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Veröffentlicht am 14.12.2025

Wo ist Sofia?

Wem du traust
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Ich liebe die Spannungsromane von Petra Johann. Ganz besonders mochte ich "Der Buchhändler", den ich immer gerne weiterempfehle. Eine tolle Milieustudie!
Genau diesen Blick hinter die Kulissen beherrscht ...

Ich liebe die Spannungsromane von Petra Johann. Ganz besonders mochte ich "Der Buchhändler", den ich immer gerne weiterempfehle. Eine tolle Milieustudie!
Genau diesen Blick hinter die Kulissen beherrscht die Autorin perfekt! Auch diesmal rätseln wir, wer hinter der gutbürgerlichen Fassade ein Geheimnis bewahrt....

Eva und Susanne sind schon sehr lange allerbeste Freundinnen. Als Susanne ihre heute 15jährige Tochter Sofia alleine aufziehen musste, war Eva immer zur Stelle. Gemeinsam waren sie für das Mädchen da und ihre kleine Patchwork- Familie. Seit Eva mit Daniel verheiratet ist, passt Sofia des Öfteren auf deren Sohn Linus auf. Das Verhältnis zwischen allen ist sehr freundschaftlich.
Als Eva und Daniel, sowie auch Susanne mit ihrem aktuellen Freund Axel eine Party besuchen, ist es wieder Sofia, die bei Linus bleibt. Während Susanne annimmt, dass ihre Tochter bei Eva und Daniel später übernachten wird, möchte Sofia lieber nach Hause gefahren werden. Daniel bringt die Fünfzehnjährige nach Hause, doch am nächsten Tag ist das Mädchen verschwunden. Was ist passiert, nachdem Sofia aus dem Auto ausgestiegen ist?

Sofia ist eine Einzelgängerin, die kaum Freundschaften pflegt, aber sich für Vieles interessiert. Sie ist nicht unbeliebt und wird auch nicht gemobbt, aber sie bleibt am liebsten für sich. Umso schwieriger ist es für die Kriminalpolizei mehr über sie zu erfahren.
Schnell kommen Erinnerungen an den Disco-Mord hoch. Die damals neunzehnjährige Jennifer wurde vor 15 Jahren vergewaltigt und ermordet. Der Täter wurde bis heute nicht gefunden. Dieser Cold Case bleibt als roter Faden bestehen. Die Autorin eröffnet damit eine zusätzliche Perspektive, die Spannung aufbaut und mit dem Verschwinden von Sofia verwoben wird.
Ihr gelingt es perfekt nach einem eher ruhigen Einstieg die Spannungskurve zu steigern, dass man als Leser gerne dran bleibt.

Der Kriminalroman wird aus der Sicht von Eva, sowie aus der von Kriminalkommissarin Heidi Westphal erzählt. Dazwischen gibt es auch einige Passagen in kursiver Schrift, die Fragen aufwerfen. Diese werden aber schneller beantwortet, als ich eigentlich dachte.

Wie auch in ihren anderen Büchern legt die Autorin den Schwerpunkt des Spannungsromans auf ihre Charaktere. Man spürt, wie das Verschwinden von Sofia ihr Leben völlig auf den Kopf stellt und sie verändert. Die angespannte Atmosphäre und die Suche nach Sofia war jederzeit spürbar. Es geht um Freundschaft, Familie und Vertrauen.
Die Charaktere sind toll gezeichnet und trotzdem fragt man sich mit der Zeit immer wieder, ob einer von ihnen vielleicht doch nicht die Wahrheit sagt und wem man eigentlich trauen kann?

Der im Klappentext beschrieben blutbefleckte Pullover ist nicht nur eine Kapuzenjacke, sondern kommt auch erst im aller letzten Drittel vor. Immer öfters verzichte ich darauf Klappentexte zu lesen, bevor ich mit dem Buch starte, denn diese beschreiben oft zu viel oder einfach Dinge, die gar nicht oder anders geschehen.

Die Auflösung ist schlüssig, hat mich aber nicht ganz überzeugt. Trotzdem hat mich auch dieser neue Kriminalroman/Spannungsroman der Autorin wieder sehr gut unterhalten.

Fazit:
Wieder eine überzeugende Geschichte von Petra Johann, auch wenn ich "Wem du traust" etwas schwächer als "Der Buchhändler" und "Die Schwester" finde. Dennoch hatte ich spannende Lesestunden und freue mich auf das nächste Buch der Autorin.

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Veröffentlicht am 13.12.2025

Cosy Crime aus meiner Heimat

Tödliches Gold
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Vor einiger Zeit habe ich den dritten Teil der Reihe um Lou Conrad gelesen, der unweit meiner Heimat spielt und zwar in der wunderschönen Wachau.
Diesmal dreht sich alles um Honig, das gelbe Gold, welches ...

Vor einiger Zeit habe ich den dritten Teil der Reihe um Lou Conrad gelesen, der unweit meiner Heimat spielt und zwar in der wunderschönen Wachau.
Diesmal dreht sich alles um Honig, das gelbe Gold, welches plötzlich tödlich wird.

In wenigen Tagen soll auf Initiative eines örtlichen Imkers ein Bienen-Wanderweg eröffnet werden. Die feierliche Eröffnung steht kurz bevor und die Marienkirchner sind schon sehr aufgeregt. Doch bevor es soweit ist, wird am Beginn des Wanderweges eine junge Frau tot aufgefunden. Als im Dorf auch noch die Runde macht, dass eine Joggerin nur wenige Tage davor von einem Mann verfolgt wurde, geht die Angst in Marienkirchen um. Lou Conrads ehemalige Chefin Verena Badinger vom LKA in Sankt Pölten hat jedoch schnell einen Verdächtigen ausgemacht, der verhaftet wird. Lou hat hingegen Zweifel, ob der junge Mann tatsächlich der gesuchte Mörder ist. Sie beginnt sich umzuhören und stellt Nachforschungen über die Tote an, die als Weltenbummlerin und Fotografin auf Social Media wohl bekannt war. Wer kann ein Interesse daran haben, die junge Frau zu töten?

Diesmal dreht sich viel um das gelbe Gold, was mir Spaß gemacht hat, weil mein Mann seit etwas mehr als einem Jahr Imker ist und ich gerne über die Imkerei lese, um mehr zu erfahren.
Gemeinsam mit Sternekoch Fabio schnüffelt Lou im Umkreis der Toten, aber auch im örtlichen Marienkirchen herum. Die Einwohner beharren zwar darauf, dass der Täter kein Ortsansässiger sein kann, jedoch führen einige wenige Spuren auch ins idyllische Dörfchen.
Die locker leichte Erzählweise bringt uns die schönen Seiten der Wachau und auch die Kulinarik der Region wieder näher. Man sollte beim Lesen jedes Regionalkrimis um Lou Conrad keinen Hunger mitbringen oder bereits gut gegessen haben, denn hier bekommt man auf jeder Seite Köstlichkeiten vorgesetzt.
Das gewohnte Konzept der Autorin greift auch bei "Tödliches Gold" wieder. Spannung kommt eher erst im letzten Drittel auf.

Die Beziehung zwischen Fabio und Lou entwickelt sich diesmal jedoch kaum weiter. Beide schmachten sich an, aber keiner gesteht seine Gefühle. Das wirkt etwas aufgesetzt - vor allem in ihren Alter.
Trotzdem bin ich schon neugierig auf den nächsten Teil der Reihe.

Fazit:
Cosy Crime, der in meiner Heimat spielt und mit regionalen Köstlichkeiten aufwartet, die auch tödlich sein können... Kurzweilig und mit viel Lokalkolorit.

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Veröffentlicht am 11.12.2025

Lebkuchenduft und Schneeflocken - cosy Weihnachtsroman

Schneezauber in Norwegen
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Langsam wird es Zeit für ein paar Weihnachtsromane! Und wohin würde ich zur Weihnachtszeit am liebsten entfliehen? In die Berge oder in den Norden....auf jeden Fall brauche ich Schnee, der bei uns ja leider ...

