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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.08.2019

Guter Start - aber das Ende schwächelt

Something in the Water – Im Sog des Verbrechens
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Erin und Mark leben glücklich in London. Beide haben tolle und erfolgreiche Jobs - Mark als Banker, Erin als Dokumentarfilmerin, feiern ihren Jahrestag und planen ihre Flitterwochen auf Bora-Bora. Doch ...

Erin und Mark leben glücklich in London. Beide haben tolle und erfolgreiche Jobs - Mark als Banker, Erin als Dokumentarfilmerin, feiern ihren Jahrestag und planen ihre Flitterwochen auf Bora-Bora. Doch bei einem Wochenendausflug wird sich ihr Leben drastisch verändern....

Dieser Thriller ist interessant geschrieben. Erin erzählt ihre Geschichte, der Leser wird dabei öfters einmal direkt angesprochen und wird somit zum Teil der Geschichte. Dadurch wird die Anteilnahme am Geschehen drastisch erhöht. Das hat mir sehr gut gefallen. Der Nebeneffekt durch diese Schreibweise besteht darin, daß man sich noch besser in Erin hineinversetzen kann. Ihre Handlungen, die ansonsten etwas wirr wären, erscheinen dadurch nachvollziehbarer. Die Spannung wird hier durch einen Trick aufgebaut - der Thriller beginnt mit dem Ende und macht dann einen Sprung zurück. Dadurch weiß man zwar, wie es ausgeht - jedoch fragt man sich die ganze Zeit, wie es dazu kam und was Erin und Mark auf dem Weg dahin erleben. Das birgt einen besonderen Nervenkitzel. Der Charakter Erin ist hier sehr detailreich beschrieben - etwas weniger hätte auch gereicht. Dann hätte der Platz für die Entwicklung der übrigen Charaktere noch gereicht. So kann man deren Entwicklung leider nicht genau nachvollziehen. Sehr schade - und das Manko des Buches. Da dies jedoch das Einzige ist, was ich zu bemängeln habe, empfehle ich das Buch als gut lesbar und spannend!

Veröffentlicht am 11.08.2019

Ein Krimi der ruhigeren Art

Post für den Mörder
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Daphne arbeitet für die Royal Mail, verteilt jeden Morgen die Post im Küstenstädtchen Fowley in Cornwall. Ein ruhiger Ort, in dem man sich gegenseitig kennt. Doch Daphne entdeckt im Haus der Malerin Sandra ...

Daphne arbeitet für die Royal Mail, verteilt jeden Morgen die Post im Küstenstädtchen Fowley in Cornwall. Ein ruhiger Ort, in dem man sich gegenseitig kennt. Doch Daphne entdeckt im Haus der Malerin Sandra McKallan einige Dinge, die ihr merkwürdig vorkommen. Auch Daphnes Mann Francis steht vor einem merkwürdigen Ereignis. Er fischt die Leiche des Reeders Edward Hammett aus dem Hafen. Die Leiche war an einer Boje befestigt. Als kurz darauf noch zwei weitere Leichen gefunden werden, steht für Daphne und Francis fest, daß sie den Chief Inspector aus London unterstützen müssen. Doch dabei geraten sie selbst in Gefahr.


Thomas Chatwin hat mit "Post für den Mörder" einen Krimi in der Tradition von Agatha Christie geschaffen. Hier wird der Leser nicht durch die Handlung gehetzt, sondern man liest in Ruhe und kann das Buch genießen. Das Buch paßt einfach zu Cornwall, denn auch diese Landschaft und die Beschreibungen vermitteln Ruhe und Entspannung. Dem Autor ist es perfekt gelungen, diese schöne Landschaft zum Schauplatz eines Krimis zu machen. Die Handlung selbst ist spannend und kommt gut ohne bluttriefende Szenen aus. Dies mochte ich ganz besonders! Auch die Charaktere sind keine überdrehten Superhelden, sondern normale Menschen, die glaubhaft und sympathisch dargestellt sind. Die Sympathien liegen ganz klar bei Daphne und Francis, die hier ihren Mut beweisen und sich durch nichts beeindrucken lassen. Schön herausgearbeitet ist hier nicht nur Cornwall mit seinem besonderen Flair, sondern auch die Eigenarten der Bewohner Fowleys. Man kennt sich, ist Fremden gegenüber skeptisch und wäre lieber unter sich.

Am Ende des Buches findet man Tips für eine Reise nach Cornwall - der Autor gibt Tips für Unterkünfte und Sehenswürdigkeiten. Dadurch ist das Buch für mich ein rundum gelungenes Buch, bei dem keine Wünsche offen bleiben!

