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Veröffentlicht am 05.06.2020

Berührende jugendliche Liebesgeschichte - die erwachsene Liebe dagegen enttäuscht leider

Zwischen mir und dir
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Die 18-jährige Tate Jones lernt den drei Jahre älteren Sam Brandis kennen, als sie mit ihrer Großmutter Urlaub in London macht. Sie verlieben sich ineinander, schöpfen Vertrauen und erzählen sich alles ...

Die 18-jährige Tate Jones lernt den drei Jahre älteren Sam Brandis kennen, als sie mit ihrer Großmutter Urlaub in London macht. Sie verlieben sich ineinander, schöpfen Vertrauen und erzählen sich alles von sich und ihren Familien. Sam wird die erste Person, der Tate ihre wahre Identität offenbart, eine Tatsache, die zu ihrem eigenen Schutz bisher geheimgehalten wurde. Als Sam plötzlich abgereist ist und Tate erkennt, dass er ihr Vertrauen missbraucht hat, ist sie bitter enttäuscht und ihr Herz gebrochen.
Vierzehn Jahre später ist Tate eine aufstrebende Schauspielerin und begegnet Sam unerwartet an einem Filmset wieder. Er ist Drehbuchautors des Films, für den sie zusammen mit ihrem Vater vor der Kamera stehen wird. Tate muss sich ihrer ersten Liebe und ihren Gefühlen stellen und sich fragen, ob bereit ist, zu verzeihen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und ihrer Liebe eine zweite Chance zu geben.

Die jugendliche Liebesgeschichte von Tate und Sam wird wunderschön berührend erzählt. Eine Anziehung ist von Anbeginn vorhanden, sie lernen sich behutsam kennen und erzählen sich gegenseitig, was sie belastet, genießen dabei aber ihre erste große Liebe. Auch die Enttäuschung Tates über Sam ist nachvollziehbar und wie ihr Herz zerbricht.
Die erwachsene Liebe dagegen wird viel zu hastig erzählt und weiß nicht zu berühren. Die immer noch vorhandene Anziehung und Leidenschaft für einander ist spürbar, aber eine behutsame Wiederannäherung nach dem großen Vertrauensbruch findet nicht statt. Für eine klärende Aussprache und echte Emotionen bleibt kein Raum. Auch das schwierige Verhältnis zwischen Tate und ihrem Vater ist zu kurz gefasst.
Der Plot hätte so viel Potential für eine berührende Liebesgeschichte und ein Familiendrama gehabt, hätte viel tiefer gehen können - sowohl in Bezug auf Tates berufliche Entwicklung, die Beziehung zu ihrem Vater als auch die Wiederbegegnung mit Sam und die aufkeimenden Gefühle. Die erste Hälfte des Romans hätte zweifelsohne fünf Sterne verdient gehabt, während die zweite Hälfte geradezu lieblos wirkt und enttäuscht.

Die Probleme von damals, der Vertrauensbruch und die bittere Enttäuschung werden durch die körperliche Leidenschaft in den Hintergrund verdrängt, was insbesondere verwunderlich ist, da sich die Geschichte zu wiederholen scheint und Tate ähnliches wie vor vierzehn Jahren widerfährt, wenn auch von anderer Seite. Die Ereignisse überstürzen sich, bleiben aber substanzlos.

Es ist am Ende wirklich schade, dass die beiden Autorinnen aus diesem vielversprechenden Liebesroman über das Verzeihenkönnen und zweite Chancen so wenig gemacht haben, und auch das Konfliktpotential zum eigenen Vater nicht ausgeschöpft wurde. Insgesamt wirkt der Roman damit gehetzt und oberflächlich.

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Veröffentlicht am 03.06.2020

Young Adult-Roman mit viel Drama, aber ohne Kitsch - vorhersehbar, aber dennoch sehr unterhaltsam zu lesen

Kirschroter Sommer
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"Kirschroter Sommer" ist ein Roman, den ich schon vor einigen Jahren gelesen habe und der mir damals sehr gut gefallen hat.

