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Veröffentlicht am 19.09.2023

Ein sehr atmosphärischer Skandinavien-Krimi mit großem Fokus auf die Ermittler

Tief im Schatten
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„Rund um das Grundstück lauern die Schatten. Die dunklen Bäume verschmelzen mit dem Hintergrund. Die Stille ist auf einmal feinselig und aufdringlich.“ (S. 294)

Meine Meinung:
Ein klassischer, ja fast ...

„Rund um das Grundstück lauern die Schatten. Die dunklen Bäume verschmelzen mit dem Hintergrund. Die Stille ist auf einmal feinselig und aufdringlich.“ (S. 294)

Meine Meinung:
Ein klassischer, ja fast schon unspektakulärer Start: im tief verschneiten schwedischen Grenzgebiet zu Norwegen wird die übel zugerichtete Leiche des ehemaligen regionalen Ski-Stars aufgefunden. Nachdem dem Team um Polizeikommissarin Hanna Ahlander noch der letzte Fall in den Knochen steckt, zeichnen sich die nächsten mühsamen und komplizierten Ermittlungen ab…
Während der eigentliche „Hauptfall“ über weite Teile ein wenig blass bleibt, sorgt ein zweiter, einige Jahre in der Vergangenheit verdatete Handlungsstrang für mehr Neugier und Spannung. Hier präsentieren sich tiefe Einblicke in die Abgründe der menschlichen Seele und Interna aus der sektenartigen freikirchlichen Gemeinde „Licht des Lebens“. Ein Drama nimmt seinen Lauf, bei dem man schon von Beginn an sicher fühlt, dass das kein gutes Ende nehmen kann. Dieser Storyteil hat mich dann auch sehr an „Apfelmädchen“ von Tina N. Martin erinnert.
Sehr erstaunt hat mich allerdings, dass die beiden Handlungsstränge dann doch recht früh zueinander gefunden haben und miteinander verwoben wurden. Auch dieser Kniff hat wieder für ein Erstarken der Neugier bei mir gesorgt, während sich die parallelen Ermittlungen zum Mordfall doch als sehr schleppend erweisen.
Überhaupt behandelt Viveca Sten „ihren“ Kriminalfall ein wenig stiefmütterlich. Dafür nehmen die privaten Probleme und Sorgen der Ermittler umso breiteren Raum ein: Hanna, die auf einen Neuanfang hofft und familiäre Probleme mit sich herumschleppt, Daniel, der zwischen Familie und Job keine richtige Ballance zu finden scheint und Anton, der seine Homosexualität nicht öffentlich machen will und zu allem Übel auch noch eine folgenschwere Beziehung einzugehen scheint. Viel Raum, für das „Drumherum“ also, weniger für einen fesselnden Fall.
So hat mich an diesem Buch auch viel mehr das Drama um eine junge Frau gefesselt als der eigentliche Fall, der es über das ganze Buch hinweg nicht schafft, erzählungs- und spannungstechnisch in den Vordergrund zu rücken. Dementsprechend habe ich dann am Schluss die so halbwegs überraschende Auflösung des Falls eher mit einem „aha, ok, nun weiß ich Bescheid“ hingenommen, anstatt dass sich ein „wow, so war das also!“-Gefühl eingestellt hätte. Das war schon ein bisschen schade…
Dank des „Dramas“ hatte ich dann aber doch spannende Lesestunden. Insgesamt für mich (knappe!) vier Sterne!

FAZIT:
Mehr Drama als Krimi und Protagonisten, deren Privatprobleme breiten Raum einnehmen. Dennoch eine solide Leseunterhaltung.

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Veröffentlicht am 15.09.2023

Ich bin vollkommen begeistert und kann das Buch nur empfehlen

Einfach in die Pfanne!
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„Eine Pfanne kann viel, viel mehr als nur Bratwurst, Pfannkuchen oder Nudeln.“ (S. 5)

Meine Meinung:
Fernseh-Starkoch Christian Henze hält sich in diesem Buch nicht lange mit großen Reden auf. Ein kleines ...

