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Veröffentlicht am 16.08.2025

Vielleicht ist Gott auch tot

Tomorrow Land
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„Vielleicht ist Gott auch tot“, sagte Moa. „Die Menschen haben ihn umgebracht.“ (S. 219)



Tomorrow Land von Antonia Michaelis und Peer Martin entwirft ein bedrückendes Zukunftsszenario Deutschlands ...


„Vielleicht ist Gott auch tot“, sagte Moa. „Die Menschen haben ihn umgebracht.“ (S. 219)



Tomorrow Land von Antonia Michaelis und Peer Martin entwirft ein bedrückendes Zukunftsszenario Deutschlands im Jahr 2084. Die Nähe zu unserer Vergangenheit und aktuellen Politik macht die Geschichte erschreckend realistisch – viel mehr, als man es sich eingestehen möchte.



Im Mittelpunkt steht der Jugendliche Hannes, der wegen Schulden in der JVA sitzt. Als sich ihm überraschend die Möglichkeit zur Flucht bietet, wird er endgültig zum Ausgestoßenen. Auf seiner Reise trifft er Moa, einen Nigerianer, der allein wegen seiner Nationalität in ständiger Gefahr lebt. Ausländer wurden systematisch abgeschoben, die Geschichtsschreibung wurde zensiert, und Russland hat seine Macht über Deutschland ausgebreitet. Das Land verdorrt – den Klimawandel leugnet die eine Partei, die einst mit großen Versprechen für ein „besseres Deutschland“ an die Macht kam. Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst, Ghettos entstehen.



Unterwegs begegnen Hannes und Moa der reichen „Prinzessin“ Greta-Anna. Obwohl ihr Umfeld fest hinter dem Regime steht, lässt sie sich von Neugier leiten und unterstützt die beiden Flüchtigen.



Das Thema des Romans ist hochaktuell und komplex. Manchmal hätte ich mir mehr Tiefe und „Zeit zum Atmen“ gewünscht. Gerade gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse, was wohl auch der begrenzten Seitenzahl geschuldet ist. Dennoch bleibt die Ernsthaftigkeit spürbar und die Botschaft klar.



Warum ich dem Buch trotz kleiner Kritikpunkte 5 Sterne gebe? Weil Thematik und Handlung wichtiger sind als jede formale Schwäche. Tomorrow Land zwingt zur Auseinandersetzung mit unserer Zukunft und warnt davor, blind politischen Versprechen zu folgen. Es zeigt mögliche Folgen, die in erschreckender Weise an eine Vergangenheit erinnern, die viele verdrängen wollen.



Fazit: Dieses Buch sollte unbedingt an Schulen gelesen werden – und nicht nur von Jugendlichen. Es ist drastisch, manchmal übereilt, aber immer eindringlich. Vor allem ist es ein Diskussionsstarter für alle, die sich kritisch mit der politischen Gegenwart und einer möglichen Zukunft auseinandersetzen wollen.

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Mit Liebe zum Detail

Huhu und Momo – Für dich trau ich mich!
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Das Buch "Huhu und Momo – für dich trau ich mich" ist weit mehr als nur ein Kinderbuch mit einer wundervollen Botschaft.
Es steckt voller liebevoller Details – in der Geschichte ebenso wie in ...

Das Buch "Huhu und Momo – für dich trau ich mich" ist weit mehr als nur ein Kinderbuch mit einer wundervollen Botschaft.
Es steckt voller liebevoller Details – in der Geschichte ebenso wie in den Illustrationen.

Der einzigartige Zeichenstil verleiht den Bildern besonderen Charme. Schon beim ersten Durchblättern fesseln die warmen, detailreichen Szenen. Kinder können darin viele kleine, urige Nebensächlichkeiten entdecken, während Erwachsene über subtile Anspielungen schmunzeln – etwa auf Lieferando. Jede Seite ist so fantasievoll gestaltet, dass man gern innehalten und Neues aufspüren möchte.

Die Geschichte selbst ist herzlich und einfühlsam. Sie zeigt, wie man mit schwierigen Gefühlen wie Angst oder Sorge umgehen kann – und was man gewinnt, wenn man trotzdem mutig ist. Im Mittelpunkt steht die warmherzige Freundschaft zwischen der kleinen Maus Momo und der Eule Huhu. Huhu traut sich nicht hinaus in die Welt, doch als Momo von einem Fuchs bedroht wird, springt sie über ihren Schatten. Sie stellt sich ihren Ängsten und wächst über sich hinaus – für Momo und für sich selbst.

