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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.01.2026

Hat mich begeistert

DIE TOCHTER. Du dachtest, niemand würde es je erfahren
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Mirror Lake steckt mitten in einer Dürre, als Hazel an den Ort ihrer Kindheit zurückkehrt. Ihr Vater ist gestorben und hat ausgerechnet ihr das Haus am See vererbt. Ihre Brüder, die stets an seiner Seite ...

Mirror Lake steckt mitten in einer Dürre, als Hazel an den Ort ihrer Kindheit zurückkehrt. Ihr Vater ist gestorben und hat ausgerechnet ihr das Haus am See vererbt. Ihre Brüder, die stets an seiner Seite waren, gehen leer aus. Die Anspannung unter den dreien wächst täglich. Hazel wird mit ihren Erinnerungen konfrontiert. Je länger die Dürre anhält, desto mehr geht die Wasserlinie des Sees zurück - und ein jahrelang gehütetes Geheimnis kommt ans Licht. Ob auch das Schicksal von Hazels Mutter aufgeklärt werden kann, die spurlos verschwand?

"Die Tochter" von Megan Miranda läßt den Leser mit angehaltenem Atem lesen. Zwar hat man hier keinen spannungsgeladenen Actionthriller vor sich, aber die Atmosphäre allein vermittelt hier schon eine sich langsam, aber stetig steigende Spannung, die dann auch bis zum Ende hin gehalten wird. Es passieren hier nicht erklärbare Dinge, die schon manchmal eine Gänsehaut erzeugen. Megan Miranda baut immer wieder Hinweise ein, die zum Nachdenken anregen, sowie Wendungen, die ein völlig neues Licht auf das Geschehen werfen. Dadurch kommt hier garantiert keine Langeweile auf. Ihre Beschreibungen sind sehr bildhaft, sowohl was die Charaktere, als auch den Handlungsort betrifft. Bei diesem Thriller stimmt einfach alles, so daß ich ihn sehr empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Zurück zu gewohnter Stärke

Gefährliche Aussicht
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Das Dorf Saint-Andre-du-Perigord gerät in Aufruhr, als ein reiches Paar aus Paris dort ein Anwesen kauft und es restaurieren läßt. Kommissarin Marie Mercier hat für den Dorfklatsch aber keine Zeit, denn ...

Das Dorf Saint-Andre-du-Perigord gerät in Aufruhr, als ein reiches Paar aus Paris dort ein Anwesen kauft und es restaurieren läßt. Kommissarin Marie Mercier hat für den Dorfklatsch aber keine Zeit, denn sie muß mit Großtante Leonie ein Festmahl vorbereiten, das Georges sich gewünscht hat. Der Grund dafür ist sein Geheimnis und sorgt für Spekulationen. Da erreicht Marie der Anruf, daß auf dem Anwesen der neuen Bewohner ein Unfall passiert ist, der sich als Mord entpuppt hat. Die hochschwangere Eigentümerin ist aus dem Dachfenster gestoßen worden. Marie und Richard suchen fieberhaft nach dem Grund für so einen brutalen Mord. Sie stoßen auf Neid, Mißtrauen und Vorurteile. Viele Leute kommen als Mörder in Frage, aber zunächst fehlen die Beweise. Jetzt muß Tante Leonie allein das Festmahl zubereiten, denn Marie ist auf Mördersuche.

Nachdem der vierte Band ihrer Perigord-Serie meiner Meinung nach etwas geschwächelt hat, findet Julie Dubois im fünften Band zur gewohnten Stärke zurück. Der Roman "Gefährliche Aussicht" ist spannend erzählt. Die eigentliche Geschichte um ein besonders schockierendes Verbrechen rückt wieder mehr in den Vordergrund, aber das Private bei dem Ermittlerduo Marie und Richard entwickelt sich auch weiter. Natürlich wird wieder gekocht, daß einem das Wasser im Mund zusammenläuft. Man hat das Gefühl im Perigord ist immer Sommer und die Menschen genießen das Leben in vollen Zügen. Das färbt beim Lesen irgendwie ab. Die Laune hebt sich sofort, ganz egal, wie das Wetter draußen ist. Das Buch sorgt für eine Wohlfühlatmospäre und wird auch mit Band 5 nie langweilig!

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Eine Reise in eine andere Welt

Die Papierschöpferin
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15. Jahrhundert in Norditalien: Sofia ist die älteste Tochter des Papierschöpfers Corrado di Maderno. Sofias Vater unternimmt immer wieder lange Reisen, um neue Kunden für seine Paniermühle anzuwerben. ...

15. Jahrhundert in Norditalien: Sofia ist die älteste Tochter des Papierschöpfers Corrado di Maderno. Sofias Vater unternimmt immer wieder lange Reisen, um neue Kunden für seine Paniermühle anzuwerben. Als er bei einer dieser Reisen ums Leben kommt, fällt auf Sofia die Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister und für die Geschäfte der Mühle. Nur der Franziskanermönch Sebastiano und sein Novize Gianluca stehen hilfsbereit zur Seite. Sofia will um ihr Erbe kämpfen, muß dafür aber erst nach Augsburg und dann nach Venedig reisen. Dort will sie die Geschäftspartner ihres Vaters treffen. Immer an ihrer Seite sind der ältere Mönch und sein junger Novize. Bald stellen sie fest, daß Corrado viele Neider hatte, und auch Sofia ist durch ihre vielen Fragen in Gefahr. Doch sie hat auf ihrer Reise auch viele Freunde gewonnen, die ihr jetzt helfen können.

