Cosy-Krimi mit Italien-Flair
Salute - Das letzte FotoMein erster Band aus dieser Reihe, so dass ich zur Entwicklung der Protagonisten nichts sagen kann. Das hat aber das Lesevergnügen nicht geschmälert, denn das Buch ist auch als "Stand-Alone" gut lesbar ...
Mein erster Band aus dieser Reihe, so dass ich zur Entwicklung der Protagonisten nichts sagen kann. Das hat aber das Lesevergnügen nicht geschmälert, denn das Buch ist auch als "Stand-Alone" gut lesbar und man bekommt ausreichend Informationen zur Vorgeschichte.
Die Ermittlungen liegen bei Kommissar Lanza, doch auch der Münchner Ex-Kommissar Paul Zeitler, der sich als Barista in Bardolino am Gardasee niedergelassen hat, mischt sich gerne in diese ein. Der Kommissar hat das augenscheinlich - nach anfänglicher Irritation - allmählich zu schätzen gelernt. Der Fall: Der betagte Fotograf und Fotoladenbesitzer Domenico Spina ist an der Rocca Di Garda zu Tode gestürzt. Schnell wird klar, dass es sich keineswegs um einen Suizid oder Unfall handelt.
Spina war der Leibfotograf der mittlerweile verstorbenen Operndiva Carmen Belotti, was auch viele der aushängenden Fotos in seinem altmodischen Fotoladen beweisen. Er liebte die analoge Fotografie und seine Heimat am Gardasee, die er unermüdlich ablichtete und vor Instagram, Influencern etc. zu bewahren versuchte. Er war mit einem anderen lokalen Fotografen über Kreuz , der Bildbände über den Gardasee veröffentlichte und Fotokurse für Touristen abhielt. Desgleichen mit dem Bürgermeister und einem örtlichen Immobilien-Hai, die ihn (wie auch viele seiner Nachbarn) aus seinem Haus vertreiben wollten, um Luxuswohnungen zu errichten. Verdächtige gibt es also genügend, auch seine Nichte Emma, eine Kunststudentin, die ihrem Onkel im Laden half, ist davon nicht unbedingt auszuschließen.
Die Ermittler treten längere Zeit auf der Stelle und der Leser mutmaßt mit ihnen, wer denn nun der Täter sein könnte. Das alles wird in flüssigem, sehr gut lesbaren Schreibstil geschildert, mit viel Lokalkolorit, Dialogwitz und sympathischen Protagonisten (wie zum Beispiel dem deutschen Studenten Emil, der bei Paul Zeitler in der Bar aushilft und Ambitionen als Barmixer entwickelt). Man fliegt nur so durch die Seiten. Am Schluss nimmt die Erzählung nochmal ordentlich Tempo auf und kulminiert in einer (für mich) sehr überraschenden Wendung. Mich hat die Motivation des Mörders nicht 100%ig überzeugt, aber das ist nur ein unwesentliches Manko. Ansonsten eine sehr unterhaltsame Lektüre, ein idealer, humorvoller Cosy, der bestimmt noch toller ist, wenn man ihn während eines Urlaubs am Gardasee liest, aber auch sonst sehr viel Spaß macht. Ich kann nur jedem empfehlen, sich diese kleine Auszeit am Gardasee zu gönnen!