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Veröffentlicht am 30.01.2022

Ermitteln mit der Queen

Die unhöfliche Tote
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Erst der Brexit und nun auch noch das: Am Pool des Buckingham Palace liegt die Leiche einer langjährigen Haushälterin. Gerüchte kreisen, daß die Tote unbeliebt war. Die Queen und ihre Privatsekretärin ...

Erst der Brexit und nun auch noch das: Am Pool des Buckingham Palace liegt die Leiche einer langjährigen Haushälterin. Gerüchte kreisen, daß die Tote unbeliebt war. Die Queen und ihre Privatsekretärin Rozie ermitteln auch diesmal wieder ganz diskret im Hintergrund der Polizei!

Mit "Die unhöfliche Tote" hat S J Bennett sich zu Band 1 der Serie um die ermittelnde Queen massiv gesteigert! Im Gegensatz zum Vorgängerband hat man hier auch richtige Spannung und typisch britischen Humor. Trotzdem ist das Buch eher ruhig - aber eben auf angenehme Weise und nicht langatmig. Die Kapitel werden jeweils aus wechselnden Perspektiven erzählt. Mal befindet man sich an der Seite der Queen, mal bei Rozie oder weiteren Protagonisten. Dadurch erhält man immer wieder ein Puzzleteil und kann nach und nach die Lösung zusammensetzen. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und sympathisch. Wobei mein absoluter Liebling natürlich die Queen ist. Pflichtbewusst und rührend um die Familie, Angestellten und natürlich ihre Hunde besorgt, dabei zielstrebig und verschmitzt - genau so stelle ich mir die reale Queen auch vor. Aber auch die anderen Charaktere sind so gestaltet, daß sie eine bunte Vielfalt ergeben und aus dem Leben gegriffen wirken. S J Bennett hat diesen neuen Fall deutlich interessanter gestaltet, als es ihr im Vorgängerband gelungen ist. Insgesamt ist einfach mehr Spannung enthalten, als Leser erfährt man mehr Hintergründe und der Aufbau bis hin zur Lösung ist deutlich besser zu verfolgen und schlüssiger. Der Schreibstil ist richtig schön britisch. Ruhig, mit britischem Humor und typischem Flair. Für Liebhaber dieses Stils ein Muß - und ich kann es wirklich empfehlen!

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Veröffentlicht am 29.01.2022

Kein Vergleich zu Renate Bergmann

Wo kommen wir denn da hin (Der Offline-Opa 1)
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Günter Habicht, 63jähriger ehemaliger Busfahrer, nutzt sein Rentnerleben, um in der Nachbarschaft für Ordnung zu sorgen. Er kontrolliert die Mülltrennung, wo E-Roller geparkt werden und ist bestens über ...

Günter Habicht, 63jähriger ehemaliger Busfahrer, nutzt sein Rentnerleben, um in der Nachbarschaft für Ordnung zu sorgen. Er kontrolliert die Mülltrennung, wo E-Roller geparkt werden und ist bestens über die Nachbarschaft informiert. Er unterstützt Ehefrau Brigitte im Haushalt - und nervt damit auch sie. Daß nun alle von ihm genervt sind, kann sich ein Günter Habicht aber so gar nicht vorstellen. Und somit treibt er es immer weiter auf die Spitze!

Torsten Rohde läßt in "Wo kommen wir denn da hin" seine bisherige Nebenfigur Günter Habicht aus den Renate-Bergmann-Romanen zu Wort kommen. Vom Schreibstil her wird man nicht enttäuscht. Auf gewohnt locker-leichte Art wird aus Sicht von Günter Habicht geschrieben - mit der entsprechenden "Schnauze". Und genau die gefiel mir hier nicht so gut. Er schwadroniert ohne Unterbrechung und läßt an kaum jemandem ein gutes Haar. Seine Art über seine Frau zu reden, ist haarsträubend. Am meisten hat mich jedoch gestört, wie abwertend er über Renate Bergmann und ihre Freunde redet. Dies war schon sehr beleidigend und als Renate-Fan konnte ich darüber leider gar nicht lachen. Wie ich überhaupt sehr wenig über ihn lachen konnte. Er kommt einfach zu selbstherrlich herüber und seine Redensarten nerven einfach nur. Dazu springt er ohne Zusammenhang zwischen den Themen hin und her, so daß kein Zusammenhang zu erkennen ist und die Story eher vor sich hin dümpelt.
Ich persönlich bleibe lieber Renate Bergmann treu!

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Veröffentlicht am 29.01.2022

Bedrohlich

Der Gräber
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Lektorin Annika Granlund findet vor der Tür ihres Verlages ein Manuskript vor, das brisant ist - und den Verlag vor dem Ruin retten könnte. Es handelt von dem "Gräber", der sich seit Jahren stets am 6. ...

Lektorin Annika Granlund findet vor der Tür ihres Verlages ein Manuskript vor, das brisant ist - und den Verlag vor dem Ruin retten könnte. Es handelt von dem "Gräber", der sich seit Jahren stets am 6. November durch die Erde in die Keller seines nächsten Opfers gräbt und dieses mit sich hinab in die Tiefe zieht. Geschrieben wurde das Manuskript als Autobiographie. Hat es der Täter selbst geschrieben? Annika entscheidet sich dazu, den Text zu veröffentlichen - sie ahnt nicht, welch Geheimnisse dadurch ans Tageslicht kommen und in welche Gefahr sie sich damit bringt. Denn alles in dem Manuskript entspricht der Wahrheit - und der Gräber hat sie nun ins Visier genommen.

