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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.04.2025

Ein tiefgründiger Familenroman mit vielen interessanten Einzelschicksalen, die sich am Ende zu einem großen Ganzen zusammenfügen.

Wo wir uns treffen
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Ein wirklich schöner Familien- bzw. Generationenroman, der viele Aspekte des familiären Zusammenlebens aufgreift und den Fokus u. a. auf falsch getroffene Entscheidungen, das Aushalten und Wegsehen innerhalb ...

Ein wirklich schöner Familien- bzw. Generationenroman, der viele Aspekte des familiären Zusammenlebens aufgreift und den Fokus u. a. auf falsch getroffene Entscheidungen, das Aushalten und Wegsehen innerhalb einer Ehe und nicht genutzte Chancen legt.

Es geht darum, wie Eltern das Leben ihrer Kinder negativ beeinflussen und was das für Auswirkungen bis ins Erwachsenenalter haben und wie Wehmut und Sehnsucht sich ganz tief in die Seele eingraben kann.

Die Geschichte beginnt 2 Tage vor der Beerdigung des Familienoberhaupts Philip Brooke, der zu seinen Lebzeiten weiß Gott kein Kind von Traurigkeit war. Seine Frau Grace hat er am laufenden Band betrogen, seinen Sohn Milo aufs Internat geschickt, seinem besten Freund die große Liebe unter der Nase weggeschnappt etc. Und Grace hat bei all dem nur zugeschaut und jegliche Schikanen ertragen. Erst jetzt, im hohen Alter, will sie alles Verpasste am liebsten nachholen.

Frannie, die Haupterbin des Familienanwesens namens „Albion“ in Sussex, hat sich seit ihrer Jugend für den Umweltschutz und die Renaturierung der Ländereien eingesetzt. Um die hohen Erbschaftssteuern bezahlen zu können, muss sie bestimmte Auflagen erfüllen, um diese zu mindern.

Aber ihr Bruder Milo hat ganz andere Pläne, denn schließlich hat Philip ihm auf seinem Sterbebett versprochen, auf „Albion“ ein spirituelles Rehazentrum bauen zu dürfen, was allerdings nie schriftlich festgehalten wurde.

Zur Trauerfeier taucht dann plötzlich auch noch eine vermeintliche, außereheliche Tochter von Philip auf, unerwartet eingeladen von Frannies Schwester Isa. Warum hat Isa das getan und was will die Fremde wirklich?

WO WIR UNS TREFFEN verbindet die Einzelschicksale aller Protagonisten zu einem großen Gesamtbild, das gut und interessant erzählt wurde.

Allerdings bin ich kein großer Fan davon, dass Nachfahren sich immer schuldig fühlen und quasi Buße tun sollen, wenn ihre Vorfahren unverdient zu Wohlstand und Erfolg gekommen sind.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Diese Geschichte hat es in sich. Ein tolles Buch über die Selbstermächtigung der Frau.

Blaues Wunder
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Eine kurze, knackige und sehr unterhaltsame Geschichte, die es in sich hat. Die Dynamik unter den Protagonisten nimmt in diesem Kammerspiel auf einer Yacht nach und nach immer mehr zu, wodurch eine tolle ...

Eine kurze, knackige und sehr unterhaltsame Geschichte, die es in sich hat. Die Dynamik unter den Protagonisten nimmt in diesem Kammerspiel auf einer Yacht nach und nach immer mehr zu, wodurch eine tolle Spannung beim Leser erzeugt wird. Wo will das Buch mit einem hin? Was läuft hier eigentlich? Um was geht es? Genau das habe ich mich die ganze Zeit gefragt.

Wir befinden uns auf einer Luxusyacht in den Philippinen. Walter Bronstein, Eigentümer einer Privatbank, hat seine zwei besten „Pferde“ im Stall inkl. ihrer Ehefrauen eingeladen. Kilian und Ferdinand hoffen, jeder für sich, beruflich in die höchsten Kreise aufzusteigen und in Walters Fußstapfen treten zu können.

