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Veröffentlicht am 22.08.2021

Die Natur betrügt uns nie. Wir sind es immer, die wir uns selbst betrügen.

Halloween in Nebelwald
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Nachdem sich letztes Jahr an Halloween in Unterwald beunruhigende Vorkommnisse ereignet haben, scheint nun die 2 km entfernte kleine Gemeinde Nebelwald von diesem Fluch betroffen zu sein. Doch noch ahnen ...

Nachdem sich letztes Jahr an Halloween in Unterwald beunruhigende Vorkommnisse ereignet haben, scheint nun die 2 km entfernte kleine Gemeinde Nebelwald von diesem Fluch betroffen zu sein. Doch noch ahnen die Bewohner nichts von ihrem Schicksal. Die BBZ-Schülerin Michelle plant ganz normal mit ihren Freunden zu einer Halloween-Party in einem alten Fabrikgebäude außerhalb der Stadt zu gehen. Unterdessen plant der Besitzer eines Waldstücks Stephan nicht weit davon entfernt einen Jagdausflug zu machen und der Parkbesitzer Frank möchte zum letzten Mal den Baufortschritt seines Vergnügungsparkes in diesem Wald begutachten. Als jedoch grüner Nebel plötzlich aufzieht, kann sich dem niemand mehr entziehen..
Schon mit Spannung habe ich die erste Novelle „Halloween im Unterwald“ gelesen, sodass ich es kaum abwarten konnte, bis „Halloween im Nebelwald“ endlich erscheint. Und obwohl mir schon die erste Novelle ziemlich gut gefallen hat, konnte dieses Buch noch mal eine Schippe drauflegen. Dieses Mal wirkt das Buch direkt viel düsterer und bedrohlicher als „Halloween im Unterwald“. Im ersten Buch stand der Teenie-Horror noch klar im Fokus, wohingegen „Halloween im Nebelwald“ nun so wirkt, als ob die Reihe erwachsen wird. Dies hat mir ziemlich gut gefallen, denn es hat mich direkt an so manchen guten Horror-Film erinnert.
Zudem fand ich es auch schön, dass am Anfang noch mal ein Bezug zu Band 1 hergestellt wird. Zwar muss man den ersten Band nicht kennen, um Band 2 zu lesen, aber für Menschen, die den ersten Band schon gelesen habe, ist es ein schönes Wiedersehen mit altbekannten Charakteren.
Danach erlebt man das Buch aus drei verschiedenen Perspektiven. Nämlich aus der Sicht der BBZ-Schülerin Michelle, dem Waldbesitzer Stephan und dem Vergnügungsparkbesitzer Frank. Alle drei haben ein Anliegen, warum sie sich an Halloween ausgerechnet in diesem Wald aufhalten. Allerdings haben nicht alle die besten Absichten für diesen Wald. Dieses Buch zeigt auf eindrückliche Weise, was passiert, wenn die Natur die Möglichkeit bekommt zurückzuschlagen. Sogar so eindrücklich, dass ich mich unweigerlich fragen musste, wie es mit meinem ökologischen Fußabdruck aussieht und ob mir ähnliche Dinge wie den dreien passieren würden.
Dabei geht es sogar etwas „blutiger“ als noch in Halloween in Unterwald zu und ist demnach nichts mehr für zartbesaitete Naturen. Es ist eben eine gänzlich andere Form von Horror geworden, der in eine ständige Bedrohung für die Protagonisten umschlägt.
Demnach kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der auch schon Halloween im Unterwald gelesen hat und einfach nicht genug von dieser Reihe bekommt, aber auch Neueinsteigern ist diese Reihe wärmstens zu empfehlen, wenn sie gerne Bücher im Horror-Genre lesen.

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Veröffentlicht am 20.08.2021

Du bekommst im Leben, wozu du den Mut hast zu fragen.

Noora und das Licht
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Noora lebt mit ihrer Großmutter am Rande eines kleinen Dorfes in ewiger Dunkelheit. Denn vor langer Zeit wurden der Mond und die Sonne vom Himmel gestohlen, da die Götter die Menschen bestrafen wollten. ...

