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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2021

anspruchsvoller Roman

Die Toten vom Gare d’Austerlitz
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Tote in einem Eisenbahnwaggon, definitiv durch Giftgas getötet! Die Polizei von Paris muss mit Gasmasken arbeiten! Dem nicht genug, die Handlung spielt in der Zeit des 2. Weltkrieges und die Stadt wir ...

Tote in einem Eisenbahnwaggon, definitiv durch Giftgas getötet! Die Polizei von Paris muss mit Gasmasken arbeiten! Dem nicht genug, die Handlung spielt in der Zeit des 2. Weltkrieges und die Stadt wir gerade durch deutsche Truppen besetzt. Die französischen Beamten sind verunsichert! Wie kann sich die französische Exekutive mit den Besatzern so arrangieren, dass es noch möglich ist, die Todesfälle aufzuklären. So mein Eindruck zu Beginn des Kriminalromans. Im weiteren Verlauf, hat sich die Lektüre, wohlgemerkt für mein Empfinden, weniger als Krimi aber viel mehr als Erweiterung der Geschichtskenntnis, in Bezug auf Vorkommnisse des 1. und 2. Weltkrieges, entwickelt. Ich finde, der Autor hat die Stimmung zur Besatzungszeit von Paris durch die Deutschen Nationalsozialisten und deren Anhängsel gut herausgearbeitet und beschrieben. Jedoch in vielen Passagen kann ich das Verhalten des Kriminalbeamten Edouard Giral nicht nachvollziehen. Klar, er begehrt gegen die Bevormundung durch die Besatzer auf, geht dabei aber auch unnötige Risiken ein. Ob sich wirklich ein Mensch in dieser Situation so verhalten würde? Das Intrigenspiel zwischen den unterschiedlichen "Abteilungen" innerhalb der deutschen Besatzer ist faszinierend, zeigt aber auch die Gefährlichkeit der politischen Auswüchse. Nationalsozialismus mit seinen menschenfeindlichen Auffassungen ist und bleibt bösartig und muss verurteilt und bekämpft werden.
Abschließend muss ich allerdings anmerken, so spannend und mitreißend, wie ich eigentlich gehofft hatte, war der Roman nicht.

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Veröffentlicht am 11.04.2021

ein sehr feiner Thriller

Blütengrab
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Ich muss sagen, mich hat der Thriller überzeugt. Was schon die Leseprobe versprach, hat der Lesestoff zu 100 % gehalten. Kriminalbeamte, die nicht jenseits von Gut und Böse leben und agieren, machen die ...

Ich muss sagen, mich hat der Thriller überzeugt. Was schon die Leseprobe versprach, hat der Lesestoff zu 100 % gehalten. Kriminalbeamte, die nicht jenseits von Gut und Böse leben und agieren, machen die Handlung menschlich. Dort wo auf den ersten Seiten vage Andeutungen über eventuelle, in der Vergangenheit (sozusagen zu DDR-Zeiten) fragwürdige Machenschaften gemacht werden, wird der Leser im wahrsten Sinne des Wortes, neugierig gemacht. Dann folgt ein Abschnitt, in dem Lebensumstände von einst und jetzt beschrieben und erläutert werden. Hier beginnt der Leser die Menschen hinter Vorfällen, Ereignissen und Umständen zu erkennen und zum Teil verstehen zu lernen. Es zeigt sich, dass Ossies und Wessies familiäre Probleme haben können. Trotzdem verstehen sich beide Seiten mit zunehmendem Kennenlernen! Die letzten Seiten sind absolut der Hammer. Ich habe gelesen und gelesen und gelesen! Nachvollziehbar und trotzdem spannend klärt die Autorin den eigentlichen Mordfall eines Mädchens auf. Dabei spinnt sie das Netz der Zusammenhänge mit unaufgeklärten Kriminalfällen vor vielen Jahren und den Entführungen in der Gegenwart erstklassig auf. Ich kann das Buch wirklich nur jedem Liebhaber dieses Genres empfehlen. Das Cover finde ich übrigens absolut treffend und ansprechend. Da haben Menschen mit Verstand für den Thriller richtig gut gearbeitet.
Der Stil von Ada Fink (wer sich auch immer hinter diesem Pseudonym versteckt) entspricht meinem Lesegeschmack. Was heißt: Wer auch immer der/die Autor/rin ist: "Verstecken ist absolut nicht nötig!"

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Veröffentlicht am 04.03.2021

überraschendes Ende - guter Krimi

Der andere Sohn (ungekürzt)
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Als das Buch bei mir angekommen ist, war ich doch etwas geschockt. Mein Gedanke war: Man, das ist ein Kriminalroman von über 500 Seiten, da brauchst du ja ewig! Aber weit gefehlt! So wie es sich in der ...