Mit dem Roman "Die Papierschöpferin" taucht man tief ab in eine ferne Zeit. Anna Thaler führt ihre Leser in das 15. Jahrhundert, in dem Reisen noch das pure Abenteuer war. Wie gefährlich und mühsam die Menschen damals unterwegs waren, beschreibt die Autorin sehr anschaulich. Die Denkweise der Menschen war teilweise sehr einfach: Gott bestimmt über ihr Schicksal und sie können nichts daran ändern. Nur langsam setzt sich ein anderes Denken durch. Anna Thaler hat in dieser Geschichte die Zeit so gut eingefangen, daß man sofort ein Bild vor Augen hat. Man kann sich gut auf einem belebten Marktplatz wiederfinden oder auch in den Kanälen von Venedig - Gott sei Dank ohne den Gestank. Das Buch ist wie eine Reise in eine andere Welt und spannend wie ein Krimi. Also genau die richtige Unterhaltung!

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Richtig spannend

Wer am Ende übrig bleibt
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Anne trifft nach Jahren ihre ehemaligen Mitbewohner aus Studienzeiten wieder. Um dem kürzlich verstorbenen Ruben die letzte Ehre zu erweisen, brechen sie zu einem Segeltörn über die Ostsee auf. Doch die ...

Anne trifft nach Jahren ihre ehemaligen Mitbewohner aus Studienzeiten wieder. Um dem kürzlich verstorbenen Ruben die letzte Ehre zu erweisen, brechen sie zu einem Segeltörn über die Ostsee auf. Doch die Stimmung an Bord kippt. Machtkämpfe, verdrängte Gefühle und Rivalitäten kehren zurück und nicht alle überleben den Segeltörn. Auch die Überlebenden haben den Albtraum noch nicht überstanden....

"Wer am Ende übrig bleibt" von Mark Flemming ist ein ausgesprochen gelungener Psychothriller. Erzählt aus der Sicht von Anne und immer wieder eingeschobenen Protokollen einer Gerichtsverhandlung, wird die Spannung hier sehr gelungen gepusht. Da man permanent gespannt ist, wie jeder einzelne Abschnitt weitergeführt wird, liest man gebannt weiter. Der Autor hat ein gutes Gespür für seine Charaktere. Er hat sie gekonnt zusammengestellt und ihnen durch sehr bildhafte Beschreibungen Leben eingehaucht. Ihre Differenzen und ihr Innerstes werden greifbar und man spürt die Differenzen hautnah. Geschickt verwebt Mark Flemming Vergangenheit und Gegenwart und man bekommt Einblick in die Geschehnisse rund um die Charaktere, womit man nach und nach das heutige Szenario verstehen lernt. Dieses Buch punktet aber auch durch den tollen Schreibstil des Autors. Locker und flüssig schreibt er klar über das Geschehen. Man liest dieses Buch einfach richtig gern und ich bin schon auf weitere Bücher von Mark Flemming gespannt.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Sehr empfehlenswert

In den Scherben das Licht
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Hamburg 1946: Gert ist allein im zerbombten Hamburg. Er findet Zuflucht im Keller des Wohnhauses von Friede Wahrlich, einer ehemaligen Schauspielerin. Auch Gisela irrt alleine durch die Stadt. Auf der ...

Hamburg 1946: Gert ist allein im zerbombten Hamburg. Er findet Zuflucht im Keller des Wohnhauses von Friede Wahrlich, einer ehemaligen Schauspielerin. Auch Gisela irrt alleine durch die Stadt. Auf der Suche nach einer Unterkunft für die Nacht steigt sie ausgerechnet in Gerts Keller ein. Die beiden Kinder verbindet die Not. Friede erlaubt auch Gisela bei ihr zu bleiben. Zusammen überstehen sie die harte Nachkriegszeit. Aus Freundschaft zwischen Gert und Gisela wird im Laufe der Jahre Liebe. Sie haben Pläne für die Zukunft, doch zuerst wollen sie nach ihren verschollenen Angehörigen forschen. Auch Friede hat mit ihrer Vergangenheit noch nicht abgeschlossen. So kommt es, daß aus der Notgemeinschaft eine Familie wird.

In ihrem Roman "In den Scherben das Licht" erzählt Carmen Korn von den Nachkriegsjahren 1946 bis 1955 in Hamburg. Sie beschreibt sehr feinsinnig, wie unterschiedlich die Menschen die Vergangenheit bewältigen und wie sie mit der Schuld umgehen, weggesehen zu haben. Da der Roman einen längeren Zeitraum beinhaltet, können die Leser die Hauptpersonen Gert und Gisela von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter begleiten. Wobei man sagen muß, daß das Kriegsgeschehen die Kindheit der beiden jäh und viel zu früh beendet hat. Umso rührender ist es, wie die jungen Leute mit Hilfe anderer ihr Leben in den Griff bekommen. Carmen Korn beschreibt in der Geschichte eigentlich den banalen Alltag der Menschen in dieser Zeit. Sie schafft es aber, das so spannend zu erzählen, daß man jeden Krimi vergessen kann. Absolut empfehlenswert!

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