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Veröffentlicht am 27.08.2020

Vom Burgerbrater zum Held einer fantastischen Welt

Hidden Worlds 1 – Der Kompass im Nebel
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Elliot Craig lebt mit seinem Vater in einem heruntergekommenen Haus in einer ebenso ähnlich beschaulichen Gegend von Edinburgh. Sein Alltag besteht daraus in einem Fast-Food Restaurant zu arbeiten und ...

Elliot Craig lebt mit seinem Vater in einem heruntergekommenen Haus in einer ebenso ähnlich beschaulichen Gegend von Edinburgh. Sein Alltag besteht daraus in einem Fast-Food Restaurant zu arbeiten und seinem Vater dabei zuzusehen, wie er tagein tagaus vor dem Fernseher sitzt und Tierdokus schaut. Nachdem sein Vater einen Arbeitsunfall gehabt hat, verlässt er das Haus nicht mehr und Elliot muss selbst versuchen das Geld für ihren Lebensunterhalt zusammenzubekommen. Als Elliot jedoch eines Tages seinen Job verliert, droht ihnen sogar das einzige wenige, das sie noch besitzen auch noch weggenommen zu werden. Allerdings kennt Elliot’s Vater einen Ausweg und schickt seinen Sohn in einen Kilt Laden, da der Besitzer ihm noch einen Gefallen schulden würde. Mit einem mulmigen Gefühl begibt sich Elliot zu dem besagten Laden und macht Bekanntschaft mit Theodore und seinen Kater Mr Hurley. Bald darauf stellt sich Theodore als Leiter des Merlins Center vor und verursacht dadurch, dass sich Elliots Leben von der einen auf die andere Sekunde schlagartig ändert.

Besonders gut gefallen hat mir, dass man den gleichen Kenntnisstand wie der Hauptcharakter Elliot Craig hat und mit ihm zusammen unvoreingenommen, die Bewohner und Mitarbeiter des Merlin Centers kennenlernen kann. So macht man z.B. im Laufe des Buches Bekanntschaft mit einem Buffalomen namens Gerry, der sich bald darauf als Elliots Vorgesetzter entpuppt. Zusammen mit Gerry ist Elliot für die Versorgung anderer fantastischer Wesen, wie z.B. einem Drachen oder sogar einem Mantikor zuständig. Währenddessen erfährt man allerhand interessante Informationen über diese Wesen und es macht Spaß ihre Welt nach und nach kennenzulernen. Ebenso lernt man neue magische Gadgets kennen, wie z.B. Stinkesticker oder Chamäleonfinger, die Elliott auf seiner Reise gute Dienste erweisen.

Allerdings begibt man sich nicht nur auf Erkundungstour, sondern lernt auch sehr schnell die Antagonisten des Buches kennen: die Inquisition. Schon bald wird klar, dass Elliot in eine Verschwörung hineingezogen wurde und seine Mutter ihn und seinen Vater alles andere als freiwillig verlassen hat. Die Suche nach der Wahrheit über Elliots Mutter gibt dem Buch nochmal einen spannenden Twist und bleibt bis zum Schluss mitreißend, da man unweigerlich wissen möchte, welche Geheimnisse Elliots Mutter versucht hat geheim zu halten.

Ebenso fand ich interessant einen anderen Blickwinkel auf die Menschenwelt zu bekommen. Die fantastischen Wesen sterben nach und nach in der Menschenwelt aus, da sie gejagt werden oder sich nicht mehr vervielfältigen können. Die Sehnsucht nach ihrer Welt ist dementsprechend groß und so hat man als Leser auch unweigerlich den Wunsch, dass Elliot einen Weg finden muss, die fantastischen Wesen wieder in ihre Heimat schicken zu können.

Demnach kann ich jedem das Buch empfehlen, der ein fantasiereiches Buch über einen Jungen lesen möchte, dessen Bestimmung schon immer war die auf unserer Welt gestrandeten fantastischen Wesen in ihre Heimat zurückzubringen!

