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Veröffentlicht am 20.07.2026

Wie gut kennt man eigentlich seine Nächsten? Spannende Spurensuche

Das letzte Buch von Marceau Miller
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Der Autor Marceau Miller ist beim Bergsteigen abgestürzt... oder hinuntergestürzt worden? In diesem spannenden Krimi, dessen Erzählerin größtenteils Sarah, Marceaus Witwe, ist, geht es um Familiengeheimnisse, ...

Der Autor Marceau Miller ist beim Bergsteigen abgestürzt... oder hinuntergestürzt worden? In diesem spannenden Krimi, dessen Erzählerin größtenteils Sarah, Marceaus Witwe, ist, geht es um Familiengeheimnisse, um Freundschaft und Verrat, darum, wieviel man eigentlich von den Menschen, die einem nahestehen, wirklich weiß.
Sarah glaubt nicht an die Unfalltheorie der Polizei, sie ist überzeugt, dass ihr Mann umgebracht wurde, und beginnt selbst zu ermitteln. Marceau war ein erfolgreicher Schriftsteller, hat aber neben seinen Veröffentlichungen permanent an einem Manuskript gearbeitet, in dem es nicht um Fiktion, sondern um sein Leben und seine Familie geht. Sein Vater hatte mit seinem kleinen Flugzeug einen tödliche Unfall über dem Genfer See, als Marceau und seine Schwester Jade noch Kinder waren. Und dann ist Jade vor 20 Jahren plötzlich spurlos verschwunden. Aber wo hat Marceau das Manuskript hinterlegt? Sarah hofft, dass dieses Manuskript ihr verrät, wer sein Mörder ist. Im Laufe ihrer Nachforschungen werden viele ihrer Gewissheiten ins Wanken gebracht und sie weiß nicht mehr, wem sie eigentlich noch trauen kann.
Sarah bei ihrer Suche zu begleiten, ist sehr spannend. Bis zum überraschenden Schluss gibt es zahlreiche unerwartete Wendungen und ich konnte es kaum erwarten, endlich zu erfahren, was wirklich geschehen ist. Ein bisschen fehlte mir eine genauere Charakterisierung der Nebenfiguren und an Sarah hat es mich genervt, dass sie immer, wenn sie etwas Verstörendes entdeckt hatte, in eine blinde Zerstörungswut geriet (liegt vielleicht daran, dass der Autor ein Mann ist, ich bringe so eine Reaktion eigentlich eher nicht mit Frauen in Verbindung). Insgesamt fand ich diesen Spannungsroman jedoch sehr fesselnd und unterhaltsam - mal was ganz anderes als die üblichen Krimis!

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Veröffentlicht am 30.06.2026

Cosy-Krimi mit Italien-Flair

Salute - Das letzte Foto
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Mein erster Band aus dieser Reihe, so dass ich zur Entwicklung der Protagonisten nichts sagen kann. Das hat aber das Lesevergnügen nicht geschmälert, denn das Buch ist auch als "Stand-Alone" gut lesbar ...

Mein erster Band aus dieser Reihe, so dass ich zur Entwicklung der Protagonisten nichts sagen kann. Das hat aber das Lesevergnügen nicht geschmälert, denn das Buch ist auch als "Stand-Alone" gut lesbar und man bekommt ausreichend Informationen zur Vorgeschichte.

Die Ermittlungen liegen bei Kommissar Lanza, doch auch der Münchner Ex-Kommissar Paul Zeitler, der sich als Barista in Bardolino am Gardasee niedergelassen hat, mischt sich gerne in diese ein. Der Kommissar hat das augenscheinlich - nach anfänglicher Irritation - allmählich zu schätzen gelernt. Der Fall: Der betagte Fotograf und Fotoladenbesitzer Domenico Spina ist an der Rocca Di Garda zu Tode gestürzt. Schnell wird klar, dass es sich keineswegs um einen Suizid oder Unfall handelt.

