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Veröffentlicht am 26.07.2019

Der letzte Samurai

Inspektor Takeda und das doppelte Spiel
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„Inspektor Takeda und das doppelte Spiel“ ist bereits der vierte Fall für den japanischen Ermittler Kenjiro Takeda. Er kommt aus Tokio und hält sich im Rahmen eines Austauschprogramms in Hamburg auf. ...


„Inspektor Takeda und das doppelte Spiel“ ist bereits der vierte Fall für den japanischen Ermittler Kenjiro Takeda. Er kommt aus Tokio und hält sich im Rahmen eines Austauschprogramms in Hamburg auf. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
In einem Gewerbehof in Hamburg-Schnelsen wird die Leiche eines Mannes gefunden - brutal hingerichtet. Der Tote war ein prominenter Profifußballer: Ryūtarō Matsumoto, genannt Matsu, stammte aus Japan und stand beim HSV unter Vertrag.
Takeda und seine Kollegin Claudia Harms ermitteln. Die Spur führt zu einer obskuren Sekte und zur Yakuza, der japanischen Mafia, viele Teezeremonien später zu einer Gruppe Ewiggestriger.
Nach der Hälfte des Buchs ist der Kriminalfall zwar gelöst, aber dessen Hintergründe liegen immer noch im Dunklen. Und so beschließen Takeda und Claudia spontan nach Japan zu reisen…
Die Einblicke in die Kultur und Denke der Japaner sowie die zeitgeschichtlichen Hintergründe fand ich sehr interessant. Nichtsdestotrotz war es mir letztlich von allem etwas „too much“: zu viel Fußball, zu viel Love Story, zu viel Zen-Buddhismus, zudem Takeda „unkaputtbar“ - unglaubwürdig.

Fazit: Fall Nr. 4 für Takeda-San. Gut, aber nicht das beste Buch der Reihe.

Veröffentlicht am 24.07.2019

Geheimnisse und Lügen

Bis ihr sie findet
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„Bis ihr sie findet“ ist das Krimidebüt der britischen Autorin Gytha Lodge - und hat mich begeistert. Denn Cold Cases faszinieren mich immer. Doch worum geht es?
Südengland an einem heißen Juliabend ...


„Bis ihr sie findet“ ist das Krimidebüt der britischen Autorin Gytha Lodge - und hat mich begeistert. Denn Cold Cases faszinieren mich immer. Doch worum geht es?
Südengland an einem heißen Juliabend des Jahres 1983: Sieben Jugendliche treffen sich, um gemeinsam im Wald zu zelten. Drei von ihnen sind fünfzehn, zwei sechzehn, einer ist achtzehn und eine, Aurora, erst vierzehn Jahre alt. Am nächsten Morgen ist Aurora verschwunden.
Dreißig Jahre später wird in eben jenem Wald eine Leiche gefunden. Detective Chief Inspector Jonah Sheens weiß sofort, wen man nach all der Zeit endlich gefunden hat: Aurora. Die anderen sechs sind mittlerweile beruflich erfolgreich und halten alle an ihrer Unschuld fest.
Was genau ist damals geschehen? Wurde Aurora ermordet? War es einer ihrer Freunde? Jonah Sheens versucht das Netz aus jahrzehntealten Lügen, polizeilichen Versäumnissen und wohlgehüteten Geheimnissen zu entwirren. Aber auch er hat etwas zu verbergen…
Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Heute und vor 30 Jahren.
Gytha Lodge ist ein Neuling auf dem Krimimarkt. Dennoch hat sie mit „Bis ihr sie findet“ eine wirklich spannende und komplexe Geschichte geschrieben, die sich flott und flüssig lesen lässt. Zudem erfährt man in dem Buch Einiges über das Feeling der 80er Jahre: die unbeschwerte Jugend, die erste Liebe, die Musik, aber auch die ersten Erfahrungen mit Alkohol und Drogen.
Alles in allem fordert die Geschichte den Leser, allerdings nicht auf unangenehme oder anstrengende Weise. „Bis ihr sie findet“ ist zweifellos ein Krimi, welcher einige Überraschungen bereit hält und der einen nicht so schnell loslässt. Vergnügen im eigentlichen Sinne wird man beim Lesen angesichts der Geschehnisse dagegen eher nicht empfinden.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Jonah ist mir sofort ans Herz gewachsen. Auch, wenn er mit den Dämonen der Vergangenheit zu kämpfen hat. Seine Kollegen Juliette Hanson und Ben Lightman kommen ebenfalls sympathisch rüber. Man darf gespannt sein, wie es mit ihnen weiter geht - wenn es denn eine Fortsetzung gibt.

Fazit: Wow, was für ein Krimidebüt! Eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 21.07.2019

Düster und erschütternd

Opfer
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Wow, da kann sich Chris Carter in Punkto Grausamkeit noch eine Scheibe abschneiden!
Bo Svernström geht gleich in medias res: Nördlich von Stockholm wird ein Mann in einer Scheune aufgefunden, nackt und ...