Langsam wird es Zeit für ein paar Weihnachtsromane! Und wohin würde ich zur Weihnachtszeit am liebsten entfliehen? In die Berge oder in den Norden....auf jeden Fall brauche ich Schnee, der bei uns ja leider immer weniger wird..

Anna Liebig aka Nicole Steyer oder Linda Winterberg hat dieses Jahr nach "Winterträume in New York" (habe ich nicht gelesen) ihren nächsten Weihnachtsroman in Norwegen spielen lassen. Da bin ich doch gleich dabei!

Als Uwe, der Großvater von Nina, eine Dokumentation über die größte Lebkuchenstadt in Bergen sieht, entdeckt er seine erste große Liebe Ingrid im TV. Sie ist die Leiterin dieser einmaligen kleinen Stadt aus Lebkuchen. Spontan beschließt er nach Norwegen zu reisen und Ingrid in Bergen zu besuchen. Doch alleine traut er sich nicht so richtig und er bittet seine Enkelin mitzufahren. Nina hat gerade ihren Job gekündigt und möchte die Bitte ihres noch einzig lebenden Familienmitgliedes nicht abschlagen. Auch ihr etwas exzentrischer Mitbewohner Alex ist sofort Feuer und Flamme und nimmt sich spontan Zeit für eine vorweihnachtliche Reise in den Norden.
Als die drei in Norwegen ankommen, werden sie nicht nur von Schneeflocken und dem winterlichen Ambiente empfangen, sondern auch von einem sympathischen Besitzer der Pension, in der sie sich eingemietet haben. Doch auch die Einwohner von Bergen, die jedes Jahr mithelfen diese einzigartige Stadt aufzubauen, sind schnell mit Uwe auf "Du und Du". Nur Ingrid gegenüber traut er sich nicht seine wahre Identität preiszugeben.

Anna Liebig hat einen zu Herzen gehenden Weihnachtsroman geschrieben, der in Bergen spielt und mir die noch völlig unbekannte größte Lebkuchenstadt der Welt näher gebracht hat. Natürlich musste ich zuallererst danach googeln und habe die tollen Kreationen und vor allem auch diese wunderschöne Idee bestaunt.

Der Schreibstil von Anna Liebig ist sehr bildhaft und lässt sich flüssig lesen. Mit den sympathischen Protagonisten Uwe, Nina und Alex bin ich durch die kleine und charmante Stadt gewandert und habe das weihnachtliche Ambiente gefühlt. Das winterliche Setting hat mich schnell verzaubert. Die Liebesgeschichte entwickelt sich langsam und glaubwürdig. Die Verbindung zur Vergangenheit von Uwe und dem Kennenlernen seiner Ingrid hat mir sehr gut gefallen.

Die Figuren sind liebenswert und glaubwürdig dargestellt. Jeder hat seine Ecken und Kanten. Die Beziehung zwischen Nina und ihrem Großvater ist eine ganz besondere, denn sie hat ihre Eltern früh verloren und nur mehr ihren Opa Uwe. Auch das spürt man intensiv durch die Seiten. Alex versprüht hingegen Spontanität und Humor und gibt dem Roman Dynamik.
Ein bisschen Drama darf natürlich bei einer Geschichte wie dieser, nicht fehlen. Mir war es am Ende fast ein bisschen "too much", denn es passierte unglaublich viel. Trotzdem mochte ich diese vorweihnachtliche Geschichte sehr, die genau das richtige Wohlfühlgefühl vermittelt.

Fazit:
Eine warmherzige und leichte Geschichte im winterlichen Norwegen über zweite Chancen. Ein richtiger Wohlfühlroman, der perfekt in die Vorweihnachtszeit passt.

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Veröffentlicht am 09.12.2025

Ich zähl ein, ich zähl zwei

Der Kuckucksjunge
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Wow, was war das für eine Geschichte! Schon seit Ewigkeiten hat mich kein Thriller mehr so gepackt, wie "Der Kuckucksjunge". Am liebsten hätte ich ohne Unterbrechung gelesen und jeden Abend wollte ich ...

