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Veröffentlicht am 31.01.2021

(Alp)Traumpartner gefunden

The One - Finde dein perfektes Match
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Was war ich auf dieses Buch von John Marrs gespannt, nachdem es in so vielen YouTube Videos in den höchsten Tönen gelobt wurde. Schon bei Erscheinen fand ich den Klappentext richtig cool und interessant ...

Was war ich auf dieses Buch von John Marrs gespannt, nachdem es in so vielen YouTube Videos in den höchsten Tönen gelobt wurde. Schon bei Erscheinen fand ich den Klappentext richtig cool und interessant und nun habe ich es endlich auch gelesen. Vorweg kann ich sagen, dass ich es richtig gut fand und "The Passengers" schon eingezogen ist.

Worum geht's? Durch einen simplen DNA Test ist es in der nahen Zukunft möglich seinen perfekten Partner zu finden. Nur eine simple Registrierung und ein einfacher Test bei Match Your DNA und schon hast du die Nummer deines Traumpartners. Man zweifelt nicht mehr an der bestehenden Beziehung, Streit oder Untreue gehören der Vergangenheit an und zeitraubende Dates erspart man sich auch. Zusätzlich haben gematchte Paare bessere Jobs, mehr Geld und höheres soziales Ansehen.
Wow, denke ich mir...das hört sich toll an. Zu toll....denn was passiert, wenn der Traummann schon über 80 ist oder am anderen Ende der Welt lebt? Oder wenn er in der Zwischenzeit gestorben ist, nachdem er sich bei matchyourDNA.com registriert hat? Eine zweite Chance gibt es nicht, denn für jeden von uns gibt nur einen perfekten Partner. Das hört sich dann nicht mehr so toll an! Und was tun, wenn man glaubt bereits den Traumpartner gefunden zu haben, doch eure DNA kein Matsch ist?

Das wollen auch Mandy, Jade, Christopher, Ellie und Nick herausfinden. Während Jade verzweifelt nach ihrem zukünftigen Match sucht, steht Nick kurz vor der Hochzeit mit seiner Verlobten Sally. Aus Spaß machen beide den DNA Test, doch das Ergebnis fördert ihre Hochzeitspläne nicht wirklich. Aber auch Ellie und Mandy erleben Überraschungen mit ihren angeblichen Seelenverwandten und einer der fünf Protagonisten ist ein Serienmörder und Psychopath und verfolgt ganz andere Ziele....

Der Roman wird abwechselnd aus den fünf verschiedenen Perspektiven der Protaginisten erzählt, was für mich jedoch kein Problem war. Man ist sofort wieder mitten im Leben der Figur, die man zuvor verlassen hat. Häppchenweise erfährt man immer mehr von den Figuren und fiebert mit ihnen mit. Jede Geschichte hat ihren besonderen Reiz und versteht zu fesseln.
Die Charaktere sind vielschichtig und undurchschaubar. Sie überraschen teilweise mit ihren Handlungen. Dadurch punktet die Geschichte immer wieder mit unerwarteten Wendungen. Nur das Ende eines Protagonisten konnte mich nicht ganz überzeugen - deswegen ein halber Stern Abzug.
Der Schreibstil ist flüssig, knackig und fesselnd. Die kurzen Kapitel und kleinen Cliffhanger am Ende machen die Dystopie zu einem wahren Pageturner. Ich bin durch die Seiten geflogen und wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht.

Autor John Marrs nimmt die gängigen Online-Portale für seine Geschichte sozialkritisch unter die Lupe. Mit seiner nahen Zukunftsversion bringt er neben der Spannung dem Leser auch zum Nachdenken. Als Leser fragt man sich: Würde auch bei mir die Neugierde siegen und ich mich registrieren?


Fazit:
Ein wahrer Pageturner! Ich fand meinen ersten John Marrs richtig gut und fiebere schon auf seine weiteren Geschichten hin, die sicherlich nach und nach bei mir einziehen werden. Geniale Idee, spannender Plot und eine Dystopie, die man mit Augenzwinkern lesen kann. Von mir gibt es eine Empfehlung!