Spina war der Leibfotograf der mittlerweile verstorbenen Operndiva Carmen Belotti, was auch viele der aushängenden Fotos in seinem altmodischen Fotoladen beweisen. Er liebte die analoge Fotografie und seine Heimat am Gardasee, die er unermüdlich ablichtete und vor Instagram, Influencern etc. zu bewahren versuchte. Er war mit einem anderen lokalen Fotografen über Kreuz , der Bildbände über den Gardasee veröffentlichte und Fotokurse für Touristen abhielt. Desgleichen mit dem Bürgermeister und einem örtlichen Immobilien-Hai, die ihn (wie auch viele seiner Nachbarn) aus seinem Haus vertreiben wollten, um Luxuswohnungen zu errichten. Verdächtige gibt es also genügend, auch seine Nichte Emma, eine Kunststudentin, die ihrem Onkel im Laden half, ist davon nicht unbedingt auszuschließen.

Die Ermittler treten längere Zeit auf der Stelle und der Leser mutmaßt mit ihnen, wer denn nun der Täter sein könnte. Das alles wird in flüssigem, sehr gut lesbaren Schreibstil geschildert, mit viel Lokalkolorit, Dialogwitz und sympathischen Protagonisten (wie zum Beispiel dem deutschen Studenten Emil, der bei Paul Zeitler in der Bar aushilft und Ambitionen als Barmixer entwickelt). Man fliegt nur so durch die Seiten. Am Schluss nimmt die Erzählung nochmal ordentlich Tempo auf und kulminiert in einer (für mich) sehr überraschenden Wendung. Mich hat die Motivation des Mörders nicht 100%ig überzeugt, aber das ist nur ein unwesentliches Manko. Ansonsten eine sehr unterhaltsame Lektüre, ein idealer, humorvoller Cosy, der bestimmt noch toller ist, wenn man ihn während eines Urlaubs am Gardasee liest, aber auch sonst sehr viel Spaß macht. Ich kann nur jedem empfehlen, sich diese kleine Auszeit am Gardasee zu gönnen!

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Veröffentlicht am 22.06.2026

Köstliche Krimikomödie

Hope Joanna
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Diese Krimikomödie, an die ich mit einer gewissen Skepsis herangegangen bin, hat mir richtig Spaß gemacht und mich großartig unterhalten. Dank des ungewöhnlichen Namens der Kommissarin ist mir der ohrwurmige ...

Diese Krimikomödie, an die ich mit einer gewissen Skepsis herangegangen bin, hat mir richtig Spaß gemacht und mich großartig unterhalten. Dank des ungewöhnlichen Namens der Kommissarin ist mir der ohrwurmige Eddy-Grant-Song die ganze Zeit nicht aus dem Kopf gegangen.
Eine gewisse "Suspension of Disbelief" muss man für die Lektüre mitbringen, da sie auch Fantasyanteile enthält, was der turbulenten Handlung gut bekommt. Das ermittelnde Dreiergestirn ist sympathisch gezeichnet, Handlungsort ist Berlin und Umgebung und der Kriminalfall aus der rechten Szene ist durchaus ernsthaft vor dem komödiantischen Hintergrund.
Horst Evers schreibt mit lakonisch trockenem Humor, lässt aber sowohl Spannung als auch gesellschaftskritische Beobachtungen nicht zu kurz kommen. Ein herrlicher Genremix, fein beobachtet, sehr humorvoll geschildert und dabei spannend und keineswegs seicht. Ein entspanntes Lesevergnügen für Liebhaber von eher heiteren Krimis!

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Veröffentlicht am 22.06.2026

Herrliche Grundidee, sehr amüsante Lektüre

00-Laschet
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Der Humor ist eher freundlich, nicht bissig, dennoch halte ich den vorliegenden Roman für eine Art Satire. Die Grundidee, Armin Laschet zum Bundespräsidenten werden zu lassen und dieses hohe Amt völlig ...

Der Humor ist eher freundlich, nicht bissig, dennoch halte ich den vorliegenden Roman für eine Art Satire. Die Grundidee, Armin Laschet zum Bundespräsidenten werden zu lassen und dieses hohe Amt völlig anders zu definieren ist einfach köstlich.
Die humorvollen Spitzen gegen Politik und Gesellschaft sind eher milde, ein wenig mehr Biss hätte nicht geschadet. Nichtsdestotrotz bietet diese rasante und turbulente Komödie beste Unterhaltung, ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und habe mich hervorragend amüsiert: Der Bundespräsident als Spielball des Bellevue-Geheimdienstes im Dienste seines Volkes unterwegs.
Eindeutig ein Spin-off von den Miss-Merkel-Krimis, ziemlich überkandidelt in Richtung eines - eher bürgerlichen - James Bond, darauf muss man erst mal kommen! Der Witz entsteht auch dadurch, dass Armin Laschet einer Vielzahl von real existierenden, prominenten Persönlichkeiten begegnet, die sich häufig ziemlich merkwürdig verhalten (König Charles, Camilla, Brad Pitt, Madonna, etc.) Pure Fantasie, aber sehr lustig. Die Freundschaft mit Schlossmaus "Mausi" ist ganz niedlich, aber doch etwas zu infantil.
Wer einen intelligenten Unterhaltungsroman lesen will, ohne dass es zu platt oder seicht wird, der wird hier gut bedient!

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Veröffentlicht am 15.04.2026

Im Exil in Istanbul

Ein Ort, der bleibt
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Ein wunderbarer historischer Roman, der größtenteils in Istanbul spielt und in dem drei Frauen aus drei Generationen im Mittelpunkt stehen.
Magda Heilbronn hat selbst einen Doktortitel, endet dann aber ...

Ein wunderbarer historischer Roman, der größtenteils in Istanbul spielt und in dem drei Frauen aus drei Generationen im Mittelpunkt stehen.
Magda Heilbronn hat selbst einen Doktortitel, endet dann aber doch in der Rolle der Ehefrau und Mutter. Ihr Mann ist Professor der Botanik in Münster, und als er als Jude Berufsverbot erhält, hilft ein rettendes Angebot aus Istanbul, an der dortigen Universität zu lehren und einen Botanischen Garten anzulegen. Von nun an wird Magdas Leben um einiges spannender.
Dort treffen sie auf die junge Studentin Mehpare, die zur ersten Generation von Türkinnen gehört, die von Atatürks Reformen profitieren und studieren können. Sie ist sehr engagiert und ehrgeizig, hat überhaupt keine Lust auf die klassische Frauenrolle und wird Professor Heilbronns unverzichtbare Assistentin. Die dritte Frau ist Imke aus Münster, eine junge Stadtplanerin, die in der heutigen Zeit den Auftrag hat, ein Gutachten darüber zu erstellen, was aus dem mehr oder weniger brachliegenden und verwilderten Gartengelände und den dazugehörigen Gebäuden werden soll - abreißen und neu bebauen oder erhalten und restaurieren?
Auf unterschiedlichen Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven geschildert, nehmen wir Anteil an den Geschicken dieser Personen. Es geht um die Nazizeit, die Schicksale der Emigranten aus Nazideutschland, das Fremdheitsgefühl aber auch die Bereicherung eines Lebens in einer fremden Kultur, die Aufbruchstimmung in der Türkei zu Zeiten von Atatürk, um Verrat, Tod, Trauer, Liebe und Freundschaft. Und um Bildung und Selbstfindung.
Sehr gut lesbar und anrührend geschrieben, ohne aber in Kitsch abzugleiten. Alle handelnden Personen, auch die Nebenfiguren, sind sehr gut charakterisiert und erwachen zum Leben. Wir erfahren viel über die deutsche Kolonie in Istanbul, zu der hauptsächlich Wissenschaftler gehörten, und über die Reformpolitik Atatürks. Der Autorin ist es hervorragend gelungen, Historie und Fiktion zu verbinden. Viele der Akteure hat es wirklich gegeben, genau wie auch Alfred Heilbronns Botanischen Garten. Die Liste im Anhang fand ich sehr hilfreich; dort sind alle real existierenden Personen mit ein paar Eckdaten ihres Lebens aufgelistet.
Der Roman hat mich von Anfang bis Ende gefesselt und ich habe die Lektüre sehr genossen: emotional ansprechend und mitreißend - und dann lernt man auch noch eine Menge!

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