Beide Männer springen regelrecht, sobald ihr Chef mit dem Finger schnippt. Sie lassen sich sogar auf Sachen ein, von denen ihre Frauen nicht mal im Entferntesten etwas ahnen. Als diese Dinge jedoch ans Tageslicht kommen, wirken sie wie ein Katalysator auf die Seelen von Nora und Franziska, die mit ihren Ehen sowieso nicht nur nicht zufrieden, sondern todunglücklich sind.

Entscheidungen werden gefällt, Geheimnisse werden enthüllt und das Schweigen wird gebrochen. David, der junge, attraktive Sohn von Walter Bronstein ist auch mit an Bord und nur zu bereitwillig, eine der Frauen aus ihrem goldenen Käfig zu befreien. Und dann ist da noch Walters Ehegattin, die einen ganz eigenen Plan verfolgt, bei dessen Ausführung auch ich vermutlich nur stillschweigend zustimmend mit dem Kopf genickt hätte.

Ein wirklich guter, tiefgründiger Roman über finanzielle Abhängigkeit in der Ehe, verlorenen Stolz, Unterdrückung durch das Patriarchat und den Mut, sich daraus zu befreien.

Das Hardcover mit 256 Seiten und einem Preis von 24€ ist natürlich viel zu teuer. Ich würde empfehlen, auf das sehr gut vertonte Hörbuch auszuweichen.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Langweilig, unaufgeregt, kein Spice, nervige Protagonistin. Ein Flop.

I Am Fury
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Eine wirklich unfassbar langweilige Romantasy Geschichte OHNE Spice, deren Titel wortwörtlich Programm ist. Die Protagonistin Dania ist tatsächlich rasend vor Zorn und zwar permanent und so übertrieben, ...

Eine wirklich unfassbar langweilige Romantasy Geschichte OHNE Spice, deren Titel wortwörtlich Programm ist. Die Protagonistin Dania ist tatsächlich rasend vor Zorn und zwar permanent und so übertrieben, dass es einfach nur noch genervt hat.

Mit so einer Furie kann ich als Charakter einfach nichts anfangen, vor allem dann nicht, wenn sich ihre ungebremste Wut auf ihre große Liebe Maz entlädt, OHNE mit ihm mal darüber gesprochen zu haben, was damals eigentlich geschehen ist. Also der klassische Miscommunication Trope in seiner reinsten Form.

Dania hat nur ein Ziel, nachdem sie wegen Maz in den Kerker geworfen wurde: seinen Tod und die Zerstörung der Herrschaft des unrechtmäßigen Königs. Mit Hilfe ihrer Mitgefangenen Noor, die über Dschinn-Magie verfügt, können die beiden fliehen und machen sich auf den Weg zum Palast, wo Maz als einer der engsten Vertrauten des Königs gilt.

Da weder Leidenschaft noch Romantik stattfindet, war mir sowohl das erneute Zusammentreffen von Dania und Maz, als auch die ständigen Schwertkämpfe vollkommen egal. Zum Schluss gibt es noch eine unerwartete Offenbarung für Dania, was ein Familienmitglied betrifft, aber sei es drum.

Die ganze Geschichte zieht sich unfassbar in die Länge, es passiert kaum etwas, es ist nicht spannend und trotz des Dschinn-Aspekts unkreativ ausgearbeitet. Eine unaufgeregte Fantasy für Leser unter 16 Jahren, mehr ist das nicht. Für mich reine Zeitverschwendung und keine Empfehlung. Der Titel und das schöne Cover versprechen mehr als es in Wirklichkeit ist.

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Englisches Gebirgssetting, schöne Natur und Dialoge. Ein klassischer Cozy-Read, aber nichts Besonderes.

Zwei in einem Leben
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Marnie ist Lektorin, seit 4 Jahren Single und igelt sich am liebsten Zuhause ein. Ihre Freundin Chloe bleibt jedoch hartnäckig und überredet Marnie, mit auf eine Wanderung zu kommen. Natürlich nicht ohne ...

Marnie ist Lektorin, seit 4 Jahren Single und igelt sich am liebsten Zuhause ein. Ihre Freundin Chloe bleibt jedoch hartnäckig und überredet Marnie, mit auf eine Wanderung zu kommen. Natürlich nicht ohne Hintergedanken, denn Chloe lädt u. a. auch Michael und Konrad ein, in der Hoffnung, dass letzterer evtl. mit ihrer Freundin anbändelt.

Michael ist Erdkundelehrer, hat auch eine gescheiterte Ehe hinter sich und versucht sich durch lange Wanderungen von seinem Herzschmerz und anderen inneren Dämonen abzulenken. Eigentlich ist der Plan, dass die anderen Teilnehmer der Reisegruppe bereits nach 3 Tagen wieder abreisen und er seine Wanderung dann alleine fortsetzen kann.

Nie hätte er damit gerechnet, dass Marnie trotz ihrer Zickereien doch noch weiter laufen möchte. Irgendwann sind sie also nur noch zu zweit unterwegs, nähern sich an und führen tiefgründige Gespräche, was dieses Buch natürlich ausmacht.

Die ganze Story ist sehr realistisch, greifbar, aber nicht sonderlich romantisch. Das englische Gebirgssetting, das Wetter, die Hotels und Unterkünfte, boten eine tolle Kulisse für diesen Roman. Jedoch hat mich nichts wirklich berührt. Wir begleiten einfach ein Pärchen in der Natur, lauschen ihren Dialogen und erleben natürlich auch eine Charakterentwicklung.

Das Ende war gut, das Buch ist in sich stimmig und irgendwie cozy. Also sehr gut geeignet, es jetzt im Herbst bei regnerischem Wetter zu lesen. Für mich jetzt kein literarisches Highlight, aber völlig in Ordnung für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Interessant, sonderbar, kurzweilig - aber etwas unter seinen Möglichkeiten geblieben.

Love Letters to a Serial Killer
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Ich war sehr gespannt auf dieses derzeit sehr gehypte Buch, das zwar echt irgendwie etwas Besonderes hatte, meiner Meinung nach aber unter seinen Möglichkeiten geblieben ist. Der Schreibstil der Autorin ...

Ich war sehr gespannt auf dieses derzeit sehr gehypte Buch, das zwar echt irgendwie etwas Besonderes hatte, meiner Meinung nach aber unter seinen Möglichkeiten geblieben ist. Der Schreibstil der Autorin ist richtig gut und hätte das Buch doppelt so viele Seiten gehabt, wäre es bestimmt der Kracher geworden, da ich mich wirklich gerne länger in dem Szenario aufgehalten hätte.

Hannah ist unzufrieden. Mit ihrem Liebesleben, ihrem Job, ihrem Freundeskreis, der finanziellen Situation etc. Kurzum: nichts läuft so, wie sie es sich wünschen würde. Alle um sie herum heiraten, gründen eine Familie, gehen Beziehungen ein. Nur an Hannah will sich niemand langfristig binden.

Als von einer Mordserie in den Nachrichten berichtet wird, richtet sich Hannahs gesamte Aufmerksamkeit auf den mutmaßlichen Mörder William Thompson. Sie beginnt, alles über ihn zu recherchieren, tritt einem True-Crime-Forum bei und schreibt dem Täter sogar Briefe in den Knast. Sie ist wie besessen von ihm und vernachlässigt vor allem ihre Arbeit, was zu ernsthaften Konsequenzen führt.

Irgendwann beschließt sie, ihren Schwarm persönlich zu treffen und bei Gericht dabei sein zu wollen. Die Verbindung wird immer intensiver und plötzlich ändert sich Hannahs Leben ins Extreme.

Die Autorin hat eine sehr interessante, sonderbare und ziemlich verkorkste Protagonistin erschaffen und den Mythos aufgegriffen, warum und wie leicht sich Frauen in Mörder verlieben. Die Atmosphäre ist toll, die Story sehr kurzweilig und das Ende ziemlich spannend gelöst.

Wie anfangs gesagt, hätte man mit mehr Seiten noch mehr Interaktionen, raffiniertere Twists und falsche Fährten einbauen können. Cool wäre auf jeden Fall ein 2. Teil, denn ich würde sehr gerne erfahren, wie es mit Hannah weitergeht.

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