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Veröffentlicht am 29.01.2021

Hoffnung ist wie der Zucker im Tee

Die Gezeiten von Cramond
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Dies ist mein dritter Roman der Autorin und auch "Die Gezeiten von Cramond" habe ich in kurzer Zeit verschlungen. Esther Destratis schreibt so lebendig und bildhaft, dass man sich von der ersten Zeile ...

Dies ist mein dritter Roman der Autorin und auch "Die Gezeiten von Cramond" habe ich in kurzer Zeit verschlungen. Esther Destratis schreibt so lebendig und bildhaft, dass man sich von der ersten Zeile in ihren Geschichten einfach wohlfühlen muss.

In "Die Gezeiten von Cramond" lernen wir die drei Ironside Frauen Trudy, Alice und Cathy kennen. Trudy ist die Ältere der drei Frauen und die Tante von Alice. Sie führt ihn Cramond, einen kleinen Vorort von Edingburgh, ihre Keramikwerkstatt mit nostalgischem Teegeschäft, dem "Lady Teapot". Trudy hat die Liebe zum Tee und ausgefallenen Teekannen ihrer Nichte vererbt. Als Alice ihren Job als Teekannenkeramikerin verliert und Tante Trudy ihr beichtet, dass es schlecht um das "Lady Teapot" steht, verlässt Alice mit ihrer pubertierenden Tochter Cathy Manchester und zieht zu Trudy, obwohl sie nie wieder an diesen Ort zurückkehren wollte. In Cramond erinnert sie alles an ihre erste Liebe Gabriel, der ihr damals das Herz gebrochen hat. Alice möchte jedoch Trudy helfen und auch für Cathy ist ein Wechsel von Vorteil. Sie wurde in Manchester von Mitschülerinnen gemobbt. Beide fühlen sich bei Tante Trudy bald sehr wohl. Um das schnuckelige Teegeschäft steht es wirklich kritisch, vorallem seitdem gegenüber ein hippes Lokal, das "To go & Selfies" aufgemacht hat. Die Kunden bleiben aus und die Einnahmen schrumpfen gewaltig. Werden die drei Ironside Frauen den Teeladen retten können?

Der Roman hat viel mehr Tiefgang, als man bei diesem Cover und dem Titel vermuten lässt. Esther Destratis gelingt es vorallem vorzüglich, die wunderbare Landschaft der Gezeiteninsel und der Umgebung so darzustellen, dass man sich fühlt, als wäre man direkt anwesend. In Zeiten wie diesen, wo man nicht reisen kann, sind wunderschöne bildhafte Beschreibungen aus anderen Ländern ganz besonders gefragt. In Gedanken war ich selbst in Cramond, stand vor den Gezeitenanzeiger am Strand und hörte das Meer rauschen.

Trudy und Alice, wie auch Cathy, sind drei starke Frauen und Kämpferinnen. Die Figuren sind facettenreich und liebenswert. Vorallem Tanty Trudy schließt man sofort ins Herz. Obwohl die Charaktere allesamt (mit einer Ausnahme) sympathisch sind, haben sie für den Leser noch die eine oder andere Überraschung parat.
Die Geschichte ist ziemlich dialoglastig und wird aus den jeweiligen Sichtweisen von Trudy, Alice und Cathy erzählt, wobei Alice die Hauptfigur darstellt.

Der Roman lässt sich zügig lesen und geht ans Herz. In kleinen Rückblenden erfahren wir, was Alice damals passiert ist und warum sie Cramond den Rücken gekehrt hat. Die Autorin spricht auch heikle Themen an und hat die eine oder andere erstaunliche Wendung parat. Die Überraschung, was es mit Cathys Vater so auf sich hat, den Alice ihrer Tochter bisher verschwiegen hat, wird zur platzenden Bombe und hat mich total überrascht. Einerseits fand ich den Ansatz richtig gut, auf der anderen Seite habe ich aber auch eine kleine Kritik, die ich hier nicht näher beschreiben kann, ohne zu spoilern.

