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Veröffentlicht am 02.02.2024

Ambivalent

Paris Requiem
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Dieser historische Krimi aus dem Paris der 1940er Jahre unter Nazi-Besetzung, hat ziemlich zwiespältige Reaktionen bei mr ausgelöst. Einerseits fand ich die Geschichte durchaus interessant, andererseits ...

Dieser historische Krimi aus dem Paris der 1940er Jahre unter Nazi-Besetzung, hat ziemlich zwiespältige Reaktionen bei mr ausgelöst. Einerseits fand ich die Geschichte durchaus interessant, andererseits hat das Buch nicht den Sog entwickelt, der einen dazu bringt, ein Buch quasi in einem Zug durchzulesen, im Gegenteil, ich habe wahnsinnig lange für die Lektüre gebraucht, musste mich regelrecht hindurchkämpfen. Woran das genau lag, kann ich mir eigentlich gar nicht erklären, es war ja nicht langweilig, aber las sich doch irgendwie etwas zäh für mich.
Vielleicht lag es daran, dass sehr viele Personen in das Verbrechen verwickelt sind, was die Sache etwas verwirrend macht. Mir sind die Zusammenhänge bis zum Schluss nicht ganz klar geworden, wer die Hintermänner, die Auftraggeber sind, und wer nur Befehlsempfänger ist. Interessant ist die Atmosphäre im besetzten Paris, die moralischen Dilemmata mit denen Ermittler Eddie Giral sich permanent auseinandersetzen muss, die Konkurrenz unter den verschiedenen deutschen Gruppierungen (GESTAPO, SD, Abwehr). Es ist ein sehr düsteres Paris, das sich uns präsentiert, die Pariser sind verängstigt und immer hungrig. Die Sprache (zumindest der deutschen Übersetzung) erschien mir zeitweise zu modern. Eddie Giral ist eine sympathische Ermittlerfigur, die neben der offiziellen Ermittlung immer noch eine private Agenda hat, eigentlich sogar 2, die Suche nach seinem Sohn und nach dem Sohn einer ehemaligen Freundin, der schwarzen Jazz-Sängerin Dominique. Doch so richtig bin ich mit Eddie und überhaupt mit dem Roman nicht warm geworden.

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Veröffentlicht am 10.01.2024

Von Mal zu Mal besser

Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt (Die Mordclub-Serie 4)
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Das hat man selten bei Krimireihen: Der erste Band des Donnerstagsmordclubs hat mir schon gut gefallen, aber seitdem hat sich das Lesevergnügen bei jedem folgenden Band weiter gesteigert. Oft erlebt man ...

Das hat man selten bei Krimireihen: Der erste Band des Donnerstagsmordclubs hat mir schon gut gefallen, aber seitdem hat sich das Lesevergnügen bei jedem folgenden Band weiter gesteigert. Oft erlebt man es ja eher, dass nach einem tollen Debut der zweite Band auch noch ganz nett ist und danach die Qualität eher abnimmt. Der Autor wird seiner selbst immer sicherer, nachdem ihm anfangs die Skurrilität seiner 4 Rentner genug war, bringt er inzwischen auch ernste Themen ein, die ihm am Herzen liegen, so dass diese Krimis nicht nur amüsant und spannend sind, sondern auch Tiefgang haben. In diesem, bisher besten, 4. Band geht es u.a. um die Themen Altersdemenz und Sterbehilfe und Online-Betrügereien. Die handelnden Personen werden jeweils um einige interessante Neuzugänge erweitert und ich freue mich jedes Mal, viele alte Bekannte wiederzutreffen, wobei besonders die 4 Mitglieder des Donnerstagsmordclubs trotz ihres hohen Alters sich auch immer noch weiterentwickeln.
In diesem Fall geht es um den Mord an einem Antiquitätenhändler, einem guten Freund von Elizabeths Mann Stephen, der sich leichtsinnigerweise in ein Drogengeschäft hat verwickeln lassen. Und als Nebenhandlung um einen neuen Mitbewohner in Cooper's Chase , der, wie die 4 Freunde bemerken, sich von einer Internetbekanntschaft, einer angeblichen Traumfrau aus dem Ostblock finanziell ausnehmen lässt.
Ein Krimi, der rundum gut unterhält, Spaß macht, aber auch zum Nachdenken anregt und etwas traurig macht. Für Cosy-Fans eine unbedingte Leseempfehlung!
P.S. Die Cover haben zwar einen Wiedererkennungswert, gefallen mir aber trotzdem nicht, da ist noch Luft nach oben.

