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Veröffentlicht am 30.06.2026

Cosy-Krimi mit Italien-Flair

Salute - Das letzte Foto
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Mein erster Band aus dieser Reihe, so dass ich zur Entwicklung der Protagonisten nichts sagen kann. Das hat aber das Lesevergnügen nicht geschmälert, denn das Buch ist auch als "Stand-Alone" gut lesbar ...

Mein erster Band aus dieser Reihe, so dass ich zur Entwicklung der Protagonisten nichts sagen kann. Das hat aber das Lesevergnügen nicht geschmälert, denn das Buch ist auch als "Stand-Alone" gut lesbar und man bekommt ausreichend Informationen zur Vorgeschichte.

Die Ermittlungen liegen bei Kommissar Lanza, doch auch der Münchner Ex-Kommissar Paul Zeitler, der sich als Barista in Bardolino am Gardasee niedergelassen hat, mischt sich gerne in diese ein. Der Kommissar hat das augenscheinlich - nach anfänglicher Irritation - allmählich zu schätzen gelernt. Der Fall: Der betagte Fotograf und Fotoladenbesitzer Domenico Spina ist an der Rocca Di Garda zu Tode gestürzt. Schnell wird klar, dass es sich keineswegs um einen Suizid oder Unfall handelt.

Spina war der Leibfotograf der mittlerweile verstorbenen Operndiva Carmen Belotti, was auch viele der aushängenden Fotos in seinem altmodischen Fotoladen beweisen. Er liebte die analoge Fotografie und seine Heimat am Gardasee, die er unermüdlich ablichtete und vor Instagram, Influencern etc. zu bewahren versuchte. Er war mit einem anderen lokalen Fotografen über Kreuz , der Bildbände über den Gardasee veröffentlichte und Fotokurse für Touristen abhielt. Desgleichen mit dem Bürgermeister und einem örtlichen Immobilien-Hai, die ihn (wie auch viele seiner Nachbarn) aus seinem Haus vertreiben wollten, um Luxuswohnungen zu errichten. Verdächtige gibt es also genügend, auch seine Nichte Emma, eine Kunststudentin, die ihrem Onkel im Laden half, ist davon nicht unbedingt auszuschließen.

Die Ermittler treten längere Zeit auf der Stelle und der Leser mutmaßt mit ihnen, wer denn nun der Täter sein könnte. Das alles wird in flüssigem, sehr gut lesbaren Schreibstil geschildert, mit viel Lokalkolorit, Dialogwitz und sympathischen Protagonisten (wie zum Beispiel dem deutschen Studenten Emil, der bei Paul Zeitler in der Bar aushilft und Ambitionen als Barmixer entwickelt). Man fliegt nur so durch die Seiten. Am Schluss nimmt die Erzählung nochmal ordentlich Tempo auf und kulminiert in einer (für mich) sehr überraschenden Wendung. Mich hat die Motivation des Mörders nicht 100%ig überzeugt, aber das ist nur ein unwesentliches Manko. Ansonsten eine sehr unterhaltsame Lektüre, ein idealer, humorvoller Cosy, der bestimmt noch toller ist, wenn man ihn während eines Urlaubs am Gardasee liest, aber auch sonst sehr viel Spaß macht. Ich kann nur jedem empfehlen, sich diese kleine Auszeit am Gardasee zu gönnen!

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Veröffentlicht am 22.06.2026

Köstliche Krimikomödie

Hope Joanna
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Diese Krimikomödie, an die ich mit einer gewissen Skepsis herangegangen bin, hat mir richtig Spaß gemacht und mich großartig unterhalten. Dank des ungewöhnlichen Namens der Kommissarin ist mir der ohrwurmige ...

Diese Krimikomödie, an die ich mit einer gewissen Skepsis herangegangen bin, hat mir richtig Spaß gemacht und mich großartig unterhalten. Dank des ungewöhnlichen Namens der Kommissarin ist mir der ohrwurmige Eddy-Grant-Song die ganze Zeit nicht aus dem Kopf gegangen.
Eine gewisse "Suspension of Disbelief" muss man für die Lektüre mitbringen, da sie auch Fantasyanteile enthält, was der turbulenten Handlung gut bekommt. Das ermittelnde Dreiergestirn ist sympathisch gezeichnet, Handlungsort ist Berlin und Umgebung und der Kriminalfall aus der rechten Szene ist durchaus ernsthaft vor dem komödiantischen Hintergrund.
Horst Evers schreibt mit lakonisch trockenem Humor, lässt aber sowohl Spannung als auch gesellschaftskritische Beobachtungen nicht zu kurz kommen. Ein herrlicher Genremix, fein beobachtet, sehr humorvoll geschildert und dabei spannend und keineswegs seicht. Ein entspanntes Lesevergnügen für Liebhaber von eher heiteren Krimis!