Das Ende war mir dann aber fast zu schnell und zu viel aufeinmal. Es überstürzen sich die Ereignisse und man kommt kaum zum Luft holen. Das ist für mich allerdings der einzige Kritikpunkt an dieser Geschichte, die neben einem wohligen Ambiente auch Intrigen, Mobbing und Gewalt aufzeigt.

Gefallen haben mir die süßen Teekannen zu Beginn jedes Kapitels, sowie die vielen Songs, die angesprochen und die am Ende als Playlist der Autorin nochmals aufgelistet werden.

Die eingeflochtene Geschichte vom "Zweisiedlerkrebs" fand ich wunderschön und hat mir Tränen in die Augen getrieben. Der Roman vermittelt eine wunderschöne Botschaft, die einem ermutigt zu sich selbst zu stehen und sich mit all seinen Eigenheiten anzunehmen.

Fazit:
Eine wunderschöne Familiengeschichte mit überraschenden Wendungen und bildhaften Landschaftsbeschreibungen - ein Roman, mit dem ich tolle Lesestunden verbracht habe und der viel zu schnell gelesen war. Zum Wohlfühlen, aber auch mit ernsteren Themen. Ich empfehle "Die Gezeiten von Cramond" gerne weiter.

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Veröffentlicht am 27.01.2021

Schwer in ein Genre einzuordnen

Verity
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Was hat dieses Buch im Vorfeld für eine Hype ausgelöst! Natürlich hat es auch mich neugierig gemacht, vorallem als es hieß Colleen Hoover gehe mit "Verity" in die Thriller-Richtung. Zuvor hatte ich noch ...

Was hat dieses Buch im Vorfeld für eine Hype ausgelöst! Natürlich hat es auch mich neugierig gemacht, vorallem als es hieß Colleen Hoover gehe mit "Verity" in die Thriller-Richtung. Zuvor hatte ich noch kein Buch der Autorin gelesen, die ja eher im Bereich New Adult sehr bekannt ist. Als ich es in unserer Bücherei fand, musste ich es mitnehmen und der Hype auf den Grund gehen ;)

Gleich vorweg...ein Thriller ist "Verity" nicht wirklich, aber man könnte ihn in die Schiene der Romance Thriller einordenen - mit einen großen Schuss Erotik. Ehrlich gesagt, brauche ich bei einem Thriller kein Liebesgedöns und schon gar keine Erotik und das hat mich hier auch am meisten gestört. Trotzdem kann ich vorweg sagen, dass das Buch ein Pageturner ist.

Die eher erfolglose Jungautorin Lowen Ashleigh bekommt den Auftrag ihres Lebens. Sie soll die Psychothriller-Reihe der gefeierten Autorin Verity Crawford als Ghostwriter beenden. Verity liegt seit einem schweren Autounfall im Koma. Den Lesern von Veritys Büchern soll dieser Umstand vorenthalten werden bis diese wieder genesen ist. Lowen, die finanziell durch die Pflege ihrer schwerkranken Mutter nur knapp über die Runden kommt, nimmt das verlockende Angebot an. Jeremy, der sympathische und attraktive Eheman von Verity, tut das Übrige dazu. Lowen unterschreibt den Vertrag und macht sich auf in das Heim der Crawfords. Dort liest sie sich durch die Reihe und recherchiert in Veritys Unterlagen. Dabei stößt sie auf verstörende Lektüre in ihrem Tagebuch....

Gleich auf den ersten Seiten wirft Colleen Hoover dem Leser einen verstörenden Vorfall vor die Füße, der eigentlich mit der weiteren Handlung nichts zu tun hat, aber den Leser sofort an die Seiten fesselt. Sehr schnell fragt man sich, warum gerade Lowen diesen Auftrag erhält und was hinter der ganzen Geschichte steckt. Der rote Faden ist dabei immer die im Wachkoma liegende Verity, die scheinbar alle unter Kontrolle hat. Der Tod ihrer beiden Töchter wirft, ebenso wie ihr Unfall, Fragen auf.
Als Lowen ihre Tagebücher findet und Veritys Gedanken liest, hält man oftmals vor Entsetzen die Luft an. Gestört werden diese schockierenden Einträge jedoch immer wieder von den ziemlich detailliert beschrieben erotischen Szenen, die Verity in ihren Aufzeichnungen immer wieder einfügt. Sie bringen der Story rein gar nichts, wiederholen sich und sind oftmals störend und abstoßend.

Lowen und Jeremy bleiben neben Verity, die der Dreh- und Angelpunkt der teilweise sehr überzogenen und bizarren Geschichte ist, blass. Lowen verfällt Jeremy genauso, wie Verity, und erschien mir auch noch furchtbar naiv. Als Hauptprotagonistin ist sie keine gelungene Figur und ist, wie Jeremy, kein Sympathieträger.
Man verdächtigt die ganzen 368 Seiten jeden der handelnden Figuren, sogar den kleinen Sohn von Jeremy und Verity hatte ich in Verdacht.

Die Grundidee fand ich jedoch absolut genial und ich hatte eine richtige Vermutung, jedoch lag ich sonst komplett falsch. Denn mit den Schockfaktor am Ende, den die Autorin eingebaut hat, hat sie mich wirklich überrascht und sprachlos zurückgelassen. Einerseits wirklich gelungen, aber andererseits auch sehr an den Haaren herbeigezogen. Trotzdem wird mir das Buch in Erinnerung bleiben und das dürfte genau das sein, was die Autorin damit bezweckt hat.
Hat es mich begeistert? Nein! "Richtigen" Thrillerautoren kann sie damit nicht das Wasser reichen und überzeugten Thrillerlesern fehlt hier Entscheidendes...trotzdem bin auch ich durch die Seiten geflogen (auch wenn ich ab und zu mit dem Kopf geschüttelt habe) und Colleen Hoover ist es gelungen ein Buch zu schreiben, über das man spricht. Chapeau!

Cover:

von links nach rechts:
das portugiesische, das spanische, das persiche, das englische, das estnische und das mazedonische Cover

Fazit:
Ein Pageturner, verstörend, aber trotzdem kein wirklicher Thriller. Die unnötigen Sexszenen haben in diesem Genre keinen Platz und bringen auch diese Geschichte nicht weiter. Der Suchtfaktor beim Lesen ist dennoch da. Skurill, verstörens, bizarr und übertrieben....

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Veröffentlicht am 25.01.2021

Hatte etwas ganz anderes erwartet

Das Verschwinden der Erde
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Der Roman von Julia Philipps ist mir bereits in der Vorschau aufgefallen. Bei Lovelybooks hatte ich diesmal Glück und durfte das Buch vorablesen. Leider hat sich meine Hoffnung nicht ganz erfüllt. Dabei ...

Der Roman von Julia Philipps ist mir bereits in der Vorschau aufgefallen. Bei Lovelybooks hatte ich diesmal Glück und durfte das Buch vorablesen. Leider hat sich meine Hoffnung nicht ganz erfüllt. Dabei liegt es nicht daran, dass die meisten Leser einen Thriller erwartet haben, wie die Geschichte auf der Rückseite angekündigt wird, sondern an den vielen verschiedenen Handlungssträngen, die hier ziemlich zusammenhanglos aneinander gereiht werden.

Dabei beginnt der Roman vielversprechend. Wir befinden uns in Kamtschatka, Russland. Ein Setting, das alleine meine Neugier geweckt hat, denn die Halbinsel ist erst seit 1990 für Touristen zugängig.
Die US-amerikanische Autorin hat zu Beginn ihres Romans in einem Interview fünf Fragen zur Geschichte beantwortet und die Region zweimal besucht.
Auf den ersten Seiten begleiten wir die beiden russischen Schwestern Sofija und Aljona Golosowskaja, die sich in der Bucht von Petropawlosk die Zeit vertreiben. Es sind Sommerferien und ihre Mutter muss den ganzen Tag arbeiten. Die beiden Mädchen kommen allerdings am Abend zu Hause nicht mehr an. Sie bleiben verschwunden und die Suche nach den Kindern ist monatelang in den Medien präsent.

Das erste Kapitel wird aus der Sicht von Aljona erzählt, bis sie erkennt, dass sie und ihre Schwester entführt worden sind. Danach begleiten wir in jedem Kapitel eine andere Frau, die irgendwie in Verbindung zu den Mädchen oder zu jemanden, der sie kannte, steht. Viele Handlungsstränge werden somit nur angerissen, aber selten zu Ende geführt. Das ist bereits ein wesentlicher Punkt, der mich am Roman gestört hat. Oft ergibt sich erst am Ende des Kapitels der Aha-Effekt, wie die erzählende Frau zu der Familie der verschwundenen Kinder steht. Nach einigen Kapiteln kam bei mir Langeweile auf. Immer wieder musste man sich auf eine neue Figur einstellen, die später nicht mehr auftauchte oder in einem anderen Kapitel höchstens erwähnt wird. Was eigentlich weiter mit den Kindern passiert ist, wird erst im letzten Kapitel angerissen, aber nicht richtig aufgelöst.

Es geht der Autorin in ihrem Roman viel mehr um das Leben der Frauen auf Kamtschatka und den Unterschied zwischen der Hauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski, wo großteils die "weißen" Russen leben, die die Ureinwohner, die Korjaken, Itelmenen, Ewenen, Tschuktschen und Aleuten damals blutig unterworfen haben und die noch heute zur "Unterschicht" gehören. Als Beispiele führt die Autorin ein weiteres Verschwinden eines älteren Mädchens aus dem Norden an, welches zum damaligen Zeitpunkt nur auf wenig Medieninteresse gestoßen ist und die Polizei den Fall als typisches Ausreißen eines Teenagers behandelt hat. Der Fokus der Autorin liegt beim Zusammenleben der Russen mit den indigenen Ureinwohnern und den Lebensumständen der Frauen in dieser Region. Durch den raschen Perspektivenwechsel baut man jedoch zu den Figuren keinerlei Verbindung auf. Manche Geschichten mochte ich lieber als andere, aber als Nicht-Kurzgeschichtenfreund tat ich mir etwas schwer.
Gefallen haben mir die bildhaften Beschreibungen der Landschaft, die mich an Island erinnert haben, wie die Vulkane, der Schnee und das Eis. Auch die ausdrucksvolle und feinfühlige Sprache der Autorin hat mir gefallen.

Im Endeffekt ist der Roman eine Episodenerzählung, die das Verschwinden der Golosowskaja Schwestern als Rahmenhandlung benutzt. Leider hat das Buch meinen Geschmack nur teilweise getroffen und offene Enden mag ich leider auch nicht wirklich...


Fazit:
Ein Roman, der mich leider unzufrieden zurücklässt. Die Geschichte ist atmosphärisch und bietet interessante Einblicke in die Landschaft und die Menschen der Halbinsel Kamtschatka. Die einzelnen Episoden und Handlungsstränge, die nur entfernt mit der Rahmenhandlung zu tun haben, waren nicht meins. Und auch das eher offene Ende ist für mich ein weiterer Kritikpunkt - schade!

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Veröffentlicht am 21.01.2021

Toller zweiter Band, der für mich aber nicht ganz an den Auftakt herankommt

Grandhotel Schwarzenberg – Rückkehr nach Bad Reichenhall
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Was hat mich der erste Teil dieser Trilogie geflasht. Einmal etwas ganz anderes hinter den Buchdeckeln, als ich erwartet hatte. Mit Teil 2 befinden wir uns wieder in Bad Reichenhall und schließen direkt ...

Was hat mich der erste Teil dieser Trilogie geflasht. Einmal etwas ganz anderes hinter den Buchdeckeln, als ich erwartet hatte. Mit Teil 2 befinden wir uns wieder in Bad Reichenhall und schließen direkt an das Ende von "Der Weg des Schicksals" an.

1911. Das große Ereignis - die Eröffnung des Grandhotels Schwarzenberg - steht an. Anna ist noch immer fassunglos, dass Michael als reicher Geschäftsmann aus Amerika nach Bad Reichenhall zurückgekehrt ist. Anna, die von Michael nach seiner Abreise nur zwei Briefe erhalten hat, ist mittlerweile die Frau des Bürgermeisters und Mutter des vierjährigen Karli. Sein Auftauchen bringt sie jedoch in einen großen Konflikt, denn sie empfindet noch immer sehr viel für ihre Jugendliebe. Anna fragt sich vorallem, worum er sich nicht mehr gemeldet hat. ...und Michael fragt sich ähnliches...

Der mitreißende und eingängige Schreibstil hat mich sofort wieder in die Geschichte versinken lassen. Diesmal hat es aber die Autorin nicht ganz geschafft, mich vollkommen zu überzeugen, wie im ersten Teil. Die Zeitspanne von sechzehn Jahren ergibt kleine Zeitsprünge, die aber trotz der nur 304 Seiten viel Inhalt wiedergeben. Eigentlich ist es unfassbar, wie viel auf diesen wenigen Seiten passiert.
Die Figuren entwickeln sich alle weiter, wobei auch neue Charaktere der Geschichte Schwung verleihen. Michaels Gefühle, sein Schmerz und sein Ärger, konnte ich richtig spüren. Karlis späteres Verhältnis zu seiner Mutter stellt die Autorin sehr lebendig dar. Aber auch die Familie von Feil kommt nicht zu kurz und spielt weiterhin eine große Rolle. Leonhard Achleitner zeigt jedoch neue Seiten von sich. Manchmal hatte ich das Gefühl eine ganz andere Person vor mir zu haben, als im ersten Teil. Die Richtung, die er einschlägt, fand ich nicht ganz stimmig zu seiner Person in der Vergangenheit, auch wenn einige unrühmliche Seiten von damals aufgedeckt wurden. Das ist einer der Kritikpunkte an diesem zweiten Teil. Ebenso konnte ich manche Entscheidungen von Anna nicht richtig nachvollziehen. Im Großen und Ganzen ist es aber Kritik auf höchstem Niveau.

Die historischen Fakten, wie der Beginn des Ersten Weltkrieges und der Zerfall des Kaiserreiches, werden perfekt in die fiktive Handlung eingeflochten. Der Krieg spielt zwar eine Rolle, aber wir Leser bleiben in Bad Reichenhall und erleben keine Kampfhandlungen. In dieser schweren Zeit verändert sich auch das Stadtbild des Kurortes. Der Tourismus und das Kurleben erleben einen Stillstand, in der Saline gibt es kaum mehr Männer, die der Arbeit nachgehen können. Dieses Zeitgefühl hat Sophie Oliver perfekt getroffen. Der bildhafte und flüssige Schreibstil ließ mich zusätzlich wieder durch die Geschichte fliegen. Ich freue mich schon auf den Abschlussband Ende Mai.

Fazit:
Der zweite Band der Reihe kann meiner Meinung nach nicht ganz mit dem ersten mithalten, jedoch reihen sich wieder auf wenigen Seiten sehr viele spannende Ereignisse, bei denen sich das Mitfiebern lohnt. Ich freue mich schon auf den Abschlussband dieser wunderbaren Trilogie.

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