Fazit: Ein Buch für alle, die Wert auf eine berührende Botschaft und die Kraft ausdrucksstarker Bilder legen. Meiner Meinung nach können hier sogar Erwachsene Freude finden – vorausgesetzt, sie haben sich ihre Fantasie bewahrt. Ein wundervolles Werk, das Herz und Augen gleichermaßen erreicht.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Mord ist ihre Leidenschaft

A Serial Killer’s Guide to Marriage
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Dem Klappentext nach zu urteilen, hatte ich angenommen, nur die Ehefrau sei eine ehemalige Serienkillerin. Tatsächlich geht es jedoch um ein Paar mit mörderischer Vergangenheit, das sich der Tochter zuliebe ...

Dem Klappentext nach zu urteilen, hatte ich angenommen, nur die Ehefrau sei eine ehemalige Serienkillerin. Tatsächlich geht es jedoch um ein Paar mit mörderischer Vergangenheit, das sich der Tochter zuliebe zur Ruhe gesetzt hat.

Vor allem Haze hat Probleme mit dem durchschnittlichen Vorstadtleben – Langeweile und Gereiztheit bestimmen ihren Alltag. Ihr Versprechen, nie wieder zu morden, hält nicht lange. Allein war sie allerdings nie besonders gut darin, Spuren zu verwischen – das war immer Fox’ Job. Doch den will sie auf keinen Fall einweihen, dass sie ihren Eid gebrochen hat. Also verlässt sie sich auf ihre eigenen „Fertigkeiten“ – und damit ist einiges Chaos vorprogrammiert.

Das Ganze liest sich wie eine schwarz-humorige Vorstadtkomödie: ein bisschen Wednesday Addams trifft Desperate Housewives – nur ohne Fantasy. Ich habe mich sofort in den Schreibstil und den trockenen Humor verliebt.

Zwar gab es zwischendurch ein paar Längen, doch sie zahlten sich jedes Mal aus. Die Story ist weder übermäßig komplex noch belanglos – perfekt abgestimmt auf den sarkastischen Stil der Autorin. Besonders Haze und ihre neue Bekanntschaft Jenny sind großartig gezeichnet; ihre Dynamik entwickelt sich spannend und überraschend. Bei Fox war ich hin- und hergerissen. Einige seiner Nebenstories hätte ich nicht unbedingt gebraucht, doch zum Ende hin brachte er eine spürbare Portion Spannung ins Geschehen.

Klar ist: Weder Haze noch Fox sind die netten Nachbarn von nebenan – auch wenn sie es gern wären. Ob es ihnen gelingt? Das bleibt offen.



Mein Fazit: Wer Spaß an moralisch fragwürdigen Figuren und schwarzem Humor hat, wird hier bestens bedient. Für mich ist das genau die Art schwarzer Komödie, die ich liebe: bissig, clever und herrlich böse – mit einem Twist. Einer Fortsetzung wäre ich auch nicht abgeneigt. Dieser Roman bietet das Potenzial dafür.

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Veröffentlicht am 07.08.2025

All worse now

All Better Now
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Als ich erstmalig den Klappentext von "All better now" las, dachte ich direkt dies müsste genau meinen Geschmack treffen. Allerdings wurde ich sehr enttäuscht.

Scheinbar hatte ich andere Vorstellungen ...

Als ich erstmalig den Klappentext von "All better now" las, dachte ich direkt dies müsste genau meinen Geschmack treffen. Allerdings wurde ich sehr enttäuscht.

Scheinbar hatte ich andere Vorstellungen von dem Plot als letztlich umgesetzt wurde. Ich hätte mir gewünscht, dass ethische Themen in die Tiefe ergründen werden. Ein Virus, das einen immer glücklich sein lässt, egal was um einen geschieht klingt da nach dem perfekten Ausgangspunkt. Leider bleibt es sehr an der Oberfläche bezüglich psychologischer Dynamiken. Der Roman setzt sich eher mit wissenschaftlichen und politischen Fragen auseinander. Um dies zu untermauern gibt es zahlreiche Vergleiche zum vergangenen Corona-Virus. Die Charaktere blieben farblos, ebenso die Handlung.