Wow, was war das für eine Geschichte! Schon seit Ewigkeiten hat mich kein Thriller mehr so gepackt, wie "Der Kuckucksjunge". Am liebsten hätte ich ohne Unterbrechung gelesen und jeden Abend wollte ich sofort das Buch wieder zur Hand nehmen, was leider nicht immer möglich war.

Schon die ersten Seiten, die ich bei vorablesen gelesen habe, habe mich sofort gepackt. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich das Buch gewonnen habe und lesen durfte. Es erscheint nämlich erst am 24. Dezember. Macht euch schon mal ein Kreuzerl in den Kalender!

Der Thriller beginnt mit einem Schulausflug Anfang der Neunziger Jahre. Dabei wird beim Verstecken spielen von einem der Schüler die Leiche eines vermissten Jungen im Schilf gefunden.
Danach sind wir in der Gegenwart. "Hab dich" ist die letzte Nachricht auf Silje Thomsens Handy, bevor die in Scheidung lebende Mutter einer Tochter spurlos verschwindet.
Naja Thulin arbeitet seit kurzem bei der NC3, dem nationalen Zentrum für Cyberkriminalität. Als Naja und ihr Kollege Raheem sich Siljes Handyverlauf näher ansehen, entdecken sie einen Abzählreim "Ich zähl eins, ich zähl zwei...", der sofort Erinnerungen an einen noch ungelösten Fall vor zwei Jahren weckt. Die damals 19jährige Gymnasiastin Caroline Holst wurde gestalkt und hatte ähnliche Nachrichten auf ihrem Handy.
Nachdem eine Frauenleiche gefunden wird und weitere Stalkingfälle mit ähnlichen Nachrichten bei der Polizei angezeigt werden, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Thulins ehemaliger Partner Mark Hess, den sie nach ihrem letzten gemeinsamen Fall nie mehr wiedersehen wollte, wird hinzugezogen. Doch der Stalker ist intelligent und versteht seine Spuren zu verwischen. Fotos der zukünftigen Opfer, die er stalkt, können selbst von der Cyberkriminalität nicht zurückverfolgt werden. Das Ermittlerteam muss an einigen Fronten gleichzeitig arbeiten, denn die Fälle beginnen sich zu häufen und weitere Personen verschwinden spurlos. Hess und Thulin geraten unter Druck...
Kurze Zeit später kommt es zu einem weiteren Zwischenfall und der Täter scheint gefunden. Doch einige lose Enden und Ungereimtheiten lassen Naja und Hess keine Ruhe. Obwohl Hess an einer privaten Tragödie knabbert und sich nur schwer auf den Fall konzentrieren kann, irritiert ihn einiges an der Beweislage des mutmaßlichen Täters und er ermittelt weiter, was ihn in tödliche Gefahr bringt....

Der Schreibstil ist absolut fesselnd und der Spannungsbogen bleibt die fast 700 Seiten konstant hoch. Die Charaktere sind sehr authentisch gezeichnet. Die Angst und die Panik der Stalkingopfer ist permanent spürbar. Ein richtiger Alptraum!
Überraschende Wendungen und emotionale Konflikte geben dem Thriller zusätzlich Dramatik.

Die Gefahr, die immer näher kommt, ließ mich Nägel kauend in meinem Lesesessel versinken und mit fiebern. Trotz der 672 Seiten kann man das Buch kaum aus der Hand legen und man möchte alles um sich herum ausblenden. Der Showdown war purer Nervenkitzel. Große Leseempfehlung!

Søren Sveistrups Vorgänger "Der Kastanienmann" ist damals bald nach Erscheinen bei mir eingezogen und liegt seitdem auf meinem SuB. Das Buch wird jetzt definitiv sehr bald gelesen werden!

