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Veröffentlicht am 07.03.2022

Flüchtiges Glück

Flüchtiges Glück
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Ein Buch, das zwischen drei Generationen spielt und uns tiefe Einblicke in das Leben der ehemaligen DDR gibt. Agnes, eine kühle Schönheit und bei der Stasi aktiv, lernt Franz in den 70iger Jahren kennen. ...

Ein Buch, das zwischen drei Generationen spielt und uns tiefe Einblicke in das Leben der ehemaligen DDR gibt. Agnes, eine kühle Schönheit und bei der Stasi aktiv, lernt Franz in den 70iger Jahren kennen. Ihre Tochter wird geboren und wächst fast zusammen mit dem Nachbarsjungen Raik auf. Noch vor der Maueröffnung flieht die Familie zu Franz Tante in den Westen. Vor allem Jola fühlt sich fremd, die Umgebung ist neu, sie vermißt ihre Freunde im Osten. Als Jola schwanger wird, gibt sie den Namen des Vaters ihres Kindes nicht bekannt. Sie zieht in eine WG zu einem, Schwulenpärchen. Die beiden werden für ihre Tochter Milla die Ersatzväter. Eben diese Milla erwartet in Kind von Navid, einem Flüchtling, der in Afghanistan seine ganze Familie verloren hat. Bevor Navid seine Milla heiratet, möchte er klare Familienverhältnisse. Milla soll nach ihrem Erzeuger forschen. Ein Buch, das uns verschiedene Situationen darlegt. Vor allem werden immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit in das Leben der DDR gemacht. Insbesondere die Industrie, hier z.B. Bitterfeld, nehmen auf die Umwelt und auf die Gesundheit ihrer Arbeiter keine Rücksicht. Als eine Ärztin darüber aufklären will, wird sie sehr schnell mundtot gemacht. Steckt hinter dem allen ihre Nachbarin Agnes? Auch das fortschrittliche Leben von Jola wird eingegangen, die ohne Mann und ohne Unterhaltszahlungen ihre Tochter groß zieht. Aufgefallen ist mir, dass in der DDR der Zusammenhalt groß war, jeder gab etwas ab, was der andere nicht hatte und die Grillabende mit Franz waren schon etwas besonderes. Die Autorin hat einen sehr guten Schreibstil, ihre Ausdrucksweise ist gut verständlich, so dass das Lesen des fast 500 Seiten dicken Buches sehr schnell voranging. Nur das Cover mit den jungen Leuten war mit ein wenig zu kitschig, denn das Buch ist wirklich sehr seriös und enthält viele Themen, die dort angesprochen werden. Die Autorn muß ich mich für künftige Bücher vormerken.

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Veröffentlicht am 05.03.2022

Das verschlossene Zimmer

Das verschlossene Zimmer
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Schon der Titel und das Cover mit dem versteckten Schlüssel in der Hand haben mich sehr neugierig gemacht. Marie, ein junges Mädchen, keine 18 Jahre alt, lebt seit vielen Jahren mit ihrem Vater allein. ...

Schon der Titel und das Cover mit dem versteckten Schlüssel in der Hand haben mich sehr neugierig gemacht. Marie, ein junges Mädchen, keine 18 Jahre alt, lebt seit vielen Jahren mit ihrem Vater allein. Er ist ein bekannter und sehr guter Chirurg und kümmert sich sehr um seine Tochter. Doch wenn Marie Fragen nach ihrer Mutter stellt, blockt er ab und ist total verschlossen. Marie kann sie nur noch dunkel an ihre Mutter erinnern und an ein Märchen, das sie ihr immer erzählt hat. Doch Marie will endlich wissen, warum ihre Mutter totgeschwiegen wird und beginnt, nachzuforschen. Sie stöbert in den Archiven und findet tatsächlich einen Hinweis, wo die Mutter gewohnt haben soll. Gleichzeitig verliebt sich Marie in einen Juden. Dies ist die schlechteste Zeit dafür, den man schreibt das Jahr 1939 und Hitler ist an der Macht. Der erste Teil des Buches ist zwar auch interessant, liest sich teilweise etwas zäh, zu viel wird erklärt und breitgetreten. Dann jedoch nimmt das Buch an Fahrt auf und man kann es wirklich nicht mehr aus der Hand legen. Die Autorin schneidet hier sehr viele Themen an. Neue Medikamente kommen zum Einsatz, den Frauen in Polen wird es nicht gestattet, Medizin studieren, die Judenfrage und der Judenhass wird hier ausführlich behandelt, aber auch, wie schlecht Dienstboten vom Land behandelt werden. Marie ist zwar ein sehr behütetes Mädchen, der Vater hält alles von ihr fern, aber sie ist überdurchschnittlich begabt. Teilweise verhält sie sich sehr naiv, zeigt aber immer wieder viel Mut und Cleverness. Das Buch spielt in zwei Zeitzonen: Im Jahr 1920 und im Jahr 1939. Der Wechsel der Zeiten macht das Buch sehr interessant und sehr abwechslungsreich. Das Ende ist wirklich phänomenal und man bleibt mehr als nachdenklich zurück.