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Veröffentlicht am 11.08.2020

Die beste Familie ist die, die man sich aussuchen kann

Das kleine Cafe in den Highlands
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Die Immobilienmaklerin Rae arbeitet bei New York Estate und ist dort für den Stadtteil Manhattan zuständig. Sie liebt das Leben in New York und ist gut in ihrem Job. Allerdings gerät ihr Leben gehörig ...

Die Immobilienmaklerin Rae arbeitet bei New York Estate und ist dort für den Stadtteil Manhattan zuständig. Sie liebt das Leben in New York und ist gut in ihrem Job. Allerdings gerät ihr Leben gehörig ins Wanken als ein Nacktfoto von ihr auf der Onlineplattform „kissandhug“ erscheint und so die ganze Welt Zeuge von ihrer natürlichen Schönheit wird. In der Folge wird sie von ihrer Arbeit freigestellt bis Gras über die Sache gewachsen ist. Lange nach einer Beschäftigung muss sie allerdings nicht suchen, da sie einen Brief von einem geheimnisvollen Charles Stirling aus Inverness (Schottland) bekommt. Darin eröffnet er ihr, dass Iris Donnerly, ihre leibliche Mutter verstorben ist und ihr laut dem Testament ihrer Mutter ein Café in den schottischen Highlands vererbt wurde. Mit gemischten Gefühlen begibt sich Rae nach Duncan mit der Einstellung das Café umgehend zu verkaufen, aber schon bald erfährt sie die Gründe für ihre Adoption und auch die Bewohner von Duncan wachsen ihr immer mehr ans Herz. Ganz besonders ein gewisser Colin, der ebenso mit den Dämonen seiner Vergangenheit kämpfen muss. Rae wird in der Folge vor einige schwierige Entscheidungen gestellt.

Ich empfand dieses Buch als die perfekte Sommerlektüre, um sich einfach locker und beschwingt in das ferne Duncan treiben zu lassen und sich von dem Ort und den Bewohnern regelrecht gefangen nehmen zu lassen. Da wäre zum einen Marcy, die mit ihren pinkfarbenen Locken eine echte Sensation in Duncan ist und sich schnell zu einer guten Freundin für Rae entwickelt oder die alte Brenda, die einen kleinen Gemischtwarenhandel betreibt und sich warmherzig um Rae kümmert, wann immer Rae sie besuchen kommt. Man fühlt sich direkt wohl und ich hatte zumindest unweigerlich den Wunsch auch mal Besucher des kleinen Cafés in diesem Dörfchen zu werden.

Zudem schafft die Autorin es gut den inneren Konflikt und die Gedankengänge einer Person darzustellen, die als Kind weggegeben wurde und bei einer Adoptionsfamilie aufgewachsen ist. Gleichzeitig wird auch thematisiert, wie es sich anfühlt plötzlich und gegen seinen Willen seine Familie zu verlieren. Diese Themen werden behutsam aufgegriffen und am Ende eine schöne Lösung für alle diese Probleme gefunden. Es kommt nämlich manchmal nicht darauf an, dass man auch im Blute verbunden ist. Jeder kann prinzipiell zu deiner Familie werden.

Demnach kann ich nur jedem dieses Buch empfehlen, der eine lockere, leichte Geschichte für den Sommer sucht und sich von den schottischen Highlands verzaubern lassen möchte!

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Veröffentlicht am 16.07.2021

Manche Nachbarn können sich als der reinste Albtraum entpuppen

Southern Gothic - Das Grauen wohnt nebenan
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Patricia Campbells lebt mit ihrem Mann Carter, ihrer Schwiegermutter Miss Mary und ihren beiden Kindern Blue und Korey in einer bezaubernden Kleinstadt. Ihre Welt dreht sich um gestärkte Hemden, den Eskapaden, ...

Patricia Campbells lebt mit ihrem Mann Carter, ihrer Schwiegermutter Miss Mary und ihren beiden Kindern Blue und Korey in einer bezaubernden Kleinstadt. Ihre Welt dreht sich um gestärkte Hemden, den Eskapaden, die sie mit der an Alzheimer erkrankten Miss Mary erlebt und die Erziehung ihrer beiden pubertierenden Teenagern, die seltsame Neigungen entwickeln. Der einzige Lichtblick, um sich etwas davon abzulenken, ist der Buchclub, den sie mit ihren Nachbarinnen Grace, Slick, Kitty und Maryellen gegründet hat. Jede Woche steht ein neues, schauriges Buch auf dem Leseplan. Als jedoch ein geheimnisvoller Mann in der Nachbarschaft einzieht, fragt sich, ob nicht doch ein wahrer Kern in diesen Büchern steckt..

Nachdem ich so viele gute Rezensionen zu diesem Buch gelesen habe, stand für mich fest, dass ich auch unbedingt mal einen Blick in dieses Buch werfen muss. Leider bin ich nach dem Ende dieses Buch allerdings nicht so positiv gestimmt wie die Rezensionen, die ich dazu gelesen habe. Dies hat zum einen damit zu tun, dass ich die Einstellungen oder das Verhalten von Patricia nicht ganz nachvollziehen konnte. Sie bleibt fast das ganze Buch über passiv und wird erst wirklich aktiv, als schon alles verloren scheint. Zwar hat ihr Verhalten viel mit ihrer Umwelt zu tun, die ihr nicht glaubt und sie bewusst klein hält oder sie sogar als verrückt abstempelt, aber ich finde, Patricia kapituliert viel zu schnell und macht den Satz „uns geht es gut, was interessieren mich andere“ dadurch zu ihrem Mantra.

Dabei hat sie allen Grund dazu, dem Nachbar James Harris zu misstrauen. Denn seit er aufgetaucht ist, passieren merkwürdige Dinge in der Nachbarschaft: Kinder werden entführt, alte Frauen ernähren sich von Tierkadavern, eine Rattenplage überschwemmt die Kleinstadt und jeder scheint James Harris direkt zu vertrauen. Dies hat viel damit zu tun, dass zwar schon die eben aufgezählten seltsamen Dinge passieren, aber gleichzeitig passieren auch gute Dinge wie z.B., dass die Männer von Patricia, Slick, Grace, Kitty und Maryellen plötzlich mehr Geld haben, da James ein Investor von ihrer kleinen Projekt-Idee wird. Natürlich tun diese Männer dann auch alles, um ihren privaten Gönner zu schützen, auch wenn es heißt eine Frau wie Patricia Gampbell zu diskreditieren und in einen Selbstmord-Versuch zu treiben. Gerade dieser Umstand hat mich sehr wütend gemacht und es mir nur noch schwer gemacht weiterzulesen, denn scheinbar besteht diese Nachbarschaft nur aus Egoisten und ihnen ist vollkommen egal, ob jemand anderes zu Schaden kommt.

Positiver war dann schon die Auflösung, was nun eigentlich der mysteriöse James Harris ist. Denn dieses Geheimnis wird bis zum Schluss bewahrt und ist vollkommen anders, als man erwarten würde, wenn man gelesen hat, dass es sich um einen „Vampir-Thriller“ handelt. Die Atmosphäre des Buches bleibt auch immer etwas gruselig und die Beschreibungen so mancher Vorkommnisse sind schon sehr eklig. Dies muss man wirklich mögen und in diesen Punkten rutscht dieses Buch schon in das Genre Horror. Mir waren sogar einige Beschreibungen viel zu detailreich, wenn z.B. beschrieben wird, wie sich eine tollwütige Ratte in den Bauch eines Kindes hineinfrisst oder eine Kakerlake sich langsam in den Gehörgang hineingräbt. Deswegen musste ich öfters mal Lesepausen einlegen, denn ich vertrage solche Beschreibungen auch nur in geringen Dosen.

Zwar ist die Mischung aus Detektivarbeit eines Hausfrauen-Buchclubs mit leichten Horrorelementen nicht so ganz bei mir aufgegangen, allerdings kann ich jedem das Buch empfehlen, der eben nach einem solchen Horror-Roman sucht.

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