Das Buch ist ein typischer Young Adult-Roman über die Liebe, von dem vom ersten ...

"Kirschroter Sommer" ist ein Roman, den ich schon vor einigen Jahren gelesen habe und der mir damals sehr gut gefallen hat.

Das Buch ist ein typischer Young Adult-Roman über die Liebe, von dem vom ersten Moment an ahnt, wie er enden wird. Hier kommt es allerdings weniger darauf an, ob aus Emely und Elyas am Ende ein Paar werden wird, sondern welche Hürden und Missverständnisse sie überwinden müssen, damit ihre Liebe eine Chance hat.

Emely ist mir sehr sympathisch, auch wenn ich nicht all ihre Handlungen genauso machen würde, aber sie ist mir schnell ans Herz gewachsen, so dass ich mit ihr gelitten habe. Sie steht sich selbst im Weg und macht sich das Leben schwer, aber auch der charmante, aber dennoch immer etwas unnahbare Elyas macht es ihr nicht einfach.



Ich habe den Roman verschlungen und fand ihn aufgrund des flüssigen, lebhaften Schreibstils sehr eingängig und unterhaltsam zu lesen. Die Autorin schafft es dramatische, aber vor allem auch humorvolle Elemente einzubauen, ohne dass der Roman nie ins Kitschige abdriftet. Auch die Fortsetzung "Türkisgrüner Winter" musste ich deshalb unbedingt lesen.


Als ich nun erfahren habe, dass es einen dritten Teil zur Geschichte um Emely und Elyas geben wird, war ich gespannt darauf zu erfahren, wie es zwischen den beiden Hitzköpfen und dem Prinzip "Was sich neckt, das liebt sich" weitergeht. Nachdem dann "Sonnengelber Frühling" bei mir eingezogen war, habe ich die beiden ersten Teile noch einmal gelesen, um die Erinnerung aufzufrischen und nahtlos mit Teil 3 fortzufahren. Jetzt - ein paar Jahre älter - muss ich zwar zugeben, dass mir das ewige Hin und Her von Emely und Elyas und Emelys zickige Art etwas auf die Nerven gegangen ist, aber dennoch ist der Roman aufgrund des erfrischenden und einnehmenden Schreibstils und der romantischen Liebesgeschichte gerade für junge Leserinnen sehr lesenswert.

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Veröffentlicht am 01.06.2020

Feinfühlig erzählte Geschichte über eine zarte und gleichzeitig starke Frau, die lange isoliert wird und erst spät das Leben und die Liebe kennenlernt

Das Mädchen aus Glas
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Elisa von Treue, Tochter eines Süßwarenfabrikanten in Berlin, leidet an einem seltenen Gendefekt, der Glasknochenkrankheit. Sie wächst überbehütet bei ihren Eltern auf und hat seit ihrer Kindheit ihr Elternhaus ...

Elisa von Treue, Tochter eines Süßwarenfabrikanten in Berlin, leidet an einem seltenen Gendefekt, der Glasknochenkrankheit. Sie wächst überbehütet bei ihren Eltern auf und hat seit ihrer Kindheit ihr Elternhaus nicht mehr verlassen. Als die Firma ihres Vaters in finanzielle Not gerät, wird Elisa mit dem reichen Bankierssohn Louis Lindquist zwangsverheiratet, obwohl Elisa für ihren fürsorglichen Arzt Wilhelm schwärmt. Louis dagegen genießt einen zweifelhaften Ruf und ist das schwarze Schaf der Familie.
Elisa und Louis wehren sich vergebens gegen die Ehe und verspüren eine starke Abneigung gegen den Ehepartner. Elisa leidet unter der Untreue Louis, während Louis es als ungerecht empfinden, mit einem "Pflegefall" verheiratet zu sein. Beide, sowohl die zarte, elfengleiche Elisa, als auch der leidenschaftliche, draufgängerische Louis wollten einen Partner heiraten, den sie lieben.

Mit der Zeit lernen sie jedoch die Vorzüge des anderen kennen. Elisa genießt es, im Haushalt der Lindquists, der Villa am Wannsee, freier sein zu können, als in ihrem Elternhaus, wo sie zu ihrem eigenen Schutz mit Medikamenten ruhig gestellt worden war. Louis erfährt durch Elisa endlich mehr Wertschätzung des Vaters und bekommt seine Chance, Verantwortung zu übernehmen.

Als die beiden ihre Abwehrhaltung abgelegt haben und Zuneigung für den anderen empfinden, drohen die Fehler der Vergangenheit die junge Liebe zu zerstören. Zudem zieht der Erste Weltkrieg auf und Louis erhält im Mai 2015 seinen Einberufungsbefehl.

Sowohl Elisa als auch Louis sind spannende Charaktere, die vielschichtig und liebevoll gezeichnet sind, so dass man sich in beide und ihre schwierige Situation sehr gut hineinversetzen kann. Auf den ersten Blick sind sie ganz unterschiedlich, sehnen sich jedoch beide nach Freiheit und Liebe.
Elisa lebte bisher in einem goldenen Käfig und entdeckt erst nach der Hochzeit die Welt für sich, Sie wird mutiger, setzt sich damit aufgrund ihrer Krankheit aber auch Gefahren aus.
Louis stand schon immer im Schatten seines älteren Bruders Franz, hielt nichts von Pflichten und Disziplin, weshalb er jegliches Vertrauen bei seinem Vater verspielt hatte. Er stürzte sch deshalb in eine leidenschaftliche Affäre, um Wertschätzung und Anerkennung zu spüren.
Gemeinsam entdecken sie die wahre Liebe und retten sich damit gegenseitig.

"Das Mädchen aus Glas" ist eine feinfühlig erzählte Geschichte über eine zarte und gleichzeitig starke Frau, die im Alter von 24 Jahren zum ersten Mal das wirkliche Leben kennen und schätzen lernt.

Es ist aber auch eine romantische Geschichte über eine Liebe, die sich ganz langsam und zaghaft entwickelt.
Sie handelt im Vorfeld und vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs, wobei der historische Kontext keine entscheidende Rolle spielt. Viel wichtiger ist die Entwicklung der Figuren. Es ist ein gefühlvoller Roman über Selbstzweifel, Mut und den Kampf um ein freies, selbstbestimmtes Leben, der packend erzählt ist und durch die nicht ganz überraschende Liebesgeschichte das Herz berührt.

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Veröffentlicht am 30.05.2020

Lebendiger und unterhaltsamer Roman mit liebevoll gezeichneten Charakteren und einer positiven Botschaft, die das Leben feiert.

Gott hat auch mal 'nen schlechten Tag
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TV-Moderator Jacob Chrissen verliert bei einem Helikopterabsturz, den er selbst überlebt, Frau und Kind. Sein Überleben wird als Wunder gefeiert, was Jacob, der sich die Schuld am Tod seiner Familie gibt, ...

TV-Moderator Jacob Chrissen verliert bei einem Helikopterabsturz, den er selbst überlebt, Frau und Kind. Sein Überleben wird als Wunder gefeiert, was Jacob, der sich die Schuld am Tod seiner Familie gibt, noch wütender macht. Er hat mit dem Leben abgeschlossen und möchte selbst nur noch sterben.

Lupi ist acht Jahre alt und mit ihrer alleinerziehenden, rastlosen Mutter schon oft umgezogen. Nachdem ihre Mutter mehrfach strafrechtlich durch kleinkriminelle Delikte in Erscheinung getreten ist, droht Lupi in einer Pflegefamilie untergebracht zu werden. Lupi hofft auf ein Wunder, das wie gerufen kommt, als sie Jacob kennenlernt, der vom Himmel gefallen ist und überlebt hat. Sie sieht in ihm einen Gott und versucht alles, um ihn zu überzeugen, dass das Leben lebenswert ist und Jacob gebraucht wird. Schließlich glaubt sie ganz fest an die Inschrift ihres Anhängers "Wende dich an Gott und er wird dir ein Wunder schenken".

"Gott hat auch mal 'nen schlechten Tag" ist eine unheimlich warmherzige Tragikomödie, die abwechselnd aus der Sicht von Jacob und Lupi beschrieben ist.
Jacob hat durch ein Unglück seine Ehefrau Sarah und seinen kleinen Sohn Jimmy verloren und kann deren Tod nicht akzeptieren. Er zieht sich voller Selbstmitleid zurück, kann die Trauer nicht zulassen und sieht keinen Sinn mehr im Leben. Seine Verzweiflung, die sich in Wut entlädt, ist spür- und nachvollziehbar.
Lupi hat es mir ihrer verantwortungslosen Mutter auch nicht leicht im Leben, geht aber ganz anders mit ihrem Schicksal um. Sie ist zwar einerseits reifer für ihr Alter, hat sich aber andererseits eine kindliche, sympathisch-naive Art bewahrt. Sie versucht allen Hindernissen etwas Positives abzugewinnen und möchte auch Jacob mit Hilfe einer Glücksstrategie zu neuem Lebensmut verhelfen. Sie kann nicht akzeptieren, dass er seinem Leben ein Ende setzen möchte - schließlich ist er Gott und dann könnte auch sie nicht mehr an Wunder glauben.

Der Roman ist sehr lebendig und unterhaltsam geschrieben, so dass die Kapitel nur so dahinfliegen. Lupi ist ein aufgewecktes Mädchen, dessen optimistisches Wesen rührend und einfach ansteckend ist. Sie lässt sich nicht von Jacobs Selbsthass und abweisender Art unterkriegen, was für viele amüsante Dialoge und humorvolle gemeinsame Erlebnisse sorgt.
Trotz Jacobs Trauer und aller Probleme, die auf Lupi lasten, was sie durch ihre kindliche Art gar nicht so empfindet, ist das Buch nicht bedrückend, sondern kann auf warmherzige Art und Weise Hoffnung und Lebensfreude vermitteln.
Die Geschichte ist vielleicht nicht neu und entwickelt sich auch nicht sonderlich überraschend, überzeugt jedoch durch einen mitreißenden Schreibstil, liebevoll gezeichnete Charaktere - insbesondere in Form der kleinen Heldin Lupi - und eine positive Botschaft, die das Leben feiert. Dabei kann man ein wenig darüber hinweg sehen, dass der positive Verlauf der Geschichte sehr idealistisch und das Verhalten der Protagonisten nicht immer ganz glaubhaft ist.

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Veröffentlicht am 29.05.2020

Eher für Selbstständige geeignet oder für Personen, die in ihrem Arbeitsalltag sehr flexibel agieren können.

Joy at Work
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"Joy at Work" fokussiert sich wie der Titel schon besagt, auf den Arbeitsplatz: Dort für Ordnung sorgen, um dann besser und mit mehr Freude arbeiten zu können.

Meiner Meinung nach ist das Buch eher für ...

"Joy at Work" fokussiert sich wie der Titel schon besagt, auf den Arbeitsplatz: Dort für Ordnung sorgen, um dann besser und mit mehr Freude arbeiten zu können.

Meiner Meinung nach ist das Buch eher für Selbstständige geeignet oder für Personen, die ein eigenes Büro/ einen eigenen Schreibtisch haben, der im Chaos versinkt.
Für routinierte Büroarbeiter, die nur die benötigten Utensilien in ihrer Umgebung haben, dürfte das Buch kaum einen Mehrwert haben.
Darüber hinaus hat man als Angestellter in der Regel einfach zu wenig Spielraum und Einfluss, um an der Arbeitsumgebung oder der Gestaltung des Arbeitsplatzes etwas zu ändern.
Auch Ratschläge, wie sich aus (nervigen) Besprechungen zu entfernen, um seinen Fokus ganz auf die eigene Arbeit zu legen, entspringt eher einer Wunschvorstellung.

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