"Der Gräber" von Fredrik P. Winter macht atemlos. Der Autor schreibt so bildhaft, daß der Atem stockt, man das Scharren an der Wand fast selbst hört und der Handlung gebannt folgt. Dieses Buch spielt mit den Ängsten und hinterlässt eine Gänsehaut. Der Gräber selbst ist durch seine Taten absoluter Horror, gleichzeitig wird der Aberglaube der Bauarbeiter vor in der Erde lebenden Lebewesen thematisiert. Gleichzeitig nimmt man intensiv am Verlagsgeschehen und dem Privatleben von Annika und ihrem Mann Martin teil. Beide sind sympathisch ,auch wenn mir Annika sehr übereifrig erscheint. Allerdings hat sie dadurch den Verlag gerettet, was diesen Charakterzug wettmacht. Ihre Ängste sind jedoch sehr gut durch ihr Erlebnis in der Kindheit zu verstehen und nachvollziehbar dargelegt. Die Kapitel sind in angenehmer Länge geschrieben und beginnen jeweils mit einem Auszug aus dem Manuskript um den Gräber. Dies erhöht die Spannung, die sehr hoch angesetzt ist - obwohl mir sehr schnell klar war, um wen es sich bei dem "Gräber" handelt. Für mich wird der Leser hier zu deutlich mit der Nase auf die Identität gestoßen. Dies ist jedoch der einzige Kritikpunkt an diesem sehr gut zu lesenden Buch!

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Veröffentlicht am 23.01.2022

Wohlfühlroman

Der Zauber von Somerset
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Amber will in Somerset ihre schwere Zeit in London vergessen und die Ruhe genießen. Doch es kommt anders - das angemietete Cottage wurde doppelt vermietet und so steht schon am nächsten Tag der Schriftsteller ...

Amber will in Somerset ihre schwere Zeit in London vergessen und die Ruhe genießen. Doch es kommt anders - das angemietete Cottage wurde doppelt vermietet und so steht schon am nächsten Tag der Schriftsteller Finian vor der Tür. Aus Mitleid willigt Amber einer Wohngemeinschaft zu. Eigentlich wollen beide den Kontakt zum jeweils anderen vermeiden, doch bei der Pflege des alten Pferdes am Hof kommen sie sich näher. Als auch noch die ängstliche Hündin Faye ihrem Besitzer davonläuft und bei ihnen Hilfe sucht, kommen sie sich noch näher...

Pippa Watson hat mich mit "Der Zauber von Somerset" wahrhaftig verzaubert. Sie schreibt einfach wundervoll einfühlsam, dabei nicht kitschig und bringt sogar bei einem gefühlvollen Roman Spannung hinein. Ihre Charaktere Amber und Finian werden zu Vertrauten, man lernt sie durch den Perspektivwechsel sehr gut kennen und kann ihre Handlungen nachvollziehen. Man steigt richtig in ihre Gefühlswelt ein und bekommt Einblick in ihr Innerstes, leidet und freut sich mit ihnen. Beide hatten von Beginn an bei mir sämtliche Sympathiepunkte gewonnen und ich hätte sie echt gern angestubst, damit sie sich schneller näher kommen. Denn von Anfang an ist klar, daß sie sich prima ergänzen. Aber dieses Buch ist viel mehr als eine schöne romantische Geschichte. Denn es geht auch um weniger schöne Dinge wie die Rettung misshandelter Tiere. Amber und Finian tun alles für diese Tiere und dies ist einfach herzerwärmend. Pippa Watson beschreibt die Pflege der Tiere so intensiv, daß man das Gefühl hat, helfend eingreifen zu können. Aber ihr Talent alles genau zu beschreiben, beschränkt sich nicht nur darauf. Das Cottage und die Landschaft werden so lebendig, daß man richtig darin versinkt und selbst vor Ort ist.
"Der Zauber von Somerset" beinhaltet einfach alles, was das Herz sich wünscht - eine tolle romantische Geschichte mit sympathischen Charakteren und Tieren vor einer traumhaften Kulisse. Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 21.01.2022

Es kommt nicht auf die Körpergröße an!

Tierische Helden
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Die Journalistin Clare Balding kann sich ein Leben ohne Tiere nicht vorstellen. Dies merkt man ihrem Buch "Tierische Helden - Wahre Geschichten von großen und kleinen Lebensrettern" deutlich an. In 65 ...

Die Journalistin Clare Balding kann sich ein Leben ohne Tiere nicht vorstellen. Dies merkt man ihrem Buch "Tierische Helden - Wahre Geschichten von großen und kleinen Lebensrettern" deutlich an. In 65 Geschichten stellt sie auf liebevolle Art tierische Helden unterschiedlichster Arten vor. Von klein bis groß, Federn oder Fell - hier bekommt jeder sein Denkmal gesetzt. Einige von ihnen wird der Tierfreund schon kennen, andere sind eher unbekannt - aber man empfindet für jeden von ihnen Bewunderung für seine Treue und Instinkte. Man reist zu den Helden unterschiedlichster Epochen und somit erlebt man eine wunderbare Zeitreise mit spannenden, humorvollen und teilweise traurigen Etappen. Clare Balding schreibt in recht kurzen Kapiteln auf besonders berührende Art über die einzelnen Helden. Sie werden lebendig, ihr Charakter wird hervorgehoben und sie sind nicht "irgendwer", sondern daß, was sie sind: Helden, denen besondere Achtung gebührt. Ihr Stil ist leicht lesbar, locker und versprüht die Liebe zu Tieren, die sie selbst empfindet. Damit spricht sie mir zu 100% aus der Seele!
Das Buch ist ein absolutes Highlight für jeden Tierfreund!

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