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Veröffentlicht am 04.03.2022

Weil Träume unendlich sind

Weil Träume unendlich sind
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Ein Buch, dem ich wirklich meine ganze Aufmerksamkeit geschenkt habe und das noch sehr lange in mir nachwirkt. Denn die Autorin beschreibt hier das Leben und das Regime in der DDR in den 60iger Jahren. ...

Ein Buch, dem ich wirklich meine ganze Aufmerksamkeit geschenkt habe und das noch sehr lange in mir nachwirkt. Denn die Autorin beschreibt hier das Leben und das Regime in der DDR in den 60iger Jahren. Ruth ist eine sehr intelligente junge Frau. Schon als Kind hat sie wissenschaftliche Bücher verschlungen. Ihr Traum, ein Pysikstdium zu machen, zerbricht leider, da ihre Schwester Marlies im Widerstand aktiv ist. Deswegen wird sie nach Usedom gechickt, um, dort eine Forstlehre zu machen. Schwer enttäuscht fügt sie sich ihrem Schicksal und sie findet in der Natur ihren Frieden, Insbesondere die Fledermäuse haben es ihr angetan. Dann geht das Bucht in die heutige Zeit Marlies hat einen Schwächeanfall erlitten und wird von ihrer Enkelin Lena umsorgt. Marlies einziger Wunsch ist es, ihre Schwester noch einmal zu sehen, denn sie haben jahrzehntelang keinen Kontakt mehr zueinander gehabr. Da fanängt Lena über das Internet an zu recherchieren und trifft dort auf eine Wissenschaftleri, die in den USA große Erfolge feiert. Ich mu sagen, ich war irgendwie schockiert, wie die Menschen in der damaligen DDR bespitzelt wurden und politisch wie sozial ziemlich iunterdrückt wurden. Ruth war äußerst begabt, durfte aber kein Studium aufnehmen. Die Schwester demonstrierte gegen den Staat. Aber auch die Natur- und Tierbeschreibungen auf Usedom haben den Leser in eine ganz andere Welt gebracht. Die wilden Wälder, das Meer, die vielen Tiere. Eine unberührte Natur wurde uns da vor Augen geführt. Der Schreibstil und die Sprache der Autorin waren gut zu lesen und zu verstehen und es wurden gekonnt einige Geheimnisse bis zum Schluß verborgen. Und man denkt sich, wie gut es uns freien Bürgern geht. Wir aus dem Westen können uns das Leben mit vielem Verzicht gar nicht so vorstellen. Einziges Manko ist für mich das Cover. Es ist irgendwie zu banal für die Komplexität des Themas.

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Veröffentlicht am 26.02.2022

Das giftige Glück

Das giftige Glück
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Zuerst dachte ich, dass es ein rein dystopisches Buch ist. Aber nachdem ich mich eingelesen hatte, bin ich nun der Meinung, dass dies durchaus Realität werden könnte. Hat jemand vor fünf Jahren denn gedacht, ...