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Veröffentlicht am 09.01.2024

Leben nach dem Tod? Ja, der Titel ist sehr treffend!

Kant und das Leben nach dem Tod
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Dieser „München-Krimi“ unterscheidet sich sehr von den üblichen Regionalkrimis, die zumeist gemütlich und folkloristisch daherkommen. Hier geht es eher realistisch und gesellschaftskritisch zu.
Den ersten ...

Dieser „München-Krimi“ unterscheidet sich sehr von den üblichen Regionalkrimis, die zumeist gemütlich und folkloristisch daherkommen. Hier geht es eher realistisch und gesellschaftskritisch zu.
Den ersten Band der Reihe um Kommissar Kant hatte ich schon gelesen, den zweiten noch nicht, was aber kein Problem war, denn diesen 3. Band kann man auch als Einzel-Krimi ohne Kenntnis der Vorgeschichte gut lesen.
Von Münchner Glamour ist hier nichts zu spüren, die handelnden Personen leben größtenteils in einer schon in die Jahre gekommenen Hochhaussiedlung am Stadtrand.
Kant und sein Team arbeiten an einem Fall, bei dem zuerst nur der Arm einer Leiche gefunden wird und erst nach und nach weitere Leichenteile auftauchen. Anhand der Hüfte samt Implantat lässt sich endlich die Identität des Toten feststellen, es handelt sich um einen 81-jährigen Mann, der von niemandem als vermisst gemeldet wurde und den die meisten der Siedlungsbewohner nicht kannten.
Parallel dazu wird die Geschichte der 19jährigen Antonia (Toni) erzählt, die mit ihrer Hippiemutter in Portugal gelebt hat. Nach dem Tod der Mutter beschließt sie, nach Deutschland zu gehen – ihre erste Anlaufstelle ist ihr Opa, „der Schweißer“ wie ihre Mutter ihn nur nannte, denn sie hat kaum Geld und muss sich erst einmal darüber klar werden, wie es mit ihr weitergehen soll. Auch ihr Großvater mit seiner jüngeren Lebensgefährtin lebt in derselben Stadtrandsiedlung wie der Tote.

Wie diese beiden Handlungsstränge zusammenhängen, wird dem Leser erst gegen Ende klar, und der Weg dahin ist sehr spannend. Es handelt sich um ein wirklich perfides Verbrechen, und ich ahnte schon einige Zusammenhänge, wurde aber von der Auflösung trotzdem überrascht!

Am Rande erfährt man auch ein wenig über Kants Privatleben, aber das nimmt nicht allzu viel Raum ein. Auch seine Mitarbeiter sind interessante Charaktere, die aber nicht so schrullig gezeichnet werden wie in manchen anderen Reihen. Personen und Orte wirken sehr authentisch, und obwohl es um Mord und Verbrechen geht, finden sich hier keine blutrünstigen Gewaltorgien. Es geht eher um den Zustand einer Gesellschaft, in der solche Verbrechen möglich sind.

Gut lesbarer, wirklich spannender Krimi mit Tiefgang!

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Veröffentlicht am 05.12.2023

Spannender Psychothriller

Ausgelöscht
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Als Fan von Theresa Prammer finde ich leider, dass dies nicht einer ihrer besten Romane ist: Die Handlung hat mich nach anfänglichen Einstiegsschwierigkeiten zwar sehr gefesselt, es handelt sich also um ...

