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Veröffentlicht am 29.11.2020

Hilfe, warum wird dieses Buch gehyped?

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Ich hoffe, ich werde für diese Rezension nicht gelyncht. Die Maxton Hall - Reihe stieß bei einer breiten Leserschaft auf große Begeisterung. Viele Leser lieben diese Bücher über alles - umso erstaunter ...

Ich hoffe, ich werde für diese Rezension nicht gelyncht. Die Maxton Hall - Reihe stieß bei einer breiten Leserschaft auf große Begeisterung. Viele Leser lieben diese Bücher über alles - umso erstaunter war ich, als ich den ersten Band der Reihe beendet hatte und die ganzen positiven Rezensionen überhaupt nicht nachvollziehen konnte.

Nun, dann lasst mich mal erklären.

Ruby sollte als starke Protagonistin dargestellt werden: fokussiert, ehrgeizig, durchsetzungsstark. So erscheint sie auch anfangs, doch je mehr Seiten ich las, desto mehr stellte sich heraus, dass dies nur Eigenschaften sind, die Ruby sich selbst zuschreibt, die sie aber nicht wirklich ausmachen. Beispiel: Wenn man jemandem schon eine zweite Chance gibt und ihm mitteilt, dass es seine letzte ist, dann lässt man sich nicht weiterhin schlecht behandeln, sondern zieht einen Schlussstrich und gibt der Person nicht noch eine dritte, wie Ruby es tut. Äußerlich wollte sie ein Rückgrat haben, in Wirklichkeit fiel sie aber in sich zusammen wie Pudding.

Was die beiden Charaktere ineinander sehen? Das weiß ich auch nach dem zweiten Buch nicht. James erscheint hauptsächlich oberflächlich und Ruby hauptsächlich langweilig. Beide Protagonisten sind blass und farblos gezeichnet und besitzen keinerlei Tiefe. Ich konnte mit keinem der beiden mitfühlen und würde das, was die beiden haben, weder als Liebe, noch als Beziehung bezeichnen. Als Leser denke ich, dass die beiden sich in ihren ganzen Facetten überhaupt nicht kennen, aber was sie an der äußerst leblosen Hülle des jeweils anderen so gut finden, dass sie ihr Gegenüber "lieben", bleibt mir rätselhaft. Da waren keinerlei Funken, die ich auch nur hätte erahnen können.

Von den Klischees fange ich gar nicht erst an.

Die Probleme, die die Autorin zwischen den beiden aufbaut, habe ich ziemlich früh vorhergesehen. Man muss kein Psychologe sein um zu erkennen, dass mangelnde Kommunikation und eine oberflächlich geführte Beziehung ungesund sind und zu einer Beziehung führen, die so nicht funktionieren kann.

Auch die Nebencharaktere, wie z.B. Amber, die von vielen Lesern geliebt wurde, bleiben wie die Protagonisten flach, eintönig und leblos. Ich sah keinerlei Tiefe in ihnen.

Wir halten fest: die Dynamik der Charaktere und ihre Beziehungen zueinander bieten keinerlei Spannung.

Leider muss ich dazu sagen, dass auch die Handlung keine Spannung aufbaut. Man sollte ja meinen, dass sie sich um die verhängnisvollen Geheimnisse, die Ruby erfährt, dreht, aber nachdem ich von dem x-ten Ball, dessen Planung und die überaus wichtige Entscheidung, welches Motto denn umgesetzt werden sollte las, wurde mir klar, dass ich die Spannung vergessen konnte. Rubys Leben ist einfach so unglaublich langweilig und auch James' ist nicht wirklich spannender.

Und als endlich etwas passierte, geschah dies nur, um das Buch mit einem Cliffhanger enden zu lassen.

Die 1,5 Sterne gibt es für das schöne Cover und den Schreibstil, der immerhin flüssig ist. Alles andere an diesem Buch war für mich ein kompletter Reinfall.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.11.2020

Mangelnde Facetten und naives schwarz-weiß Denken

Wenn der Morgen die Dunkelheit vertreibt
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Brittainys Schreibstil ist gewohnt stark und flüssig und die Geschichte hat mich gefesselt. Die Seiten sind nur so dahin geflogen, da der Spannungsbogen durchgehend gespannt ist und ich so innerhalb weniger ...

Brittainys Schreibstil ist gewohnt stark und flüssig und die Geschichte hat mich gefesselt. Die Seiten sind nur so dahin geflogen, da der Spannungsbogen durchgehend gespannt ist und ich so innerhalb weniger Stunden mit dem Buch durch war.

