Ein tiefgründiger Familenroman mit vielen interessanten Einzelschicksalen, die sich am Ende zu einem großen Ganzen zusammenfügen.
Wo wir uns treffenEin wirklich schöner Familien- bzw. Generationenroman, der viele Aspekte des familiären Zusammenlebens aufgreift und den Fokus u. a. auf falsch getroffene Entscheidungen, das Aushalten und Wegsehen innerhalb ...
Ein wirklich schöner Familien- bzw. Generationenroman, der viele Aspekte des familiären Zusammenlebens aufgreift und den Fokus u. a. auf falsch getroffene Entscheidungen, das Aushalten und Wegsehen innerhalb einer Ehe und nicht genutzte Chancen legt.
Es geht darum, wie Eltern das Leben ihrer Kinder negativ beeinflussen und was das für Auswirkungen bis ins Erwachsenenalter haben und wie Wehmut und Sehnsucht sich ganz tief in die Seele eingraben kann.
Die Geschichte beginnt 2 Tage vor der Beerdigung des Familienoberhaupts Philip Brooke, der zu seinen Lebzeiten weiß Gott kein Kind von Traurigkeit war. Seine Frau Grace hat er am laufenden Band betrogen, seinen Sohn Milo aufs Internat geschickt, seinem besten Freund die große Liebe unter der Nase weggeschnappt etc. Und Grace hat bei all dem nur zugeschaut und jegliche Schikanen ertragen. Erst jetzt, im hohen Alter, will sie alles Verpasste am liebsten nachholen.
Frannie, die Haupterbin des Familienanwesens namens „Albion“ in Sussex, hat sich seit ihrer Jugend für den Umweltschutz und die Renaturierung der Ländereien eingesetzt. Um die hohen Erbschaftssteuern bezahlen zu können, muss sie bestimmte Auflagen erfüllen, um diese zu mindern.
Aber ihr Bruder Milo hat ganz andere Pläne, denn schließlich hat Philip ihm auf seinem Sterbebett versprochen, auf „Albion“ ein spirituelles Rehazentrum bauen zu dürfen, was allerdings nie schriftlich festgehalten wurde.
Zur Trauerfeier taucht dann plötzlich auch noch eine vermeintliche, außereheliche Tochter von Philip auf, unerwartet eingeladen von Frannies Schwester Isa. Warum hat Isa das getan und was will die Fremde wirklich?
WO WIR UNS TREFFEN verbindet die Einzelschicksale aller Protagonisten zu einem großen Gesamtbild, das gut und interessant erzählt wurde.
Allerdings bin ich kein großer Fan davon, dass Nachfahren sich immer schuldig fühlen und quasi Buße tun sollen, wenn ihre Vorfahren unverdient zu Wohlstand und Erfolg gekommen sind.