Als Fan von Theresa Prammer finde ich leider, dass dies nicht einer ihrer besten Romane ist: Die Handlung hat mich nach anfänglichen Einstiegsschwierigkeiten zwar sehr gefesselt, es handelt sich also um eine durchaus spannende Lektüre, aber die Richtung, die die Geschichte nahm, gefiel mir immer weniger. Mir war bis zum Schluss nicht klar, wer der/die Täter:in war, aber die Motivation dieser Person, war mir einfach zu krank, zu abartig, zu konstruiert.

Theresa Prammer versteht ihr Handwerk, sie weiß die Spannung bis zum Schluss zu halten, die Handlung ist nicht vorhersehbar, der Schreibstil gut lesbar und flüssig. Das alles spricht für dieses Buch, weshalb ich auch drei Sterne vergebe. Aber die kranke Persönlichkeit, die hinter den Morden an mehreren Frauen steckt, hat mich einfach zu sehr abgestoßen, ich will so etwas Krankes nicht lesen; außerdem erscheint die Konstellation mir eher unrealistisch zu sein. Also, wer wie ich lieber etwas humorvolle Cosy-Krimis liest, sollte eher die Finger davon lassen.

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Veröffentlicht am 27.10.2023

Teit und Lehmann ermitteln in Deutschland

Taubenschlag
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Das dänisch-deutsche Ermittlerduo soll nach seinem großen Erfolg bei der Aufklärung eines Falles in Dänemark (Band 1: Gezeitenmord) nun wieder grenzüberschreitend zusammenarbeiten. Lykke Teit und Rudi ...

Das dänisch-deutsche Ermittlerduo soll nach seinem großen Erfolg bei der Aufklärung eines Falles in Dänemark (Band 1: Gezeitenmord) nun wieder grenzüberschreitend zusammenarbeiten. Lykke Teit und Rudi Lehmann verbindet so etwas wie eine Vater-Tochter-Beziehung, sie mögen sich und können sehr gut zusammenarbeiten.
Dieses Mal geht es um mehrere brutale Mordfälle in Norddeutschland, bei denen ältere Menschen in ihren Häusern brutal ermordet aufgefunden werden, auffällig hindrapiert mit einer blutigen toten Taube auf dem Schoß. Allmählich fällt den beiden Kommissaren auf, dass alle Toten aus der ehemaligen DDR stammen, und dass ihre Ermordung in Verbindung steht mit Verbrechen aus DDR-Zeiten. Auch der Fund einer mumifizierten dreiköpfigen Familie in einer unterirdischen Berliner Bunkeranlage scheint damit in Zusammenhang zu stehen.
Lykke und Rudi können ihre Freundschaft wieder auffrischen und vertiefen und Lykke lernt auch Rudis Ehefrau kennen, mit der sie sich auf Anhieb gut versteht. Wir Leser erfahren wieder etwas mehr über die Vorgeschichte der beiden Protagonisten, die wieder sehr sympathisch rüberkommen - nur Rudis ständige Neckereien Lykke gegenüber sind auf Dauer etwas zu viel und wirken manchmal zu gewollt lustig. Das klingt jetzt vielleicht etwas nach "Friede, Freude, Eierkuchen", so ist es aber nicht, die beiden haben auch jeweils ihr Päckchen zu tragen, und die Schilderung ihrer Freundschaft ist nicht seicht, sondern hat durchaus Tiefgang.
Der Autor hat offenbar gründlich recherchiert und sein Ausflug in die DDR-Vergangenheit wirkt sehr überzeugend. Der Fall ist interessant und spannend , unterhält aber auch gut. Der erste Band war eine angenehme Überraschung für mich, die Fortsetzung brachte die nun schon erwartete Qualität. Ich freue mich auf den nächsten Fall. Ein skandinavischer Krimi für alle, die keine Gewaltexzesse mögen!

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