Und doch haben mich einige Aspekte in meinem Lesefluss gestört. Die Protagonistin zum Beispiel. Ich liebe Charaktere, die nicht perfekt sind, sondern die Ecken und Kanten haben, da diese die Geschichte abwechslungsreich und authentisch machen. Aber Grace ist derart naiv, oberflächlich und ohne Rückgrat, dass ich nur den Kopf schütteln konnte. Es hat mich gestört, dass sie sich lange Zeit herum schubsen lässt und gleichzeitig die Nerven hat, Jackson den Großteil des Buches ein Monster zu nennen (immerhin ist er "das Monster mit Herz", als sie sich näher kommen). Ich kann mir vorstellen, dass die Autorin Raum für Entwicklung geben wollte, aber das war einfach zu viel des Schlechten.

Überhaupt war ich alles andere als angetan von dem ganzen schwarz-weiß Denken, das sich durch das komplette Buch und Setting zieht. Es gibt Gut und Böse und beides ist durch eine klare Linie getrennt, die kaum jemand in Frage stellt. Hm. Die Message soll wohl Akzeptanz und Vorurteilsfreiheit sein, aber das war mir zu einfach und unrealistisch gestaltet. Zu diesem Zeitpunkt ist Jackson der einzige, der meiner Ansicht nach normal denkt und das war richtig anstrengend zu lesen.

Und auch die Repräsentation des Christentums fand ich absolut nicht gelungen. Nicht oft schaffen es Bücher in die breite Öffentlichkeit, die Glauben in irgendeiner Art und Weise thematisieren, aber dieses Buch hier ist in der Masse angelangt. Umso enttäuschter bin ich, dass sich die Autorin an dem Klischee "Christen sind scheinheilig und oberflächlich, denken in Schubladen und sind nicht modern, sondern spießig" bedient. Ich sage nicht, dass es diese Art von Menschen nicht gibt, aber die Autorin macht es sich einfach, indem sie das gängige Klischee bestärkt, anstatt etwas facettenreiches zu wählen.

Insgesamt ein solides Buch, aber mir haben einfach die komplexen moralischen Facetten in jeglichen Grautönen gefehlt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.11.2020

Ein Buch, das mein Herz gebrochen hat

Mein bester letzter Sommer
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Tessa wird sterben. Sie ertrinkt in ihrer Wut und Hoffnungslosigkeit mit dem Wissen, dass sie Dinge, die andere für selbstverständlich halten, niemals erleben wird. Und dann trifft sie Oskar, der in ihr ...

Tessa wird sterben. Sie ertrinkt in ihrer Wut und Hoffnungslosigkeit mit dem Wissen, dass sie Dinge, die andere für selbstverständlich halten, niemals erleben wird. Und dann trifft sie Oskar, der in ihr den Wunsch weckt, nochmal wirklich lebendig zu sein und alles zu fühlen. Denn wann man die große Liebe trifft, kann man sich nicht aussuchen.

Es gibt nicht viele Bücher, die mich mit ihren ungeschont ehrlichen und ungefilterten Emotionen so berührt haben, wie dieses hier. Die Liebe, die zwischen den beiden wächst, ist behutsam und zart und gleichzeitig intensiv und verzweifelt.

Ich habe beide Protagonisten und ihre Beziehung zueinander geliebt und mit ihnen gefühlt.

Tessas Emotionen waren so gut nachzuempfinden, dass es schmerzhaft war: ihre Wut, Verbitterung und ihre Zweifel, aber auch ihre Dankbarkeit und den Wunsch, zu leben. Es hat mich tief bewegt und auch beim erneuten Lesen sind noch Tränen geflossen.

Auch wenn Roadtrips als Buchthemen ziemlich durchgekaut sind, habe ich an keiner Stelle das Gefühl gehabt, etwas zu lesen, das ich so ähnlich schon tausendmal gelesen habe.

Ich habe Anne Freytags Umsetzung geliebt, die aus diesem Buch nicht ein oberflächliches Klischee, sondern eine tiefsinnige und berührende Liebe zum Leben und zu den Menschen, die uns auf unserem Weg begleiten, gemacht hat.

Ich wünschte, ich könnte dieses Buch immer und immer wieder zum ersten Mal lesen. Dieses Buch hat mich ein ganzes Leben in all seinen Facetten innerhalb von Seiten leben lassen. Eine absolute Empfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.11.2020

Schwacher Plot vor traumhafter Kulisse

Show me the Stars
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Ich wollte dieses Buch unbedingt lieben: eine herzzerreißende Liebesgeschichte vor traumhafter Kulisse mit einem atemberaubenden Cover - was will das Leserherz mehr? Nun ja... Leider wurden meine Erwartungen ...

Ich wollte dieses Buch unbedingt lieben: eine herzzerreißende Liebesgeschichte vor traumhafter Kulisse mit einem atemberaubenden Cover - was will das Leserherz mehr? Nun ja... Leider wurden meine Erwartungen nicht so erfüllt, wie ich es mir vorgestellt hatte. Aber eins nach dem anderen.

