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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.02.2026

So viel Potenzial - zu wenig Tiefe

A Fire in the Sky - Feuerschwur-Chroniken, Band 1
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Das Buch startet mit einem Betrug, bei dem die Protagonistin Tamsyn mit einem Fremden schlafen muss, und verbringt das erste Drittel sehr ausführlich mit Sex und dramatischem Verlangen. Das war einfach ...

Das Buch startet mit einem Betrug, bei dem die Protagonistin Tamsyn mit einem Fremden schlafen muss, und verbringt das erste Drittel sehr ausführlich mit Sex und dramatischem Verlangen. Das war einfach nicht meins. Die Romance wirkte von Anfang an überzogen und gezwungen, ohne echte Chemie, ohne spürbare Spannung. Das Liebesdreieck hätte mehr Tiefe gebraucht. Vieles fühlte sich eingefügt an, nur um „spicy“ zu sein.

Dabei hatte die Geschichte Potenzial. Die Idee mit Drachen und Hexen ist spannend, aber die Drachen tauchen erst sehr spät auf und vieles im Worldbuilding bleibt unklar. Auch der große Twist war schon früh ziemlich offensichtlich.

Tamsyn ist eine starke Protagonistin, die trotz Misshandlungen durch die königliche Familie keinen Groll hegt und stets ihre Pflicht über ihre eigenen Bedürfnisse stellt. Ihre Güte und Loyalität machen sie sehr sympathisch. Anfangs wirkt sie jedoch naiv, da sie vieles nicht hinterfragt. Im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich weiter, gewinnt an Tiefe und zeigt beeindruckende innere Stärke.

Fell hat mich sofort überzeugt. Hinter seinem Ruf als „Biest“ steckt ein verantwortungsvoller, gerechter Mann, der alles für sein Volk tun würde. Besonders sein respektvoller und einfühlsamer Umgang mit Tamsyn hat mich berührt, vor allem in ihrer ersten gemeinsamen Nacht. Er handelt entschlossen, aber nie herzlos, und stellt sogar alte Überzeugungen infrage, um sie zu schützen.

So viel Potenzial, aber die Umsetzung konnte für mich nicht mithalten.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Zwischen Sehnsucht und Überforderung

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt
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Kaum ein Thema wird so intensiv bewertet wie Mutterschaft. Egal ob man Kinder möchte, keine bekommen kann oder bereits Mutter ist – gesellschaftliche Erwartungen sind allgegenwärtig. Genau dieses Spannungsfeld ...

Kaum ein Thema wird so intensiv bewertet wie Mutterschaft. Egal ob man Kinder möchte, keine bekommen kann oder bereits Mutter ist – gesellschaftliche Erwartungen sind allgegenwärtig. Genau dieses Spannungsfeld greift der Roman auf.

Im Mittelpunkt stehen zwei Paare, die gemeinsam Urlaub in Frankreich machen. Für Linn und Matze ist die Reise ein emotionaler Zwischenraum, bevor eine Kinderwunschbehandlung weitergeht. Gastgeber sind Felix und Eva mit ihren zwei Kindern – scheinbar angekommen im Familienleben, das Linn sich so sehr wünscht. Zwischen Haben und Nicht-haben entsteht eine spürbare Spannung.

Während die Männer in vertrauten Mustern bleiben, entwickelt sich zwischen Linn und Eva eine ambivalente Dynamik aus Neid, Beobachtung und unerwarteter Nähe. Beide reagieren übernervös, besonders Linn mit impulsiven Ausbrüchen, die irritieren, aber auch nachvollziehbar sind. Körperlichkeit spielt eine große Rolle – vieles wird direkt, teils schmerzhaft offen geschildert.

Emotional konnte ich zu keiner Figur wirklich eine Bindung aufbauen, auch wenn die Themen – Kinderwunsch, weibliche Konkurrenz, gesellschaftlicher Druck – stark und relevant sind. Der Roman geht dahin, wo es wehtut, manchmal vielleicht zu sehr. Inhaltlich hat er mich erreicht, auf Figurenebene weniger.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Ein Buch, das Eltern stärkt

Wut, Trotz und Tränen
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Manchmal fühlt sich der Familienalltag an wie ein Drahtseilakt zwischen Mitgefühl und Überforderung. Genau hier setzt dieses Buch an: Es lädt dazu ein, kindliche Gefühlsausbrüche nicht als Provokation ...

Manchmal fühlt sich der Familienalltag an wie ein Drahtseilakt zwischen Mitgefühl und Überforderung. Genau hier setzt dieses Buch an: Es lädt dazu ein, kindliche Gefühlsausbrüche nicht als Provokation zu deuten, sondern als Entwicklungsschritt zu begreifen. Kleine Kinder stehen erst am Anfang ihrer emotionalen Reise – sie müssen erst entdecken, was in ihnen vorgeht und wie sie mit starken Impulsen umgehen können. Dabei geraten sie naturgemäß immer wieder an ihre Grenzen.

Was dieses Werk für mich besonders macht: Es wirkt fundiert, ohne mit Fachvokabular zu überfrachten. Statt komplizierter Theorien begegnen mir alltagsnahe Beispiele, die ich sofort mit unserem Familienleben verknüpfen konnte. Vieles davon praktiziere ich bereits aus dem Bauch heraus, doch die Lektüre hat mir gezeigt, warum diese Wege sinnvoll sind. Dieses Verständnis hat mir vor allem Sicherheit gegeben.

Sehr gelungen finde ich die Struktur. Zunächst werden grundlegende Zusammenhänge erklärt - etwa, weshalb vermeintlicher „Trotz“ häufig Ausdruck von Überforderung ist. Darauf aufbauend folgen typische Alltagsszenen, die wohl jede Familie kennt: das morgendliche Anziehen, Diskussionen beim Zubettgehen oder das leidige Zähneputzen. Die Kapitel sind klar aufgebaut: Situation, Hintergrund, konkrete Handlungsideen. Dadurch fühlt man sich weder belehrt noch allein gelassen, sondern begleitet.

Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl: Genau so sieht es bei uns auch aus. Und gleichzeitig entstand Zuversicht. Zusammenhänge werden verständlich erklärt. Wer begreift, was hinter einem Gefühlssturm steckt, kann gelassener reagieren und lernt dabei auch die eigenen Emotionen besser kennen.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Mut trifft Angst – Eine einfühlsame Geschichte über Balance

Fritzi Furchtlos
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Dieses Bilderbuch widmet sich sensibel dem Thema Angst. Im Mittelpunkt steht ein Ziegenmädchen, das furchtlos durchs Leben geht und damit innerhalb seiner Herde aneckt. Ihre Unbekümmertheit wirkt bewundernswert, ...

Dieses Bilderbuch widmet sich sensibel dem Thema Angst. Im Mittelpunkt steht ein Ziegenmädchen, das furchtlos durchs Leben geht und damit innerhalb seiner Herde aneckt. Ihre Unbekümmertheit wirkt bewundernswert, führt jedoch zu Konflikten und wirft Fragen nach Zugehörigkeit und Akzeptanz auf.

Erst durch die Begegnung mit einem ängstlicheren Gefährten erkennt sie, dass Angst nicht nur Schwäche ist, sondern auch Fürsorge und Verantwortung bedeuten kann. Diese Entwicklung wird warmherzig und kindgerecht erzählt.

Besonders überzeugen die ausdrucksstarken Illustrationen, die Gefühle klar transportieren und viel Raum zum Entdecken lassen.

Insgesamt ist das Buch eine liebevolle Geschichte über Freundschaft, Anderssein und die wichtige Erkenntnis, dass Mut und Vorsicht gemeinsam am stärksten sind.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Eine Liebeserklärung an das Lesen

Ein kleines Wunder – wie DU
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„Ein kleines Wunder wie Du“ ist ein Bilderbuch, das schon mit seinem poetischen Cover – einer aus einem Buch wachsenden Löwenzahnpflanze – die Kraft von Geschichten und Fantasie spürbar macht. Erzählt ...

„Ein kleines Wunder wie Du“ ist ein Bilderbuch, das schon mit seinem poetischen Cover – einer aus einem Buch wachsenden Löwenzahnpflanze – die Kraft von Geschichten und Fantasie spürbar macht. Erzählt wird von zwei Figuren, die sich neugierig begegnen und in ihrer Vorstellung gemeinsam die Welt bereisen. Am Ende zeigt sich: Einer der Freunde ist das Buch selbst, das erst durch das Kind lebendig wird.

Der Text ist überwiegend gereimt und lässt sich rhythmisch gut vorlesen, auch wenn manche Formulierungen etwas anspruchsvoller sind und das wechselnde Reimschema kurze Eingewöhnung braucht. Inhaltlich eignet sich das Buch daher besonders für Kinder ab etwa vier Jahren.

Die farbenreichen, detailverliebten Illustrationen von Anna Silivonchik schaffen eine traumhafte Atmosphäre und laden zum wiederholten Entdecken ein. Insgesamt ist das Werk eine liebevolle Hommage a das Lesen – warmherzig und fantasievoll.

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