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Veröffentlicht am 22.06.2026

Herrliche Grundidee, sehr amüsante Lektüre

00-Laschet
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Der Humor ist eher freundlich, nicht bissig, dennoch halte ich den vorliegenden Roman für eine Art Satire. Die Grundidee, Armin Laschet zum Bundespräsidenten werden zu lassen und dieses hohe Amt völlig ...

Der Humor ist eher freundlich, nicht bissig, dennoch halte ich den vorliegenden Roman für eine Art Satire. Die Grundidee, Armin Laschet zum Bundespräsidenten werden zu lassen und dieses hohe Amt völlig anders zu definieren ist einfach köstlich.
Die humorvollen Spitzen gegen Politik und Gesellschaft sind eher milde, ein wenig mehr Biss hätte nicht geschadet. Nichtsdestotrotz bietet diese rasante und turbulente Komödie beste Unterhaltung, ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und habe mich hervorragend amüsiert: Der Bundespräsident als Spielball des Bellevue-Geheimdienstes im Dienste seines Volkes unterwegs.
Eindeutig ein Spin-off von den Miss-Merkel-Krimis, ziemlich überkandidelt in Richtung eines - eher bürgerlichen - James Bond, darauf muss man erst mal kommen! Der Witz entsteht auch dadurch, dass Armin Laschet einer Vielzahl von real existierenden, prominenten Persönlichkeiten begegnet, die sich häufig ziemlich merkwürdig verhalten (König Charles, Camilla, Brad Pitt, Madonna, etc.) Pure Fantasie, aber sehr lustig. Die Freundschaft mit Schlossmaus "Mausi" ist ganz niedlich, aber doch etwas zu infantil.
Wer einen intelligenten Unterhaltungsroman lesen will, ohne dass es zu platt oder seicht wird, der wird hier gut bedient!

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Veröffentlicht am 15.04.2026

Im Exil in Istanbul

Ein Ort, der bleibt
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Ein wunderbarer historischer Roman, der größtenteils in Istanbul spielt und in dem drei Frauen aus drei Generationen im Mittelpunkt stehen.
Magda Heilbronn hat selbst einen Doktortitel, endet dann aber ...

Ein wunderbarer historischer Roman, der größtenteils in Istanbul spielt und in dem drei Frauen aus drei Generationen im Mittelpunkt stehen.
Magda Heilbronn hat selbst einen Doktortitel, endet dann aber doch in der Rolle der Ehefrau und Mutter. Ihr Mann ist Professor der Botanik in Münster, und als er als Jude Berufsverbot erhält, hilft ein rettendes Angebot aus Istanbul, an der dortigen Universität zu lehren und einen Botanischen Garten anzulegen. Von nun an wird Magdas Leben um einiges spannender.
Dort treffen sie auf die junge Studentin Mehpare, die zur ersten Generation von Türkinnen gehört, die von Atatürks Reformen profitieren und studieren können. Sie ist sehr engagiert und ehrgeizig, hat überhaupt keine Lust auf die klassische Frauenrolle und wird Professor Heilbronns unverzichtbare Assistentin. Die dritte Frau ist Imke aus Münster, eine junge Stadtplanerin, die in der heutigen Zeit den Auftrag hat, ein Gutachten darüber zu erstellen, was aus dem mehr oder weniger brachliegenden und verwilderten Gartengelände und den dazugehörigen Gebäuden werden soll - abreißen und neu bebauen oder erhalten und restaurieren?
Auf unterschiedlichen Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven geschildert, nehmen wir Anteil an den Geschicken dieser Personen. Es geht um die Nazizeit, die Schicksale der Emigranten aus Nazideutschland, das Fremdheitsgefühl aber auch die Bereicherung eines Lebens in einer fremden Kultur, die Aufbruchstimmung in der Türkei zu Zeiten von Atatürk, um Verrat, Tod, Trauer, Liebe und Freundschaft. Und um Bildung und Selbstfindung.
Sehr gut lesbar und anrührend geschrieben, ohne aber in Kitsch abzugleiten. Alle handelnden Personen, auch die Nebenfiguren, sind sehr gut charakterisiert und erwachen zum Leben. Wir erfahren viel über die deutsche Kolonie in Istanbul, zu der hauptsächlich Wissenschaftler gehörten, und über die Reformpolitik Atatürks. Der Autorin ist es hervorragend gelungen, Historie und Fiktion zu verbinden. Viele der Akteure hat es wirklich gegeben, genau wie auch Alfred Heilbronns Botanischen Garten. Die Liste im Anhang fand ich sehr hilfreich; dort sind alle real existierenden Personen mit ein paar Eckdaten ihres Lebens aufgelistet.
Der Roman hat mich von Anfang bis Ende gefesselt und ich habe die Lektüre sehr genossen: emotional ansprechend und mitreißend - und dann lernt man auch noch eine Menge!