Als das Buch bei mir angekommen ist, war ich doch etwas geschockt. Mein Gedanke war: Man, das ist ein Kriminalroman von über 500 Seiten, da brauchst du ja ewig! Aber weit gefehlt! So wie es sich in der Leseprobe abgezeichnet hatte, ist die Handlung total gut geschildert. Erstens das Abtauchen von John und Trevor in ein Zeugenschutzprogramm und die Umstände wie es dazu kommt, ließen mich viele Seiten einfach verschlingen. Dann das spurlose Verschwinden von Emelie, der Erbin eines internationalen Modeunternehmens, welches nie aufgeklärt wurde. Diese beiden Geschehnisse laufen in gekonnter Form zuerst nebeneinander her und werden nach und nach verwoben. Zwei Familien, die eine superreich (Emelies Umfeld), die andere am unteren Limit der Existenz (Johns Mutter und sein Halbbruder) prallen aufeinander. Wie schwierig es ist, nach 10 Jahren, die Ermittlungen zu Emelies Verschwinden wieder aufzunehmen und nach neuen Spuren zu suchen, ist klar. Und doch fügen John und seine Kollegin Stück für Stück des Tatherganges zusammen. Dabei kommen Details ans Licht, die bei den ersten Ermittlungen unbeachtet blieben. Zum Schluss dann die totale Überraschung. John schafft es, den Mörder tatsächlich zu ermitteln. Eine Person, von der ich es am allerwenigsten erwartet hätte, ist der Schuldige. Doch wer das ist, wird nicht verraten! Wo bleibt denn sonst die Spannung? Liebe Krimi-Freunde: Es lohnt sich, "Der andere Sohn" zu lesen. Ich vergaß: Die ganze Sache spielt zum großen Teil in Schweden. Auch die Autoren sind Schweden. Dem ist geschuldet, dass die Handlung, nicht wie in amerikanischen Krimis, von einem Schocker in den nächsten stürzt und trotzdem oder genau deshalb fesselt.

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Veröffentlicht am 04.02.2021

gefällt mir sehr gut

Die Erfindung des Dosenöffners
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Wie sich schon in der Leseprobe abzeichnete, lohnt es sich absolut, "Die Erfindung des Dosenöffners" zu lesen. Wobei ich im Nachhinein einschätze, dass die Sache mit dem Dosenöffner eigentlich nebensächlich ...

Wie sich schon in der Leseprobe abzeichnete, lohnt es sich absolut, "Die Erfindung des Dosenöffners" zu lesen. Wobei ich im Nachhinein einschätze, dass die Sache mit dem Dosenöffner eigentlich nebensächlich ist. Mich hat vielmehr fasziniert, wie sich das Verhältnis des angehenden Reporters, Timur Aslan, der in einer kleinen Lokalredaktion arbeitet, zu älteren und alten Menschen,im Verlauf der Handlung von Grund auf ändert. Auch seinen kleinen Heimatort, seine Arbeitsstelle und so letztendlich sein gesamtes Leben sieht er jetzt vollkommen anders. Die alten Menschen im Seniorenheim sind plötzlich nicht mehr nur wunderlich, senil und meschugge, sondern Timur entdeckt, dass hinter jedem dieser Senioren ein Leben steht. Er lernt, dass auch die kleinen Dinge im Leben es wert sind beachtet zu werden. Wie überraschend sich die Beziehung zu Annette entwickelt, wird den Leser überraschen!
Total modern, oft sogar "flapsig", cool und immer wieder mit einem Schuss Selbstkritik und Zynismus ist der Schreibstil frisch und in vielen Passagen auch spaßig. Ich bewerte die Sache mit dem Dosenöffner als sehr gut und absolut lesenswert. 3 x Daumen hoch!

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Veröffentlicht am 18.01.2021

Kampf Mensch und Maschine

Die Eskalation
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Diese Handlung lässt in mir direkt Angst vor der Zukunft aufkommen. Sollte uns die KI wirklich eines Tages so aus den Händen gleiten? Ich hoffe nicht. Auf jeden Fall ist das Geschehen nicht ganz aus der ...

Diese Handlung lässt in mir direkt Angst vor der Zukunft aufkommen. Sollte uns die KI wirklich eines Tages so aus den Händen gleiten? Ich hoffe nicht. Auf jeden Fall ist das Geschehen nicht ganz aus der Luft gegriffen. Es wird aber auch aufgezeigt, dass wir Menschen keineswegs gewillt sind, uns die Herrschaft über den Planeten Erde vollkommen aus den Händen nehmen zu lassen. Sehen wir also im Verlauf der Handlung, wohin der Kampf zwischen Menschen und KI führen wird. Lesen macht sicherlich Spaß!

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