Man hätte was neues, innovatives aus der Grundidee machen können. Leider wurde das Potenzial nicht genutzt. So bleibt es eben eine Dystopie über einen Virus und deren politische Folgen. Sowas hat man schon öfter gelesen oder in Filmen gesehen. Ich hätte mir gewünschte, dass wirklich näher auf die Emotionsregulation, die der Virus angreift, eingegangen wird. Ein bisschen mehr Mut aus bekannten Bahnen aufzutreten hätte dem Buch gut getan.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Verloren im Glanz der Träume

Glory of Broken Dreams (Devil's Dance 1)
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„Glory of Broken Dreams“ von Ruby Braun entführt in die geheimnisvolle Welt eines mystischen Hotels. Im Zentrum steht die Varietétänzerin Charly, die wir von ihrer Bewerbung bis zu ihren ersten ...

„Glory of Broken Dreams“ von Ruby Braun entführt in die geheimnisvolle Welt eines mystischen Hotels. Im Zentrum steht die Varietétänzerin Charly, die wir von ihrer Bewerbung bis zu ihren ersten Auftritten begleiten. Dabei begegnet sie dem Showboxer Willem, der eine düstere Vergangenheit mit sich trägt. Willem glaubt, niemanden an sich heranlassen zu dürfen, weil jede enge Beziehung für die andere Person ins Unglück zu führen scheint.

Während Charly versucht, ihre Karriere auf der Bühne voranzutreiben, kämpft Willem damit, die Spielschulden seiner Mutter zu begleichen. Ihre Wege verweben sich zunehmend mit rätselhaften Ereignissen und undurchsichtigen Begegnungen innerhalb des Hotels.


Zu Beginn besticht das Buch durch seinen schillernden 20s-Look – die Atmosphäre ist dicht, die Welt detailliert und bildhaft beschrieben. Es machte Spaß, in diesen glamourösen Kosmos einzutauchen und sich in den kleinen Beobachtungen zu verlieren. Ruby Braun hat zweifellos ein gutes Gespür für Szenerien und Stimmungen.

Je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr Fragen warf sie für mich auf – aber nur wenige davon wurden beantwortet. Gegen Ende hatte ich das Gefühl, der rote Faden sei ein wenig verloren gegangen. Zwar ist das Buch der Auftakt einer Dilogie, dennoch hätte ich mir gewünscht, dass einige Erzählstränge klarer oder zumindest gezielter entwickelt werden.

Der Stil bleibt zwar atmosphärisch, aber durch die Vielzahl an mysteriösen Elementen wirkt die Geschichte stellenweise unentschlossen – fast, als wüsste sie selbst nicht genau, wohin sie will. Überraschungen sind prinzipiell etwas Positives, doch in diesem Fall empfand ich sie eher als verwirrend. Immer wieder dachte ich, die Richtung der Geschichte verstanden zu haben, nur um dann durch neue Hinweise wieder ins Schwanken gebracht zu werden. Gleichzeitig waren andere Wendungen recht vorhersehbar.

Auch die Figuren, insbesondere Willem und Charly, blieben für mich auf Distanz. Sie wirken faszinierend, beinahe magnetisch, aber ihre inneren Entwicklungen bleiben schwer greifbar. Verletzlichkeit wird zwar angedeutet, aber selten spürbar gemacht. Besonders die emotionale Dynamik zwischen den beiden hätte mehr Tiefe und weniger Sprunghaftigkeit vertragen.


FAZIT: Ruby Braun schreibt bildhaft und mit einem ausgeprägten Gefühl für Atmosphäre. Ihre Idee verspricht viel, und ich bin gespannt, ob sich im zweiten Band die losen Fäden zusammenfügen. Der erste Band jedoch lässt mich mit einem seltsamen Mix aus Faszination, Langeweile und Verwirrung zurück.

Wie ein funkelndes Spiegelkabinett: wunderschön anzusehen – aber mit jedem Schritt verliert man ein Stück mehr die Orientierung. Vielleicht ist es gewollt und alles macht am Ende Sinn. Für diesen Band bleiben es so dennoch 3 Sterne.

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