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Veröffentlicht am 15.04.2026

Junger erfolgreicher Dichter folgt dem Duft von Freiheit und Abenteuer

Die Reise ans Ende der Geschichte
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Lange habe ich mich nicht mehr so gut mit einem Buch amüsiert wie mit dieser Satire über die Welt der Spione!

Auf einer Party der russischen Botschaft in den frühen 90ern in Rom lernt der junge deutsche ...

Lange habe ich mich nicht mehr so gut mit einem Buch amüsiert wie mit dieser Satire über die Welt der Spione!

Auf einer Party der russischen Botschaft in den frühen 90ern in Rom lernt der junge deutsche Dichter Jakob Dreiser den Spion Dieter Germershausen kennen, der dem Ende des Kalten Krieges nachtrauert und sich durch seinem jetzigen Posten aufs Abstellgleis geschoben fühlt. Die Verbitterung über die mangelnde Anerkennung seiner Arbeit macht ihn offen für Angebote der Gegenseite. Der für sein Werk gefeierte junge Dichter ist genau der Mann, den er beim Gartenfest mit Krimsekt und Piroggen kennenlernen will. Zwei Charaktere könnten kaum unterschiedlicher sein als diese beiden: der Spion, ein Doppelagent gar, ist unzufrieden, mürrisch und unfähig zu Smalltalk. Dreiser hingegen ein umgänglicher junger Mann mit geschmeidigen Umgangsformen, der mit jedem reden kann. Germershausen will Dreiser anwerben, weil dieser die Eigenschaften besitzt, die ihm selbst fehlen. Dreiser sagt begeistert zu: das ist genau der Kick, den er braucht. Den Kontakt vermittelt hat Francesca, eine reiche italienische Kommunistin, die auch, wen wundert's, als Spionin tätig ist Die Botschaftsparty bietet ein gelungenes Setting zum Kennenlernen der Protagonisten.

Jakob Dreiser sagt ohne groß nachzudenken zu, so als hätte er nur auf so ein Angebot gewartet. Er ahnt allerdings zuerst nicht, dass er nicht in offizieller Mission sondern von Germershausen privat engagiert wurde, um dessen ganz persönliche Interessen durchzusetzen. Gleich ein paar Tage später bricht man nach Almaty in Kasachstan auf. Und erlebt dort absurde und tollkühne Abenteuer, bei denen Jakob Dieter das Leben rettet und seinen Auftrag bravourös übererfüllt.

Der Autor erzählt mit großer Fantasie eine irre Räuberpistole, die sehr komisch ist und bestens unterhält, in der aber auch die Atmosphäre, der Zeitgeist jener Ära brillant wiedergegeben wird. Diese literarische Welt wird von einem Panoptikum skurriler Personen bevölkert, die alle trefflich charakterisiert werden. Orts- und Situationsbeschreibungen sind so bildlich und atmosphärisch, dass man immer das Gefühl hat, man wäre direkt dabei, und sich die Schauplätze genau vorstellen kann. Die Sprache ist leichtfüßig und pointiert, allerdings endet diese Leichtigkeit abrupt beim Showdown in Sankt Petersburg, bei dem Jakob festgenommen und in einen Verhörraum gebracht wird. Vielleicht erschien es dem Autor zu seicht, mit einem Happy End und Friede, Freude, Eierkuchen zu enden. Mit einem Knall landet man quasi wieder in der Realität, die nicht so heiter ist. Andererseits setzt dann sofort das eigene Kopfkino ein, mit dem man als Leser Jakob aus dieser Bredouille herauszuholen versucht - man könnte sich da einige Varianten vorstellen ...

Bis auf das Ende, das mich kurzfristig etwas vor den Kopf gestoßen hat, habe ich mich begeistert dem Sog der Erzählung hingegeben und viel geschmunzelt. Ich hatte schon eine Satire über Künstler und Bildungsbürgertum von Magnusson gelesen, "Ein Mann der Kunst", und bin daher mit hohen Erwartungen an diesen Roman herangegangen: und ich wurde nicht enttäuscht. Wenn man nicht erwartet, dass es sich hier um einen 0815 Spionage - Roman handelt, sondern um eine Satire, eine Persiflage, dann wird man ein paar vergnügliche Lesestunden mit diesem Buch verbringen. Unbedingte Leseempfehlung!

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