ein Erlebnis (ich war erst diese Woche wieder in meiner Nachbarstadt Wuppertal und sollte sie häufiger nutzen).
Leider kann ich nur 5 Sterne vergeben, absolute Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.04.2026

Eliza - zugedröhnte Panikattacke mitten in der Sturmflut

Nachtflut
0

Eliza ist nach dem Tod ihrer Eltern und Schwester traumatisiert, depressiv und schwer tablettensüchtig. Ständig bekommt sie Panikattacken. Da kommt die Sturmflut die sogar einen Deichbruch verursacht zur ...

Eliza ist nach dem Tod ihrer Eltern und Schwester traumatisiert, depressiv und schwer tablettensüchtig. Ständig bekommt sie Panikattacken. Da kommt die Sturmflut die sogar einen Deichbruch verursacht zur Unzeit. Während das ganze Dorf bereits evakuiert ist verbarrikadiert sie sich mit dem älteren Ehepaar aus der Nachbarschaft in deren Haus vor den eindringenden Wassermassen. Zwei Männer aus ihrer Vergangenheit sind auf dem Weg zu ihr - um zu helfen oder Rache zu nehmen?
Wirklich spannend war die grundsätzlich interessante Story nicht so sehr. Die Beschreibung der Sturmflut ja, das ständige Wiederholen das die Nachbarn etwas verheimlichen eher nicht. Eliza - tja, wenig sympathisch, sehr naiv und irgendwie weltfremd. Kurz gesagt furchtbar nervig und eine einzige zugedröhnte Panikattacke auf zwei Beinen. Paul und Max dagegen so stereotyp und dank des Prologs war die Story im Grunde bekannt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2026

Sorry Chris aber Cyrano ist besser

The Night We Met
0

Zuerst einmal etwas positives. Auch dieses Cover reiht sich optisch gut bei den anderen Büchern von Abby Jimenez ein. Ist das Bild passend zur Story? Absolut nicht. Schon wieder ein englischer Titel für ...

Zuerst einmal etwas positives. Auch dieses Cover reiht sich optisch gut bei den anderen Büchern von Abby Jimenez ein. Ist das Bild passend zur Story? Absolut nicht. Schon wieder ein englischer Titel für die deutsche Ausgabe – meiner Meinung nach zwar unnötig aber für die Bewertung ohne Belang. Auch der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen.
Na gut, es ist NICHT Cyrano de Bergerac in modern aber so viele Elemente lassen dieses Buch über weite Strecken wie eine (schlechte) Adaption des Theaterstückes werden. Ergänzt um den Ekelfaktor Wufferine (wer bitte schön ist auf diesen grottigen Namen gekommen?). Mir ist nicht klar, ob es an der Übersetzung liegt oder ob bereits das Original phasenweise lieblos, fast schon gedankenlos (mit weiblicher Endung für einen Rüden?) vorlag. Ich vermute letzteres.
Unschön ist ebenfalls die endlose Triggerwarnung dank der ich gefühlt das halbe Buch kannte, inklusive dem von Wufferine angeschleppten Frosch.
Die Protagonisten konnten mich absolut nicht überzeugen. Larissa ist einerseits taff und geht ihren Weg, dann findet sie aber nicht den Mut um sich aufzuraffen und in ihrer Beziehung zu Mike mal eine klare Ansage zu machen. Und Chris? Unverständlich loyal bis zum Anschlag dabei ließ ihn sein ach so bester Freund Mike in der Vergangenheit hängen und nutzt ihn gnadenlos aus. Warum da überhaupt noch eine Freundschaft ist – vermutlich Gewohnheit. Mike, der von Larissa wegen seines guten Aussehens in der entscheidenden Nacht gewählt wurde ist im Kern sicherlich ein netter Kerl aber schrecklich verzogen und achtet nach fast einem Jahr noch nicht einmal darauf dass seine Freundin hyperallergisch auf ein bestimmtes Lebensmittel ist.
Die Krönung ist der bereits erwähnte Hund Wufferine. Ein absoluter Chaot vor dem nichts sicher ist und dessen ekligste Taten in epischer Breite erzählt werden. Dieser Hund ist das Verbindungsglied zwischen Larissa und Chris – am Schluss wird er jedoch kaum noch erwähnt. Sonst würde man als Leser sich ja auch fragen wie er denn überhaupt mit Larissas neuem Job und u.a. der Hygiene in Wohnung vereinbar ist.
Für mich leider ein Flop auf ganzer Linie.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2026

Eine Serienmörderin in Rente?

Betreutes Morden
0

Carol, ist eine verurteilte Serienmörderin die nach Verbüßen ihrer Haftstrafe in eine luxuriöse Seniorenresidenz zieht. Sie findet schnell Anschluss doch ihre Vergangenheit bleibt nicht lange unentdeckt. ...

Carol, ist eine verurteilte Serienmörderin die nach Verbüßen ihrer Haftstrafe in eine luxuriöse Seniorenresidenz zieht. Sie findet schnell Anschluss doch ihre Vergangenheit bleibt nicht lange unentdeckt. Als der erste Mord unter den Senioren verübt wird gilt sie natürlich als Hauptverdächtige. Diesmal allerdings ist sie wirklich unschuldig und muss zur Abwechslung mal keinen Mord vertuschen sondern aufklären.
Unterhaltsam geschrieben, mit typisch britischem Humor und einer abwechslungsreichen Runde an Protagonisten.
Kommt einem die Konstellation mit Seniorenresidenz und einer neugierigen Clique Senioren bekannt vor? Zu Recht, der Donnerstagsmordclub (zumindest die ersten guten Bände) lässt grüßen. Trotz der Ähnlichkeiten anders, mir zumindest hat das Buch gut gefallen und es würde mich nicht überraschen wenn eine Fortsetzung erscheint.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere