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Veröffentlicht am 28.12.2025

Schüchtern bis ins Herz

Go For It, Nakamura-kun!! 1
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Go For It, Nakamura-kun!! 1 hat mich mit einer sehr leisen, fast schon unbeholfenen Geschichte abgeholt. Ich begleite Nakamura, der zum ersten Mal richtig verliebt ist – und zwar in seinen Klassenkameraden ...

Go For It, Nakamura-kun!! 1 hat mich mit einer sehr leisen, fast schon unbeholfenen Geschichte abgeholt. Ich begleite Nakamura, der zum ersten Mal richtig verliebt ist – und zwar in seinen Klassenkameraden Hirose. Allein dieser Umstand wirft ihn emotional komplett aus der Bahn. Er ist schrecklich schüchtern, analysiert jede Kleinigkeit zu Tode und schafft es lange nicht einmal, ein normales Gespräch mit seinem Schwarm zu führen. Genau diese innere Überforderung macht den Kern des Mangas aus.

Was mir besonders aufgefallen ist: Die Geschichte bleibt konsequent in Nakamuras Kopf. Ich erlebe seine Gedankenspiralen, seine Panik und sein ständiges Chaos hautnah mit. Große romantische Gesten oder dramatische Wendungen gibt es nicht – stattdessen viele kleine, alltägliche Situationen, die durch seine soziale Unsicherheit unfreiwillig komisch werden.

Der Humor funktioniert vor allem über Fremdscham und Überzeichnung. Nakamura stolpert von einem Missverständnis ins nächste und wirkt dabei manchmal fast schon anstrengend – aber genau das macht ihn auch so menschlich. Ich konnte mich erstaunlich gut in dieses Gefühl hineinversetzen, jemanden unbedingt kennenlernen zu wollen und sich dabei selbst im Weg zu stehen. Das hatte etwas sehr Ehrliches.

Optisch hat der Manga einen deutlich nostalgischen Touch. Der Zeichenstil erinnert stark an die 80er- und 90er-Jahre: runde Gesichter, klare Linien, viel visuelle Comedy.

Was man definitiv nicht erwarten sollte, ist Drama. Es gibt keine toxischen Beziehungen, keine schweren Konflikte und keine emotionalen Abgründe. Stattdessen ist alles leicht, freundlich und angenehm ruhig. Für mich ist das ein klassischer Feelgood-Manga: nicht tiefgehend, aber herzlich. Besonders süß fand ich die wiederkehrenden Motive rund um Meerestiere – inklusive der Oktopusse, die überraschend viel Charme versprühen.

Unterm Strich war der erste Band für mich „nett“ im besten Sinne. Er hat mich nicht emotional umgehauen, aber gut unterhalten. Zwischendurch war mir Nakamuras Chaos fast ein bisschen zu viel, doch zum Ende hin wurde es richtig niedlich. Band zwei möchte ich definitiv lesen, allein um zu sehen, wie sich die Dynamik zwischen Nakamura und Hirose weiterentwickelt.

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Veröffentlicht am 20.12.2025

Ein warmherziges Mitmachbuch für die Winterzeit

Komm mit, Weihnachtseselchen
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Dieses Buch hat mich vom ersten Moment an begeistert. Schon das Cover wirkt liebevoll gestaltet und vermittelt sofort eine winterliche, ruhige Stimmung, die neugierig auf die Geschichte macht. Beim Durchblättern ...

Dieses Buch hat mich vom ersten Moment an begeistert. Schon das Cover wirkt liebevoll gestaltet und vermittelt sofort eine winterliche, ruhige Stimmung, die neugierig auf die Geschichte macht. Beim Durchblättern setzt sich dieser Eindruck fort: Die Illustrationen sind sanft, harmonisch und strahlen viel Wärme aus. Die Tiere sind sehr ausdrucksstark dargestellt, sodass ihre Gefühle für Kinder leicht erkennbar sind. Besonders schön finde ich die vielen kleinen Details, die zum genauen Hinschauen einladen.

Der Text ist bewusst einfach gehalten und dadurch sehr gut für Kinder verständlich. Was mir besonders gefallen hat, ist die aktive Einbindung der jungen Zuhörer. Auf jeder Seite gibt es kleine Aufforderungen – mal soll gepustet, mal gewischt oder gesprochen werden. Dadurch wird das Kind Teil der Geschichte und hilft dem Eselchen auf seinem Weg. Das sorgt nicht nur für Aufmerksamkeit, sondern macht das Vorlesen lebendig und abwechslungsreich.

Inhaltlich erzählt das Buch eine ruhige, einfühlsame Geschichte über das Unterwegssein, das Begegnen und vor allem das Helfen. Der kleine Esel trifft auf bekannte Tiere wie Ochse und Schaf und folgt einem Stern zu einem Stall. Obwohl diese Elemente an die Weihnachtsgeschichte erinnern, bleibt die Erzählung neutral und ohne religiöse Inhalte. Genau das macht sie für alle Kinder geeignet – unabhängig von ihrem Hintergrund.

Ein weiteres Highlight sind die wiederkehrenden Figuren, wie die Maus und das Glühwürmchen, die auf jeder Seite versteckt sind. Dieses Suchmotiv macht das Buch zusätzlich spannend und lädt dazu ein, es immer wieder zur Hand zu nehmen.

Für mich ist dieses Bilderbuch eine gelungene Kombination aus schöner Geschichte, liebevollen Bildern und durchdachten Mitmachaktionen. Ich kann mir gut vorstellen, dass Kinder es bald auswendig kennen und trotzdem nicht müde werden, es erneut zu lesen.

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Veröffentlicht am 29.11.2025

Mitten im Bürgerkrieg – und mitten im Leben

Der brennende Garten
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Mit Der brennende Garten durfte ich an der Seite von Sashi heranwachsen, einer jungen Tamilin aus Jaffna, die eigentlich nur Ärztin werden möchte und sich schon bald in einem Albtraum wiederfindet, den ...

Mit Der brennende Garten durfte ich an der Seite von Sashi heranwachsen, einer jungen Tamilin aus Jaffna, die eigentlich nur Ärztin werden möchte und sich schon bald in einem Albtraum wiederfindet, den sie sich nie ausgesucht hat.

Ich habe mich von Beginn an eng mit ihr verbunden gefühlt. Sie ist neugierig, voller Hoffnung – und dann bricht die Gewalt in ihr Leben ein. Die politischen Spannungen im Sri Lanka der frühen 1980er eskalieren, und plötzlich verschwinden Träume hinter Angst, Trauer und dem Drang, diejenigen zu schützen, die man liebt. Sashi muss Entscheidungen treffen, die niemand treffen sollte, schon gar nicht ein Teenager. Plötzlich lernt sie nicht nur für die Uni, sondern wundversorgt Menschen, die im Untergrund gegen Unterdrückung kämpfen.

Was mich am stärksten getroffen hat, ist die moralische Ausweglosigkeit, in der sich alle befinden. Es gibt keine saubere Wahrheit, keine Seite, die frei von Schuld wäre. Während die Regierung Tamilinnen unterdrückt, verwandelt sich der Widerstand selbst zunehmend in etwas Gefährliches. Das Buch zeigt, wie schmal der Grat zwischen Verteidigung und Grausamkeit wird – und wie sehr Zivilistinnen darunter zerbrechen.

Ganeshananthan gelingt es, Geschichte greifbar zu machen, ohne sie zu belehren oder zu beschönigen. Ihre Sprache ist klar, fast nüchtern, und gerade deshalb so kraftvoll. Schmerz wird nicht ausgeschlachtet, sondern sichtbar gemacht. Ich hatte oft das Gefühl, in einem Erfahrungsbericht zu lesen und nicht in einem Roman.

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Veröffentlicht am 26.11.2025

Eine düstere Reise mit großem Potenzial

City of Storm and Thunder
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City of Storm and Thunder hat mich sofort mit seinem eindrucksvollen Cover überzeugt, das perfekt die Stimmung der Geschichte einfängt – Sturm, Raben, Dunkelheit und die bedrohliche Stadt. Auch der Klappentext ...

City of Storm and Thunder hat mich sofort mit seinem eindrucksvollen Cover überzeugt, das perfekt die Stimmung der Geschichte einfängt – Sturm, Raben, Dunkelheit und die bedrohliche Stadt. Auch der Klappentext hat mich direkt gepackt, und ich wusste sofort, dass ich dieses Buch lesen muss.

Rain war für mich von Anfang an eine starke, sympathische Protagonistin. Sie ist entschlossen, kämpferisch und tut alles, um ihren Bruder Gale zu retten. Gleichzeitig wirkt sie durch ihre verletzlichen Momente authentisch und nicht überzeichnet. Auch Kite fand ich sehr spannend, wenn anfangs auch schwer einzuschätzen. Erst im Verlauf wird klar, welche Rolle er spielt, und seine Entwicklung hat mir gut gefallen. Die Nebenfiguren waren ebenfalls gut dargestellt, wenngleich ich mir hier manchmal etwas mehr Tiefe gewünscht hätte.

Der Einstieg in die Welt war zunächst etwas herausfordernd, da viele neue Begriffe und Konzepte schnell aufeinander folgten. Doch mit der Zeit wurde alles klarer, und besonders das Magiesystem fand ich einzigartig und faszinierend. Dennoch hätte ich gern mehr darüber erfahren, wie die Welt außerhalb von Ravenport aussieht, da sich vieles innerhalb eines recht begrenzten Bereichs abspielt.

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Veröffentlicht am 24.11.2025

Ein ehrlicher Begleiter für Liebe, Lust und Elternsein

Orgasmic Parents
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Als ich Orgasmic Parents in die Hand nahm, war mein erster Gedanke: Endlich ein Buch, das ausspricht, was so oft unausgesprochen bleibt. Schon nach den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, einen sehr persönlichen ...

Als ich Orgasmic Parents in die Hand nahm, war mein erster Gedanke: Endlich ein Buch, das ausspricht, was so oft unausgesprochen bleibt. Schon nach den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, einen sehr persönlichen Begleiter vor mir zu haben – keinen klassischen Ratgeber, der mir erklärt, wie ich etwas „richtig“ machen soll, sondern ein Buch, das mich einlädt, meine Beziehung und meine eigenen Bedürfnisse neu wahrzunehmen.

Besonders bewegt hat mich, wie offen und selbstverständlich die Autorinnen über Nähe, Intimität und Veränderung sprechen. Ich habe mich selten in einem Buch so gesehen gefühlt. Ihre Worte haben in mir den Eindruck geweckt, in einem vertrauten Gespräch zu sitzen, in dem alles gesagt werden darf. Gerade als Mutter kenne ich die Phasen, in denen der eigene Körper, die Lust und die Beziehung plötzlich fremd wirken – und genau dort setzt dieses Buch an, ohne Druck zu erzeugen.

Sehr beeindruckt hat mich auch die visuelle Gestaltung. Die Illustrationen sind mutig, natürlich und vielfältig. Sie zeigen Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit, ohne Klischees zu bedienen – etwas, das in Ratgebern viel zu selten vorkommt. Dadurch fühlt sich das gesamte Buch unglaublich wertschätzend an.

Die Struktur des Buches hat mir geholfen, meine eigene Reise vom Kinderwunsch über Schwangerschaft bis zum Familienalltag noch einmal anders zu betrachten. Viele Impulse haben bei mir direkt etwas in Bewegung gesetzt, sei es in Form kleiner Denkanstöße oder dadurch, dass sie Gespräche ausgelöst haben, die lange überfällig waren. Einige Vorschläge ließen sich erstaunlich leicht in meinen Alltag integrieren – und manche Erkenntnisse haben mir sofort Druck genommen, den ich mir selbst gemacht hatte.

Wenn ich an die Kapitel über das Leben mit Kindern denke, hätte ich mir ein wenig mehr Tiefe gewünscht. Gerade dieser Abschnitt hat so viel Potenzial, weil dort häufig die größten Unsicherheiten auftreten. Dennoch bleibt das Buch für mich ein wertvoller Begleiter, der nicht mit erhobenem Zeigefinger arbeitet, sondern mit Verständnis, Humor und einer großen Portion Wärme.

Orgasmic Parents ist für mich ein Buch, das Mut macht, hinzuschauen und darüber zu sprechen, was sonst oft verschwiegen wird. Es erinnert daran, dass Liebe und Lust nicht verschwinden, sobald man Eltern wird – sie verändern sich, und genau darin liegt ihre Schönheit. Ich würde dieses Buch jedem Paar ans Herz legen, das sich selbst und seine Verbindung im Trubel des Elternseins wiederfinden möchte.

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