Veröffentlicht am 10.08.2019

Wichtiges Rezept

Das Rezept unserer Freundschaft
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Billy ist bereits Mitte 40, lebt in New York, ist männerlos und ihr großer Traum vom eigenen Restaurant hat sich auch noch nicht erfüllt. Und nun hat sie sich auch noch mit ihrer besten Freundin Lucy zerstritten. ...

Billy ist bereits Mitte 40, lebt in New York, ist männerlos und ihr großer Traum vom eigenen Restaurant hat sich auch noch nicht erfüllt. Und nun hat sie sich auch noch mit ihrer besten Freundin Lucy zerstritten. Sie verläßt kurzentschlossen New York und zieht in das ruhigere Hudson Valley. Doch sowohl Probleme als auch Freundinnen verfolgen sie dorthin...

Zunächst muß man sich an die Charaktere gewöhnen. Sie wirken zunächst oberflächlich und "Tussihaft", allerdings lernt man schnell ihre andere Seite kennen und sie zu mögen. Man findet sie plötzlich gar nicht mehr so unnahbar. Die Handlung ist natürlich durchschaubar, man bekommt das erwartete Happyend, alles andere hätte mich auch enttäuscht. Das Buch liest sich wunderbar schnell und mit Spaß - genau die richtige Urlaubslektüre!

Veröffentlicht am 06.08.2019

Gruselig

Kalte Wasser
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Laureen hat gerade Zwillinge zur Welt gebracht, als sie im Krankenhaus Besuch von einer verwahrlosten Frau bekommt. Sie will, daß Laureen eines ihrer Kinder gegen eines von ihr tauscht. Laureen flieht ...

Laureen hat gerade Zwillinge zur Welt gebracht, als sie im Krankenhaus Besuch von einer verwahrlosten Frau bekommt. Sie will, daß Laureen eines ihrer Kinder gegen eines von ihr tauscht. Laureen flieht und ruft die Polizei. Doch es gibt keine Spuren, die zu dieser Frau führen. Kaum ist Laureen wieder zu Hause, wird sie wieder von der Frau belästigt. Doch erneut gibt es keine Spuren. Die Polizistin Harper glaubt ihr jedoch und sucht weiter nach Spuren. Die Lage spitzt sich zu, als die Kinder verschwinden.

Das Buch ist extrem spannend und weist einen Gruselfaktor auf. Die alten Sagen und mysteriösen Geschehnisse lassen eine Gänsehaut entstehen. Dazu hat man es mit dem Charakter Laureen zu tun, den man nicht einordnen kann. Glaubt man ihr - oder besser nicht? Ebenso kann man an ihrem Mann zweifeln. Sein Verhalten ist ebenfalls nicht durchschaubar. Dieses Buch packt den Leser und man liest es, ohne Pause machen zu wollen.

Veröffentlicht am 01.08.2019

Helgoland goes Hamburg

Geisterfahrt
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Anna Krüger und ihre Kollegen fahren von Helgoland nach Hamburg, um dort auf dem Dom, dem größten Volksfest Norddeutschlands, das Dienstjubiläum ihres Chefs zu feiern. Mit dabei: dessen 9jährige Tochter ...

Anna Krüger und ihre Kollegen fahren von Helgoland nach Hamburg, um dort auf dem Dom, dem größten Volksfest Norddeutschlands, das Dienstjubiläum ihres Chefs zu feiern. Mit dabei: dessen 9jährige Tochter Pauline. Als diese dort verloren geht, ist die Panik groß. Und Anna macht bei ihrer Suche eine brisante Entdeckung - es herrscht höchste Stufe Terroralarm. Sie müssen sich beeilen, um Pauline zu finden....


"Geisterfahrt" von Tim Erzberg ist wahrlich rasant wie der Hamburger Dom selbst. Denn was hier geschieht, handelt in einer Zeitspanne von 1,5 Stunden. Bei der Fülle der Geschehnisse kaum vorstellbar. Ein Mädchen verschwindet, ein Teenager flippt aus, es herrscht Terroralarm, der zu krassen Entscheidungen führt und als Leser bekommt man vor Augen geführt, wie vorsichtig es heutzutage zugeht. Die Handlung ist extrem spannend, was der Geschehnissdichte und der Thematik entspringt. Tim Erzberg schreibt so, daß man sich mit auf dem Rummel fühlt. Man fährt förmlich mit in Geisterbahn und Riesenrad. Zwischen den Kapiteln gibt es immer wieder Einschübe, bei denen man viel über Annas schreckliche Vergangenheit erfährt. Dadurch schließt man sie immer mehr ins Herz. Saskia macht eine gewaltige Entwicklung durch und es ist toll zu erleben, wie sie immer mehr zum Helgoländer Team gehört.

Dieser Thriller hat mich sehr begeistert!