So viel Potenzial - zu wenig Tiefe
A Fire in the Sky - Feuerschwur-Chroniken, Band 1Das Buch startet mit einem Betrug, bei dem die Protagonistin Tamsyn mit einem Fremden schlafen muss, und verbringt das erste Drittel sehr ausführlich mit Sex und dramatischem Verlangen. Das war einfach ...
Das Buch startet mit einem Betrug, bei dem die Protagonistin Tamsyn mit einem Fremden schlafen muss, und verbringt das erste Drittel sehr ausführlich mit Sex und dramatischem Verlangen. Das war einfach nicht meins. Die Romance wirkte von Anfang an überzogen und gezwungen, ohne echte Chemie, ohne spürbare Spannung. Das Liebesdreieck hätte mehr Tiefe gebraucht. Vieles fühlte sich eingefügt an, nur um „spicy“ zu sein.
Dabei hatte die Geschichte Potenzial. Die Idee mit Drachen und Hexen ist spannend, aber die Drachen tauchen erst sehr spät auf und vieles im Worldbuilding bleibt unklar. Auch der große Twist war schon früh ziemlich offensichtlich.
Tamsyn ist eine starke Protagonistin, die trotz Misshandlungen durch die königliche Familie keinen Groll hegt und stets ihre Pflicht über ihre eigenen Bedürfnisse stellt. Ihre Güte und Loyalität machen sie sehr sympathisch. Anfangs wirkt sie jedoch naiv, da sie vieles nicht hinterfragt. Im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich weiter, gewinnt an Tiefe und zeigt beeindruckende innere Stärke.
Fell hat mich sofort überzeugt. Hinter seinem Ruf als „Biest“ steckt ein verantwortungsvoller, gerechter Mann, der alles für sein Volk tun würde. Besonders sein respektvoller und einfühlsamer Umgang mit Tamsyn hat mich berührt, vor allem in ihrer ersten gemeinsamen Nacht. Er handelt entschlossen, aber nie herzlos, und stellt sogar alte Überzeugungen infrage, um sie zu schützen.
So viel Potenzial, aber die Umsetzung konnte für mich nicht mithalten.