Wow, da kann sich Chris Carter in Punkto Grausamkeit noch eine Scheibe abschneiden!
Bo Svernström geht gleich in medias res: Nördlich von Stockholm wird ein Mann in einer Scheune aufgefunden, nackt und brutal gefoltert. Als Kommissar Carl Edson von der Reichsmordkommission eintrifft, stellt er fest, dass der Mann noch lebt. Auch die Presse ist schon vor Ort. Allen voran Journalistin Alexandra Bengtsson.
Das Opfer, Marco Holst, ist ein Schwerverbrecher. Bevor er eine Aussage machen kann, stirbt er. Als weitere Kriminelle grausam ermordet werden, vermutet Carl, dass das Motiv in der Vergangenheit liegen muss. Wo ist die Verbindung?
Bo Svernström hat mit „Opfer“ einen wirklich rasanten und spannenden Thriller geschrieben. Kaum zu glauben, dass es sich um einen Debütroman handelt. Man merkt gleich, dass der Autor ein Profi ist. Er arbeitete jahrelang als Journalist für Aftonbladet, genau wie seine Protagonistin Alexandra.
Zu Beginn gibt es viele Hinweise, die sich nicht alle als relevant erweisen, aber es bleibt am Ende kein loser Faden übrig. Alles wird erläutert und erklärt. Die einzelnen Schritte der Ermittlung mit ihren Erfolgen und auch Sackgassen werden anschaulich geschildert, so dass keine Langeweile aufkommt.
Abschnitte in Kursivschrift, erzählt in der Ich-Perspektive, verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen. Nach der Hälfte des Buchs weiß man zwar, wer der Täter ist, aber nichts ist wie es scheint. Denn eine böse Überraschung hält der Autor für seine Leser am Ende noch bereit.
Ja, es ist ein hartes Buch und nichts für zartbesaitete Gemüter. Denn es gibt einige Momente, in denen es einem eiskalt den Rücken runter läuft, und wenn man als Frau alleine zu Hause ist und vor dem Einschlafen dieses Buch liest, ist das nicht unbedingt förderlich für eine gute Nachtruhe.

Fazit: Ein Thriller mit enormer Sogwirkung. Schwedisch. Schnell. Spånnend.

Veröffentlicht am 17.07.2019

Geheimnisse und Lügen

STILL ALIVE - Sie weiß, wo sie dich findet
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Um es gleich zu sagen, „Missing“ von Claire Douglas kenne ich nicht. Aber die Inhaltsangabe von „Still Alive“ ließ auf einen psychologisch raffinierten Thriller hoffen, doch ich wurde enttäuscht. Worum ...


Um es gleich zu sagen, „Missing“ von Claire Douglas kenne ich nicht. Aber die Inhaltsangabe von „Still Alive“ ließ auf einen psychologisch raffinierten Thriller hoffen, doch ich wurde enttäuscht. Worum geht es?
Libby Hall ist Lehrerin. Sie ist mit Jamie verheiratet, aber ihre Ehe ist nicht glücklich. Nach einem Brand in Libbys Schule hat sie eine Fehlgeburt. Als sie ein Angebot für einen Haustausch in Cornwall bekommen, nutzen sie die Chance, Urlaub am Meer zu machen. Alles scheint gut, bis Libby feststellt, dass sie offenbar beobachtet werden. Seltsame Dinge geschehen und beide fliehen zurück in ihre Wohnung. Dort erfährt Libby die Wahrheit: Jemand aus ihrer Vergangenheit ist zurück, um sich zu rächen.
Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive aus Sicht von Libby erzählt. Bei Ich-Erzählern bin ich immer etwas vorsichtig. Denn das schafft Nähe, aber stimmt es auch, was die Person erzählt? Nichts ist wie es scheint, niemand wer er zu sein scheint. Spannend, keine Frage. Mit konstruierten Wendungen und der unrealistischen Auflösung bleibt dieser Roman jedoch hinter seinem Potenzial zurück.

Fazit: Ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss.

Veröffentlicht am 15.07.2019

Der siebte Kreis der Hölle

Jagd auf die Bestie (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 10)
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„Jagd auf die Bestie“ ist bereits der 10. Fall für Robert Hunter, Leiter der Ultra Violent Crimes Unit des LAPD, und seinen Partner Carlos Garcia. Zugleich ist es eine Fortsetzung. Sie knüpft an die Handlung ...


„Jagd auf die Bestie“ ist bereits der 10. Fall für Robert Hunter, Leiter der Ultra Violent Crimes Unit des LAPD, und seinen Partner Carlos Garcia. Zugleich ist es eine Fortsetzung. Sie knüpft an die Handlung von „Die stille Bestie“ an, den 6. Band der Reihe. Die Bestie alias Lucien Folter ist das Böse in Menschengestalt. Doch worum geht es?
Einst waren Robert und Lucien Freunde, doch nun ist Lucien auf dem Rachetrip. Er konnte aus dem Gefängnis entkommen und will Robert leiden sehen. Ein perfides Spiel beginnt. Lucien arbeitet immer noch an seiner ‚Enzyklopädie des Mordens‘. Vieles hat er ausprobiert. Aber bislang hat Lucien noch nie einen Massenmord begangen. Wird es Robert gelingen, dies zu verhindern?
Es ist ein hartes Buch und nichts für zartbesaitete Gemüter. Der Thriller hat alles, was das halbwegs gesunde Menschenhirn an Obsessionen, Foltern und Metzeleien ausbrüten kann einschließlich eines actionreichen Showdowns. Unendlich grausam, blutig und brutal. Gewalt allein macht jedoch noch keinen guten Thriller aus. Vorhersehbare Abgründe gehen zu Lasten der Spannung.
Was soll jetzt noch kommen? Aber, ich lasse mich auch gerne überraschen...

Fazit: Kurzweilig und unterhaltsam, aber nicht der beste Band der Reihe.