Auch Band 3 überzeugt
Erebos 3Ich muss zugeben, dass mir nicht alle Bücher von Ursula Poznanski zusagen, aber die drei EREBOS Romane habe ich alle verschlungen. Im wahren Leben spiele ich keine Computer-Rollenspiele (vor langer Zeit ...
Ich muss zugeben, dass mir nicht alle Bücher von Ursula Poznanski zusagen, aber die drei EREBOS Romane habe ich alle verschlungen. Im wahren Leben spiele ich keine Computer-Rollenspiele (vor langer Zeit habe ich mal SIMS gespielt), aber buchtechnisch liebe ich es in diese Welt einzutauchen. Und in diesem dritten Teil sind wir definitiv öfters in der Welt von Zwergen, Dunkelelfen, Vampiren, Werwölfen und den Boten mit den gelben Augen, als in der realen Welt. Nervenkitzel pur.
Es gibt keine ellenlange Einführung, sondern man wird direkt in die Handlung geworfen. Erebos ist zurück und zwingt Nick Dunmore erneut in seine Rolle als Dunkelelf Sarius. Wir sind abwechselnd in der virtuellen und der realen Welt. Wie aber bereits erwähnt, ist der Spieleanteil diesmal höher. Erebos ist intelligenter und größer geworden, vor allem aber auch gefährlicher.
Nick Dunmore wirkt reifer, als in seinen letzten Abenteuern. Er arbeitet noch immer als Fotograf und ist erwachsener geworden. Man merkt, dass ihm die Vergangenheit noch auf den Schultern liegt. Nick steht im Mittelpunkt und seine Entscheidungen tragen die Geschichte, während sich Emily diesmal im fernen Amerika aufhält und ihr kleiner Bruder Derek verschwunden ist. Nur sein Freund Victor ist im wahren, wie auch im virtuellen Leben, immer an seiner Seite.
Die Rätsel, die Nick diesmal von Erebos erhält, scheinen unlösbar. Erstmals muss er Mitspieler für sich gewinnen und diese sollen sich als Gemeinschaft zu einer Horde zusammen schließen. Dabei merkt er, dass nur wenige schon früher von Erebos rekrutiert wurden und den Ernst der Sache und die daraus folgenden Konsequenzen nicht erkennen. Nick nimmt das Spiel ernst und schafft sich damit Feinde - in der Spiele-, als auch in der realen Welt. Wie er das Rätsel lösen soll und was eigentlich das Ziel des Spieles ist, bleibt lange unklar.
Vom Prinzip her ist der Plot nicht viel verändert worden, was einige Leser:innen kritisierten. Warum auch, wenn man damit erfolgreich ist. Jedoch bleiben innovative neue Ideen eher aus. Trotzdem habe ich mit Nick und seinen Mitspielern mit gefiebert. Die Dynamik zwischen Spiel und Realität bleibt spannend, auch wenn manches vertraut wirkt.
Ursula Poznanski hat - wie üblich in ihren Büchern - aktuelle Themen, wie künstliche Intelligenz und digitale Abhängigkeit mit einbezogen. Der Schreibstil ist fesselnd und sehr atmosphärisch. Besonders im letzten Drittel nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf. Ich bin unheimlich gerne in die virtuelle Spielewelt eingetaucht.
Für mich war auch der dritte Teil absolut lesenswert und voller Spannung. Trotzdem ziehe ich diesmal einen halben Punkt ab und vergebe nur auf Plattformen, wo ich keine halben Punkte vergeben kann, wieder 5 Sterne.
Fazit:
Eine gelungene Rückkehr in die Welt von Erebos, die auch nach so langer Zeit nicht langweilig wird. Wer die ersten beiden Bände genauso verschlungen hat wie ich, der kann getrost zu Erebos 3 greifen.