„Eine Pfanne kann viel, viel mehr als nur Bratwurst, Pfannkuchen oder Nudeln.“ (S. 5)

Meine Meinung:
Fernseh-Starkoch Christian Henze hält sich in diesem Buch nicht lange mit großen Reden auf. Ein kleines Vorwort, eine kurze und fundierte Übersicht über die verschiedenen Pfannenarten mit jeweiligen Vor- & Nachteilen und schon startet der Rezeptteil ab Seite 12.
Wenn ich ein neues Kochbuch durchblättere, mache ich mir an alle Rezepte, die mich ansprechen und die ich nachkochen möchte, einen kleinen „Post-it“ an den Seitenrand. So auch diesmal. Allerdings mit dem Erfolg, dass meine „Post-Its“ nicht ausgereicht haben und meine Frau nur meinte, es wäre viel einfacher, die Rezepte zu markieren, die ich NICHT nachkochen möchte… 😉
Sprich: in diesem Kochbuch finden sich sehr viele, abwechslungsreiche, pfiffige und extrem ansprechende Rezepte, die wohl jede Küche bereichern dürften. Pfannen-„Klassiker“ hat Christian Henze geschickt aufgepeppt (wie z.B. das Chili-Spiegelei mit Käse und Röstzwiebeln“ oder auch „Bratkartoffeln 2.0“), internationale Klassiker auf die einfache Zubereitung in der Pfanne umgemünzt (wie etwa die „Shakshuka mit Speck und Bergkäse“ und das indische „Butter-Chicken in Tomaten-Sahne-Sauce mit Kichererbsen“) und selbst Süßes kommt bei ihm in die Pfanne („Quarkküchle mit Vanille-Kirschen“ oder „Minipancakes mit Schokoherz und salted Sahnekaramell“ sind nur einige der Leckereien). Es scheint wirklich kaum etwas zu geben, das Christian Henze nicht mit der Pfanne zaubern kann.
Sehr schön finde ich auch, dass die Zutatenlisten meist sehr übersichtlich und die Zubereitungsanweisungen leicht verständlich geschrieben und gut strukturiert sind. Dass die Zutaten der Verwendungsreihenfolge nach fett gedruckt sind, erhöht die Übersicht und das Zurechtfinden während des Kochens – sehr gut gelöst!
Ein Hinweis noch: die Rezepte sind alle für zwei Personen ausgelegt. Man muss also darauf achten, ggf. mehr einzukaufen. Und auch die angegebenen – im Schnitt recht kurzen – Zubereitungszeiten können sich dadurch deutlich verlängern (wenn halt mehr zu schnippeln ist).
Inzwischen habe ich einige Rezepte nachgekocht und bin voll und ganz begeistert. Und das Beste: der Familie hat es jedes Mal sehr gut geschmeckt – selbst den Kindern! Was will man mehr? 😊

FAZIT:
Eine absolute Bereicherung für unsere Küche - vielen Dank, lieber Christian Henze!

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Veröffentlicht am 12.09.2023

Das Turnier des Schreckens – eine spannende und actionreiche Fortsetzung

Dungeons & Dragons. Dungeon Academy - Die Weltmonsterschaft
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„Welch eine bunt gemischte und wundervolle Truppe“ (S. 80)

Meine Meinung:
Dies ist der zweite Band der spannenden Fantasyreihe für junge und junggebliebene Lese-Abenteurer. Kaum ist nach der furiosen ...

„Welch eine bunt gemischte und wundervolle Truppe“ (S. 80)

Meine Meinung:
Dies ist der zweite Band der spannenden Fantasyreihe für junge und junggebliebene Lese-Abenteurer. Kaum ist nach der furiosen Schlacht gegen den Nekromanten Fürst Kadaver wieder etwas Ruhe eingekehrt an der Dungeon Academy, schon seht das traditionelle Turnier des Schreckens an, was für viel Wirbel und Aufregung bei den Schülern und den Professoren sorgt. Eine perfekte Ablenkung sollte jemand etwas Schreckliches planen…

Wieder einmal hat mich die Dungeon Academy von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. Bereits in den ersten Kapiteln geht es hinab ins Dungeon und es sind – ganz in traditioneller D&D-Manier - auch schon einige Gegner zu besiegen. Dazu noch eine geheimnisvolle Tür in den Tiefen des Dungeons und ein paar kryptische Andeutung… das sorgt gleich zu Beginn für jede Menge Neugier und Spannung!

Autorin Madeleine Roux hat sich wieder einen sehr fesselnden und actionreichen Plot ausgedacht, der nahtlos an Band 1 anknüpft. Dazu gibt es ein paar neue, coole Prota- und Antagonisten und natürlich auch die ein oder andere Überraschung (teilweise echt fieser Natur!). So kann man ganz tief in dieses Fantasyabenteuer abtauchen und es Seite für Seite genießen, bis am Ende ein absolut actionreiches wie auch dramatisches Finale wartet, das mich auf Band drei hoffen lässt!