Liv möchte aus ihrem Stadtleben heraus und wagt einen riskanten Schritt: sie wird Haussitter eines Leuchtturms auf einer kleinen irischen Insel und lässt ihr Stadtleben für die nächsten Monate hinter sich.

Liv war mir auf Anhieb sympathisch. Ich mochte ihren Ehrgeiz, der in ihrem Job Ausdruck findet, aber auch ihren moralischen Kompass, den sie nicht für ihre Karriere wegwirft.

Auch als Kjer auf der Bildfläche auftauchte, konnte ich ein bisschen mit Liv schwärmen. Wie die beiden zu Anfang miteinander umgehen, fand ich wirklich unterhaltsam und süß. Und sobald Liv auf der Insel ankam, habe ich mich in den Leuchtturm und die kleine Insel verliebt.

Überhaupt war die Atmosphäre großartig, die Beschreibungen der Autorin haben mich fast schon das Salzwasser und die brausenden Wellen spüren lassen und auch die Wärme und Geborgenheit des Leuchtturms waren fast schon greifbar. Aber leider macht eine stimmige Atmosphäre für mich noch kein ganzes Buch.

Ich habe darauf gewartet, dass die Handlungen etwas an Fahrt aufnimmt, doch dies geschah nicht. Die Probleme zwischen den beiden Protagonisten empfand ich als künstlich und fast schon an den Haaren herbeigezogen. Die Autorin hat Kjer in die klischeehafte dunkle Vergangenheit eingetaucht und die Probleme, die sich daraus ergeben, hätten sich ganz einfach durch Kommunikation lösen lassen. Dass hieraus ein kleines Drama kreiert wurde, fand ich schlichtweg unnötig. In diesem Punkt hatte ich das Gefühl, eine Geschichte in dieser Art schon tausendmal gelesen zu haben.

Die Spannungskurve empfand ich eigentlich durchgehend als flach. Viel Handlung ergibt sich aus der Geschichte nicht und auch warum das Interview geplatzt ist, war für mich sehr schnell klar.

An sich ist das nicht schlimm, wenn das Buch dies mit Emotionen wieder wett macht. Doch auch die kamen irgendwie nicht ganz bei mir an. Ich hätte mir einfach mehr gewünscht: mehr Momente zwischen Liv und Kjer, die mir den Atem rauben, mehr Charakterentwicklung auf beiden Seiten und Gefühle, die übersprudeln. Die Autorin hat mehrmals eine gute Basis geschaffen, z.B. durch Livs Angst, oder die einsamen Momente auf der Insel zwischen Liv und Kjer, aber ich wurde trotzdem mit dem Gefühl zurückgelassen, dass dies nicht voll ausgeschöpft wurde. Der Funke ist bei mir nicht übergesprungen, die Annäherung der beiden hat mich nur kaum berührt.

Ich habe von "Show me the stars" nur Gutes gehört, umso enttäuschter bin ich, dass ich es nicht so lieben konnte wie viele andere Leser.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.10.2020

Ungewohnt schwach

Die tausend Teile meines Herzens
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Bei Büchern von Colleen Hoover habe ich immer hohe Erwartungen, die auch meistens vollkommen erfüllt werden. Aber leider eben nicht immer.

Der Leser folgt Merit, die sich in ihrer chaotischen Familie ...

Bei Büchern von Colleen Hoover habe ich immer hohe Erwartungen, die auch meistens vollkommen erfüllt werden. Aber leider eben nicht immer.

Der Leser folgt Merit, die sich in ihrer chaotischen Familie überflüssig und unsichtbar fühlt und sich zu allem Überfluss auch noch in den Freund ihrer Zwillingsschwester verliebt.

Dabei schneidet die Autorin verschiedene Themen an, wie z.B. die Perspektive, mit der wir Dinge sehen, oder Depressionen.

Die Umsetzung dieser Themen empfand ich als ungewohnt schwach. Viel Unterschiedliches wird angesprochen, aber nicht weiter vertieft, sondern lediglich oberflächlich abgehandelt. Vielleicht hätte eine Konzentration auf die Liebesgeschichte dem Roman gut getan, die war nämlich wirklich interessant.

Die Charaktere sind dagegen wieder gewohnt dreidimensional und einzigartig, sowohl die Haupt- als auch die Nebencharaktere und der Schreibstil fesselnd, wie ich es von Colleen Hoover kenne.

Aber selbst diese beiden Aspekte machen den Roman nicht weniger vergesslich. Mir hat einfach die Tiefe gefehlt und die Emotionen, die die Autorin in mir sonst immer hervorruft.

Es tut mir fast schon weh, das über ein Colleen Hoover Buch zu sagen, aber diesen Roman muss man nicht lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere