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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.09.2018

Super Orientierungshilfe in einer tollen Stadt

DuMont Reise-Taschenbuch Shanghai
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Anlässlich eines Shanghai-Aufenthaltes habe ich mir diesen Reiseführer angeschafft und bin sehr zufrieden damit. Er ist sehr handlich, nicht zu schwer und inhaltlich sehr übersichtlich gemacht.
Die Informationen ...


Anlässlich eines Shanghai-Aufenthaltes habe ich mir diesen Reiseführer angeschafft und bin sehr zufrieden damit. Er ist sehr handlich, nicht zu schwer und inhaltlich sehr übersichtlich gemacht.
Die Informationen zu Kultur und Geschichte sind sehr ausführlich gemacht und die Sehenswürdigkeiten sind vielfältig aufgelistet. Es gibt schöne Fotos und für Besichtigungen werden Routen durch spezielle Stadtviertel vorgestellt. Dabei kommt man an den Hauptsehenswürdigkeiten vorbei und muss nicht selbst umständlich planen. Selbst die Eintrittspreise von Museen und Veranstaltungen werden erwähnt und es gibt diverse praktische Anmerkungen. Mit Hilfe von zweisprachigen Namen kann man sich besser orientieren und hat zum Nachfragen die chinesische Variante gleich dabei. Das ist eine große Hilfe in dieser riesigen Stadt.

Weiterhin werden Hotels und Restaurants empfohlen, was ich aber im Zeitalter des Internets nicht für nötig erachte. Der Hauptaugenmerk
sollte eher auf der Beschreibung der Highlights des Ortes liegen. Auf die Besonderheiten wird ziemlich allgemein eingegangen, es gibt zu viele Bereiche, die für ein Buch den Rahmen sprengen würden.

Am besten hat mir die herausnehmbare Karte gefallen, die auch die Stationen der Shanghai Metro anzeigt.

Ein hilfreicher Reiseführer, der eine gute Orientierungshilfe in der riesigen chinesischen Metropole Shanghai bietet.

Veröffentlicht am 06.09.2018

Gelungener Reiseführer mit vielen Infos

ADAC Reiseführer Prag
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Die ADAC Reiseführer mag ich besonders gern, weil sie ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis bieten und dank der Spiralbindung und der wasserunempfindlichen Aussenseiten auch wirklich praktisch sind.

Inhaltlich ...

Die ADAC Reiseführer mag ich besonders gern, weil sie ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis bieten und dank der Spiralbindung und der wasserunempfindlichen Aussenseiten auch wirklich praktisch sind.

Inhaltlich gibt es zunächst historische Informationen, es werden die berühmten Kunstschätze der Goldenen Stadt an der Moldau vorgestellt und die vier verschiedenen Stadtkerne beschrieben.

Wie bei ADAC üblich, gibt es nach einer Einleitung einen historischen Überblick in chronologischer Art. Die Kunst und Kultur und die Sehenswürdigkeiten der Stadt werden in sechs Kapiteln vorgestellt. Diese Kapitel lauten: Hradschin, Kleinseite, Altstadt, Josefstadt, Neustadt und Rund um die Prager Innenstadt.

Hradschin, Veitsdom mit der Wenzelskapelle, Burgberg und Niklaskirche, das Altstädter Rathaus sowie die berühmte Karlsbrücke zählen zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Vorschläge für Tagestouren und bestimmte Routen verbinden viele Punkte und Baudenkmäler. So spart man sich die eigene schwierige Planung und erhält auch zeitliche Angaben für die Dauer.

Desweiteren werden vorgestellt: Museen, Galerien, Sammlungen, und Tipps für Shopping, Nachtleben, Stadtbesichtigung und Verkehrsmittel, Unterkünfte, Restaurants und insbesondere Bierlokale.

Ein vierseitiger Sprachführer mit den wichtigsten Begriffen und Redewendungen in tschechischer Sprache und ein alphabetisches Register runden das Gesamtbild ab.

Mit diesem handlichen und informativen Buch ist man gut bedient. Die Reihe ist preisgünstig und umfangreich und man erhält einen guten Überblick über die Stadt an der Moldau.

Veröffentlicht am 06.09.2018

Kultureller Brückenschlag toll erzählt

Nirgendwo in Afrika
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Regina erlebt das Abenteuer der Emigration nach Kenia an der Seite ihrer Eltern, die 1938 Oberschlesien verlassen müssen. Als Juden werden sie Opfer der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Rasch ...

Regina erlebt das Abenteuer der Emigration nach Kenia an der Seite ihrer Eltern, die 1938 Oberschlesien verlassen müssen. Als Juden werden sie Opfer der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Rasch erliegt Regina dem Zauber Afrikas und findet eine neue Heimat.


Dieses Buch hat mich schon vor Jahren sehr fasziniert, denn das Leben der Familie Redlich im fernen Afrika wird darin eindringlich beschrieben. Den Eltern gelingt das Eingewöhnen sehr schwer, zu sehr hängen sie an ihrer Vergangenheit in ihrer alten Heimat und die Sorge um ihre jüdischen Freunde und Verwandte ist groß. Es wird schnell klar, wie schwer es dadurch in einer neuen Welt fällt, dort etwas neu aufzubauen und Wurzeln zu schlagen. Die dabei entstehenden Konflikte mit Traditionen, Erziehung und emotionalem Heimweh machen einen Neuanfang problematisch. Die ältere Generation flüchtet vor einer ungewissen Zukunft in eine Scheinwelt. Nur die Kinder können sich mit der neuen Situation unbelastet von Erinnerungen arrangieren und die neue Heimat annehmen.

Dabei findet Regina einen neuen Freund und innigen Vertrauten, den Hausboy Owour, der ihr Afrika, seine Menschen und die Natur näher bringt.
Das unterstreicht Stefanie Zweig mit ihren bildhaften, recht poetischen
Vergleichen. "Stimmen, so hoch wie der Ruf eines Vogels, der die ersten Regentropfen auf den Flügeln fühlt!" Solche Sätze zeigen die Naturverbundenheit der Schwarzen, zu der Regina dank Owour Zugang findet.

Gern hätte ich noch mehr über das Leben der Kenianer selbst gelesen, es wird jedoch mehr die eigene Vertriebenengeschichte aufgearbeitet.

Viele Hintergründe der Jahre 1938-1959 ergeben ein klares Bild sowohl aus jüdischer Sicht als auch aus Sicht der Menschen in der Nachkriegszeit. Wie die Familie Redlich ihren Weg geht, ist eine Möglichkeit und wie Regina diese Zeit erlebt, macht Hoffnung auf Neuanfänge und eine positive Vergangenheitsbewältigung.


Ein eindringliches Buch, das Brücken schlägt zwischen Völkern und Kulturen. Es zeigt wie gerade Kinder für neue Wege offen sind. Stefanie Zweig ist mit diesem Buch ein persönliches Ansinnen gelungen, diese Brücken aufzuzeigen.

Veröffentlicht am 06.09.2018

Unbedingt lesen, ein Meisterwerk!

Der Name der Rose
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Der englische Franziskanermönch William von Baskerville ist in einer delikaten politischen Mission unterwegs in eine italienische Benediktinerabtei. Er wird begleitet von seinem jungen Adlatus Adson von ...

Der englische Franziskanermönch William von Baskerville ist in einer delikaten politischen Mission unterwegs in eine italienische Benediktinerabtei. Er wird begleitet von seinem jungen Adlatus Adson von Melk und gerät dort in einen Strudel von kriminellen Ereignissen und drastischen Versuchungen. Doch William stand lange Jahre im Dienste der heiligen Inquisition und weiß zu ermitteln. Der Abt bittet ihn um Aufklärung und so sammelt William Indizien, entschlüsselt Manuskripte und legt Geheimnisse und religiöse Konflikte frei, die mit der Bibliothek verbunden zu sein scheinen.

Diesen Roman habe ich kurz nach seinem Erscheinen 1982 erstmalig gelesen und war sofort von der grandiosen Erzählkunst Umberto Ecos begeistert. Auch wenn man sich auf die begnadete Sprache etwas einstellen muss, kann man alles gut verstehen und wird in die Geschichte unweigerlich hinein gezogen. Die lateinischen Begriffe werden am Ende des Buches erklärt und so konnte ich mich ohne eigene Lateinkenntnisse gut zurecht finden.

Adson von Melk ist der Erzähler, er ist allerdings inzwischen ein Greis und gibt rückblickend die Ereignisse aus seiner Novizenzeit im Kloster wieder. Der Aufenthalt bei den Benediktinern dauerte eine Woche und so erfolgt auch die Kapiteleinteilung.

Die Tage orientieren sich nach dem strikten Tagesablauf der Mönche und ihrer vielen Gebete und der Essenszeit. Diese Struktur hat mich sehr beeindruckt.
Die Handlung ist gespickt von grausamen Morden und Intrigen, sie wird getragen von der dunklen unheimlichen Atmosphäre im mittelalterlichen Kloster und man taucht in diese andere Welt des Klosterlebens ein.

Dabei begleitet man William mit seinem umfassenden Wissen und seiner kriminalistischen Beobachtungsgabe und der Vergleich zu Sherlock Holmes drängt sich auf. William passt mit seiner Aufgeklärtheit eigentlich nicht in diese von Aberglauben und starrem religiösen Gedankengut getragenen Zeit. So kann Adson viel von ihm lernen und der Leser gleich mit. Die Mordaufklärung ist spannend, aber die Konflikte innerhalb der Kirche sind der eigentliche Schauplatz der Handlung.

Dem Roman anzumerken ist die ausführliche und vielseitige Recherche des Autors über politische und religiöse Streitfragen und Machtkämpfe, philosophisches Gedankengut und über die Geißel des Mittelalters, die grausame Inquisition. Diese Themen sind einzigartig in die Handlung eingeflochten und mit großem Geschick interessant dargestellt.

Es wird ein gut vorstellbares Bild des mittelalterlichen Klosterwesens gezeichnet, das Vorbildcharakter hat und in die Materie einführt. Dieses Eintauchen in eine andere Zeit, in eine unbekannte Klosterwelt und in ein unheimliches Gewirr aus Machtkämpfen, Selbstgeisselung und falsch verstandenem Glauben bringt eine Spannung mit sich, die erschaudern lässt.


Diesen genialen historischen Klassiker sollte man gelesen haben. Die Krimihandlung garantiert eine fesselnde Lektüre, die Sprache versetzt den Leser ins Mittelalter und das Klosterleben wird bildhaft deutlich. Unbedingt lesen!

Veröffentlicht am 06.09.2018

Veilchen gibt Rockstar Personenschutz

Veilchens Feuer
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Valerie Mauser, genannt Veilchen, ist leitende Kriminalbeamtin in Innsbruck. Sie trägt eine auffällige blonde Afrofrisur und ihr Herz am rechten Fleck. Das lässt sogar den Tiroler Landesvater für sie ins ...

Valerie Mauser, genannt Veilchen, ist leitende Kriminalbeamtin in Innsbruck. Sie trägt eine auffällige blonde Afrofrisur und ihr Herz am rechten Fleck. Das lässt sogar den Tiroler Landesvater für sie ins Schwärmen geraten. Aber Valerie hat ihren ehemaligen Kollegen Manfred Stolwerk aus ihrer Wiener Polizeizeit viel lieber um sich.
Die Tiroler Musikgrösse Wolf Rock, ein streitbarer alternder Deutschrocker, plant sein Abschiedskonzert am Bergisel. Drohbriefe tauchen auf, die Rock Rache für eine Schandtat aus dem Jahr 1976 androhen. Nur drei Tage bleiben Valerie und ihrem Team, um das Leben des Rockstars bezüglich dieser Schandtat zu durchleuchten. Als das große musikalische Finale startet, kommt es zu einem tätlichen Angriff, der zur Bedrohung aller Personen im Stadion werden kann.


Nach einem fulminanten Auftakt mit seinem humorvollen Alpenkrimi "Veilchens Winter" im Frühjahr hat Joe Fischler nun den zweiten Band um seine Ermittlerin Veilchen folgen lassen. In Veilchens Feuer zeigt sich Valerie recht impulsiv und ziemlich ihren Gefühlen unterworfen, beweist aber in ihrem Job die erforderlichen professionellen Fähigkeiten, die letztendlich auch von Erfolg gekrönt sind.

Im Auftakt des Buches besuchen Veilchen und Stolwerk ein Selbstfindungsseminar, das wirklich herrlich ironisch beschrieben ist. Doch die Arbeit ruft und Veilchen muss zurück nach Innsbruck.

Joe Fischler baut diesen Krimi auf eine annonyme Drohung am Musiker Wolf Rock auf. Er soll für eine "Schandtat von 76" brennen. Sein Abschlusskonzert ist als Großevent am Bergisel gepant und stellt mit den erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen die Verantwortlichen vor große Probleme.
Eine difus eingestreute Nebenhandlung aus der Vergangenheit zeigt das Fangebahren einer jungen Frau auf. Erst allmählich verdichten sich die Ausschnitte zu einem klaren Bild. Das schafft Spannungsmomente und als Leser versucht man die logische Verknüpfung ausfindig zu machen.

Auch Veilchen versucht, dem alternden Rock, alias Gotthilf Semmelweis, Einzelheiten aus dem Jahr 76 zu entlocken, kann der sich leider an nichts erinnern. Alkohol und Drogen haben ihm diese Zeit wohl aus dem Hirn geraubt. Ihr Freund Stolwerk unterstützt sie in diesem Fall und sorgt hauptsächlich für die Ernährungsgrundlage seiner Freundin. Ermittlungstechnisch greift Kollege Schmatz sehr tief in die Archive um 1976, zu der leider noch keine EDV-fähigen Daten vorliegen.

Unterhaltsam sind vor allem einige skurril anmutende Personen aus der Künstlerszene. Sie sorgen mit ihren Namen und ihrem merkwürdigen Gebahren für ein tolles Kopfkino.

Als die Planung des musikalischen Ereignisses am Bergisel unter großem Sicherheitsaspekt endlich abgeschlossen ist, startet die Veranstaltung und scheint einem Hexenkessel gleich. Die infernalische Bühnenshow mit feurigen Lichteffekten und die laute Musik lässt das Publikum brodeln. Die deutschen, eher schmalzig klingenden Liedtexte passen allerdings nicht so recht zu der rockigen Szenerie.

Als Veilchens großer Einsatz gekommen ist, stürzt sie sich mutig, ja fast lebensmüde ins Getümmel. Das Ende der Story hat mich mitgerissen, die humorvollen Szenen vom Anfang haben sich leider nicht fortgesetzt. Hier hatte ich mehr erhofft.

Der Schreibstil Joe Fischler ist wieder mit regionalen Ausdrücken gespickt und trägt den Leser alpenländisch durch die Handlung.


Veilchens Feuer ist eine gelungene Fortsetzung, die aber leider gegenüber dem ersten Band etwas abfällt. Dennoch sind die Charaktere sehr unterhaltsam und die Krimihandlung gut erklärt.