Fazit:
Ein psychologisch ausgefeilter und komplexer Thriller der Hochspannung vermittelt. Für mich ein absolutes Highlight und endlich wieder großartige Thriller-Literatur. Große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Blutiges Wichtelgeschenk

Der Kurator
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Nachdem mir "Der Gourmet" nach "Der Zögling" wirklich sehr gut gefallen hat, ist "Der Kurator" nun für meinen Geschmack wieder etwas schwächer.

Doch der Beginn ist absolut gelungen und man ist dadurch ...

Nachdem mir "Der Gourmet" nach "Der Zögling" wirklich sehr gut gefallen hat, ist "Der Kurator" nun für meinen Geschmack wieder etwas schwächer.

Doch der Beginn ist absolut gelungen und man ist dadurch sofort mitten im Geschehen. Es ist kurz vor Weihnachten. Bei einer Firmenweihnachtsfeier werden die Pakete des firmeninternen Wichtelspiels geöffnet. Dabei kommt es zu einer bösen Überraschung, denn in einem der Pakete ist nicht der erwartete Ring, sondern zwei abgeschnittene Finger und die kryptische Nachricht #BSC6.
Kurze Zeit später werden weitere abgetrennte Finger gefunden, doch nur eine dazugehörige Leiche. Washington Poe und Analytikerin Tilly Bradshaw werden vom SCAS Team unter Stephanie Flynn hinzugezogen. Doch auch die beiden sehen kein Muster in den Fällen und keine Übereinstimmungen bei den Opfern. Bis Washington Poe endlich eine kleine Spur findet, die zum mutmaßlichen Täter führen könnte....

Poe und Tilly sind mittlerweile ein sich perfekt ergänzendes Team. Sie vertrauen aufeinander und die Dynamik zwischen den beiden ist allgegenwärtig. Poe und Bradshaw sind sehr eigenwillige Charaktere. Sie sind das große Plus an dieser Reihe. Zwei Einzelgänger, die mit hohen analytischen Verstand arbeiten.

Die Sprache ist etwas rau. Die Dialoge sind aber auch oft witzig und der schwarze englische Humor liegt mir sehr. Tillys kaum soziale Kompetenz schmerzt manchmal beim Lesen, doch ihre Ehrlichkeit wirkt auch oftmals sehr erfrischend.
Die Handlung des Krimis ist sehr komplex und teilweise verstörend. M.W. Craven schreibt sehr detailgetreu und manchmal ausschweifend. Die Handlung wird hauptsächlich aus der Sicht von Washington Poe erzählt, lässt aber auch Einblicke aus der Perspektive der Opfer zu.

Die Landschaftsbeschreibungen von Cumbria, ein sehr karger und rauer Landstrich in Großbritannien, wird sehr bildhaft beschrieben. Die düstere Atmosphäre ist allgegenwärtig. Besonders bei der Überfahrt auf eine fast unbewohnte Insel war mir durchgehend kalt. Die raue See und der Wind...ich hatte alles klar vor meinen Augen.
Der Autor ist aber auch ein Meister im legen falscher Fährten. Am Ende überrascht er noch zusätzlich mit einem Twist, der mich sehr verblüfft zurückgelassen hat. Noch bin ich immer noch am Überlegen, ob er nicht etwas weit her geholt wirkt....

M.W. Craven spricht in diesem Band der Reihe ein sehr aktuelles Thema an, welches bisher an mir vorbei gegangen ist. Im Nachwort geht der Autor noch etwas mehr darauf ein und hat ein etwas flaues Gefühl bei mir hinterlassen.
"Der Kurator" kann auch unabhängig zu den anderen Bänden der Reihe gelesen werden. Ich habe mir aber trotzdem den fünften Band "Der Botaniker", der als erstes Buch der Reihe auf Deutsch veröffentlicht wurde (warum Droemer Knaur ?) aufgehoben und werde ihn definitiv erst nach Band vier lesen, der bereits im Februar erscheinen wird.


Fazit:
Ein spannender dritter Teil mit einem völlig verrückten Fall, der mich sehr gut unterhalten hat und etwas Gänsehautfeeling verbreitet. Ich werde die Reihe sicherlich weiter fortsetzen und freue mich schon auf den kommenden vierten Teil.

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