Zu Roux´ tollem Abenteuer hat Tim Probert wieder zahlreiche passende und echt gelungene Illustrationen beigesteuert, so dass es auf vielen Seiten tolle Bilder zu entdecken gibt.

FAZIT:
Ein klassisches, an das D&D-Universum angelehnte Fantasyabenteuer, das beste Unterhaltung bietet!

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Veröffentlicht am 08.09.2023

Düstere Phantastik vom deutschen Altmeister des Genres

Die Schwarze Königin I
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„Das Arsenal des Todes breitete sich vor ihm aus, mit dem er gegen Untote in die Schlacht ziehen würde. Das Pfählchen auf dem Pfad der Ahnen. Die Vampire werden sich bestenfalls totlachen, wenn ich damit ...

„Das Arsenal des Todes breitete sich vor ihm aus, mit dem er gegen Untote in die Schlacht ziehen würde. Das Pfählchen auf dem Pfad der Ahnen. Die Vampire werden sich bestenfalls totlachen, wenn ich damit erscheine.“ (S. 338)

Meine Meinung:
Seit „Ritus“ bin ich ein großer Fan von Markus Heitz´ genialer, düsterer Phantastik. Nun widmet er sich wieder den Vampiren – und zugleich einer unglaublich faszinierenden und schillernden Persönlichkeit der realen Geschichte: Barbara von Cilli (* um 1390), zweite Frau des Kaisers Sigismund und römisch-deutsche, ungarische und böhmische Königin. Gleichzeitig galt sie als Astrologin, Alchemistin und später sogar als Vampirin. Dazu war sie als Zeitgenössin mit Vlad II. bekannt, dem Vater des berühmt-berüchtigten „Dracula“…

Diese (und noch mehr!) höchst interessanten historischen Zusammenhänge müssen auf Markus Heitz ungefähr so gewirkt haben, als würde man Lionel Messi den Ball auf den Elfmeterpunkt vor ein leeres Tor legen. Gewohnt gekonnt verwebt Markus Heitz historische Fakten mit spannender Phantastik, erzählt fesselnd und bildgewaltig eine komplexe, verwobene Geschichte auf zwei Zeitebenen. Während er im ausklingenden Mittelalter Barbara von Cilli und Vlad Tepes II. als schlagkräftiges Duo gegen allerlei Vampirvolk antreten lässt, erscheinen seine beiden Protagonisten in der heutigen Zeit auf den ersten Blick eher weniger action-effektiv: Len, ein junger und eher zurückhaltender Mann, und die Professorin Jolana, die mit ihren über 70 Jahren zwar viel Wissen, aber weniger Schlagkraft in die Waage zu werfen scheint.

Wie gesagt, die Story ist durchaus komplex, gerade auch durch die historischen Personen und politischen Ränkespiele, die Heitz´ in seiner Geschichte verbaut hat. Durch das Voranstellen von „Dramatis Personae“ und „Glossar“ kommt man aber dennoch schnell hinein in diese Geschichte – und zwar sehr, sehr tief! Im Verlauf der gut 530 Seiten verstätigt sich der Sog, den diese Geschichte auslöst, immer mehr und der Autor konfrontiert nicht nur seine Protagonisten, sondern auch uns immer wieder mit überraschenden Wendungen, manche davon mit schockierenden Auswirkungen. Parallel in zwei Zeitebenen tobt der klassische Kampf zwischen „Gut und Böse“, hält uns Lesende in Atem und lässt uns durch die Seiten fliegen. Auf den letzten Seiten dann knüpft Heitz an den Prolog an und spannt damit gekonnt einen Bogen über das gesamte Buch. Wer nun aber hofft, dass am Ende alles aufgelöst und erklärt sei, der sei gleichzeitig gewarnt (ist es nicht!) und bestimmt hoch erfreut: denn so wie ich den Autor verstehe, ist ein Nachfolgeband bereits in Sicht…

Für die Fans seiner Bücher hält Heitz hier übrigens noch ein ganz besonderes Schmankerl bereit: es gibt ein Wiederlesen mit einer alten Bekannten und natürlich auch ein paar Querverweise zu seinen früheren Büchern! 😊

Zur Hörbuchproduktion:
Ein geniales Buch wurde ebenso genial vertont! Es hat mich gefreut, dass einer meiner Lieblings-Hörbuchsprecher dem neuen Buch eines meiner Lieblings-Autoren Leben eingehaucht hat. Mit viel Enthusiasmus und Gefühl, einer unnachahmlichen Stimmodulation und erstaunlicher Schauspielkunst verleiht Uve Teschner den Protagonisten Individualität und Authentizität. Bei Jolanas Part klingt er tatsächlich nach einer alten Frau mit starkem Akzent, während seine Vertonung des namenlosen Dämons für Gänsehaut sorgt. Heitz & Teschner – ein Duo, das perfekt zusammenpasst!

