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Veröffentlicht am 02.10.2017

Abwechslungsreich und schnell zubereitet – 56 Rezepte für jeden Anlass

Simply Quick
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Zum Autor:
Autor Julian Kutos ist ein kulinarischer Kosmopolit und hat schon in diversen Ländern gekocht und gelernt, u.a. bei dem berühmten 3-Sterne-Koch Alain Ducasse. Er betreibt eine Kochschule in ...

Zum Autor:
Autor Julian Kutos ist ein kulinarischer Kosmopolit und hat schon in diversen Ländern gekocht und gelernt, u.a. bei dem berühmten 3-Sterne-Koch Alain Ducasse. Er betreibt eine Kochschule in Wien, und betätigt sich als Food-Blogger. Mit „Simply Quick“ legt er nach „Simply Pasta, Pizza und Co.“ und „Simply Veggie“ nun sein drittes Kochbuch vor.

Zur Aufmachung:
Das Kochbuch ist insgesamt sehr hochwertig gestaltet. Mit seinem Format von 20,5 x 25,0 x 2,2 cm, einem stabilen Hardcover und einem farblich passenden Lesebändchen kommt dieses Buch praktisch und durchaus noch handlich daher. Bei einem VK-Preis von 19,90 bietet es m.E. ein gutes Preis- / Leistungsverhältnis.

Zum Inhalt:
Das Kochbuch startet mit einer Einführung und ein paar grundsätzlichen Informationen und praktischen Tipps. Beispielsweise gewährt der Autor auf S. 11 einen Blick in seine „Vorratskammer“, sprich er gibt einen Überblick über die wichtigsten Zutaten für die schnelle Küche. Hier finden sich rund 90 Zutaten die man parat haben sollte, von geläufigen Zutaten wie Weizenmehl und Zucker bis zu eher außergewöhnlichen Zutaten wie etwa Sardellen oder Kaffir-Limettenblätter. Interessant, aber schon aus seinen ersten beiden Kochbüchern bekannt, sind Kutos´ kurze Ausführungen über die fünf Sinne beim Kochen (denn das ist durchaus mehr als nur Riechen und Schmecken) sowie die fünf grundlegenden Geschmacksrichtungen, von denen das „unbeschreibliche“ Umami wohl den Wenigsten bekannt sein dürfte.

Auf den Seiten. 20 - 29 erläutert der Autor den „perfekten Schnitt“ (es kommt halt auch auf die Technik an!) für einige Lebensmittel, u.a. Zwiebeln, Knoblauch, Mangos und Avocados (Kern mit dem Messer einschneiden und herausziehen!), passenderweise mit bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Auf den Seiten 34 – 43 widmet sich der Autor auf jeweils einer Seite noch den Themen „schnellen Beilagen“, „Fleisch richtig zubereiten“, „Steak richtig braten“, „Fisch richtig zubereiten“ und „Was trinke ich zum Essen“. Dies ist für passionierte Hobbyköche sicherlich nichts Neues, für mich aber interessant und hilfreich.

Zum Rezeptteil:

Die Rezepte selbst sind sehr strukturiert aufbereitet und jeweils mit Angaben zur Arbeitszeit (AZ) und Zubereitungszeit (ZZ – inkl. Kochen, backen etc.) versehen. Die Zutatenlisten variieren von erfreulich kurz bis durchaus umfangreich. Die Zubereitungsbeschreibungen sind durchweg leicht verständlich. Einige Rezepte sind mit gut nachvollziehbaren und schrittweise bebilderten Zubereitungsanweisungen versehen (z.B. das Brathuhn in Folie auf S. 154 ff.), was schon fast einer Geling-Garantie gleichkommt. Die Rezepte dieses Buches teilen sich in die folgenden fünf Kapitel auf:

• Grundrezepte mit den vier schnell zuzubereitenden und immer wieder zu gebrauchenden Rezepten zu „Mayonnaise“, „Kräuterbutter“, „Hühnerfond“ und „Suppenwürze“,
• „Schnelle Salate & Vorspeisen“: Neun abwechslungsreiche und durchaus ausgefallene (z.B. „Saibling-Ceviche“ / S. 57) Rezepte, von denen uns insbesondere der fruchtige „Mozzarella-, Tomaten- und Pfirsich-Salat“ (S. 62) sehr gut gefallen hat.
• „Schnelles mit Brot“: Sieben verschiedene Rezepte, unter anderem für selbst gebackenes „Butter-Toastbrot“ (S. 90 – wirklich super-fix zusammengerührt!) und leckere, knusprige „Dinkelweckerl“ (S. 89 / siehe Foto). Super ist z.B. der überbackene „Schinken-Sauerrahm-Toast“ (S.84), der sich perfekt nach eigenem Geschmack variieren lässt.
• „Schnelle Pasta und Reis“: Acht Rezepte von Klassisch („Pasta Carbonara / S. 94) bis Exotisch („Chicken-Tomaten-Curry“ / S. 100 / super lecker! / siehe Foto).
• „Schnelles Gemüse“: Sieben sehr abwechslungsreiche Rezepte mit teilweise Snack-Charakter (z.B. „Sellerie-Chips“ / S. 125)
• „Schnell gebrutzelt“: Acht Rezepte für die heiße Pfanne, wie etwa „Teriyaki-Spieße“ (S. 132) oder auch „Saltimbocca“ (S. 144 ff.) für Fleisch-Liebhaber.
• „Schnelle Braten“: Braten und schnell? Richtig! Julian Kutos bietet hier fünf schöne Rezepte (davon eines „Butter-Kartoffelpüree“ / S. 162) an, mit denen man wohl jede Schwiegermutter auf Sonntagsbesuch beglücken kann, wie etwa dem klassischen „Schweinsbraten“ (S. 159).
• „Schnelle Desserts“: Acht verschiedene Leckereien, vom italienischen „Ruck-Zuck“-Dessert „Sgroppino“ (S. 171) bis zum fruchtigen „Schnelles Himbeersorbet“ (S. 184). Die „Biskuitroulade“ von S. 178 lässt sich übrigens sehr gut mit der „Schoko-Buttercreme“ von S. 177 kombinieren (siehe Foto).

FAZIT:
Insgesamt mal wider ein sehr gelungenes, rundes und erfreulich „bodenständiges“ Kochbuch mit 56 abwechslungsreichen und wirklich schnell zubereiteten Rezepten für jeden Anlass.

Veröffentlicht am 29.09.2017

Sehr lecker, extrem abwechslungsreich und oftmals vergleichsweise einfach zubereitet

It's Market Day
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Meine Meinung:

Reine Kochbücher als „Sammlung von Rezepten“ sind ja mittlerweile anscheinend weitgehend aus der Mode. So kommt auch dieses Kochbuch mit einem ganz bestimmten Thema daher: Märkte! Das ...

Meine Meinung:

Reine Kochbücher als „Sammlung von Rezepten“ sind ja mittlerweile anscheinend weitgehend aus der Mode. So kommt auch dieses Kochbuch mit einem ganz bestimmten Thema daher: Märkte! Das gefällt mir persönlich schon mal sehr gut, denn diese Form des Einkaufens ist in unserer schnelllebigen Zeit bei Vielen ein wenig in Vergessenheit geraten. In sofern ist dieses Buch auch ein Plädoyer für Regionalität und Frische. Autor Fabio Haebel, Gründer einer Hamburger Catering-Agentur und eines Bistros & Restaurants, stellt hier seinen Lesern in diesem Buch acht besondere Märkte in Europa vor: Paris (Marché d´Aligre), Kopenhagen (Torvehallerne), Berlin (Markthalle Neun), Amsterdam (Ten Katemarkt), Wien (Naschmarkt), London (Brixton Market), Syrakus (Mercato di Ortigia) und Madrid (Mercado de la Paz). Jedem Markt widmet er dabei ca. 12 Seiten (inkl. Fotos und „7 Dinge, die sie über XXX wissen sollten“) und macht dabei Lust, selbst mal wieder auf den Markt zu gehen und auch auf Reisen die lokalen Märkte ganz gezielt mit auf den Besichtigungsplan aufzunehmen.

Von jedem dieser acht Märkte hat der Autor jeweils sieben bis elf Rezepte mitgebracht oder entwickelt, so dass sich insgesamt 73 sehr abwechslungsreiche Rezepte in diesem Kochbuch finden. Hier sind Rezepte für jeden Anlass, für jeden Geschmack und auch für jede Kocherfahrung mit dabei (alle Rezepte sind in die Kategorien leicht, mittel und schwer klassifiziert). Das Buch enthält sowohl beliebte Klassiker wie etwa die Berliner Currywurst (S. 73; mit einem echt tollen Rezept für fruchtig-würzige Curry-Sauce!), eine deftige Linsensuppe (S. 82) oder auch eine gut einzuweckende Rote Grütze (S. 82), ebenso wie sehr viele internationale und für mich neue Rezepte, wie beispielsweise tolle Burger-Buns aus Reismehl (glutenfrei! / S. 89), „Guinnes Chicken“ (S. 139) oder auch ein unglaubliches „Double Choc Tiramisu“ (S. 201), das sehr einfach und schnell zubereitet ist (ohne die Kühlzeit). Dank Rezepten mit Jakobsmuscheln oder Seeigeln (!) werden auch die Freunde ausgefallenerer Gerichte hier fündig. Sehr schön finde ich es auch, dass der Autor gleich mehrere sehr leckere alkoholische (z.B. „Berlin Booze Lemonade“ - S. 74) und nicht-alkoholische Getränke (z.B. eine fantastische Pfirsichlimonade - S. 227) mit anbietet.

Die Zubereitung aller Gerichte ist übersichtlich und leicht nachvollziehbar präsentiert. Die angegebenen Zubereitungszeiten haben sich bei mir bislang als durchaus realistisch erwiesen – gerade bei den erfreulich schnell zubereiteten Gerichten (wie z.B. das Pilz-Käse-Omelett von S. 101 – in nur 20 Minuten gezaubert!). Überhaupt gefällt es mir sehr gut, dass viele der Rezepte mit - in Relation zum Ergebnis - eher geringem Aufwand zuzubereiten sind. Wer es anspruchsvoller mag, kann mit diesem Kochbuch aber auch z.B. seine eigenen Lammbratwürste (S. 112) herstellen!

Abgerundet wird das Buch von sehr vielen, stimmungsvollen und hochwertigen Fotografien sowie einigen Tipps und Tricks am Rande, wie etwa Tipps zum Grillen von großen Fleischstücken (S. 32), zum richtigen Waschen von Linsen oder auch über „Place to be“-Locations in den acht Destinationen.

FAZIT:
Viele sehr einfach und schnell gezauberte Gerichte, extrem abwechslungsreich und mit internationalem Touch – eine Bereicherung für die Küche!

Veröffentlicht am 29.09.2017

Ein komplexer Fall mit stetig steigender Spannung und düsterer Atmosphäre

SOG
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Meine Meinung:

„Der gefährlichste Gegner der Kraft ist die Schwäche.“ (S. 105)

„SOG“ ist nach dem ebenfalls sehr empfehlenswerten „DNA“ der zweite Thriller um den außergewöhnlichen Kommissar Huldar und ...

Meine Meinung:

„Der gefährlichste Gegner der Kraft ist die Schwäche.“ (S. 105)

„SOG“ ist nach dem ebenfalls sehr empfehlenswerten „DNA“ der zweite Thriller um den außergewöhnlichen Kommissar Huldar und die taffe Kinderpsychologin Freya. Auch wenn der Fall an sich in sich geschlossen ist, würde ich jedem empfehlen, zunächst „DNA“ zu lesen, da beide Protagonisten schon sehr viel aus dem ersten Band „mitbringen“.

Wie schon am Ende des Vorgängerbandes abzusehen war, ist Huldar mittlerweile degradiert worden. Seine ehemalige Mitarbeiterin Erla ist nun seine Chefin, seine Kollegen behandeln ihn wie einen Aussätzigen und Freya will auch nichts mehr von ihm wissen. Zu allem Ärger muss er sich mit einem Fall herumschlagen, der eher nach einem Dummjungenstreich aussieht als nach einem echten Fall. Doch bei allen Unzulänglichkeiten Huldars, seiner geradezu magischen Anziehungskraft für Fettnäpfchen und falsche Verhaltensweisen ist Huldar doch vor allem eines: Ein echter Terrier, der so schnell nicht wieder loslässt, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat. So entwickelt sich Huldars Fall parallel zum Hauptfall seiner Kollegen, der mit dem Auffinden zweier abgetrennter Hände sehr rätselhaft und blutig beginnt.

Im weiteren Verlauf gestalten sich die Ermittlungen sehr schwierig und zäh, während Spannung und Bedrohung Crescendo-artig immer weiter zunehmen und die Kreise, die der Fall nimmt, immer größer werden. Hier ist der Titel des Buches extrem gut gewählt, denn je weiter man beim Lesen voranschreitet, desto größer wird der Sog, der von diesem Buch ausgeht. Im großen Finale präsentiert Yrsa Sigurdardóttir dann das reinste Gewitter mit Überraschungen wie Blitze und Handlungen wie Donnerschläge. Und ein ganz entscheidendes Detail hebt sich die Autorin noch bis zum Epilog auf, der dieser bedrohlichen und bestürzenden Geschichte ein passendes Ende setzt.