Noora lebt mit ihrer Großmutter am Rande eines kleinen Dorfes in ewiger Dunkelheit. Denn vor langer Zeit wurden der Mond und die Sonne vom Himmel gestohlen, da die Götter die Menschen bestrafen wollten. Nur eine kleine Brücke aus Licht mitten im Dorf versorgt die Menschen mit dem Notwendigen, damit sie überleben können. Niemand traut sich auf diese besagte Brücke, denn sie ist der direkte Weg ins Reich der Götter. Nur Noora ist davon gänzlich unbeeindruckt, denn sie braucht die bunten Glasscherben, die sich auf der Brücke befinden, um die Stoffe ihrer Großmutter, die die Weberin des Dorfes ist, zu färben. Doch eines Tages bleibt ihre Tat von den Göttern nicht ungesehen..

Dieses Buch ist ein sehr besonderes Buch. Neben der Geschichte von Noora, die dem fehlenden Licht auf den Grund geht und ihre Geschichten dem Dorf erzählt, gibt es seitenweise wunderschöne Illustrationen, die die Geschichte vorantreiben. Auch ohne den Text zu lesen, macht es einfach Spaß, die Illustrationen anzuschauen und auch auf diesem Weg die Geschichte zu verfolgen. Man merkt dem Buch einfach an, mit wieviel Herzblut es geschrieben wurde.

Zudem ist Noora einfach ein toller Charakter. Obwohl das Dorf und die Menschen darin von Dunkelheit und Ödnis umgeben sind, lässt sich Noora davon nicht unterkriegen, sondern sie bleibt weiterhin positiv, erzählt ihre Geschichten und geht unbeeindruckt ihrem Tagewerk nach. Sie ist sogar so mutig, dass sie sich den Göttern entgegenstellt, indem sie sich auf die Brücke aus Licht begibt. Einige Dorfbewohner mochten diese Tat als dumm empfinden und hatten Angst vor dem Zorn der Götter und den Konsequenzen, die es nach sich zieht, aber ohne den Mut von Noora hätte sich auch nie etwas geändert.

Spätestens ab diesem Punkt lernt man zwei weitere tolle Charakter kennen: den Mondwächter und die Sonnenwächterin. Durch Nooras mutige Tat beginnen auch die beiden Wächter zu hinterfragen, warum die Götter den Menschen den Mond und die Sonne genommen haben, und es entstehen interessante Diskussionen zwischen den beiden. Ich mochte diese Art von Erzählung und habe die Geschichte mit Spannung weiterverfolgt, denn ich wollte unbedingt wissen, wie es mit den Dorfbewohnern weitergehen wird und ob Noora doch noch bestraft wird.

Diese Geschichte muss einfach selbst erlebt werden, um ihren ganzen Zauber zu verstehen und zu sehen. Denn es ist eine Geschichte, die einen schnell in ihren Bann zieht und noch lange danach nicht wirklich loslässt.

Aus diesem Grund kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der ein zauberhaftes Märchen mit wundervollen Illustrationen lesen und dazwischen einfach mal die Seele baumeln lassen möchte.

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Veröffentlicht am 18.08.2021

Das Schicksal wird seine Gründe haben..oder nicht?

Gefallene Helden
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Der Forstmann Aaslo wächst zusammen mit seinem besten Freund Mathias im kleinen Dorf Goldenwald auf. Jahrelang werden sie von Groma, Mathias Großmutter im Kampf unterrichtet und auf eine uralte Prophezeiung ...

Der Forstmann Aaslo wächst zusammen mit seinem besten Freund Mathias im kleinen Dorf Goldenwald auf. Jahrelang werden sie von Groma, Mathias Großmutter im Kampf unterrichtet und auf eine uralte Prophezeiung vorbereitet. Als der Tag der Prophezeiung endlich gekommen ist und Mathias als der Auserwählte sich auf den Weg macht, das drohende unheilvolle Schicksal der Menschheit abzuwehren, gerät er des Nachts in einen Hinterhalt und wird hinterrücks ermordet. Nun liegt das Schicksal dieser Welt in den Händen der Zweitbesetzung, die nie damit gerechnet hat, eine solche Aufgabe erfüllen zu müssen. Vorhang auf für den Forstmann Aaslo.

Schon der Klappentext machte mich sehr neugierig auf dieses Buch, da es sich nach einer sehr ungewöhnlichen Geschichte angehört hat. In den meisten Geschichten zieht der Auserwählte los, um sein Schicksal zu erfüllen und die Menschheit zu retten. Nicht so in dieser Geschichte. Es dauert nur wenige Seiten, bis der Auserwählte sein Leben aushaucht und an seine Stelle Aaslo treten muss. An dem Punkt, an dem die meisten Erzählungen ihr Ende finden würden, da die Welt nun dem Untergang geweiht ist, geht die Geschichte in diesem Buch einfach weiter und ich fand es großartig!

Vor allem da die Geschichte sehr humorvoll erzählt wird. Zwar kann Mathias die Prophezeiung nicht mehr selbst erfüllen, aber er steht als sprechender Kopf seinem Freund Aaslo mit Rat und Tat zur Seite. Zwar kann niemand außer Aaslo den sprechenden Kopf hören, aber das hält ihn nicht davon ab, sich in munteren Diskussionen mit ihm zu verstricken. Zudem wird Aaslo nach und nach, wie es sich für einen richtigen Auserwählten in Ausbildung gehört, von einigen Gefährten begleitet. Am Anfang ist es nur sein treues Schlachtross Trottel, dass einen sehr eigenwilligen Charakter hat und wahrscheinlich mehr als einmal von einem Pferde-Wickeltisch gefallen ist, aber nach einer Weile gesellen sich auch eine Magierin, zwei Diebe und ein Prophet zu seiner Gruppe. Gerade die Auseinandersetzungen und Diskussionen in der Gruppe sind einfach göttlich und spätestens als der Prophet auftaucht, konnte ich nur noch mit einem fetten Grinsen weiterlesen.

Dabei sind die Gefährten noch lange nicht das beste der Geschichte, denn wir erleben das Schicksal der Welt auch aus der Perspektive der Gottheiten, die dafür verantwortlich sind. Denn eine alte Fehde zwischen zwei Gottheiten führt zu dem ganzen Schlamassel, mit dem sich nun Aaslo und seine Gefährten konfrontiert sehen. Aber sie sind dabei nicht allein, sondern bekommen auch aus der Götterwelt Unterstützung. Am Anfang noch unbeabsichtigt verfolgt die Schnitterin Myropa das Schicksal von Aaslo und möchte unbedingt wissen, wie die Geschichte für ihn endet. Zwar ist eigentlich ihre Aufgabe, die Seele von Verstorbenen in den Weltenfluss zu bringen, aber das Schicksal der ganzen Welt ist natürlich weitaus interessanter. Zudem kann sie so auch manchmal den Tod von Kameraden verzögern, damit sie vielleicht doch noch gerettet werden können.

Mein Lieblingscharakter war auf jeden Fall Myropa. Sie war mir direkt sympathisch und als ob ich es geahnt habe, ist ihre Rolle in der ganzen Geschichte weitaus größer und bedeutender, als man noch am Anfang geahnt hat. Ich bin auf jeden Fall so gespannt auf den zweiten Band, denn der erste endet mit einem fiesen Cliffhanger.

Darum bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich jedem dieses Buch empfehlen kann, der eine fantastische und lustige Geschichte über eine Prophezeiung lesen möchte, die dieses Mal von der Zweitbesetzung erfüllt werden muss. Ein Hoch auf die Zweitbesetzung!

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Veröffentlicht am 13.08.2021

Entfernung trennt die Menschen nicht voneinander. Schweigen tut es.

König und Meister
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Ada Königs Leben wirkt geordnet, aber sie selbst ist mehr als verloren. Als sie ihr Vater zu einem Abendessen einlädt, weil er ihr unbedingt etwas Wichtiges sagen muss, sagt sie zu, aber ist nicht mit ...

Ada Königs Leben wirkt geordnet, aber sie selbst ist mehr als verloren. Als sie ihr Vater zu einem Abendessen einlädt, weil er ihr unbedingt etwas Wichtiges sagen muss, sagt sie zu, aber ist nicht mit dem Herzen dabei. Sie streiten sich mehr, als sie einander zuhören und auf der Rückfahrt passiert es dann: Ein tragischer Unfall versetzt Adas Vater ins Koma und Ada bleibt mit mehr Fragen als Antworten zurück. Was war diese eine wichtige Sache, die ihr Vater ihr unbedingt sagen wollte und warum sieht sie nach diesem Unfall nun überall einen verbrannten Mann?

Ich fand die Geschichte der Ada König durchweg spannend. Am Anfang weiß man noch nicht recht, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird, aber spätestens nach dem tragischen Unfall von Ada und ihrem Vater nimmt die Geschichte zunehmend an Fahrt auf. Dieses einschneidende Erlebnis ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, und schon bald merkt Ada, dass das Geheimnis ihres Vaters in ihrer Vergangenheit liegt. So deckt Ada nach und nach Vorkommnisse auf, die sich in ihrer Kindheit ereignet haben, die sie aber damals nicht als solche wahrgenommen hat und über allem steht die Frage „was ist damals wirklich passiert?“.

Auf der Suche nach der Wahrheit und was damals wirklich passiert ist, taucht auch ihre Mutter auf, die sich vor einigen Jahren von ihrem Vater getrennt und sich für ihre Karriere entschieden hat. Ada sehnt sich in der schweren Zeit ohne ihren Vater nach einer Mutter, die ihr wieder Mut zuspricht, aber ihre Mutter kann nicht über ihren Schatten springen. Sie selbst hat einige Probleme zu bewältigen und fühlt sich in ihrem alten Leben überhaupt nicht mehr wohl, sodass sie Ada einfach keine Mutter sein kann. Allerdings fand ich die auftauchenden Konflikte der beiden gut umgesetzt und nachvollziehbar. Man leidet in gewisser Weise mit den beiden, die verlernt haben, sich einander zuzuhören. Zudem werden innerhalb dieses Konflikts auch ernste Themen angesprochen wie z.B. die Krankheit Bulimie.

Allerdings steht Ada nicht gänzlich allein da, sondern wird nach kurzer Zeit vom Obdachlosen Elvis mehr oder weniger unterstützt. Er versteht Adas Gefühlswelt und verschafft ihr einen anderen Blickwinkel auf die Dinge. Manchmal ist eben nichts so, wie es auf den ersten Blick erscheint. Die Freundschaft der beiden empfand ich als schönen Lichtblick zwischen den ganzen dunklen Geheimnissen, die um Ada herumschwirren.

Ebenso fand ich die Atmosphäre des Buches großartig. Immer wieder tauchen beunruhigende Kapitel über einen mordenden Walnussbaum namens Meister auf oder Ada wird von einem verbrannten Mann verfolgt, der ihr Aufgaben stellt, um ihre Seele zu retten. Diese Kapitel haben mich stets motiviert weiterzulesen, da ich unbedingt wissen wollte, was hinter alldem steckt. Die Auflösung des ganzen Rätsels fand ich schön gelöst und wirkte auf mich sinnig.

Aus diesem Grund kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der einfach nach einem guten Mystery-Thriller sucht über eine Frau, die ihr ganzes Leben vor der Wahrheit, die Augen verschlossen und sich selbst dabei verloren hat.

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Veröffentlicht am 11.08.2021

Es ist nicht wichtig, wer du bist, sondern was sie denken, wer du bist.

Das Spiel der Ketzerin
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Die Grafentochter Alida von Erkenwald lebt mit ihrem Vater, dem Grafen von Burg Erkenwald im Rheinland des 13. Jahrhunderts. Als dieser jedoch beim Kaiser in Ungnade fällt, überschreibt der Kaiser den ...

Die Grafentochter Alida von Erkenwald lebt mit ihrem Vater, dem Grafen von Burg Erkenwald im Rheinland des 13. Jahrhunderts. Als dieser jedoch beim Kaiser in Ungnade fällt, überschreibt der Kaiser den gesamten Besitz des Grafen dem Deutschen Orden, um dort eine Kommende einzurichten. Alida ist von diesen Neuigkeiten erschüttert und wird wenig später Opfer eines Mordanschlags, dem sie nur knapp entgehen kann, denn auch Alida ist dem Deutschen Orden ein Dorn im Auge. Ihr bleibt keine andere Möglichkeit, als von Burg Erkenwald zu fliehen und fortan als die Jüdin Sara bat Salomon zu leben.

Ich mochte die Geschichte der Grafentochter Alida von Erkenwald sehr gerne. Obwohl das Schicksal ihr übel mitspielt und sie ohne Besitz und Titel auf der Straße landet, beschwert sie sich zu keinem Zeitpunkt, sondern versucht alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um ihren Vater doch noch von seiner Schuld zu befreien. So macht sie sich auf die Reise nach Coellen, um dort einen Freund ihres Vaters, den Juden Salomon ben Isaak aufzusuchen. Dieser hilft ihr gerne und sie verbirgt ihre wahre Identität unter dem Namen Sara bat Salomon und gibt sich als Tochter von Salomon aus.

Doch Salomon hat auch selbst eine Tochter Mirjam, die Alida hilft, wenigstens den Anschein zu erwecken, als sei sie die Tochter eines jüdischen Kaufmanns. Denn das Judentum hat einige Besonderheiten, die es zu beachten gibt und die Alida am Anfang noch schwer fallen zu akzeptieren wie z.B. das Frauen der Zugang zu einer Synagoge nicht gestattet ist. Doch mit der Zeit lernt Alida sich einzufügen und ich fand die aufkeimende Freundschaft der beiden Frauen sehr schön zu lesen.

Allerdings ist es gar nicht so einfach für Alida, Salomon und Mirjam nach Worms zu gelangen, um eine Audienz beim Kaiser zu erhalten, denn sie werden von Richard von Thurau einem Ritter des Deutschen Ordens aufgegriffen, der sie wieder nach Erkenwald eskortieren will. Obwohl mir Richard von Thurau am Anfang sehr unsympathisch vorkam mit seinem blinden Gehorsam gegenüber der Obrigkeit, ohne selbst seinen Verstand zu benutzen, entwickelte er sich zu einem meiner liebsten Charaktere dieses Buches. Gerade in der Verbindung mit Alida blüht dieser Charakter richtig auf und die Wortgefechte zwischen den beiden sind einfach nur köstlich.

Dagegen gehört Konrad von Westerburg zu einem der fiesesten Antagonisten, die ich je in einem Buch gelesen habe. Er wird von Rache getrieben und geht freudig über Leichen, um seine Ziele zu erreichen. Dass er damit viele Menschen ins Unglück stürzt und Lügen und Betrügen muss, macht ihm absolut nichts aus. Gerade am Anfang hat mich dieser Charakter sehr auf die Palme gebracht, denn niemand scheint ihm Einhalt zu gebieten und seinen Wahn aufzuhalten.

Darüber hinaus fand ich es auch sehr interessant, mehr über das Judentum und seine Gebräuche zu lernen und mein absolutes Highlight war, dass die Geschichte stellenweise in Worms gespielt hat. Da ich selbst in dieser Stadt wohne, habe ich einige Orte wiedererkannt, was ich sehr schön fand.

Demnach kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der einen spannenden historischen Roman lesen möchte, über eine Grafentochter, die ihre Identität aufgibt, um ihren Vater zu retten.

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