FAZIT:
Mit diesem Buch festigt Markus Heiz seine Stellung als Meister der deutschsprachigen Dark Fantasy – bitte mehr davon!

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Veröffentlicht am 08.09.2023

Düstere Phantastik vom deutschen Altmeister des Genres

Die Schwarze Königin I
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„Das Arsenal des Todes breitete sich vor ihm aus, mit dem er gegen Untote in die Schlacht ziehen würde. Das Pfählchen auf dem Pfad der Ahnen. Die Vampire werden sich bestenfalls totlachen, wenn ich damit ...

„Das Arsenal des Todes breitete sich vor ihm aus, mit dem er gegen Untote in die Schlacht ziehen würde. Das Pfählchen auf dem Pfad der Ahnen. Die Vampire werden sich bestenfalls totlachen, wenn ich damit erscheine.“ (S. 338)

Meine Meinung:
Seit „Ritus“ bin ich ein großer Fan von Markus Heitz´ genialer, düsterer Phantastik. Nun widmet er sich wieder den Vampiren – und zugleich einer unglaublich faszinierenden und schillernden Persönlichkeit der realen Geschichte: Barbara von Cilli (* um 1390), zweite Frau des Kaisers Sigismund und römisch-deutsche, ungarische und böhmische Königin. Gleichzeitig galt sie als Astrologin, Alchemistin und später sogar als Vampirin. Dazu war sie als Zeitgenössin mit Vlad II. bekannt, dem Vater des berühmt-berüchtigten „Dracula“…

Diese (und noch mehr!) höchst interessanten historischen Zusammenhänge müssen auf Markus Heitz ungefähr so gewirkt haben, als würde man Lionel Messi den Ball auf den Elfmeterpunkt vor ein leeres Tor legen. Gewohnt gekonnt verwebt Markus Heitz historische Fakten mit spannender Phantastik, erzählt fesselnd und bildgewaltig eine komplexe, verwobene Geschichte auf zwei Zeitebenen. Während er im ausklingenden Mittelalter Barbara von Cilli und Vlad Tepes II. als schlagkräftiges Duo gegen allerlei Vampirvolk antreten lässt, erscheinen seine beiden Protagonisten in der heutigen Zeit auf den ersten Blick eher weniger action-effektiv: Len, ein junger und eher zurückhaltender Mann, und die Professorin Jolana, die mit ihren über 70 Jahren zwar viel Wissen, aber weniger Schlagkraft in die Waage zu werfen scheint.

Wie gesagt, die Story ist durchaus komplex, gerade auch durch die historischen Personen und politischen Ränkespiele, die Heitz´ in seiner Geschichte verbaut hat. Durch das Voranstellen von „Dramatis Personae“ und „Glossar“ kommt man aber dennoch schnell hinein in diese Geschichte – und zwar sehr, sehr tief! Im Verlauf der gut 530 Seiten verstätigt sich der Sog, den diese Geschichte auslöst, immer mehr und der Autor konfrontiert nicht nur seine Protagonisten, sondern auch uns immer wieder mit überraschenden Wendungen, manche davon mit schockierenden Auswirkungen. Parallel in zwei Zeitebenen tobt der klassische Kampf zwischen „Gut und Böse“, hält uns Lesende in Atem und lässt uns durch die Seiten fliegen. Auf den letzten Seiten dann knüpft Heitz an den Prolog an und spannt damit gekonnt einen Bogen über das gesamte Buch. Wer nun aber hofft, dass am Ende alles aufgelöst und erklärt sei, der sei gleichzeitig gewarnt (ist es nicht!) und bestimmt hoch erfreut: denn so wie ich den Autor verstehe, ist ein Nachfolgeband bereits in Sicht…

Für die Fans seiner Bücher hält Heitz hier übrigens noch ein ganz besonderes Schmankerl bereit: es gibt ein Wiederlesen mit einer alten Bekannten und natürlich auch ein paar Querverweise zu seinen früheren Büchern! 😊

FAZIT:
Mit diesem Buch festigt Markus Heiz seine Stellung als Meister der deutschsprachigen Dark Fantasy – bitte mehr davon!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
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  • Charaktere