Neben der extrem intelligent aufgebauten Story lebt diese noch frische Reihe von den sehr kantigen und extravaganten Charakteren – Allen voran natürlich Huldar und Freya. Diese beiden erleben ein ständiges Auf und Ab und letztlich ist es immer wieder Huldar selbst, der mühevoll aufgebautes Vertrauen und Gefühle durch eine unbedachte Handlung in einem Wimpernschlag wieder zunichte macht. „Oh Mann, Huldar!“.. . habe ich während des Lesens nicht nur einmal gedacht. Und dennoch mag ich diesen verschrobenen Kerl!

FAZIT:
Eine komplexe und intelligente Grundstory, eine stetig zunehmende Spannung, eine düstere Atmosphäre und extravagante Charaktere – ein fantastischer Mix für einen Thriller!

Veröffentlicht am 27.09.2017

Humor, skurrile Szenen und Charaktere und eine ordentliche Portion Spannung – ein guter Mix!

Mausetot im Mausoleum
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Meine Meinung:

„Minipli-Man und Hornbrillen-Girl“ (S. 129) ermitteln wieder

Ich muss zugeben, dass dies mein erster „Loretta Luchs“ war, aber es wird bestimmt nicht mein letzter gewesen sein! Ich hatte ...

Meine Meinung:

„Minipli-Man und Hornbrillen-Girl“ (S. 129) ermitteln wieder

Ich muss zugeben, dass dies mein erster „Loretta Luchs“ war, aber es wird bestimmt nicht mein letzter gewesen sein! Ich hatte keine Schwierigkeiten, mich einzulesen und im Reigen der Figuren zu Recht zu finden. Protagonistin Loretta Luchs ist ein Charakter wie ich ihn mag: bodenständig, authentisch, ein bisschen schräg und mit einem „sehr stark ausgeprägten Hang, eigenwillig zu handeln“ (S. 131). Ganz wunderbar sind ihre koddrigen Erwiderungen und Sprüche, die sie oftmals – wohl zu ihrem Glück – nur in Gedanken tätigt. Aber auch die anderen Figuren sind Lotte Minck sehr gut gelungen und bilden einen bunten Strauß ungewöhnlicher und ganz individueller Charaktere, sei es Frank aus „Kropkas Klümpchenbude“ mit seinem unverwechselbaren Dialekt oder auch die sympathische Astrologin Stella Albrecht mit ihrer wahrsagenden Oma alias „Madame Pythia“.

Die Story selbst entwickelt sich – mit Ausnahme des einen Mordes, der schon in der offiziellen Kurzbeschreibung erwähnt wird - in der ersten Hälfte des Buches eher langsam. Hier hätte es für meinen Geschmack ruhig ein bisschen mehr Spannung sein dürfen. Dafür legt Lotte Mink ab ungefähr der Hälfte den Schalter um und Tempo und Spannung nehmen gehörig an Fahrt auf. (Nicht nur) die Ereignisse überschlagen sich und Lotte Mink konfrontiert Loretta und ihre Leser mit mehr als nur einer Überraschung und wahrlich skurrilen Situationen. Hier versteht es die Autorin wirklich, ihre Leser zu fesseln, und das dann auch bis zum Schluss.

FAZIT:
Solide Krimi-Unterhaltung mit einem ordentlichen Schuss Humor, schrägen Charakteren und skurrilen Situationen.

Veröffentlicht am 21.09.2017

Spaß, Spannung, Action & Heldenwissen - die perfekte Antwort auf Percy Jackson!

Henry Smart
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Zum Inhalt:
Eigentlich wollte sich Henry Smart nur eine Pizza bestellen – und hängt plötzlich kopfüber in den Pranken eines riesigen, fies aussehenden Kerls. Irgendetwas scheint mit dem Lieferdienst von ...