Zuerst dachte ich, dass es ein rein dystopisches Buch ist. Aber nachdem ich mich eingelesen hatte, bin ich nun der Meinung, dass dies durchaus Realität werden könnte. Hat jemand vor fünf Jahren denn gedacht, dass wir von einer Pandemie heimgesucht werden? In Wien sterben plötzlich Leute, die Bärlauch konsumiert hatten. Zuerst ist man ratlos, doch dann stellt man fest, dass an dem Bärlauch giftige Sporen haften, dessen Verzehr zwar für den Menschen tötlich ist, aber man zuerst das pure Glück und den berauschensten Traum dadurch erfährt. In Massen pilgern die Leute in Parks, um sich von diesem Glück etwas auf Vorrat zu holen, oder seinem eh schon verpfuschrten Leben einen glücklichen Tod zu bereiten. So soll auch Kikke ihrer an MS erkrankten Freundin Bärlauch beschaffen, damit sie beizeiten ihrem Leben ein Ende bereiten kann. In dem Park trifft Kikki die 14jährige Jasse, die traumatisiert ist, nachdem die Mutter grundlos verschwunden ist und seither kein Lebenszeichen mehr von ihr kommt. Kikki und Jasse gehen in eine Pizzeria, aber dort geschieht etwas, dass die Beiden in größte Schwierigkeiten bringt. Das Buch ist jeweils aus der Sicht eines der drei Protagonisten geschrieben,. Dazwischen sind wissenschaftliche Berichte und Medienaufzeichnungen zu lesen; Die über "Viennesse Weed" berichten. Hier werden wir mit einem Thema konfrontiert, dass plötzlich auf die Menschen zukommt, ohne dass sie dazu viel unternehmen können. Wie ein Tsunami rauscht dieser giftige Bärlauch über die Bevölkerung herein. Die Autorin nimmt hier einige Themen zum Anlaß, um daüber zu schreiben: MS-Erkrankung,, Suizid, sexuelle Gewalt, traumatische Kindheit, Kriminalität. Die Ausdrucksweise der Autorin ist kurz und prägnant und man hat oft damit zu kämpfen, sich zurechtzufinden, da der Themen- und Personenwechsel oft schnell und ohne Übergang stattfindet. Am Ende des Buches ist eine Triggerwarnung angebracht, ich glaube, dass das Buch für labile Menschen nicht geeignet ist. Das Cover ist minimalistisch gestaltet: Schwarz, griftgaründe Lettern und einzelne Blätter des Bärlauchs ragen von der Seite herein.

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Veröffentlicht am 24.02.2022

Die Straße des Glücks

Die Straße des Glücks
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Ein wirklich hervorragendes Buch, das dem Leser alles bietet. Die Handlung liegt teilweise in der Kriegszeit, der größte Teil allerdings behandelt die Nachkriegszeit, das Wirtschaftswunder mit Adenauer ...

Ein wirklich hervorragendes Buch, das dem Leser alles bietet. Die Handlung liegt teilweise in der Kriegszeit, der größte Teil allerdings behandelt die Nachkriegszeit, das Wirtschaftswunder mit Adenauer und Erhardt. Katharina lernt als 16jähriges Mädchen Frank, den Sohn eines Eisenwarengeschäfts kennen. Die Beiden verlieben sich ineinander, doch dann muß Frank in den Krieg. Katharina hört vier lange Jahre nichts von ihm, er galt als verschollen. Sie hört aber nicht auf zu Hoffen. Ihren Mut nimmt sie aus ihrer Arbeit in einer Schneiderei, wo sie auch Modelle entwirft, die bei der Kundschaft gut ankommen. Doch dann nach vier Jahren kommt Frank aus der Kriegsgefangenschaft zurück und sie heiraten. Nach der Heirat muß Katharina ihren Beruf aufgeben, was sie sehr ungern macht. Frank übernimmt das Geschäft seines Vaters, wird Gemeinderat und baut ein schönes Haus. Doch dann erfährt Katharina durch Zufall von einem Verbrechen, das ihr Mann begangen hat. Zuerst kann sie es nicht glauben, aber nach und nach setzten sich die Puzzleteile zusammen und sie entfernt sich mental total von ihrem Mann, denn sie kann ihm nicht verzeihen. Doch dann nimmt sie ihren ganzen Mut zusammen und versucht, ein neues Leben zu starten. Die Autorin hat sehr gut recherchiert. Sie beschreibt diese Jahre so akribisch, dass der Leser meint, selbst davon ein Teil gewesen zu sein. Hier wird auch auf die Judenfrage eingegangen, die Abhängigkeit der Ehefrau von ihrem Mann, die ohne seine schriftliche Einwilligung nicht einmal berufstätig sein darf. Aber man erfährt auch, wie Deutschland sich langsam aus den Kriegswirren erholt, die ausgebrannten Gebäude werden saniert, neue Siedlungen entstehen und der VW Käfer it immer mehr im Straßenbild zu sehen. Auch die Charaktere von Frank und Katharina werden sehr gut beschrieben, die Protagonisten, die neben den beiden Hauptakteure eine große Rolle spielen. Sprachlich drückt sich Bettina Pecha sehr gut aus, man liest und erfaßt das Geschriebene sehr schnell. Man bekommt wirklich Einblick in das Leben einer Frau zu dieser Zeit. Ihc habe das Buch regelrecht verschlungen und würde mich sehr auf eine Fortsetzung freuen, denn Potanzial gäbe es hier mehr als genug.

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