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Veröffentlicht am 27.01.2026

Wieder ein spannender Krimi im Krimi

Tod zur Teestunde
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Susan Ryeland ist wieder da! Und wieder geht es um einen Kriminalroman um den Stardetektiv Atticus Pünd, dessen Autor im ersten Teil der Reihe getötet wurde und seine Lektorin Susan Ryeland mit einem unvollendeten ...

Susan Ryeland ist wieder da! Und wieder geht es um einen Kriminalroman um den Stardetektiv Atticus Pünd, dessen Autor im ersten Teil der Reihe getötet wurde und seine Lektorin Susan Ryeland mit einem unvollendeten Krimi zurückließ. Da ihr alter Verlag auch nicht mehr existierte, war sie mit ihrem griechischen Freund nach Kreta gezogen, um dort mit ihm ein Hotel zu führen. Aber das neue Leben war doch nicht wirklich nach ihrem Geschmack gewesen und so ist sie nun wieder in London und versucht in ihrem alten Metier Fuß zu fassen. Ihr neuer Verleger hat die Idee, Atticus Pünd wieder aufleben zu lassen und hat dafür einen eher erfolglosen Krimiautor engagiert, der aber einen großen Namen trägt - er ist der Enkel einer sehr populären Kinderbuchautorin! Die ersten Kapitel gefallen Susan recht gut, sie kann sich aber des Eindrucks nicht erwehren, dass der junge Mann beim Schreiben seine persönlichen Familienprobleme verarbeitet, besonders Probleme mit seiner berühmten Großmutter! Und dann wird er ermordet... Der Roman hat anfangs zwar einige kleine Längen, denn die zahlreichen Personen und die Situation müssen eingeführt werden. Aber die Geschichte entwickelt sich mit unerwarteten Wendungen und wird immer spannender. Und wie alles, was Anthony Horowitz schreibt, ist das ganze Setting very british und sehr humorvoll und mit Niveau geschrieben.
Es gibt ein sehr befriedigendes Ende, und vermutlich wird Susan ein ausgefülltes und glückliches Leben führen, aber wohl eher nicht nochmal als Romanfigur erscheinen. Aber wer weiß! Jedenfalls ein Krimi ganz nach meinem Geschmack, den ich Cosy-Lesern uneingeschränkt empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Vom argentinischen Schuhpalast ins kanadische Seemannsheim

Mr. Saitos reisendes Kino
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Eigentlich hatte mich die Autorin schon mit dem ersten Satz: Ich wurde 1927 auf einer Tanzfläche in Buenos Aires gezeugt – wenn das kein toller Anfang ist!
Zuerst war ich ganz begeistert von der üppigen ...

Eigentlich hatte mich die Autorin schon mit dem ersten Satz: Ich wurde 1927 auf einer Tanzfläche in Buenos Aires gezeugt – wenn das kein toller Anfang ist!
Zuerst war ich ganz begeistert von der üppigen Erzählweise, und nahm Anteil am Schicksal der beiden Protagonistinnen. Lita wächst in den ersten Jahren ihres Lebens in dem Nonnenkloster in Buenos Aires auf, in dem schon ihre schuh- und tangoverrückte, blutjunge Mutter Fabiola groß geworden war. Später leben die beiden dann im Lagerraum des El Palacio del Zapatos, dem exquisiten Schuhgeschäft, dessen beste Verkäuferin Fabiola ist. Berichtet wird uns das aus der Perspektive der kleinen Lita. Doch dann ließ mein Interesse allmählich nach. Der Spannungsbogen fehlte mir und die endlos aneinandergereihten Episoden und Anekdoten plätscherten an mir vorbei. Vieles liest sich wirklich sehr nett, es ist alles ganz hinreißend und skurril, vielleicht manchmal etwas zu gewollt skurril. Ich wollte das Buch wirklich mögen, ich wollte auch durchhalten, aber dann trat regelrecht eine Art Leseblockade bei mir ein, ich hatte keine Lust, zu lesen, habe immer wieder versucht, mich dazu zu zwingen, weiterzulesen, aber es hat nicht geklappt, das Buch hat bei mir keinen Sog entwickelt.
Fabiola und Lita mussten Argentinien verlassen und gelangten auf abenteuerliche Weise per Schiff auf eine dünn besiedelten Insel gegenüber von Neufundland. Lita findet in der kleinen Oona eine gleichaltrige Freundin und Fabiola verkauft nun eher Holzschuhe statt High Heels. Weiter bin ich dann nicht gekommen, den titelgebenden Mr. Saito habe ich noch nicht kennen gelernt, aber nachdem ich für etwas mehr als hundert Seiten fast fünf Wochen gebraucht habe, habe ich die Lektüre abgebrochen, etwas , was ich wirklich nur ganz selten tue! Ich fand das Buch gar nicht schlecht, aber es hat mich irgendwie nicht gepackt und ich konnte es einfach nicht lesen. Dabei bin ich eigentlich neugierig, wie die Geschichte sich weiter entwickelt, vielleicht schaffe ich es irgendwann nochmal in einem zweiten Anlauf. Und wie ich bemerkt habe, sind die meisten anderen Rezensionen positiv bis begeistert. Das ist also mein ganz persönliches Problem. Und obwohl ich diese Schwierigkeiten hatte, soll das kein Verriss sein und ich gebe für die fantasievolle Geschichte 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Ein Leben in Wien zwischen Gemeindebau und Grand Hotel

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels
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Eine tolle, ausufernd erzählte Lebensgeschichte liefert uns Vea Kaiser in diesem Buch. Angelika Moser, aufgewachsen in einem Gemeindebau, in dem ihre Mutter Hausmeisterin war, schafft letztendlich den ...

Eine tolle, ausufernd erzählte Lebensgeschichte liefert uns Vea Kaiser in diesem Buch. Angelika Moser, aufgewachsen in einem Gemeindebau, in dem ihre Mutter Hausmeisterin war, schafft letztendlich den sozialen Aufstieg durch ihren Job als Buchhalterin im Grand Hotel, wenn auch mit unlauteren Mitteln.
Ursprünglich hatte der Hoteldirektor sie um eine kreative Buchhaltung gebeten, um das Hotel aus einer finanziellen Schieflage zu retten. So hatte sie - mit offiziellem Segen - gelernt wie man das macht. Und peu à peu „leiht“ sie sich im Laufe der Jahre immer mehr aus der Kasse des Hotels und fliegt ewig lange nicht damit auf. Denn sie ist eine geschätzte Mitarbeiterin, der man vertraut.
Dass sie irgendwann erwischt wird, weiß man aus dem Klappentext, aber das passiert erst ganz am Ende des Buches und zwar auf relativ undramatische, fast antiklimaktische Weise.
Vorher haben wir teil an Angelikas Leben, das uns in großer Ausführlichkeit geschildert wird. Das hemmungslose Fabulieren ist Vea Kaisers großes Talent, wir erfahren sehr viel über Angelika und zahlreiche Personen aus ihrem Umfeld, die alle zum Leben erwachen, realitätsnah und humorvoll beschrieben.
Als Angelika viele Jahre später mit ihrem Sohn den Wiener Opernball besucht, hat sie das Gefühl, endlich angekommen zu sein und merkt dann doch, dass sie immer noch nicht dazugehört.
Auch wenn die Protagonistin über beträchtliche kriminelle Energien verfügt, wächst sie einem doch ans Herz und man kann bis zu einem gewissen Punkt ihr Handeln nachvollziehen. Mit beeindruckendem Kampfgeist pariert sie alle Schicksalsschläge und bedient sich immer exzessiver aus der Hotelkasse.
Die Autorin zeichnet ein gesellschaftskritisches Sittenbild des Wiens der Achtziger Jahre bis in die Jetztzeit, lebendig, authentisch, humorvoll und unterhaltsam. Als Grundlage dient eine wahre Begebenheit, die aber mit weitgehender künstlerischer Freiheit dargestellt wurde.
Ich habe den Roman insgesamt mit großem Vergnügen gelesen, auch wenn er teilweise ein wenig zu weitschweifig wurde, was aber andererseits zum besseren Verständnis der handelnden Personen beitrug. Ich hatte bisher nur den „Rückwärtswalzer“ von Kaiser gelesen, der mir noch eine Spur besser gefallen hat als Fabula Rasa, kann aber auch dieses Buch als lebenspralle Familiensaga mit Wiener Flair wärmstens empfehlen.

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Landhauskrimi - leider mehr gewollt als gekonnt!

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
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Das Setting und die Grundidee sind nicht schlecht, aber insgesamt hat mich dieser Cosy Krimi nicht überzeugen können. Ein interessantes Ermittlerinnen-Duo, bestehend aus verwitweter Großmutter (Mimi) und ...

Das Setting und die Grundidee sind nicht schlecht, aber insgesamt hat mich dieser Cosy Krimi nicht überzeugen können. Ein interessantes Ermittlerinnen-Duo, bestehend aus verwitweter Großmutter (Mimi) und deren Enkelin. Addie, die Enkelin, hat mit ihrem Freund/Geschäftspartner Brian ein höchst erfolgreiches Videospiel kreiert, ist dann von diesem aber gnadenlos über den Tisch gezogen und ausgebootet worden.

Mimi hat eine erpresserische Einladung zu einer exklusiven Hausparty inklusive Auktion erhalten, ist verunsichert und nimmt Addie daher dorthin mit. Die Gastgeberin wird ermordet und alle Gäste könnten ein Motiv für diesen Mord haben. Das Wetter (ein Schneesturm) zwingt die Gäste dort zu bleiben. Im weiteren Verlauf gibt es noch 2 Tote und Mimi und Addie übernehmen die Rolle der Ermittler, denn die Polizei kann bei diesem Wetter auch nicht dorthin gelangen.

Über Addie und Mimi erfahren wir Leser eine ganze Menge, aber die restlichen Protagonisten bleiben recht blass und farblos. Daher hatte ich bis zum Ende keine Theorie über den möglichen Täter. Die beiden interviewen sämtliche Anwesenden, kommen aber nicht wirklich weiter. Erst ganz am Ende werden alle zusammengerufen und Addie und Mimi enthüllen in Poirotscher Manier allerlei Fakten und überführen den - völlig unerwarteten - Täter. Das wirkt alles etwas überhastet und wir haben als Leser an diesen plötzlich aus dem Hut gezauberten Erkenntnissen vorher nicht teilgehabt.

Positiv anzumerken sind der flüssige Schreibstil, die teilweise recht witzigen Dialoge und die Bezüge zur Gamer-Welt. Auch gibt es literarische Zitate, denn Addie ist eine eingefleischte Krimileserin und auch bei ihrem Videospiel handelt es sich um eine Mörderjagd. In einem Nebenstrang geht es um die Gründe für die Erpressbarkeit der Gäste, die alle erpresst wurden, an der Party und der Auktion teilzunehmen. Besonders die Geschichte von Mimi gibt ein interessantes Thema ab.

Also eine ganz nette Lektüre für zwischendurch, aber insgesamt doch irgendwie unrund. Und die Leser bekommen nicht genug Informationen, um erfolgreich miträtseln zu können.

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Immer noch in Hochform

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Die Mordclub-Serie 5)
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Das betagte Ermittler-Quartett hatte ja eine Weile Pause, da der Autor eine neue Krimireihe aus der Wiege gehoben hat, aber am Tag der Hochzeitsfeier von Joyce' Tochter Joana, geht es wieder los mit einem ...

Das betagte Ermittler-Quartett hatte ja eine Weile Pause, da der Autor eine neue Krimireihe aus der Wiege gehoben hat, aber am Tag der Hochzeitsfeier von Joyce' Tochter Joana, geht es wieder los mit einem neuen Fall.
Elizabeth, die ein Jahr nach dem Tod ihres Ehemanns erste Schritte wagt, um allmählich aus ihrer Trauerstarre wieder aufzutauchen, ist tatsächlich zur Hochzeitsfeier gekommen und wird dort von Nick, dem Trauzeugen des Bräutigams angesprochen, der über ihre ehemalige Agententätigkeit im Bilde ist. Er fürchtet um sein Leben, hat eine unter seinem Auto montierte Bombe entdeckt. Er bringt das in Zusammenhang mit einem sehr hohen Betrag in Bitcoins, den er und seine Geschäftspartnerin Holly unter Aufbietung höchster Sicherheitsmaßnahmen in einem unterirdischen Tresor aufbewahren, jetzt aber veräussern wollten. Offensichtlich will jemand dieses Vermögen an sich bringen. Am nächsten Tag ist Nick verschwunden, ist möglicherweise entführt worden. Und als der Donnerstagsmordclub sich ein paar Tage später mit Holly trifft, kommt diese bei ihrer Abfahrt von Coopers Chase durch eine Autobombe ums Leben. Jetzt geht es also um eine Mordermittlung.
Die Krimihandlung ist dieses Mal nicht so spannend, sie ist aber auch nicht das Wichtigste. Der Roman ist wie ein Wiedersehen mit alten Freunden, es gibt auch noch einige private Nebenstränge: Joanas Hochzeit und Joyce' Freude darüber, jetzt Schwiegermutter zu sein, eine vorsichtige Annäherung zwischen Mutter und Tochter; Probleme in Rons Familie, seine Tochter hat einen gewalttätigen Mann geheiratet, und wir lernen Rons Sohn Jason und seinen Enkel Kendrick besser kennen; Ibrahim versucht die kriminelle Connie zu therapieren und erzielt nicht unbedingt die geplanten Ergebnisse und Connie betätigt sich als Tutorin für eine kriminelle Teenagerin, Tia, die wir bestimmt auch wieder treffen werden. Und Elizabeth wird allmählich wieder die alte und lernt, sich wieder dem Leben zuzuwenden. Alle auftretenden skurrilen Figuren sind liebevoll beobachtet und fein gezeichnet. Osman mag seine Protagonisten, sie liegen ihm am Herzen und das überträgt sich auch auf uns, die Leserschaft.
Besonders die Kapitel mit Joyce' Tagebucheinträgen sind hochamüsant. Osman schafft es, seinem – meist schwarzen – Humor eine gewisse Wehmut und Melancholie entgegenzusetzen. Er behandelt en passent zwischenmenschliche Themen wie Freundschaft und Loyalität auf herzerwärmende, aber nie kitschige Weise, schreibt herrliche Dialoge, animiert zum Nachdenken und unterhält bestens. Weit besser als viele, literarisch weniger anspruchsvolle Cosy-Krimis. Volle Punktzahl und uneingeschränkte Empfehlung.
P.S. Neueinsteiger in die Reihe sollten die 5 Bände lieber in chronologischer Reihenfolge lesen, da die Lektüre einfach mehr Spaß macht, wenn man die Entwicklung der einzelnen Personen kennt. Natürlich kann man die Bände auch einzeln verstehen, aber in gewisser Weise bauen sie aufeinander auf, und es würde einem einiges entgehen.

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