Zum Inhalt:
Eigentlich wollte sich Henry Smart nur eine Pizza bestellen – und hängt plötzlich kopfüber in den Pranken eines riesigen, fies aussehenden Kerls. Irgendetwas scheint mit dem Lieferdienst von „Papas Pizza“ so ganz und gar nicht zu stimmen – und Hilda, die Nichte der drei Pensions-Betreiberinnen, scheint darüber mehr zu wissen. Kurzerhand nimmt Henry eigene Ermittlungen auf und stolpert nichts ahnend in das Abenteuer seines Lebens…

Meine Meinung:

„Manchmal habt Ihr Menschen Mittel und Wege, bei denen selbst die Götter passen müssen.“ (S. 273)

„Henry Smart – Im Auftrag des Götterchefs“ ist der Start zu einer neuen Abenteuerbuchreihe für junge Leser ab 10 Jahren der Bestsellerautorin Frauke Scheunemann (bekannt u.a. von der „Winston“- und „Dackel Herkules“-Reihe). Protagonist der Reihe ist der Schüler Henry Smart aus San Francisco, der mit seinem Vater „in einem Kaff namens Bayreuth“ Urlaub macht. Bereits auf der ersten Seite lässt es Frauke Scheunemann so richtig krachen, wird der arme, nichts Böses ahnende Henry doch von einem sehr schrägen Trio auf seinem Zimmer überfallen und muss von der patenten Hilda aus deren Fängen gerettet werden. Aufregender kann ein Start kaum sein! Dies ist der Beginn eines wahrlich unglaublich temporeichen, extrem spannenden, wunderbar humorvollen und immer wieder überraschenden Abenteuers.

Nachdem die römische und griechische Mythologie ja inzwischen schon vielen erfolgreichen Büchern für Kids Pate gestanden hat, hat sich Frauke Scheunemann einem bei Vielen anscheinend schon fast vergessenes Kulturgut angenommen: Dem Heldenepos um die Nibelungen und der arrondierenden nordischen Sagenwelt – und zwar mit allem, was dazu gehört – von Alberich bis Wotan und Walhalla! Durch dieses tolle Abenteuer lernen nicht nur die jungen Leser ganz nebenbei so Einiges über die germanischen Sagengestalten, sondern auch mir als Erwachsenem wurde so Manches wieder ins Gedächtnis gerufen. Aber auch abseits der Sagen und Mythen gibt es in diesem Buch so ganz nebenbei etwas zu lernen, wie beispielsweise über die Radio-Carbon-Methode.

Wer nun befürchtet, die Autorin würde hier „nur“ alte Geschichten nacherzählen, der sei beruhigt: Der Nibelungen-Epos dient hier als „Background“ für ein ganz eigenständiges, altersgerechtes Abenteuer, das dabei z.T. ein ganz neues Licht auf alte Geschichten und Sagen wirft. Darüber hinaus überrascht Frauke Scheunemann ihre Leser sehr gekonnt sogar noch mit anderen bekannten Helden- und Sagengestalten aus einem anderen Kulturkreis (mehr sei hier nicht verraten!).

Doch dieses Abenteuer ist nicht nur mega-spannend und unglaublich temporeich, es ist auch wahnsinnig witzig, denn der Humor wird hier ganz groß geschrieben. Beispiele Gefällig? Gerne! Hier klagt ein Götterchef über überdimensionierte Handwerkerrechnungen und ein Zwergenchef schreibt garstige Leserbriefe an den „Götterboten“. Hinzu kommen viele flotte Sprüche („Pressearbeit ist anscheinend auch im Mittelalter schon ziemlich teuer!“ S. 233) und die immer wieder aufkeimenden Querelen in der kleinen, extrem heterogenen Heldentruppe („Die doofe Walküre will mich verarschen.“ - S. 136)

Apropos Heldentruppe: Frauke Scheunemann hat in diesem Buch einen wirklich wunderbaren, bunten Strauß von witzigen und schön-schrägen Charakteren entworfen. Mit der taffen Hilda gibt es ein passendes Pendant zum kodderschnäuzigen Henry, während die unaufgeregte Museumspädagogin Faye Morgan der ausgleichende Pol zum ungestümen und selbstverliebten Siegfried ist („Unser Held vom Dienst macht meistens mehr Probleme, als er wirklich löst.“ - S. 173), der mit Kritik grundsätzlich nicht sehr gut umgehen kann aber immer eine Lösung parat hat: Einfach umhauen…

FAZIT:
Spannung, Action, Tempo und Humor – Mit Henry Smart bekommt nun auch die deutsche Mythologie ihren Platz in den Reihen der modernen Jugendbücher. Frauke Scheunemann beweist eindrucksvoll, dass Wotan & Co. alles andere als angestaubt sein müssen!